Hallo, kann mir vielleicht jemdand sagen, wie ich - möglichst mit Wavelab oder Samplitude - ein 1/3 Octave Rosa Rauschen (Pink noise) in verscheidenen Frequenzbereichen erzeugen kann. Wavelab kann rosa Rauschen erzeugen, aber wie beschränke ich das auf einen bestimmten Frequenzbereich? Vielen Dank, Gru�, Lars
Hallo Lars, nach meinem Verständniß ist rosa (braunes/weißes) Rauschen immer die Summer aller (hörbaren) Frequenzen. Demnach kann es nach einem Bandpaßfilter kann Rauschen mehr sein, sondern "nur" ein ausgesuchter Frequenzbereich. Und der ließe sich doch auch mit einem flexiblen Frequenzgenerator (wie in WL) erzeugen. Ich frage mich gerade, wie wohl klingt ein Bereich von z.B. 800-3000 Herz überhaupt klingt - ein Mix aus Rauschen und Sinus? Vielleicht liege ich mit meiner Theorie aber auch falsch - vielleicht kann ein echter "Theoretiker" da noch mal nachhelfen? Gruß, Christopher
Danke. Das klingt genauso als wenn ich ein komplexes Signal bei dieser Frequenz extrem anhebe - im Umkehrschluß funktioniert natürlich auch .Jens' Idee mit dem Filtern von Pink Noise - dazu brauchst Du allerdings extrem steilflankige Filter. Müßte sich also in WL - vielleicht mit einem externen EQ Plug oder dem "Q"- realisieren lassen. Bleibt noch seine Frage: Wozu das?
kann mir vielleicht jemand sagen, wie ich ein 1/3 Octave Rosa Rauschen (Pink noise) in verscheidenen Frequenzbereichen erzeugen kann?
Wenn du aus der weißen Farbe - in der ja alle sichtbaren Schwingungen vorhanden sind - etwas wegfilterst, dann sieht das nicht mehr weiß aus. Wenn du aus dem sichtbaren Rosa nur einen Teilbereich herausfilterst, dann ist das nie mehr Rosa. Wenn du aus dem breitbandigen (20 Hz bis 20 kHz) weißen Rauschen irgend eine Terz herausfilterst, dann ist das Ergebnis terzgefiltertes Rauschen, was nicht mehr mit weiß zu bezeichnen ist. Auch bei Rosa Rauschen ist das so. Hinterher ist nichts mehr Rosa. Du kannst also kein "Rosa Rauschen" zwischen 1000 und 1250 Hz erzeugen. Gruß Urs
Moin... Das ist alles richtig, was du schreibst. Es macht aber einen Unterschied, ob ich aus weißem oder aus rosa Rauschen ein Intervall herausfiltere. Und so habe ich das Anliegen verstanden: Frequenzabnahme wie bei PN, halt nur bandbegrenzt auf eine 1/3 Oktave. Es dürfte zwar bei einem so kleinen Intervall wie hier fast egal sein, ob das Ausgangsmaterial "weiß" oder "rosa" war, aber bei anderen Intervallen spielt das schon eine Rolle. Übrigens: Den Terminus "bandbegrenztes weißes Rauschen" gibt es tatsächlich - obwohl das Rauschen nicht weiß ist. Echtes weißes Rauschen kann es übrigens nur theoretisch geben, wegen der unendlichen Leistung... Und im Endeffekt sind alle realen Testsignale ("weißes" wie auch "rosa" Rauschen und alle anderen Farben) bandbegrenzt - spätestens bei Nyquist oder einem implizit in jeder Analogkette enthaltenen Tiefpass... Jens
Wozu das ganze? Zunächst mal nur zum Experimentieren. Ich wollte eine CD mit diversen Testsignalen machen für verschiedene Zwecke (Anlayse von Räumen, Abhöranlagen, PA-Systemen, EQ-Einstellungen ...) . Ich haben nun auch mal - trotz Skepsis - die Sache mit dem Filtern versucht. "Pink Noise" in Wavelab erzeugt und dann in 31 verschiedenen Frequenzbereiche zerlegt (also jeweils mit einem EQ einen Frequenzbereich rausgefiltert) Ich habe mich bei den Bereichen an die Standart 31-Band EQ-Aufteilungs gehalten. Am Ende habe ich noch alle Files normalisiert. Die Ergebnisse klang leider nicht so wie der File, denn ich hier heute als Link gepostet habe. Sie klingen weiterhin wie Rauschen, eben nur schmalbandiger. Etwas Überlappung der Frequenzbereiche ließ sich mangels gutem EQ leider nicht vermeiden. Also erwartete ich mir insgesamt eigentlich keine brauchbaren Ergebnisse aus diesen Sachen. Dann habe ich noch ganz normale Sinuswellen erzeugt und ebenfall 31 verschiedenen Frequenzen abgespeichert. Nun hatte ich also eine CD mit insgesamt 62 Tracks. Erster Versuch war, meinen Abhörplatz zu "untersuchen". Also, Schallpegelmessgerät genau am Abhörplatz installiert, CD abgespielt und die Ergebnisse in ein Diagramm (Koordinatensystem aus Frequenz und Schallpegel) eingetragen. Das ganze dann mehrmals mit leichter Veränderung der Messposition und immer je einmal mit den 31 "Sinus-Klängen" und einmal mit den 31 "Noise-Klängen" Es passierte das, was eigentlich zu erwarten war: Bei den Sinuswellen hatte ich einen relativ unregelmäßige Verlauf, der sehr davon abhing wo ich das Messgerät aufstellte. Ganz klar: Da spielten schließlich die Raummoden meines Abhörraums entscheident mit. Bei den Terzband-gefilterterten Rauschen sah die Sache ganz anders aus. Ich erhielt eine Butterweiche Kurve, völlig ohne auffallende Spitzen. Zwischen 60Hz und 10Khz fast linear und ober- und unterhalb natürlich langsam abfallend - das sind die Grenzen meines Abhörsystems (ADAMs P11). Raummoden fallen hier scheinbar gar nicht ins Gewicht, weil keine einzelnen Frequenzen abgespielt werden, sondern immer ein ganzer Frequenzbereich Also ich bin jetzt zunächst vor allem erstaund, dass das mit dem gefilterten rosa Rauschen scheinbar tatsächlich geklappt hat. Ich denke man kann jetzt die Sinus-Tracks benutzen, um Raummoden ausfindig zu machen (zumindest grob) und die Noise-Tracks, um Abhörsystem, oder PA-Systeme zu testen und evt. als Art Analyser verwenden um einen EQ einzustellen. Evt. mach ich den selben Test morgen mal auf einem PA-System das in einem Saal hier in der Nähe steht. Gibt es noch Anmerkungen, habe ich irgendwelche Denkfehler gemacht oder falsche Schlussfolgerungen gezogen? Bin für jede Reaktion dankbar. Gruß, Lars
Wenn die Messungen mit den Terzbändern "eine Butterweiche Kurve, völlig ohne auffallende Spitzen" ergab, dann kann es natürlich theoretisch auch sein, dass deine "Terzbänder" in Wirklichkeit zu breitbandig sind, da der verwendete Equalizer nicht steilflankig genug war. Um das zu beurteilen, kannst du den Equalizer mal mit Sinustönen (die dann auch den Terzbereich verlassen) durchtesten. Um einen Raum mit Sinustönen durchzutesten, sind Terzabstände viel zu groß. Ich würde mindestens in Halbtönen messen. Bernd
Vielleicht könnte man statt eines Rosa-Rausch-Signals auch einfach ein Terzband voller Sinustöne mit z.B. 1/8 Ton Abstand nehmen. Man hat dann zwar theoretisch kein Rauschen, sondern ein frequenzdiskretes Signal, doch gerade dadurch hat man natürlich einen völlig genau deinierten Frequenzausschnitt, der sich auch mit einem extrem steilflankigen Filter sonst nicht hinbekommen läßt. Wenn der Abstand der Töne klein genug ist, dürfte der Unterschied zum echten Rauschen in der Meßpraxis vernachlässigbar sein, oder? Bernd
Moin... "doch gerade dadurch hat man natürlich einen völlig genau deinierten Frequenzausschnitt, der sich auch mit einem extrem steilflankigen Filter sonst nicht hinbekommen läßt." Aber klar doch! Gerade beim digitalen Erzeugen seiner Signale hat man doch alle Möglichkeiten. Wenn die mitgelieferten EQs der gängigen Programme nicht beliebig steilflankig arbeiten, dann ist das eher eine Rechenleistungs- bzw. Bequemlichkeitsfrage - man kann so eben arbeiten wie aus der Analogwelt gewohnt. Mit einem FFT-Filter kann man beliebig steilflankig Frequenzbereiche ausschneiden. Das ist dann absolut exakt definiert. Verwendet man fertige FFT-Algorithmen, ist das in einer knappen Viertelstunde programmiert... Jens