(Psychologische?)Hilfe für einen Nichtprofi für Aufnahme und Mikros, wie immer;)

Erstellt 18 Antworten19 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi,
ich bin (Medizin und leider nicht Akustik/Tonmeister) Student und "betreue" die Aufnahmen u.a. unseres Uniorchesters, aber auch von anderen (Orchester-/Musik-) Projekten von mir (z.B. meine Band).
Ich habe demnächst finanziell die Möglichkeit, eine Erweiterung für das bestehende KM184 Paar zu kaufen; diese Mikros sollen für Klassik (neben Orchester auch Kammermusik) die KM184 ergänzen, aber u.u. auch als "Haupt/Raummikro" (NICHT Overhead!!!) bei Schlagzeug Aufnahmen verwendet werden.
Ich möchte zuerst meinen künftigen Mikrofonierungsplan vorstellen:
Beim letzten Konzert habe ich neugierdehalber und als Experiment die KM184s ca. in 4.5m Höhe in NOS Stellung direkt über dem Dirigenten platziert. Unbearbeitet ist das Signal eher hallig/matschig, enge ich in Samplitude die Stereobasisbreite zwischen 65% und 75% (wofür auch immer diese Prozent stehen mögen) ein, wird das Resultat akzeptabler; ich hoffe ihr werdet nicht wahnsinnig von meinem Vorgehen...;)
Nach diversen Diskussionen plane ich zukünftig eine Art "Decca-Tree" in dem ich die Mikrophone wie folgt einsetzen will:
Entweder:
1.) L und R ungefähr mittig über dem ersten Pult 1. Geige und Cello, C zwischen 1. und 2. Pultreihe 2.Geigen/Bratsche (also nach klassischem Tree zu weit hinten, oder?); KM184ern als Ausleger Mitte Geigen und Mitte Celli
alternative:
2.) KM184 nicht als Ausleger sondern als XY Center, Mic Positionen sonst gleich, Omnis als Ausleger an diesen Punkten
Höhe nicht mehr 4.5m sondern 3.5m.
Unser Konzert Raum ist eine recht hallige Kirche, daher möchte ich das Center Mikro u.u. etwas näher an die Holzbläser bekommen, als im klassischen Decca-Tree vorgesehen (ich bin kein Freund von halligen Aufnahmen, und die letzte war zu diffus).
Als Mic Preamp hat es mein Budget auf den MAudio Octane gebracht, finde ihn bzgl Rauschen (und Klangbeeinflussungen sofern es die geben sollte; ich habe im Vergleich zu RME Fireface keine gehört...) ok.
Aufgrund der Tatsache, dass dieser eine MS Codierung hat und einige Threads im Forum MS gar nicht schlecht finden bin ich allerdings auch über MS am nachdenken, auch wenn ich mich hiermit noch nicht nähre beschäftigt habe.
Bleibe ich bei dem Decca Plan, brauche ich noch 3 oder 4 Omnis. Dank diesem Forum bin ich auf die Idee gekommen, dass MBHO/Haun "Bang for the Buck" sein müssten, und neige zu den 648+KA100. Ich habe den Preis anhand einer amerikanischen Homepage für 3 648+KA100 Kombis (mit oder ohne selbstgebastelter Holzkugel...;)) als ca. dem Preis von 2 KM183 identisch errechnet/erschätzt.
Was haltet ihr von diesem Vorgehen, würdet ihr eher 1.) oder 2.) (dazu tendiert meine Neugierde) mir empfehlen?
Von Studio96 wurde eine "spezial Kapsel, gut für Decca-Tree" erwähnt, die ich so nicht auf der MBHO homepage finden kann, welche wäre das?
Welche technischen Daten (Rauschen etc.) haben diese MBHO Mikros (der Link auf der Homepage geht nicht...)?
Irgendwelche Kontras gegen MBHO?
Grüsse und vielen Dank für jegliche Hilfe
Leif
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Antwort#2
Also ich habe die MBNM410. Laut Vergleich von studio96 rauschen die etwas mehr als die modularen Kugeln. Ich konnte meine aus Mangel an Zeit und Gelegenheit noch nicht im Ernstfall testen habe aber schon viele Trockenübungen gemacht. Ich denke Preis-Leistung ist da sicher sehr gut und auch unabhängig davon sind das gute Teile. Wenn Du die Kohle hast, kauf Dir die modularen Systeme von MBHO, wenn Du knapp bei Kasse bist sind die Fixen Kapseln ein gute Wahl. Allerdings kann das beim Aufrüsten später dann teurer werden als wenn Du gleich in die vollen gegriffen hättest. Das ist mir bei den Vorverstärkern so gegangen. Ich habe Mono Channelstrips und wenn ich gleich gewußt hätte wo das hinführt wäre ich mit einem Multichannel wesentlich billiger weggekommen ;)
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Antwort#3
Zunaechst mal etwas Grundsaetzliches.
Wie "hallig" eine Aufnahme klingt, hat hauptsaechlich damit zu tun, wie nahe die Mics an der Schallquelle positioniert sind, im Vergleich zum Hallradius.
DECCA-Trees sind im Allgemeinen wesentlich naeher an der Schallquelle und haengen von der Tendenz her etwas tiefer als ORTF-, NOS-, etc.-Hauptsysteme.
Damit erhaeltst Du wesentlich mehr Direktschallanteil, und selbst in "halligen" Raeumen meist eine hinreichend "trockene" Aufnahme mit guter Ambience.
Zu einem DECCA-Tree gehoert eigentlich immer auch noch ein Gross-AB dazu (ebs nennt es "Klangverdichter"). In halligeren Raeumen mit nahem Publikum habe ich dafuer erfolgreich Nieren verwendet anstatt Kugeln. (Obwohl Kugeln in den Tiefen natuerlich besser "klingen").
Mir ist das Gross-AB im Allgemeinen "wichtiger" als die Outrigger.
Jedenfalls erfordert DECCA einiges an Erfahrung, NOS oder ORTF sind wesentlich einfacher (die stellt man hin und kuemmert sich nur noch um die Distanz und Hoehe...).
Da die Tree-Mics "im Orchester" stehen, musst Du Dir Gedanken machen, ob Du sie abhaengen willst, oder ob Du ueber _schlanke_ Stative mit ausreichender Hoehe (2,5-3,5m) verfuegst. Mit einem "kraeftigen" 4m-Stativ bist Du mit Sicherheit den Celli im Weg und irritierst den Dirigenten...
Dann gibt's halt noch diesen Metall-Tree von AES; ich komme ohne ihn aus.
Eine Aufnahme mit schlechter Lokalisation mittels Software und mathematischer "Stereo-Basis-Veraenderung" nachtraeglich zu korrigieren ist eigentlich keine gute Idee und taugt nur als Notfallinstrument. Da wuerde ich lieber mehr mit der Mic-Position experimentieren (zB. waehrend Proben) anstatt gleich auf ein voellig anderes, noch dazu komplizierteres, System umzusteigen.
Ich meine, ORTF oder NOS sind so ziemlich das Einfachste. An denen kann man gut lernen.
Man muss die Ursachen der Probleme beheben, nicht versuchen, ihnen bloss durch ein anderes System auszuweichen. Und man muss an den einfachsten Problemen lernen, wie man sie loest.
Ein Chirurg beginnt auch nicht mit einer Herztransplantation, wenn er einen Appendix noch nicht hinbekommt...
Ob Du Dich gleich an DECCA versuchen willst, ist natuerlich Deine Entscheidung.
Ich persoenlich faende es sinnvoller, zuerst mit einem gut positionierten ORTF plus Flankenstuetzen (evtl. plus Blaeserstuetzen) zu experimentieren. Bei diesem System ist naemlich am ehesten ein gutes Resultat zu erreichen.
Als Flankenstuetzen kannst Du die Kugeln verwenden, die Du zu kaufen gedenkst.
Was spricht bei Dir gegen die KM183?
Gruss,
Mathematiker
PS: Suche mal im Forum nach Decca. Ich hatte darueber vor ca. 1/2 Jahr eine laengere Diskussion mit ebs, in der ebs sehr interessante Tipps gab.
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Antwort#4
nicht ganz, denn zwei fixe Mikros kosten immer noch weniger, als ein Preamp mit zwei Kapsel - was de facto ja nur ein Mikro ist, das man gleichzeitig benutzen kann. Der Grund ist einfach: Das Modularsystem ist von bessere Qualität. Der Preamp hat z.B. einen wesentlich niederohmigen Ausgang als die fixen.
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Antwort#5
1) Ein NOS darfst Du nicht mehr in der Stereobreite verändern, da Du Kammfiltereffekte erhältst. Das NOS hat Laufzeitkomponenten inklusive und diese bleiben 100% L+R ! Verändere lieber Deinen Mikrowinkel sa, dass es von vorn herein stimmt.
2) Die Preise der MBHO auf der amerikanischen HP sind höher, als das, was Du direkt zahlen musst. Nimm Dir Das Kapselsystem- zunächst mit den Kugeln. Das benutzt Du AB vor dem Orchester und stellst zusätzlich ein XY, ORTF oder etwas Ähnliches weiter hinten auf die hintere Reihen. Du kannst es auch umdrehen: Ein ORTF vor das Orchester und AB für den hinteren Bereich des Orchesters als Zumischmikro.
3) Die Spezialkapsel, die ich erwähnt haben soll, ist entweder eine Kugel mit Kugelaufsatz - ansehbar auf meinem Avatar im Tonforum - oder es handelt sich um die breite Niere aus einer anderen Diskussion, die als Mitte in einem Decca agiert.
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Antwort#6
Hallo,
Wie "hallig" eine Aufnahme klingt, hat hauptsaechlich damit zu tun, wie nahe die Mics an der Schallquelle positioniert sind, im Vergleich zum Hallradius.
Als Ergänzung möchte ich noch hinzufügen, dass gerade in grossen Räumen, also Kirchen, die Wände meist so weit von der Schallquelle bzw. den Mikrofonen sind, dass vergleichen nur noch relativ wenig reflektierte Energie zurück ins Hauptsystem kommt. Aufnahmen in grossen Kirchen haben deshalb oft neben der "Halligkeit" das Problem, zu direkt zu sein (!).
Ich würde deswegen vor dem Kauf von neuen Mikrofonen empfehlen, die Ursache der Probleme versuchen zu finden, und von dort aus die Entscheidung treffen, was mit dem vorhandenen Budget getan werden kann. Vielleicht ist die Lösung ja nicht per se ein anderes Hauptsystem.
Gr.
Dirk
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Antwort#7
Hi,
zuerstmal Danke für eure prompten Antworten.
Also, ein zuerst: das mit der Stereobasisveränderung ist nicht Absicht und im Plan gewesen, führt aber zu dem "trockeneren" Resultat, wie ich es möchte. Ist ein rein empirischer Befund. Das man es eigentlich nicht machen sollte (vgl. EBS homepage) weiß ich, aber es hilft nun mal interessanterweise in diesem Fall zu einer Verbesserung; Kammfilter hin und her... Ich habe mir übrigens erlaubt den MP3 mit Bruch Violinkonzert von Tonzauberer (das mit der 4x DPA Reihe im 1m Abstand vor dem Orchester) anzuhören, dort finde ich insbesondere das Orchester auch zu hallig; besagte Stereobasisveränderung auf 85% machte das Resultat auch trockener; ich fands auch hier schöner...
Zu der Kirche: Sie ist keine richtige Kirche mehr, sondern mehr oder minder hallige Mehrzweckhalle von Musikhochschule und Uni. Die Maße sind (schätze ich mal) 15m Breite mit ca. 10m Hauptschiff, ca. 12m hoch und vermutlich 35m Länge. Die Akustik ist schon schlecht genug, wenn man im Orchester sitzt und versucht sich gegenseitig zu hören, ab der 5./6. Reihe Publikum habe ich gehört, bekommt man hauptsächlich Matsch geboten... Auf eine akustische Modifikation von Seiten der Uni braucht man nicht mehr zu hoffen, die wird's wohl nie geben:(.
Zu euren Anmerkungen - ich sollte vielleicht die ganze Story erzählen:

Aus vorherigen Aufnahmen von anderen Kommilitonen wusste ich, dass die Aufnahmeaktion(insbesondere bzgl der Bläser) recht hallig werden würde. Also entschloß ich mich, ein NOS System möglichst weit in das Orchester zu bewegen. NOS just for fun; ins ORchester möglichst weit hinein wegen dem starken Hall. Mikroposition recht hoch, zum einen um nicht nur die ersten Pulte der Streicher zu hören und zum anderen, damit alle Instrumente möglichst gleich verhallt werden. Das enspricht zwar nicht im geringsten den Forderungen von EBS bzgl Aufnahmewinkel etc.; aber mir fiel mit zwei Mikros bei einem Livemitschnitt unter den Bedingungen irgendwie nichts besseres ein.

Das Resultat ist eigentlich nicht OK, wird aber mit der Stereobasisnotlösung gar nicht mal so schlecht, auch wenn kammfilterig; den Hall finde ich aber schlimmer...
Also habe ich nachgedacht über Effektivierungsmöglichkeiten:
Da unsere Bühne nicht die breiteste ist, habe ich mir ausgerechnet, dass zwei Nieren in 2.5m über den Instrumenten (!) und 5m auseinander, die Bläser und auch das Schlagzeug vernünftig gleichmäßig stüzen sollten. Ferner wollte ich am dritten Pult Cello und Geige jeweils innen (!) im Orchester eine Stütze (Niere oder Kugel, darüber habe ich keinen klaren Gedanken fassen können) in 3.5m Höhe im 45 Grad nach innen (zu den Bläsern) und unten (zum Boden) aufstellen. Das Hauptmikrophon NOS überlegte ich dann auf ORTF zu verändern, nicht mehr über dem Dirigenten sondern ca. 1m ins Publikum hinein und nicht mehr in 4.5m Höhe sondern in 3.5m zu platzieren.
Ich glaube das entspricht so in etwa studio96 Idee mit dem ORTF vorne und den AB hinten, zusätzlich eben die Streicher.
Als Alternative dachte ich an ein Verfahren, dass ich bei Aufnahmen mit einem anderen Orchester in dem ich gespielt habe erlebt habe; hier aber nicht in einer Matsch-Kirche sondern in der Philharmonie in Bamberg und im Herkulessaal der Residenz München. Der Tonmeister hat jeweils ein Mikro rechts und links des Dirigenten auf Höhe erstes und 4. Pult außen zum Publikum und in der Mitte zwischen Dirigent und erster Oboe ein XY verwendet hat. Ca. 3.5m Höhe.
Fand ich instinkiv nicht schlecht, auch wenn vielleicht die äußeren Bläser Pulte etwas zu kurz kommen.
Ich denke das entspricht wegen der Basis der Mikros am ersten Pult nicht ganz der Idee von studio96.
In einem anderen Forum stellte ich beides zur Diskussion, und mir wurde gesagt, warum dann nicht gleich Decca... schliesslich seien die Kugeln im Bass signifikant besser, was soll ich da sagen?
Zurückgehend auf den original Plan von mir (ORTF mit zwei Bläser Stützen (Niere) und zwei Streicher Stützen (Kugel?Weite Niere? Niere?), Höhe max. 3.5m), hätte der euren Segen?
Ich tendiere zum MBHO Kapsel System wegen scheinbar sehr gutem Preis/Leistung, nicht weil ich die Neumänner schlecht finden würde (die KM183 mit SBK wurden mir schon empfohlen - kenne sie persönlich aber noch nicht).
Grüsse
Leif
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Antwort#8
"ch habe mir übrigens erlaubt den MP3 mit Bruch Violinkonzert von Tonzauberer (das mit der 4x DPA Reihe im 1m Abstand vor dem Orchester) anzuhören, dort finde ich insbesondere das Orchester auch zu hallig; besagte Stereobasisveränderung auf 85% machte das Resultat auch trockener; ich fands auch hier schöner..."
Dieser Hall stammt aber nicht aus dem Raum sondern aus einem Quantec Yardstick udn hat handfeste "künstlerische" Gründe, nur zur Information :)
"Zurückgehend auf den original Plan von mir (ORTF mit zwei Bläser Stützen (Niere) und zwei Streicher Stützen (Kugel?Weite Niere? Niere?), Höhe max. 3.5m), hätte der euren Segen?"
Bläser würde ich mit Kugeln stützen und insbesondere auf die Holzbläser achten- das Blech ist selten zu leise; bei den Streichern hast Du meiner Meinung nach eigentlich nur die Wahl entweder nur die tiefen (BC und eventuell Celli; primär wegen des Einschwingvorganges, nicht wegen des "gesamten" Tones) zu stützen oder wirklich für jede Gruppe ein eigenes MIc zu verwenden.
Allgemein würde ich Dir raten eher näher ran und dafür höher zu gehen - damit kannst Du besonders schön an dem Verhältnis zw. Streicher und Bläsern arbeiten.
3 kleine Hörbeispiele aus einer sehr sehr sehr halligen Kirche:
1. Satz Schubert Unvollendete; Hauptsystem ORTF, jede Stimmgruppe gestützt:
www.wiener-bachsolisten.at/mp3/wiener-bachsolisten_schubert_unvollendete_1-satz.mp3
[der Aufführungsor passt meines Erachtens nicht zu klassischer Musik, sondern eher zu Barock - es ist einfach viel zu hallig!...]
oder alternativ 4 Jahreszeiten, Herbst, Decca Tree ebenfall jede Gruppe gestützt (Solist nicht!)
www.wiener-bachsolisten.at/mp3/wiener-bachsolisten_vivaldi_4-jahreszeiten_herbst_1.satz.mp3
Und als 3. Hörprobe aus selbiger Location:
Haydn Klavierkonzert D-Dur op. 21 Hob. XVII:11 3. Satz
http://wiener-bachsolisten.at/mp3/wiener-bachsolisten_haydn_klavierkonzert_op-21_3-satz.mp3
Hauptsystem XY mit jeder Instrumentengruppe gestützt
Alle Aufnahmen 2002.
Vielleicht ein ganz interessanter Vergleich
Liebe Grüße
Georg


Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#9
Hi,
danke dir vielmals für deine Antwort, war überhaupt nicht böse gemeint mein "Bruch-Erlebnis"... ;) wolltet ihr oder der Dirigent/Solist/Orchester den Hall? Würde mich mal interessieren (Für die Solo Geige klingts gut, finde ich, war gestern nicht ganz objektiv, sorry).
Ich danke dir auch vielmals für die Beispiele. Beim Haydn finde ich die Streicher schön und klar, leider auch hier die Holzis etwas diffus, Schubert ist mir persönlich eher etwas zu diffus (auch wenn ich den Celloklang sehr schön finde), Vivaldi mit zu Vergleichen ist nicht ganz fair da nur Streicher, denke ich... ;)
Zu mindest von einer signifikanten Überlegenheit des Deccas hat mich das abgebracht. Eher zu einer neuen Idee: XY oder "fast XY" Haupt mit je einer Stütze rechts und links außen wg. Raum/Streicherverbreiterung....
Interessant wäre, wie stark du die Bläser beim Schubert gestützt hast, und wo das ORTF bzw. beim Haydn das XY Haupt stand. Insgesamt ähnelt der Schubert Klang ein bisschen meiner Aufnahme (aber Streicher bei dir leicht diffuser), ich habe leider keine Homepage und kann die Aufnahme auch nicht uploaden...:(
Meine Idee mit den Streicher Stützen war, auch etwas Klang der hinteren Pulte einzufangen, verstehe ich richtig, dass ihr stützt, um hauptsächlich "attack" einzufangen? Ich dachte EBS schreibt, dass das nur für die Kontrabässe interessant sei...
Warum die Bläser mit Kugeln stützen?
Was meinst du genau mit näher ran und dafür höher? Direkt über dem Instrument?
Grüsse
Leif
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Antwort#10
LeifIsLife: ". . . verstehe ich richtig, dass ihr mit Streicher-Stützen stützt, um hauptsächlich "attack" einzufangen? Ich dachte EBS schreibt, dass das nur für die Kontrabässe interessant sei..."
Lies doch noch einmal hier: "Der Unterschied zwischen Bass-Stützmikrofon und anderen Streicher-Stützen":
http://www.sengpielaudio.com/UnterschiedZwischenBass-Stuetze.pdf
Man wünscht sich, dass die Bass-Linie (!) (nicht die Bässe) klarer und direkter zu lokalisieren sein sollte, also etwas deutlicher und präziser zu hören sein müsste.
Bei einer Tonaufnahme kann man die Präzision und die Klarheit der Basskontur erhöhen, indem man nur ein (!) Stützmikrofon näher an nur einen (!) der Kontrabässe stellt. Durch vorsichtiges Hinzumischen dieser Stütze zum Klang der Bässe des Hauptmikrofonsystems kann man eine eindeutigere und klarere Basslinie erhalten. Anmerkung: Nie den Bass verhallen. Das gilt nur für die Bässe und nicht für die übrigen Streicher, denn da ist völlig anderes Denken angesagt, wie "flächige Streicher-Orgel".


Der Unterschied zwischen Bass-Stützmikrofon und anderen Streicher-Stützen
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Antwort#11
Hallo Johnny,
das meinte ich was du mir verlinkt hast steht bei EBS, sorry für die etwas komplizierte Ausdrucksweise...;)
Ich war nur verwundert, warum tonzauberer meint, man sollte entweder alle Streichergruppen stützen oder nur die Bässe, d.h. einen Bass; ihm aber zwei Mikros mitten in die Streicher rechts und links zuwenig sind.
grüsse
leif
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Antwort#12
ach ja, habe ich vergessen:
mit attack meine ich, dass damit der klang auch der hohen streicher präziser/klarer werden soll, ähnlich dem bass gedanken.
grüsse
leif
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Antwort#13
"(Für die Solo Geige klingts gut, finde ich, war gestern nicht ganz objektiv, sorry)."
Kein problem ich vertrag auch Kritik - ich hab genügend Leichen im Keller. Künstlerische Gründe: Nun bei einer Liveproduktion wo der Solist nach einem Autounfall 1/2h vor Konzertbeginn direkt aus dem Krankenhaus auf die Bühne steigt, führt zu Konzentrationsschwächen im Orchester, die sich mangels Schneidematerial am besten durch eine schöne Sauce ausbügeln lassen :)
"Interessant wäre, wie stark du die Bläser beim Schubert gestützt hast"
bis sie so geklungen haben wie ichs mir vorgestellt habe.... Die Aufnahme ist schon mehr als 3 Jahre alt, ich kann Dir leider nicht sagen wie ich dann effektiv gemischt habe.

"Meine Idee mit den Streicher Stützen war, auch etwas Klang der hinteren Pulte einzufangen, verstehe ich richtig, dass ihr stützt, um hauptsächlich "attack" einzufangen? Ich dachte EBS schreibt, dass das nur für die Kontrabässe interessant sei..."
so habe ich das auch gemeint - attack nur bei KB, und in manchen Fällen auch für Celli wenn sie nur begleitend eingesetzt sind.
"Warum die Bläser mit Kugeln stützen?"
Bisher bin ich mit Kugeln zu besseren ergebnissen gekommen weil ich nicht so weit weg musste wie mit Nieren um einen vernünftigen Klang zu bekommen.
Ist aber größtenteils Geschmacks- und Erfahrungssache - mit Nieren ist es selbstverständlich viel einfacher eine ausreichende "Kanaltrennung" zu erhalten...
"Was meinst du genau mit näher ran und dafür höher? Direkt über dem Instrument?"
Das Bezog sich aufs Hauptsystem - ich hab das mal kurz aufgezeichnet, dann ist es ganz logisch - da wir ja mit dem ² der Entfernung rechnen. Und je leiser die Streicher, desto lauter das Gebläse (grins) - natürlich lässt sich dsa Spiel nur bis zu einem gewissen Grad betreiben, aber es hilft die Balance zwischen den beiden Komkurrenten in Griff zu bekommen.
"Ich war nur verwundert, warum tonzauberer meint, man sollte entweder alle Streichergruppen stützen oder nur die Bässe, d.h. einen Bass; ihm aber zwei Mikros mitten in die Streicher rechts und links zuwenig sind."
weil die Streicher sowieso direkt vorm Hauptmikrofon sitzen.... Es geht da nicht um die Attack, sondern um ein ausgewogenes Klangbild - wenn ich nur 2 Stützen hineinstelle, werde ich da nichts ausgewogenes haben und kann auch die Balance nicht gezielt beeinflussen - wenn ich jedoch wiederum alle Streichergruppen stütze, kann ich aktiv in die Balance eingreifen.
Wenn ich jedoch von vornherein weiss "ok, 1. Geige, Celli und KB sind laut genug, ich stütze nur zur Unterstütung V2 und Va weil die ein wenig schwach auf der Brust sind", dann reichen zur Not auch 2 Stützen, wobei es meiner Meinung nach wie vor problematisch ist, da es schnell unnatürlich wirkt und sehr leicht die Tiefenstaffelung verlorengeht.

Lg
Georg



Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#14
Zum Streicherklang können je nach Komposition wie immer die Meinungen auseinandergehen. Gerade hohe Streicher werden überwiegend nicht penetrant bissig scharf, deutlich und vereinzelt klingend gewünscht. Streicher müssen zusammen wie ein Körper groß, voll, warm und teuer klingen. Jedenfalls wollen es so überwiegend die Aufnahmeleiter und die Dirigenten haben. Dazu braucht man eigentlich sehr viele Stützen, die man aber nicht zu dicht an die Instrumente stellen und nicht zu stark mit einmischen sollte.
Das wird sicher oft so gemacht mit starker Hallzugabe, aber eben auch gedankenlos bei "acht" Kontrabässen, worauf uns Ebs ganz deutlich hinweist: "Nimm nur ein Mikrofon von einem Kontrabass und das ohne Hall".
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Antwort#15
Ja ihr lieben,
danke euch vielmals. also, ihr habt mich wieder auf den weg des ortf gebracht.
ich werde mal ein paar tage/stunden nachdenken müssen, wie ich budget und ideen unter einen hut bekomme... time for trade/offs;)
grüsse
leif
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Antwort#16
ich würde an Deiner Stelle versuchen einen der hier anwesenden der Kollegen aus Deiner Gegend (?) dazu zu überreden, mal eine Aufnahme mit Dir gemeinsam zu machen - da kannst Du dann in Ruhe die Ausrüstung beschnuppern, verschiedenes ausprobieren, und lernst auf jeden Fall eine Menge.... und wenns nur andere Blickrichtungen und Lösungsansätze zu einem bekannten Problem sind
Wär doch eine gute Idee?


Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#17
Ich drehe bei einer Bass-Stuetze auch noch die Baesse im EQ leiser.
Denn ich will eher Bass-Linie und nicht mehr Bass-Hall (HS & Stuetzen!).
Die hoeheren Obertoene schwingen beim Kb schneller ein, und das (von mir gewuenschte) Anstrichgeraeusch lebt auch in einem anderen Frequenzbereich als der Grundton...
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#18
Hi,
das ist in der Tat eine gute Idee, ich wohne in Würzburg...
falls sich jemand finden würde wäre ich überaus glücklich und dankbar. Ich bemühe mich auch nicht zuviele nervige "W" Fragen zu stellen (und biete als Gegenleistung Diskussionen in medizinischen Fragen... sofern das jemanden interessieren sollte;) - das ist eher scherzhaft gemeint)

grüsse
leif
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Antwort#19
Hi,
@tonzauberer:
ich habs mir gerade mal ausgerechnet und auf Papier grafisch visualisiert: tatsächlich braucht man für eine gleichmäßige Streicherstütze (je nach Radius) mind. 4 Nieren-Mikros.... Denken vor handeln hilft tatsächlich;)
Grüsse
Leif
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