Wo siehst Du den substanziellen Unterschied zwischen Haupt- und Raummikro?
Mir ist zufällig aufgefallen, dass man zwei Mikrofone in einer Stereoaufnahme immer AB-Laufzeit-Mikrofonsystem nennt.
Da sieht man zum Beispiel an der linken und rechten Wand eines Konzertsaals, der 20 m breit ist je ein Grenzflächenmikrofon geklebt. AB-Stereofonie: Mikrofonbasis a = 20 m!
Oder man sieht eine Schiene vor dem Orchester, in dem in 2 m Abstand je ein Mikrofon ist. AB-Stereofonie: Mikrofonbasis a = 2 m!
Dann sieht man ein AB-Mikrofonsystem über dem Dirigenten mit 40 cm Abstand. AB-Sterofonie: Mikrofonbasis a = 40 cm.
Und alles wird in dem großen Topf AB-Laufzeitstereofonie geworfen. Das ist falsch!
Der Zweck dieser AB-Mikrofone ist jedoch deutlich unterschiedlich. Die Mikrofone mit 20 m Abstand sollen den "Raum" aufnehmen. Die Mikrofone mit 2 m Abstand sollen ein "Andickungs-Zumischmikrofon" zu einem näher stehenden Hauptmikrofon sein. Die Mikrofone mit 40 cm Abstand sollen das Orchester als "Hauptmikrofon" einigermaßen richtig auf der Lautsprecherbasis abbilden.
Allein nur das letzte Mikrofonsystem tut das in etwa richtig. Die anderen Mikrofonsysteme liefern Signale, die kräftig und alleine stark links und rechts aus den Lautsprechern kommen. Da gibt es eben keine Phantomschallquellen auf der Lautsprecherbasis. Dieser Flankenhall oder Flankenraum lässt sich ohne Probleme der Aufnahme hinzumischen, wenn man es mit dem Pegel nicht übertreibt.
Was öfter versucht wird, die Mikrofone auf einer 2 m-Schiene zum Hauptmikrofon zu erklären, wird niemals praktisch gelingen. Hier ist vielen Tontechnikern in der Theorie nicht alles klar.
Unterscheide:
1. Laufzeitstereofonie mit gleichmäßiger Phantomschallquellenbildung zwischen den Lautsprechern und
2. Raum- oder Zufütterumngsmikrofone mit extrem stark linken und rechten Flanken-Signalen.
Da sollte man gedanklich eine Trennung machen.
Ich würde nur Punkt 1 zu echt wirkenden Laufzeit-Mikrofonsystemen zählen, wenn diese gute Phantomschallquellen auf der Lautsprecherbasis bilden.
Aber das kann jeder machen, wie er will - Hauptsache er kennt den Unterschied.