Spannungsteiler für Lautsprecherausgang

Erstellt 5 Antworten6 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich habe einen Spannungsteiler gebaut, um einen Lautsprecherausgang an einem Line-Pegel-Kanal am Mischpult anzuhängen - es geht leider nicht anders. (Siehe: http://www.sengpielaudio.com/Rechner-spannungsteiler.htm )
Dafür habe ich den "Rechner No.2" verwendet und mir ca. 32 dB Dämpfung mit R1 = 27kW und R2 = 2,25kW errechnet. Nun frage ich mich: Wie kann ich errechnen, wieviel Leistung an den Widerständen abfällt. Weil ich wissen möchte, welche Belastung die Widerstände aushalten müssen. Ich habe mir jetzt einen mit 0,25 Watt-Widerständen gebaut, weil ich keine 0,5er da habe. Das ist ja die Empfehlung von ebs...
Wie riskant ist das nun mit den 0,25 Watt-Widerständen wirklich?
Wie in Abhängigkeit von den gegebenen Leistungsdaten des Verstärkers (150 Watt an 8 Ohm) kann ich es errechnen? Leider weiß ich den Eingangswiderstand vom Mischpult nicht. Kann ich es trotzdem ausrechnen?
Danke im voraus,
Hermann
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hallo Hermann,
wenn du nicht den Lautsprecher direkt an den gedämpften Lineausgang hängst, sondern den Eingang des Lautsprecherverstärkers, dann brauchst du dir um Leistung des Spannungsteilers keine Sorgen machen.
In der Tonstudiotechnik haben wir es bei der Verstärkung, der Dämpfung und der Verteilung von Tonsignalen nicht mit Leistung zu tun, sondern einfach mit Modulations-Spannungen. Mit 0,25 Watt Widerständen bist du aus dem Schneider.
U = R x I und P = U x I müssen für überschlägige Rechnungen doch reichen.
ZitierenPost melden
Antwort#3
Hallo Herrmann...
Unabhängig von der Eingangsimpedanz deines Pultes hast du ja mindestens die 27kOhm von R1. Nehmen wir mal an, du hättest "nur" 24kOhm, das kann man dann im Kopf leichter rechnen:
Die Impedanz ist damit 3000mal größer als bei den 8 Ohm - folglich ist die abgegebene Leistung am Widerstand um denselben Faktor geringer, sprich hier 0,05 Watt. Das ist nur eine Abschätzung, die aber deutlich zeigt, dass du auf der sicheren Seite bist.
Willst du genauer rechnen, brauchst du eigentlich nur die altbekannten Formeln U=R*I und P=U*I (bzw. eigentlich Z statt R, aber für eine Betrachtung wie diese hier kann man die Frequenzabhängigkeit wie auch den Unterschied Effektivwert gegen Spitzenwert mal vernachlässigen).
Damit hast du P=U^2/R bzw. U=sqrt(P*R). Also eine Spitzenspannung von rund 35V bei P=150W und R=8Ohm. Es fließt am Ohmschen Widerstand R1=27kOhm also ein Strom I=U/R=1,3mA. Zieht man R2 und RL noch mit rein, erhöht sich der Widerstand und du hast sogar einen geringeren Strom. Ergo hast du eine Leistung von höchstens 35V*1mA=0,045W. Deckt sich mit den Angaben oben.
NUR: Bei deinen Worten "geht nicht anders" kommt mir irgendwie der böse Verdacht, dass wir hier von einem Gitarrenverstärker reden. Das oben gesagte gilt nur für typische Transistorverstärker (Hifi, PA, Studio-Endstufe), die i.A. als Spannungsverstärker arbeiten. Typische Röhren-Gitarrenverstärker arbeiten im Class-A-Betrieb und liefern einen festen Strom bei Impedanzabhängiger Spannung. Betreibt man einen solchen mit offenem Ausgang oder an einer (viel) zu hohen Lastimpedanz, nimmt das der Amp schnell und dauerhaft übel.
In dem Fall einen solchen Spannungsteiler bitte nur parallel zu einer passenden Box oder einem ausreichend dimensionierten 8-Ohm Lastwiderstand betreiben!
Jens
ZitierenPost melden
Antwort#4
...er will nicht den Lautsprecher an einen Line-Ausgang hängen, sondern einen Line-Eingang an einen Lautsprecher-Ausgang!
Jens
ZitierenPost melden
Antwort#5
Also dein Ri = 8 Ohm Lautsprecher ist mit P = 150 Watt deine Quelle. Wir rechnen mal ein bisschen. Welche Spannung U wird da höchstens ankommen? U = Wurzel (P x Ri). Also U ist maximal 35 Volt.
Nehmen wir mal deinen R1 = 27 kOhm Widerstand und stellen uns vor da flösse nun die U = 35 Volt drüber. Welche Leistung geht denn da ab? P = U^2 / R1.
Bei mir kommt raus: P = 0,045 Watt, also dünne 45 Milliwatt. Das ist doch nichts!
Also kommst du mit einem 1/4 Watt Widerstand prima hin. Da wird nichts abrauchen :-)
Alle diesen schönen benötigten Formeln findest du hier im "Formelrad":
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-ohm.htm


Das Formelrad - Ohm und mehr ...
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hallo .Jens,
danke für die ausführliche und nachvollziehbare Antwort.
Ich binde einen Powermischer (Mischpult mit integriertem Verstärker) in eine uralte ELA-100V-Anlage ein. Denn der Powermischer hat einen 9Band Entzerrer. Die ELA-Anlange nur "Bässe" und "Höhen".
Da es viele Rückkopplungen im Bereich zw. 100 und 300 Hz gibt, wollte ich eben den 9Band EQ verwenden. Der Powermischer hat Line-Outs. Aber der Equalizer ist allerdings *nach* den Line-Outs direkt vor den Verstärkerblock geschaltet - d.h. wenn ich den EQ verwenden will, muss ich aus den Lautsprecherausgängen raus.
Das ganze ich für die Sprachkirchenbeschallung eines Bergdorfes - damit sie sich keine neue Anlage kaufen müssen. Der Powermischer steht "da nur so rum" und bringt somit, mit Klangregelung, einen gewaltigen Lautstärken- und Sprachverständlichkeitserhöhung ohne finanziellen Aufwand (7x Din-5 180° Stecker, 5m Patchkabel, 5x XLR-Stecker) - 35 Euro, "inklusive" meiner ehrenamtlichen Arbeit ;-).
Somit kann ich von den transistorbetriebenen Powermischer-Ausgängen direkt auf die Eingänge der 100V-Endstufenblöcke verkabeln und überbrücke das primitive Mischpult der ELA-Anlage...
Also keine Gefahr (wegen Gitarrenverstärker) ...
Danke und herzliche Grüße,
Hermann
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.