Fragen zu Dickreiter Bd. 1: Membrangröße (S. 151)

Erstellt 2 Antworten3 Beiträge
Startbeitrag#1
Dickreiter merkt an, dass Stative und Halterungen, die sich in unmittelbarer Nähe des Mikrofons befinden, sich auf den Frequenzgang des Mikrofons auswirken können.
Im Forum wurde schon oft über die Membrangrößen und die klanglichen Auswirkungen diskutiert.
Die kritischen Einsatzpunkte etwa:
1/2" (13 mm) > ca. 27.000 Hz
3/4" (19 mm) > ca. 18.000 Hz
1" (25 mm) > ca. 13.000 Hz
Auch ebs zeigt über "www.sengpielaudio.com/GehaeusekantenBeugung.jpg" deutlich, dass bestimmte geometrische Formen Einfluss auf den Frequenzgang haben (Diskussion Neumann M50 bzw. Kugelaufsatz).
Frage: Hat also nicht das Gehäuse des Mikrofons eine viel größere Auswirkung als die Membran selbst?
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Antwort#2
Ja.
Die Mikrofonentwicklung besteht zu einem großen Teil aus der Entwicklung des Gehäuses.
Bei den Großmembranigen werden große Gehäuse gebaut, die dann kaum noch Einfluss
auf den Klang haben. Bei diesen Kloppern treten die Eigenschaften der Membran in den Vordergrund.
Grüße
Opi
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Antwort#3
Hallo Uwe,
du mußt zwei Dinge unterscheiden:
1. Die Übertragungseigenschaften der Kapsel, diese ist erst einmal unabhängig vom Einbauort und im wesentlichen bestimmt durch den Kapseldurchmesser, sprich: Große Membran erzeugt schon bei relativ niedrigen Frequenzen eine "Höhenanhebung"
2. Zusätzlich kann es passieren das, bedingt durch den Aufbau, Interferenzen mit Bauteilen/Stativen/Möbeln/.... vorkommen. Interessant sind eigentlich im wesentlichen Bauteile die sich im Bereich bis ca. 0.8m um die Kapsel herum befinden. Mit diesem Abstandsbereich erzeugst du Interferenzen die sich meist negativ auf die Lokalisation auswirken.
In der Praxis heißt das: Augen auf, im Zweifelsfall die Kapsel lieber nah an der Grenzfläche positionieren, das klingt meist besser als 40cm davor!
Gruß
M. Hein
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