Huch, schon abgeschickt. Gut, dann kommt jetzt Teil II
So, nun sage ich euch aber, warum ich auch den Microtrack, trotz alledem nicht 100%ig empfehlen kann:
- Die aktuelle (neue!!!) Firmware enthält noch viele Fehler. Manchmal flimmert das Display etc. Außerdem fehlt noch die Mono-Option im Menü.
- kein austauschbarer Akku! Was ist das denn bitte für eine Sch****!!!! Jeder von euch weiß doch auch, dass ein Akku immer dann versagt, wenn man ihn am meisten braucht, egal wie toll die Angaben auf dem technischen Datenblatt für ihn aussehen. Ich habe zu einer Notlösung gegriffen und das Problem mit einem Zigarettenanzünder-USB-Stromversorger gelöst, sowas gibts für wenige Euronen im Netz z.B.
http://www.com-tra.de/img/p/06611_o.jpg12V sind an einem portablen Filmton-Mischer reichlich aus potenten Akkus an diversen Anschlüssen vorhanden, das Zigarettenanzünder-Teil wandelt das ganze schön auf 5V und somit bin ich vor dem "ääähm-ich-hab-da-ein-kleines-Problemchen" an Orten ohne Steckdose erstmal gewappnet. Der Microtrack zieht in dieser Konstellation beim Laden etwa 250mA. Für einen mächtigen Bleigel-Akku wie ich ihn benutze eine Kleinigkeit.
Liebe Leute von M-Audio, eine kleine DC-Input Buchse mit 12V oder 6V wäre doch kein Aufwand gewesen, oder? Was mache ich eigentlich, wenn der interne Akku irgendwann mal sein Lebensende erreicht hat?
- Klinken-Eingänge. Auch voll fürn A****. Also ein klein wenig größer hätten die Entwickler das Teil auch machen können und richtige, robuste XLR-Anschlüsse einbauen können. So muss jeder ernsthafte Nutzer erstmal zum Elektrohandel rüber und sich mit Stereoklinken-Adaptern eindecken.
- Line-Eingänge vertragen keinen Line-Pegel von 6dbU, selbst bei komplett runtergedrehtem Eingangsregler. Das kann meiner Meinung nach nur ein Fehler in der Firmware sein. Ich habe mir eine Dämpfung gebastelt, aber so solls ja nun nicht sein.
- fummeliger Multifunktionsknopf an der Seite. Zum Navigieren und anhören von Aufnahmen nicht so gut geeignet. Drei richtige Tasten wie vorne dran hätten es auch getan.
- Keine Monitor-Funktion. Was soll das denn????? Man kann nur hören, was reingeht, wenn auch die Aufnahme läuft. Das ist ja wohl sowas von unprofessionell. Warum zunächst keine Aufnahme-Pause-Funktion nach einmaligem Drücken von REC? Damit wäre es doch schon getan. So machens andere doch auch. Für SPDIF gibts gar keine Mithör-Option, aber gut, das ist schon verständlich, weil der Schaltungsaufwand sicherlich sehr hoch wäre.
- Lange Boot-Zeit. Bei Filmdrehs warten die anderen Leute sehr sehr ungern, bis der Tonmann endlich bereit ist.
- Irgendwo haben Ingenieure nachgemessen, dass die Phantomspeisung nur 30 Volt beträgt und M-Audio streitet das nicht ab. Bei meinen Mikros (Sennheiser MKH-60 und Schoeps CMC-5 mit MK4) war das aber kein Problem.
Hach, das war jetzt sehr emotional. Meine Medikamente!!!!! Hehe, nein, da es quasi keine Alternative für mich gibt, bin ich dennoch zufrieden mit dem Teil. Ich habe halt, wie erwähnt, die größten Schwächen mit Bastel-Lösungen überwinden können. Die USB-Anbindung klappt problemlos (gar nicht mal sooo selbstverständlich), die Soundqualität ist prima, sogar der interne Mikroverstärker ist erstaunlicherweise brauchbar. Der Marantz PMD-660 war mir zu teuer und zu groß, der Edirol wie erwähnt zu popelig und unprofessionell. Und zu meinem Überraschen lieferte M-Audio noch ein kleines aufsteckbares Stereomikrofon mit, das gar nicht mal so schlecht klingt. Ihr wisst, was ich meine, liebe Booties ;)
So, vielleicht hat euch dieser Erfahrungsbericht ja etwas weiter gebracht. Eine Kaufempfehlung möchte ich nicht geben, aber abraten kann ich euch von dem Teil auch nicht, dann eher vom Edirol R-1. Der Microtrack 24/96 bietet momentan am meisten fürs Geld, richtige Alternativen gibts (noch) nicht auf dem Markt.
Viele Grüße aus Hamburg! Mungo