Es geht wieder einmal um ds Thema CDs brennen. Bei mir steht der Kauf eines neuen Brenners an, der gute Premaster brennen können soll. Kann man heute davon ausgehen, daß die das alle zuverlässig können, oder ist es vielmehr so, daß das nachwievor keiner so richtig kann? Lohnen sich spezielle Rohlinge? Wie verhält es sich mit dem langsamen Brennen? Angbelich sind einige Rohling genau dafür ja nicht geeignet. Tipps sind erbeten
Wenn es für ein Presswerk sein soll, dann kauf Dir lieber einen guten Dat-Recorder, dieses Medium sieht man im Mastering Studio oder im Presswerk viel lieber als eine CDR.
In dem Zusammenhang eine weitere Frage: Das "red book" gibt als Spezifikation u.a. eine Spieldauer von 74 min vor - für die meisten Produktionen vollkommen ausreichend. (Bei mir bewegt sich die Spieldauer meist um 60 min. Unnötigerweise riskiert man Kompatibilitätsprobleme insbesondere bei älteren CD-Playern.) Leider sind heute 74 min/650 MB-Rohlinge nicht mehr zu erhalten und mein Restposten ist aufgebraucht. Oder hat jemand eine Bezugsquelle bzw. entsprechendes Produkt, das er empfehlen kann?
Nun,... nein. DAT ist so ungefähr das letzte, wo man beim Presswerk scharf drauf ist. Denn DAT ist eigentlich kein wirkliches Mastermedium. Jedes Presswerk muss auch erst das DAT umsetzen in ein nutzbares Format, z.B. ein DDP-Master auf Exabyte. Gr. Dirk
Sorry, ich habe die Frage missverständlich formuliert, Gedanken machen reicht ja meist nicht: Wenn Ihr ein Mastermedium fürs Presswerk fertiggestellt habt - messt Ihr die Fehlerraten?
Entscheidend ist sicherlich nicht die maximale Spielzeit des Rohlings sondern die Spielzeit des Programms - warum also keine 80min Rohlinge zum Premastern? Desweiteren sind mir keine Spielzeit-Probleme mit älteren Playern bekannt. Schon 1990 gab es CDs mit >79 min Spielzeit. Ich denke Probleme mit CD-Rs in Presswerken sind eher die Ausnahme solange man Qualitätsrohlinge mit einem gutem Brenner kombiniert und selber noch mal gegencheckt. Im schlimmsten Fall wird die CD vom Presswerk abgelehnt - aber meist nur dann wenn sie gar nicht erst Red-Book kompatibel ist.
wenn Du mir verrätst, wie das gehen soll? Ich benutze Wavelab und mache einfach eine CD. Wie kann ich z.B. sicherstellen, daß das Master ok ist? Ich importiere immer meine Premaster-CD zu einem neuen Projekt und höre es mir ab. Was kann man noch tun ?
Nein, das ist als Pre-Master nicht geeignet. Nicht etwa wegen möglicher Bit-Fehlerraten, sondern ein Pre-Master enthält außer der eigentlichen Audio-Information auch noch die "PQ-Daten" der CD, also Track- und Indexnummern, und ggf. noch den ISRC- und EAN-Code. All diese Daten müssen bei Anlieferung einer DAT an ein Preßwerk vom Preßwerk noch zusätzliche generiert werden, was mit weiteren Kosten verbunden ist. Das sicherste und sauberste Pre-Master ist die Aufzeichnung auf Exabyte-Band im DDP-1.0-Protokoll. Masteringsysteme wie z.B. SADIE unterstützen das DDP-Protokoll und Exabyte.
Das ist keine sichere Methode! Einen hörbaren Unterschied wirst Du nicht feststellen können, selbst dann nicht, wenn gelegentliche E32-Errors auftreten. Man kann die Fehlerrate nur mit entsprechenden Checkern feststellen.
Man kann leider nicht hören, wenn die Fehlerkorrektur aktiv wird und das ist eigentlich gut so. Ich kenne solche Fehlerratenmessgeräte aus der DAT-Zeit und für CDs sollte es da ja prinzipiell nicht anders funktionieren. Hier ein interessanter Link dazu:
Hallo, diese CD-Player, die eine Fehlermessung durchführen, sind heutzutage leider nur sehr wenig verbreitet. Eine andere Methode, seinen Master zu prüfen, ist ihn wieder zurückzuladen in den Editor, sample-synchron an das Image zu legen und in Gegenphase zu diesem abzuspielen. Wenn es still bleibt bzw. nur sehr wenig Audio durchkommt, darf man davon ausgehen, dass es ordentlich gegangen ist. Gr. Dirk
Hallo Rainer, das hatte ich ja schon geschrieben. Weisst Du eigentlich den genauen Unterschied zwischen den verschieden DDP-Versionen? Wie sieht es diesbezüglich qua Unterstützung durch die Presswerke aus? Habe zwar immer PreMaster mit 1.0 generiert, es würde mich aber mal interessieren. Gr. Dirk
Soweit ich weiß, ist das DDP 2.0-Protokoll für die DVD vorgesehen. Ich schicke meine Premasters immer im DDP auf Exabyte ins Preßwerk - bisjetzt immer mit gutem Erfolg. Renommierte Preßwerke sollten damit keine Probleme haben.
Moin... "Eine andere Methode, seinen Master zu prüfen, ist ihn wieder zurückzuladen in den Editor, sample-synchron an das Image zu legen und in Gegenphase zu diesem abzuspielen. Wenn es still bleibt bzw. nur sehr wenig Audio durchkommt, darf man davon ausgehen, dass es ordentlich gegangen ist." Eine sehr umständliche und ungenaue Methode - auch da hört man nicht, wenn die Fehlerkorrektur anspringt. Wenn schon so (ähnlich), dann liest man die CD im RAW-Modus wieder ein und vergleicht auf digitaler Ebene das re-importierte mit dem Originalimage. Dafür gibt es haufenweise Tools (Windiff z.B). Damit findet man zwar auch keine "physikalischen" Fehler auf dem Premaster, hat aber zumindest ein Stück mehr Gewissheit, dass zumindest die Daten korrekt übermittelt werden. Sprich: das Presswerk ist im Falle des Falles in der Lage, diese korrekt zu rekonstruieren. Das Auslesen zum Vergleich macht man übrigens idealerweise mit einem anderen Laufwerk als das, mit dem gebrannt wurde. So kann man vermeiden, dass gewisse "Eigenheiten" (Laufunruhe, Spurabweichungen) des Laufwerks mit"gemessen" und kompensiert werden... Jens
Hallo Rainer, ok, danke. Jedes Presswerk wird Dir recht geben, dass DDP das beste Format für einen PreMaster ist, bloss wird auch erzählen, dass mit Abstand die CD-R das meistverwendete ist. Leider kostet das Schreiben und Prüfen von Exabytes Zeit, und wird auch durch die Unkosten (Tape) teurer als das Anfertigen einer CD-R. Wen kann man noch überzeugen, mehr Geld für einen DDP-Master auf Exabyte auszugeben? Gr. Dirk
Moin Der Unterschied ist zunächst mal der: Einen digitalen Unterschied findet der Rechner auf jeden Fall. Auch, wenn du ihn nicht hörst. Das hängt ja sehr von der Qualität der Wandler, der Abhöranlage usw. ab. Eine Abweichung von digital "Null" zu hören, ist ausgesprochen schwierig, zumal jedes noch so gute Analogequipment ja auch rauscht. Ein Fehler äußert sich ja i.d.R. dadurch, dass die Fehlerkorrektur greift und im schlimmsten Fall einen Samplewert interpoliert. Der Unterschied nach der DA-Wandlung bewegt sich im Bereich des LSB-Rauschens, also bei theoretischen -96dB. Hör das mal. In weniger schlimmen Fällen rekonstruiert die Fehlerkorrektur das richtige Sample aus den CRC-Daten - man hört nichts, in den "RAW"-Daten sähe man aber den Unterschied. Ganz großer praktischer Nutzen "meiner" Methode darüber hinaus: Es geht wesentlich schneller als in Echtzeit und man kann sogar zwischendurch Kaffee trinken gehen... Jens