"ganzheitlich-holistische Aufnahme" und das KFM

Erstellt 22 Antworten23 Beiträge
Startbeitrag#1
Sieht zwar schön aus, aber wie es klingt will ich mir eher nicht ausmalen.
Ob diese Aufstellung bei der "orgelwissenschaftlichen Arbeit" rauskam?


ganzheitlich-holistische Aufnahme?
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Antwort#3
Was die Kopfkugel mit Lautsprecherstereofonie zu tun hat ist mir zwar nicht klar, aber bei einem Instrument im Center wird das einigermaßen gehen. Welcher Zuhörer hat denn seine Ohren an dem Ort dieser grauen Kugel? Keiner.
Also was soll die Kugel nachbilden? Den idealen Ort eines Zuhörers? Dann sollte man mit Kopfhörern abhören.
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Antwort#4
Was diese Kopfkugel mit Lautsprecherstereofonie zu tun hat, ist mir zwar nicht klar, aber bei nur einem Instrument im Center wird das schon einigermaßen gehen. Welcher Zuhörer hat denn seine Ohren an dem Ort dieser grauen Kugel? Keiner.
Also was soll die Kugel nachbilden? Den idealen Ort eines Zuhörers? Dann sollte man doch mit Kopfhörern abhören.
Was hat das denn mit "ganzheitlich-holistisch" zu tun? Dann sollte der Therapieansatz auch die geistig-religiöse Ebenen miteinbeziehen.
Holismus heißt "das Ganze", also was soll denn ganzheitlich-holoistisch?
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Holismus
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Antwort#5
Interessant finde ich die Aufstellung des KFM. Wie war das mit den +-45° Aufnahmebereich? Das sieht doch so aus als würde diese Gitarre ziemlich breit abgebildet.
Ob das Stativ hinter dem Mikro nicht zu unerwünschten Kammfiltereffekten im Raumklang führt? ;)
Nichts gegen reine Hauptmikrophonaufnahmen, die können sehr gut werden, wenn die Umgebungsbedingungen stimmen - und für Orgelaufnahmen könnte ich mir auch für Lautsprecherwiedergabe das KFM gerade wegen seiner Färbungen gut vorstellen, wenn ich nicht lieber mit Kleinmembran-Druckempfängern arbeiten würde.
KFM scheint mir, genau wie Kunstkopf, eher deshalb so gerne verwendet zu werden (von Leuten, die ebs nicht gelesen haben oder ihm nicht glauben), weil es eben "neu" und dadurch "aufregend anders" klingt.
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Antwort#6
Bei Signalen im Center geht das mit der seltsamen Kugel noch, aber bei seitlichen Signalen klingt das besonders eklig, wenn die Kugel üblicherweise zu nah an die Schallquelle gestellt wird. Das klingt seitlich recht höhenbetont, also spitz. Die KFM 6 Kugel mit 20 cm Durchmesser soll einen Aufnahmebereich von +/- 45° = 90° haben. Natürlich frequenzabhängig, mit Monotiefen und das KFM 360 soll einen Aufnahmebereich von +/- 60° = 120° haben, natürlich auch stark frequenzabhängig ohne Pegeldifferenz unter 500 Hz. Hohe Frequenzen sammeln sich schön außen in den Lautsprechern. Man sollte sich so eine Kugel-Orgelaufnahme mal anhören und dann mit einer "normalen" Orgelaufnahme vergleichen. Das geht auch ohne Sengpiels Hinweise gelesen zu haben. Wer Ohren hat, der hört sehr wohl den deutlichen Unterschied. Meistens ist es dann zu spät, wenn man eine Kugelflächenmikrofonaufnahme gemacht hat. Aber man hat dann hinzugelernt. :-)
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Antwort#8
Dieses Bild ist überhaupt sehr schön:
1. Er trägt Kopfhörer (was für welche bitte...sowas ähnliches kann man doch im ICE beim Bordpersonal kaufen, oder brauche ich jetzt ne Brille?).
Sollte er etwa tatsächlich eine kopfbezogene Aufnahme auf Kopfhörern abhören? ;)
2. Da steht doch links unterhalb der fraglichen Box ein Kunstkopf...? Warum trägt der denn größere Kopfhörer als der lebendige Kopf?
3. Ist denn eine Wiedergabe über so kleine Boxen überhaupt holistisch? Wie siehts denn da mit "Phasenschweinereien" aus? Oder gar mit Subwoofer und phasenschiebenden Frequenzweichen? ;)
4. Wozu braucht man ein NEXUS, wenn man nur mit zwei Spuren arbeitet? Und wozu braucht man ein ProTools?
Ich will ja nicht lästern, und die scheinen ja auch sendefähige Aufnahmen abzuliefern, wenn man sich die Referenzliste anschaut...
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Antwort#9
Jetzt fragt sich nur ncoh, welches Schnittprogramm auf dem Rechner läuft. Wavelab?
Und Nexus im Hintergrund, edeledel...
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Antwort#10
Wie man den Presseinfo entnehmen kann (....and record the album straight to two-track digital through
a Schoeps stereo microphone in the acoustically perfect confines of the
Passionskirche....) handelt es sich bei der ganzheitlich-holistischen Aufnahmetechnik ( What a Word !! ) um ein Schoeps Stereomikrofon angeschlossen an einem HD-Recording System. Auf dem Foto läuft jedenfalls eindeutig ProTools auf den beiden Monitoren. Also Kollegen: Eine M-Box, einen Laptop und ein Schoeps Stereomikrofon kaufen und ab heute "ganzheitlich-holistische Aufnahmen" machen. Und morgen den nächsten Grammy gewinnen. Viel Erfolg !
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Antwort#11
... Und morgen den nächsten Grammy gewinnen. Viel Erfolg !
Leider klappt das nicht, weil die Grammy-Jury weniger an holistischen Mumpitz glaubt, sondern jeder sich die zur Wahl stehenden Aufnahmen anhört und seinen Ohren und seinem Gefühl nach urteilt. Die Leute lassen sich nicht durch schöne Fotos und schmalzigen Text beeinflussen.
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Antwort#13
...es würde sich auf dieser ganzheitlichen Website sicher noch hübsch machen, die Kosten für ein KFM6 irgendwo einfliessen zu lassen. Das imponiert.
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Antwort#14
... vielleicht würde es Dir auch imponieren, was manche Instrumente kosten, die von Knut Becker aufgenommen werden? Dagegen ist der Preis von einem KFM Fliegendreck, mit dem man seine Klientel wenig beeindrucken kann.
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Antwort#15
Hast Du mit dem KFM 6 Erfahrungen selber Erfahrungen sammeln können?
Oder beruhen Deine Betrachtungen mehr auf theoretischen Überlegungen?
Richtig eingesetzt, kann man mit dem KFM 6 hervorragende Aufnahmen machen, egal ob Gitarre nach der Abbildung oder Orgel - wobei ich bei Orgel trotzdem gerne mit zusätzlichen Stützen arbeite.
Die "unnatürliche Schärfe" seitlich einfallenden Schalls kann ich nicht bestätigen. Allerdings gibt es vom KFM 6 eine ältere Version, auf die das zutreffen soll. SCHOEPS hat auf Anregung von Denon Korrekturen vorgenommen. (Die überarbeitete Version ist am grünen Punkt an der Anschlußbuchse zu erkennen.)
Apropos Knut Becker: Ich kenne von ihm bewußt zwar nur eine Harfenufnahme, und die gehört zu den besten Produktionen mit diesem Instrument, die ich je gehört habe! Eine Menge Musiker schwört auf seine Arbeit und produziert immer wieder mit ihm. Es sei dahin gestellt, ob trotz oder wegen dem KFM 6 ...
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Antwort#16
beeindrucken kann man mich vor allem mit musikalischen (und auch tontechnischem) Können. Was irgendjemand für ein Instrument oder auch Equipment zu zahlen in der Lage ist, kümmert mich herzlich wenig.
Ok, falls der Preis dieses (alles andere, als universellen) Stereomikrofons nicht zieht (man will ja schliesslich betonen, dass man sich von einem Laien-2Mikrofon-Hobbytonmeister qualitativ absetzt), kann man noch mehr Marketing machen: 'ganzheitlich-holistische' Musikaufnahmen klingen dann besonders gut, wenn sie bei Vollmond gemacht wurden.
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Antwort#17
beeindrucken kann man mich vor allem mit musikalischen (und auch tontechnischem) Können.
man sich von einem Laien-2Mikrofon-Hobbytonmeister qualitativ absetzt
Zwischen der Aufnahme, die ich von Becker kenne, und den Hörproben, mit denen mancher in diesem Forum auf seiner Internetseite für sich wirbt, liegen Welten. Soweit zu dem, was Dich beeindruckt.
Ein guter Tonmeister setzt sich von Deinem "Hobbytonmeister" qualitativ wohl eher durch musikalische Kompetenz ab - ein Aspekt, den einige offenbar gerne außer acht lassen.
Auch wenn die Beschreibung von "HARP" etwas schwülstig und wenig konkret daher kommt - Becker hat ein klares Konzept, das mit Vodoo nichts gemein hat.
Mancher, der sich unwissend darüber das Maul zerreißt, sollte sich wenigstens mit der Theorie hinter der Kugelfläche beschäftigt haben. Auf der Herstellerseite gibt es dazu genug Information, anhand der man durchaus sachlich diskutieren könnte.
Darüber hinaus scheint Ihr zu vergessen, daß andere Mikrofonierungen ebenfalls ihre typischen Unzulänglichkeiten haben und es letztlich eine Frage der "Klangästetik" sein sollte, welche Mittel eingesetzt werden.
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Antwort#18
Darüber hinaus scheint Ihr zu vergessen, daß andere Mikrofonierungen ebenfalls ihre typischen Unzulänglichkeiten haben
und es letztlich eine Frage der "Klangästetik" sein sollte, welche Mittel eingesetzt werden.

Wenn das so gesehen wird, dann machen die hörbaren Unzulänglichkeiten dieses ganzheitlich-holistischen Kugelflächenmikrofons wirklich nicht mehr aus.
Ich habe mich mit Kugelflächenmikrofonaufnahmen gequält und war bei etlichen dieser problematischen Aufnahmen dabei. Es war aber nie eine oder zwei Gitarren oder eine Harfe, es war eher Barockorchester mit Sängern.
Da muss schon Wortverständlichkeit, Stereopanoramaabbildung, Tiefenstaffelung, also auch Balance Gesang zum Orchester und die allgemeine Räumlichkeit dazu stimmen. Das stimmte aber nie, so sehr man das KFM auch hin und bewegte.
Vielleicht lags am fehlenden Vollmond.
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Antwort#19
Ich habe ein paarmal den Prototypen des KFM ausprobiert.
Von schlechtem Klang kann da sicher keine Rede sein, und wenn man den Aufnahmebereich (eben "nur" 90°) einhält, halten sich auch die "Schärfen" in Grenzen. Wenn man natürlich direkt von der Seite reinspricht, ist es ja klar, daß man einen starken Klangunterschied hat (den hört man aber auch bei ORTF, wenn man aus der Nähe direkt in EINE Kapsel spricht!).
ABER: Das Ding verträgt sich nicht sehr gut mit Stützen, scheint mir, denn durch Stützen werden die Besonderheiten des KFM doch relativiert. Man muß die Klangbalance komplett durch gute Position des KFM machen - und damit ist man oft ein bisserl zu weit weg für die Präsenz, die man von professionellen (Rundfunk-)Aufnahmen gewohnt ist. Geht man dichter ran, gibt es zwar nicht unbedingt die Spreizung des Center wie bei AB, aber doch eine gewisse "Unterbelichtung". Und dann kommen auch die Klangfärbungen stärker heraus.
Bei der Aufstellung auf dem Foto oben würde ich vermuten (ein Foto kann allerdings sehr stark täuschen!), daß genau das Schalloch in diesem unterbelichteten Bereich ist.
Der größte Nachteil des KFM ist m.E. der fixe Aufnahmebereich!
Hat eigentlich schonmal jemand drüber nachgedacht, ob und wie man ein KFM sinnvoll als Raummikrophon einsetzen kann? Sprich: wie sieht es in den relevanten Frequenzbereichen mit der Korrelation zwischen L und R aus?
Ob die HARP-Aufnahmen nun "gut" sind oder nicht, bzw. egal welcher Klangästhetik sie folgen: Ich persönlich halte nicht viel davon, alles mit demselben Mikrophon aufzunehmen. Schon die Frage, ob ich eine Äquivalenzanordnung mit zwei Neumännern oder mit zwei Schoepsen mache (resultierend aus den Abmessungen der Mikros dann auch Kapselabstand und Öffnungswinkel...schonmal versucht mit CMC54 eine strenge ORTF-Anordnung zu machen? Geht nichtmal mit Winkel-XLR...dafür geht EBS umso besser und fast von selbst), stellt sich mir oft genug. Da bin ich heilfroh, daß ich wählen kann und nicht nur ein einziges Mikro zur Verfügung habe.
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Antwort#20
"Hat eigentlich schonmal jemand drüber nachgedacht, ob und wie man ein KFM sinnvoll als Raummikrophon einsetzen kann? Sprich: wie sieht es in den relevanten Frequenzbereichen mit der Korrelation zwischen L und R aus?"
Wenn über das KFM Raumsignale aufgenommen werden und der Aufnahme zugemischt werden, dann kann nichts schiefgehen. Es führt zu keinen störend hörbaren Verfärbungen, weil man den Zumischpegel eh nicht höher, als das vom Hauptmikrofon macht.
Nur klingen Raumsignale viel "luftiger" aufgenommen mit AB-Kugeln mit einer Basis so um die 2 Meter.
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