Prima, das Diagramm, Danke. In der Tat wirkt die Abschattung stärker, was ich aber auch erwartet habe. Sie scheint auch etwas früher einzusetzen, was aber auch Interpretation ist. Jedenfalls scheint es bei diesem Mikro so, daß für 60Grad x 2 Schalleinfall in etwa 20 dB Signaldifferenz erzielt werden, d.h. es braucht keine Laufzeit mehr. Wenn man sich verdeutlicht, wie rasch zu den 20cm wirksamner Laufzeitdifferenz mit steigendem Frequenzgang über 300Hz noch Pegeldifferenzen hinzutreten, ist klar, wie rasch die Stereobasis gefüllt ist und sich die Höhen in die Ecken drängen. Damit stehen alle komplexen Instrumente frequenztechnisch schief im Raum. Was ich für mich daraus: Nimmt man etwa 3dB als Massstab für die Wirksamkeit der Kugel (betrachtet wird ein Mikro!) so gelangt man in etwa zu Lamba/4 als effektive Grenzfrequenz für die Kugeln. Und was das Diagramm auch bestetigt, ist ein konsequenter Anstieg der Wirkung bis zu den Höhen, wobei die Kennlinie der Kaspel hier offen ist! Ich vermute aber mal sie sollte für 0 Grad in etwas linear sein, wobei ich in den einzelnen Linien jeweils eine Höhenbeule zu erkennen glaube. Auch sind die Linien einigermassen linear, sodaß ich bis auf Weiteres mal davon ausgehe, daß dies generell so gilt.
Hm, ich lese da für den Anstiegsbeginn eher 350HZ-375Hz, weswegen die 40mm-Kugel bei 1500Hz loslegen sollte. Die Frage ist, inwieweit die Messungen stimmen und die Frequenzgänge der Mikros wirkten. Eine weitere Einflussgröße ist sicher das Material. Die Prinzipfunktion einer Kugel ist ja sicherlich physikalisch fix. Nach meinem Kenntnisstand wirken flache Körpern in etwa ab Lamba/4 anfänglich und ab der vollen Wellenlänge komplett. Eine flache Grenzfläche von 100cm sollte also ab 85Hz beginnen und bei 340Hz die vollen 6dB entwickelt. Allerdings wirkt, glaube ich, jede Achse für sich, weswegen der Abfall rascher erfolgt. Damit müsste die sichtbare Einsatzfrequenz bei 170Hz liegen, bzw der Verlauf zwsichen diesen Freuqenzen s-förmiger sein. Hm.... Bei Kugeln ist das sich schwieriger Die Mitte wirkt voll und der Rand garnicht. Eine Überschlagsrechnung nachts um halb 3 ergibt für jede Achse einen Faktor von Wurzel(2)/2 im Quadrat. Das wären insgesamt im Mittel 1/4. Betrachtet man die Abschattung, so hätte man also bei Lamba/4 die erste infinitismale Wirkung, und bei Labda=r etwa ein Viertel der Abschattung. Die koplette Abschattung bekomt man bei Lamba
In der vorigen Abbildung ist die Gehäusekanten-Beugung durch Druckstau bei Mikrofonen zu finden. Man sieht beim Bild a (Kugel) den ganz langsamen Anstieg beim Frequenzgang und dem ruhigen Verlauf später. Bei Bild c (Zylinder-Stirnfläche) ist der spätere Verlauf unruhiger, der Anstieg steiler und das große Problem der Mikrofonhersteller ist der schnelle Abfall nach dem Höhepunkt. Der ruhige Frequenzgang bei einer Beugungs-Kugel ist schon interessant. Bei welcher Frequenz soll er anfangen, ohne störend nach dem Maximum wieder abzufallen? Da ist wohl das Problem: früher Anstieg gehört zu frühem Abfall. Nach dieser Abbildung musste ich lange suchen. Ich kannte sie, wusste aber nicht mehr, wo ich sie gesehen hatte. Dann ging auch das vorige Posting mit dieser Abbildung zu früh ab. Typisch nervöser Finger. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Hallo, das sind sehr hilfreiche Grafiken. Mich würde weiter noch interessieren, was denn der richtungsabhängige Einfluss der Formen ist. Gibt es da - abgesehen von der Kugel - auch Untersuchungen? Gr. Dirk
Hi, noch vergessen: inwieweit sollte man davon ausgehen, dass das Material wirklich Unterschiede macht? Ich tendiere zu der Annahme, dass bei Aufsätzen für Mikrofone diese so hart wie möglich sein sollten. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass auch dies sich abhängig von der Form und ihrer Wirkung unterscheiden könnte. Dirk
"Nach dieser Abbildung musste ich lange suchen." Ich frage mich eh, wo Du nur immer diese Grafiken herbekommst ... Was ich noch nicht ganz sehe, ist der Höhenabfall bei der Kugel (?)
Jürgen grübelt: Was ich noch nicht ganz sehe, ist der Höhenabfall bei der Kugel. Du hast Recht, das war mein Fehler. Die Kugel als Staudruck-Erzeuger selbst hat gar keinen Höhenabfall. Das erzeugen stark die Formen c und e. Die Mikrofonhersteller haben mit diesem Höhenabfall bei ihren zylindrischen Mikrofonen zu kämpfen. Ich muss noch rausbekommen welche Größe die abgebildeten Körper haben, wenn sie - wie hier angegeben - das Maximum bei 500 Hz zeigen. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Ein Zylinder, der bereits bei 500Hz ein Maximum hat muss massiv größer sein, als ein Mikro! Eigentlich dürfte von dem Digramm des Zylinders nur die erste Kuppe im Audiospektrum liegen. Ist aber geraten! Nächster Punkt ist das "Kämpfen" der Mikrohersteller. Ich gehe mal davon aus, daß bei den KM sich alles im Bereich der HF oberhalb 5kHz abspielt, wobei mir erschreckend einfällt, daß so manche Spinne, die ich benutze, doch recht globig ist. Sicher habe ich da schon die eine oder andere Verbiegung hinbekommen, wenn ich ein KM in Schaumsoff in eine GM-Halterung gestopft habe. Andererseits ist der nächste Rand dieses Auflagepunktes locker 7-8cm von der Kapsel entfernt. Macht das was ? Gut sind hier sicher die Mikros mit Kapselverlängerung per 3m-Leitung. Wenn man die Diagramme anschaut und die Effekte sieht, wird wenigstens klar, was der globige Korpus eines Grossmembraners mit seitlicher Einsprechrichtung mit den ankommenden Schallwellen veranstaltet, bevor sie sich in Spannung verwandeln dürfen ... Nochmal zurück zu den Kugeln: Erkenne ich dort eine unregelmässige höckerförmige Wirkung im eigentlich glatten HF-Bereich? Sind das Welleninterferenzen infolge von Ganzzahleffekten, wo die Wellenlängen zu dem Radius passen ? Gibt es die auch bei ebenen Grenzflächen ?
wie rasch die Stereobasis gefüllt ist und sich die Höhen in die Ecken drängen. Damit stehen alle komplexen Instrumente frequenztechnisch schief im Raum.
Was ich nicht bestätigen kann - zumindest, solange man sich in dem vom Hersteller angegebenen Öffnungswinkel dieses Stereomikrofons bewegt. Darüber hinaus wird der Basisbreiteneindruck unnatürlich. Damit sind wir bei einem Nachteil des Mikrofons: Bei größeren Klangkörpern wird der Mikrofonabstand schnell zu groß und das Mikrofon steht damit außerhalb des Hallradius.
"solange man sich in dem vom Hersteller angegebenen Öffnungswinkel dieses Stereomikrofons bewegt" Und der wäre? Die Art der Abbildung der Instrumente ist aber doch hier vorgezeichnet: Die Pegeldifferenzen sind stark frequenzabhängig - stärker als bei AB ohne Kugel. Oder gibt es da noch einen unentdeckten Aspekt? Wie verhält es sich eigentlich mit der Laufzeit der Frequenzen ? Ist das Material weich genug, daß Tiefen hindurchgehen ? Bzw ist das ein Aspekt für eine reduzierte Trennwirkung?