Empfindlichkeits-"Kurve" bei Mikrofonen ?!?

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Startbeitrag#1
Ich beobachte schon länger die bei verschiedenen Mikrofonen stark unterschiedlichen Empfindlichkeits-Eigenschaften in Abhängigkeit vom Besprechungsabstand.
Das fällt besonders beim Live-Beschallen auf: So haben dynamische Mikrofone bei naher Besprechung eine hohe Empfindlichkeit, die dann rapide abnimmt. (Bei 50 cm Abstand kommt dann schon fast nichts mehr über die PA) Kondensatormikros scheinen dagegen erst ab einem gewissen Abstand "aufzutauen".
Rein subjektiv scheint mir das auch von Mikro zu Mikro zu variieren, also nicht nur grundsätzlich bauartbedingt. So "macht" ein SM 58 recht schnell "zu", ein AKG D 3700 kann man auch noch von ferner besprechen u.s.w. Ebenso scheinen mir die Sennheiser MKHs mit zunehmenden Abstand schneller zu dämpfen als beispielsweise ein Neumann oder auch vergleichbare AKGs.. (ein "irgendwie dynamischer" Klang bei den MKHs ist die Folge)
Und da frage ich mich doch: Warum gibt es denn dann eigentlich keine "Empfindlichkeits-Kurven" in den Datenblättern der Hersteller, Empfindlichkeit über den Besprechungsabstand bei z.B. 0 Grad Einsprechrichtung? Ich würde interessante Kurven erwarten - oder hat das doch schon jemand gemacht?
Schöne Grüße Rolf
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Antwort#2
Rolf schreibt: Ich beobachte bei verschiedenen Mikrofonen stark unterschiedliche Empfindlichkeits-Eigenschaften in Abhängigkeit vom Besprechungsabstand.

Hallo Rolf,
manchmal habe ich auch das Gefühl, dass eine Kohlekapsel beim Telefon nur die Nähe hört und Sachen aus der Entfernung schnell nicht mehr "wahrnimmt".
Mikrofonentwickler widersprechen, sie sagen, dass Mikrofone nicht unterschiedlich weit "hören" können, denn dafür ist nur das Schallfeld verantwortlich. Also der Schalldruck nimmt im Freifeld (Direktfeld) nach dem 1/r-Gesetz bei Entfernungsverdopplung um (-) 6 dB ab.
Auch ist die im reflexionsarmen Raum gewonnene und veröffentlichte Mikrofon-Richtcharakteristik als Polardiagramm keine Kurve, die die Entfernungs-Empfindlichkeit zeigt. Wenn die Sennheiser MKHs mit zunehmenden Abstand schneller zu dämpfen scheinen, als beispielsweise Neumänner oder vergleichbare AKGs, dann ist das nur ein Gefühl, das mit dem unterschiedlichen Frequenzgang bei verschiedenen Schalleinfallsrichtungen zusammenhängt, denn darin unterscheiden sich ja die Mikrofone, auch wenn alles z.B. Nieren sein sollten.
Darum gibt es keine "Empfindlichkeits-Kurven" in den Datenblättern der Hersteller: Empfindlichkeit über den Besprechungsabstand bei z.B. 0 Grad Einsprechrichtung. Ich verstehe ja, dass du interessante Kurven erwartest - aber die kann es laut Mikrofonentwickler nicht geben.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik:
http://www.sengpielaudio.com


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Antwort#3
Alle Druck-Gradienten-Mikrofone (Niere, Superniere, Hyperniere, Acht) haben den sog. Nahbesprechungseffekt, bei dem die Tiefen überproportional lauter übertragen werden, je näher das Mikro der Schallquelle kommt. Natürlich erscheint ein fülliger Klang mit gutem Tiefenanteil lauter als ein dünner Klang gleichen Pegels. Dieser Nahbesprechungseffekt ist immer da und mathematisch bedingt. Aber durch konstruktive Maßnahmen kann man Mikrofone mit sehr ausgeprägtem Nahbesprechungseffekt bauen (SM58 als Paradebeispiel) oder mit eher geringem (AKG D202 "Sound-Rocket", EV RE20, Sennheiser MD441, viele Kondensatormikros).
Michael
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Antwort#4
Rolf schreibt zur empfundenen Emfindlichkeitsabnahme von Mikrofonen: So haben dynamische Mikrofone bei naher Besprechung eine hohe Empfindlichkeit, die dann rapide abnimmt. Bei 50 cm Abstand kommt dann fast nichts mehr über die PA. Kondensatormikrofone scheinen dagegen erst ab einem gewissen Abstand "aufzutauen".

Dazu gibt es im Intenet einen passenden Artikel der Mikrofonfirma Shure, der heißt:
"Vom Märchen der Mikrofonreichweite", auf Englisch (Myth of microphone reach)
unter
http://www.shure.com/support/technotes/app-micreach.html
Gehe zum Link "Märchen der Mikrofonreichweite" unten.
Gruß
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Märchen der Mikrofonreichweite
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