kleine Bastelstunde - heute: der Kugelaufsatz

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Antwort#21
Will ich mit einer Kugel nicht nur aus 0° Einsprechrichtung aufnehmen?
Und wieder meine Frage: wenn ich von vorne komme wozu dann die Kugel?
Richtig. Der Maximum-Berg ist allein bei 0° Schalleinfall. Zu den Seiten hin, neben dem 0° Schalleinfall, nimmt dieser Berg langsam (!) ab, bis er erst bei 90°, also seitlich in der Ebene der Mikrofonmembran, vollständig abgebaut ist.
Wie willst du denn dieses Mikrofon mit der Holzkugel benutzen? Vor einem Gitarrenlautsprecher oder als Saxofonstütze im Nahbereich doch sicher nicht.
So "ein" Originalmikrofon von Neumann M50 mit der Plexiglaskugel wurde in der Monozeit alleine 5 Meter über dem Dirigenten zur Aufnahme eines ganzen Symphonieorchester verwendet. Beim Decca-Tree ist die Aufstellhöhe der M50 Mikrofone etwa 3,50 m bis 4,00 m über dem Bühnenboden.
Wer glaubt, für eine Decca-Tree-Aufnahme B&K-Mikrofone (DPA) mit Torpedoköpfen wegen schön gleichmäßiger Kugelcharakterstik für alle Frequenzen anwenden zu müssen, der irrt gewaltig. Das geht eben nicht, denn die nicht-kugelförmige Richtcharakteristik in den Höhen wird prinzipbedingt gebraucht.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Decca-Tree-Recording mit M50 Mikrofonen von Neumann
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Antwort#22
Ja ich denke nun bin ich schlauer.
Also verändert die Holzkugel quasie nur die Frequenzkurve so um die 0°.
Dann ist mir auch klar wofür man das nutzen kann.
Hier war mal die sprache von direkt und diff.Schall, das hab ich insoweit falsch verstanden als verändert der Ball die Charakteristik insofern als das ich mehr direktschall von vorne bekomme und da hab ich halt gedacht dann nehm ich doch lieber ein anderes Mik.
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Antwort#23
Da mir der Effekt von schallhartem Material manchmal zu stark ist, habe ich das Ganze mal mit Styroporkugeln aus dem Bastelladen probiert (Stückpreis EUR 0,09). Übrigens etwa 10 Minuten Arbeitsaufwand incl. kreativer Zweckentfremdung eines Kartoffelschälmessers, welches zufällig genau die Krümmung meiner Neumänner hatte. Gut, ok, die Farbe mußte dann noch gut durchtrocknen (es soll ja "professionell" aussehen), also doch ein paar Stunden.
Ergebnis: Eine weniger starke Anhebung der typischen Frequenzen, dafür aber eine deutlich höhere Bedämpfung rückwärtigen Schalls, und auch Publikumshuster werden wesentlich unauffälliger. Für Live-Mitschnitte benutze ich fast nur noch diese Dinger.
Und wenns wenig kosten soll, also wenig Aufwand betrieben wird, dann kann man sich durch geschickte Ausrichtung und Nutzung der verschieden großen Präsenzanhebung sogar ein paar Stützen sparen: z.B. Genau auf die Solisten zielen, oder leicht übers Orchester weg auf den Chor. Man hat die Balance zwar nicht mittels Fader unter Kontrolle - aber das braucht man ja auch wirklich nicht immer. Es ist erstaunlich, daß selbst bei AB 5 Meter vor dem Orchester (und 4 m hoch an einer fixen Schnur - der Dirigent duldet kein Hauptstativ und die Kirche keine Bohrlöcher...) kaum Publikum zu hören ist. Der Unterschied zwischen Mitte und außen war in dem Fall so frappierend, daß ich dann statt zwei Flankenstützen lieber die Hauptmics gewinkelt habe und eine Centerstütze rein - wenn man dem Kind unbedingt einen nicht ganz passenden Namen geben will ein Hybrid aus Decca-Dreieck und der zugemischten AB.
Was ich irgendwann noch ausprobieren möchte: die Vorderseite der Kugel schallhart, die Rückseite eher absorbierend. Mir ist nur bisher noch keine einfache Bastellösung für handwerklich nicht allzu Begabte eingefallen.
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Antwort#24
"Aber im Ernst, wenn ich das richtig verstehe funktioniert das doch nur mit KugelMics wenn ich weniger Diff.Schall will ist da nicht eine andere Charakteristik einfacher?"
KM-Kugeln (Druckempfänger) benutzt man doch so gerne wegen ihrer guten Baßeigenschaften. Durch die Kugelaufsätze erhält man ein obenrum gerichtetes Mikro mit allen Vorteilen wie der Unterdrückung von zuviel Diffusschall, durch das Druckempfängerprinzip bleibt aber die gute Baßwiedergabe erhalten.
Auch wenn die M50 nicht unbedingt dafür gedacht waren: man kann auf diese Weise mit einer "normalen" AB-Anordnung weiter weg vom Orchester als ohne Aufsätze, was die unaufwendigste und insbesondere im Eigenbau auch preisgünstigste Lösung für mehr Homogenität ist.
Abgesehen davon benutze ich die Dinger auch wegen ihres charakteristischen Klangs.
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