kleine Bastelstunde - heute: der Kugelaufsatz

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
heute abend hatte ich nichts besseres zu tun, als mal ein kleines Bastelprojekt zu realisieren, das ich schon immer mal machen wollte...
Ich muss betonen, dass ich nicht der Holzbaufreak bin und eigentlich keine Ahnung habe und sogar eher dazu tendiere lieber was fertig zu kaufen, als etwas selber zu bauen/löten aber das hier hatte mich gereizt:
-> Im Heim&Hobby-Laden Holzkugeln gekauft. 2x 50mm und 2x 45 mm Durchmesser. Vorgebohrt mit 7.5mm Loch (keine Ahnung, wofür die sonst gut sein sollen, ausser für akustische Modifikationen von Druckempfängern).
-> Schraubstock, Bohrmaschine, 20mm Zapfenfräser mit 7.5mm Zapfen. (glücklicherweise alles in der Firma vorhanden) Der Zapfen führt den Fräser sicher durch das vorgebohrte Loch, sonst wärs schwierig.
-> Kugeln gegen Beschädigung im Schraubstock geschützt, vorsichtig angezogen, aber das Holz war hart genug, um nicht bei dem 20mm-Loch zerdrückt zu werden (je kleiner die Kugel, desto heikler).
->Ab und zu Bohrpause gemacht, sonst fängt das Holz an zu kokeln...
und - voilà fertig ist der Kugelaufsatz.
-> Innen etwas glattgeschmirgelt und längs 2-3 Streifen Tesafilm reingeklebt, dann sitzt die Kugel sicher auf dem Mikrofon.
Kosten: Pro Kugel 1.- Euro (50mm), 80Cent (45mm), Arbeitszeit für alle vier Stück: ca. 1 Stunde incl. überlegen, wie man was wo am besten macht, die erste Kugel zum üben schief gebohrt - aber egal.
Dagegen liegt der Preis der Schoeps KA50 bei 118Euro + Mwst. pro Stück.
Nächstes Projekt: wenn ich Zeit habe, geh ich mit den Mikrofonen ins Messlabor und nehme ein Polardiagramm auf, bzw. Winkelabhängige Frequenzgänge. Ich wills wissen :) ...und dann natürlich mal bei einer Aufnahme einsetzen die Teile.
Wirklich easy.
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Antwort#2
Sehr anschaulich!
So ähnlich habe ich mir die 3 Kugelaufsätze auch in der Drehbank hergestellt. Die Holzkugeln haben EXAKT gepasst - bis ich sie jetzt wieder herausgeholt habe. Je nach Luftfeuchtigkeit ändert sich nämlich der Innendurchmesser schneller als Du denkst.
Die nächsten Kugeln werden aus einem Kunststoffmaterial sein.
Gruß
Uwe



Jazz Recording
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Antwort#3
Die nächsten Kugeln werden aus einem Kunststoffmaterial sein.
Wirklich aus kaltem Kunsstoff?
Wäre dagegen nicht warmes abgelagertes Zedernholz mit edler Maserung optisch und akustisch besser?
Das Augen hören doch mit.
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Antwort#4
Kunststoff oder Holz: Hauptsache schallhartes Material, nicht absorbierend.
Dass die Luftfeuchtigkeit sich auf den Innendurchmesser so drastisch auswirkt, hätte ich nicht gedacht. Aber das seh ich ja dann noch... :)
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Antwort#5
Ui, da ist mir ein zuvorgekommen. Ich hab meine Kugeln schon zuhause liegen: 4 Stück für 1,50 von EBAY :-) Aber zum Bohren bin ich noch nicht gekommen. Daneben bin ich selber gerade auf der Suche nach Kunststoffkugeln. Hab aber noch keine Rückmeldung von an angeschriebenen Herstellern. Kennt jemand eine Quelle? Ich möchte entweder schwarze, graue oder violette!
Ich würde wegen des Problems der Ausdehnung beim Holz immer genug Zwischenpuffer aus weichem Material vorsehen.
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Antwort#6
Wenn man bedenkt, daß sich der Umfang eines Airbus A320 in der Luft um 60 cm vergrößert wegen des Kabineninnendrucks, dann wundert einem eigentlich nichts mehr .. ;)
P.S. und der besteht noch aus Metall
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Antwort#7
Es wäre eine Möglichkeit, der Veränderung der Bohrung entgegen zu wirken, indem man vielleicht die bearbeiteten Flächen mit Klarlack o.ä. lakiert. Das verhindert, das Feuchtigkeit ins Holz einziehen kann.
Ich würde evtl. auch nur hartes Holz nehmen, was richtig "ausgelagert" ist. Diesbezüglich kann man sich ja beim Schreiner des Vertrauens schlau machen, was es da so alles gibt.
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Antwort#8
Wirklich saubere Arbeit und ne Menge Geld gespart.
Aber nun meine (ich freu mich schon aus die Schelte) Frage.
Wofür das ganze? Was erreicht man damit? Eine geringe Pegelanhebung vo 2-8 Khz und dann ein rapieder Abfall.
Wenn ich soetwas haben will, kann ich das mittlerweile mit jedem etwas besseren EQ erreichen
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Antwort#9
Frequenzgangentzerrung für unterschiedliche Schalleinfallswinkel kann ich halt nicht mit einem EQ machen, das müsstest Du mir mal zeigen :)
Aber dein 'wozu' Einwand ist berechtigt. Ich stelle da grundsätzlich die Frage: Will ich, dass mein Mikrofon den Schall möglichst neutral und unverfälscht aufzeichnet, oder will ich mit dem Mikrofon klanggestalterisch wirken? In der Praxis ist das oft ein Kompromiss aus beidem. Deshalb benutze ich für eine reine Sprecherstimme gerne ein (färbendes) GM mit ausgeprägtem Proximity-Effekt, für akustische Instrumente/Stimmen mit Rauminformation KM-Druckempfänger.
Bevor ich irgendwas am EQ stelle, möchte ich erst vorne am Mikrofon das Optimum nach miner Klangvorstellung herausholen und dazu kann so eine Druckstaukugel möglicherweise auch mal ganz nützlich sein, hab's jedenfalls noch nie probiert und bin erstmal nur neugierig. Nicht, weil ich glaube, so ein Ding ist ein Allheilmittel. Manche denken halt, wenn vorne was nicht stimmt, ist der EQ als Retter in der Not... :)
Gruss
Stefan
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Antwort#11
echt? So viel?
Wenn ich richtig über den Daumen peile, dann wären das knapp 10 cm mehr rundherum ('Radius' der Hülle).
Das interessiert mich. Wo kann man das nachlesen?
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Antwort#12
Und nicht vergessen: Diese Holz-Kugeln sollte man nur auf Druckempfänger, also auf Mikrofone mit der Charakteristik Kugel stecken.
Wer von euch hat überhaupt Kleinmikrofone mit Kugelcharakteristik?
Wer diese Holz-Kugeln auf seine üblichen Nierenmikrofone aufsteckt, der wird sein blaues Klangwunder erleben: Besonders bei Nahbesprechung, wenn er den Effekt der Anhebung der tiefen Frequenzen erwartet. :-)
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Antwort#13
Studio96 schrieb:
"Ich HABE lackierte Kugeln! "
Ich meinte ja auch, das man die Bohrung, die man durch die Kugel bohrt, innen mit Klarkack behandelt. Sorry, wenn es nicht so rüber kam.
Grüße
Christian-2
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Antwort#14
Das weiß ich leider nicht mehr, ich habe das mal in einem Artikel in einer Zeitung irgendwo gelesen ..
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Antwort#15
Das Mikro weiß aber, ob die Höhen von vorne oder von hinten kommen. Dein EQ hebt alles an. EQs sind was Richtcharakteristik angeht dumm wie Stroh. Vorne und hinten trennen Direkt- vom Diffusschall. Das ist der springende Punkt.
Ob das gut ist und die gewünschten Resultate bringt, muss jeder selber wissen, da es von der Anwendung abhängt.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#16
"Ausgelagert" hilft da gar nix. Mein Cello ist 150 Jahre alt. Das Holz war schon bei der Verarbeitung ausgelagert, weil das damals bei einem guten Meisterinstrument, was es ist, so üblich war. Arbeitet trotzdem wahnsinnig bei Luftfeuchtigkeit. Nicht den 10tel mm, der das Loch für das Mikro zu eng macht, aber trotzdem.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#17
Hallo mir war schon klar, was Du willst. Ich wollte nur zum Ausdruck dringen, daß man am Besten gleich lackierte Kugeln kauft. Die Bohrung muss man auch "versorgen", klar. Ansonsten bliebe noch meine Technik,etwas weiches, kompressibles dazwischenzuschieben. Eine exakte "harte" Passung halte ich für Problematisch. Was perfekt waäre: Ein Mikro mit Aussengewinde und eine Kugel mit Innengewinde.
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Antwort#18
nagut überzeugt, zumindestens was die dummheit vom EQ angeht.
Jetzt will ich es selber wissen was passiert und werde auch ne Kugel basteln...
gibt ja hier ne super anleitung.
Aber im Ernst, wenn ich das richtig verstehe funktioniert das doch nur mit KugelMics wenn ich weniger Diff.Schall will ist da nicht eine andere Charakteristik einfacher?
Ich verstehe den Sinn noch nicht so ganz wann setzte ich das ein?
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Antwort#19
Nur bei diffusfeldentzerrten Mikrofonen mit Kugelcharakteristik ist überhaupt ein Druckstau bei den hohen Frequenzen sichtbar vorhanden, mit einer Centerfrequenz von etwa 10 kHz und deutlich sichtbar und hörbar zwischen 5 kHz und 20 kHz, und zwar maximal bei der Schalleinfallsrichtung 0°. Siehe die Abbildung.
Eine Kugel mit dem Durchmesser zwischen 4 und 5 cm Durchmesser verändert diesen 0°-Frequenzgang so, dass von etwa 1 kHz an ganz langsam in Richtung der hohen Frequenzen der Pegel dieser hohen Frequenzen immer mehr angehoben wird. Das ist psychoakustisch deutlich weniger unangenehm hörbar, als dieser deutliche "Buckel" zwischen 5 kHz und 20 kHz.
Je größer die Kugel ist, um bei so tieferen Frequenzen geht der Frequenzgang-Anstieg los.
Versucht mal probehalber "fälschlicherweise" diese Kugel auf ein Mikrofon mit Nierenrichtcharakteristik (!) zu stecken und berichtet mal darüber.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com



Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#20
Hm ich finde jetzt wird es Interessant.
OK danke für die Erklärung, leuchtet mir ein. Mir war das Diagramm einer Kugel auch bewußt, und das der "lineare" Anstieg weniger schlecht kling leuchtet mir auch ein, denoch stellt sich mir die Frage: wozu das ganze.
Will ich mit einer Kugel nicht genau nicht nur aus 0° Einsprechrichtung aufnehmen?
Wirke da der Charakteristik nicht entgegen?
Und wieder meine Frage: wenn ich von vorne komme wozu dann die Kugel?
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