Lautsprecher als Mikrofon, passt das (elektrotechnisch)?

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
mich beschaeftigt seit einiger Zeit die Frage, ob es dem Mikro-Vorverstaerker schadet, wenn man statt eines Mikrofons mit einigen hundert Ohm einen Lautsprecher mit 8 Ohm anschliesst. Bei Kopfhoerern funktioniert das ja auch, wenn man bedenkt, dass beispielsweise der AKG 240 DF mit seinen 600 Ohm an einem Kopfhoererausgng genauso funktioniert wie ein iPod-Set mit 16 Ohm oder so.
Auch bei Mikrofonen gibt es ja recht deutliche Unterschiede, was den Widerstand betrifft. Inwiefern wirkt sich denn dieser auf Pegel und Klang aus?
Nette Gruesse,
Steffen...
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hallo Steffen,

in der Tat sind Lausprecher und Mikrofon reversible Wandler. Es macht aber keinen Sinn, einen Lautsprecher als Mikrofon zu verwenden, weil man damit keinerlei Qualtität erreichen kann. Solche Anwendungen sind nur in Gegensprechanlangen oder Kommunikationseinrichtungen üblich, weil es dort nur auf die Wortverständlichkeit ankommt, nicht aber auf die Qualität. Zwar macht es nichts, wenn Du den 8-Ohm-LS an den Mikrofonverstärker anschließt, es geht nichts kaputt, aber es macht technisch keinen Sinn.
Der Innenwiderstand von Mikrofonen hat - zumindest bei Kondensatormikrofonen - keinen Einfluß auf den Pegel oder Klang.
Und mit Anschluß eines KH an einen KH-Ausgang kannst Du das nicht vergleichen. Wenn der KH-Verstärker genügend Leistung abgibt, treibt er auch niederohmige KH mit 16 Ohm. Der Eingang eines Mikrofonverstärkers "treibt" ja nichts, sondern wird getrieben durch die Ausgangsspannung des Mikrofons.

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#3
Naja Rainer, das stimmt ja so nun nicht.
Dein Zitat:
"" Es macht aber keinen Sinn, einen Lautsprecher als Mikrofon zu verwenden, weil man damit keinerlei Qualtität erreichen kann. Solche Anwendungen sind nur in Gegensprechanlangen oder Kommunikationseinrichtungen üblich""
Bestes Beispiel das dies nicht stimmt ist die SUBKICK von Yamaha.
Da wird genau das gemacht: ein LS als Mikrofon eingesetzt.
Gruß Ich
Subkick:
http://www.yamaha-europe.com/yamaha_europe/germany/10_musical_instruments/40_drums/20_drums_snares/40_others/05_no_series/10_subkick/
ZitierenPost melden
Antwort#4
Bestes Beispiel das dies nicht stimmt ist die SUBKICK von Yamaha.
Da wird genau das gemacht: ein LS als Mikrofon eingesetzt.
Hierbei kommt es doch nicht auf klirrarmen und glasklaren HiFi-Klang an, sondern nur auf effektvollen Bumms.
Wenn der da ist, ist die Qualität doch egal!
Und - "Bumms". Das ist ein Wahnsinnsklang, selbst mit "unsauberem" Lautsprecher-Mikrofon von dem es keine Messwerte gibt.
Der Super-Effekt gewinnt hier ausnahmsweise über den vom IRT nach "Pflichtenheft" vorgeschriebenen Messwert. :-)
Auch ein "Megaphon" ist für die Stimme von Max Rabe zugelassen. Das IRT in München kann keine Polizei auf "künstlerischem" Gebiet sein.
ZitierenPost melden
Antwort#5
Habe den Yamaha-Artikel gelesen. Das mag durchaus funktionieren, aber auch hier resultiert dies aus der oft vertretenen irrigen Meinung , daß ein Mikrofon was Bässe sauber übertragen soll möglichst große Membran haben müsse. Abgeleitet wird diese Behauptung häufig von der Größe des Lautsprechers. Dabei wird vergessen, daß ein Lautsprecher eine LEISTUNG an die Umgebung abgeben muß die man nur durch große Membranflächen und/oder große Membranhübe erreicht. Das ist physikalisch duraus richtig. Aber: Ein Mikrofon dagegen braucht keine Leistung aufzunehmen sondern ist ein Sensor im Schallfeld, der eigentlich nie klein genug sein kann.
Der Sound der aus dem Gebilde kommt wie es von Yamahe dargestellt wird, dürfte viel mehr aus den physikalischen Nebeneffekten kommen als durch die Membrangröße: z.B: Partialschwingungen auf der großen Membran.
Außerdem ist ja durch die große Masse der Membran die Frequenzbandbreite ohnehin schon sehr eingeschränkt.
MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hatten wir das nicht vor kurzem schon mal :-)
Gruss
Gerhard
ZitierenPost melden
Antwort#7
Mich würde wirklich interessieren, ob jemand Erfahrungen mit o.g. Yamaha SubKick System hat. Hat es jemand schonmal ausprobiert ? Wie klingt es ?
Auch wenn es auf den ersten Blick unsinnig erscheint ist es ein schöner Ansatz.
Die Mathematik handelt ausschließlich von den Beziehungen der Begriffe zueinander ohne Rücksicht auf deren Bezug zur Erfahrung.
ZitierenPost melden
Antwort#8
Jau ich habe sowohl live wie im Studio damit rumgebastelt.
Ich würde jetzt nicht behaupten, das ich nicht mehr drauf verzichten will aber ist schon ein nettes "Spielzeug".
Mach ordentlich wumms untenrum, wobei man sehr viel ausprobieren muß mit der Position.
Live macht es nur Sinn wenn man dementsprechend auch Bässe in der Front stehen hat.
ZitierenPost melden
Antwort#9
Hallo Rainer,
die sonst allgemein üblichen Vor- oder Nachteile der Bauformen üblicher Mikrofone aufzuzählen oder gar ein Plädoyer für KM vorzubringen macht in diesem Fall vielleicht nicht ganz so viel Sinn... das ist jedenfalls meine Meinung.
Du schreibst:
"Der Sound der aus dem Gebilde kommt wie es von Yamahe dargestellt wird, dürfte viel mehr aus den physikalischen Nebeneffekten kommen als durch die Membrangröße: z.B: Partialschwingungen auf der großen Membran.
Außerdem ist ja durch die große Masse der Membran die Frequenzbandbreite ohnehin schon sehr eingeschränkt."
Das ist korrekt und es war bestimmt auch Intuition seitens des Herstellers, weniger ein Mikrofon denn ein 'Effektofon' zu bauen, das trotzdem seine Berechtigung haben kann. Nicht als Haupt- sondern als Zweitsystem.... (im Gegensatz zu den alten Beatles- Aufnahmen, wenn ich mich recht erinnere...)
Wir teilen an sich die Meinung, dass en gros KM's die besseren Systeme sind wenn es um 'klassisches' Mikrofonieren geht, aber das Subkick wird ja auch gar nicht erst als 'Haupsystem' beworben!?... Es ist ein Effekt.
Es ist klar, dass durch die zu bewegende Masse ein tiefer Bandpass erzeugt wird, was je nach Anwendung ja gerade von Vorteil sein kann.
Ich finde das Subkick jedenfalls nicht uninteressant, auch das im Gegensatz zu KM - Systemen überbetonte Ausschwingverhalten kann je nach Musikstil seine Berechtigung haben.
Meine Meinung.
Lieben Gruß
Thomas
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.