Moin, eigentlich bin ich ja mehr auf Rainers Seite wenn es um 'esoterische' Produkte oder auch die HiFi Spinnereien geht. Wenn man jetzt aber den Test der Vovox Kabel in der letzten Ausgabe des Studio Magazins liest, scheint es doch noch etwas jenseits von Belden und Neutik zu geben. Hat schon mal jemand die Vovox Kabel 'gehört' bzw. setzt sie ein? Mir fällt es schwer, die Aussage zu glauben, dass alleine durch das Einfügen eines 3m Stückes dieses 'Klangleiters' in eine Mikrofonleitung von z.B. 30m , sich die Übertragungsqualität deutlich verbessert. Eure Meinung? mfg Gerhard
Mit Kollegen gesehen, gehabt, ausprobiert, (alle) nichts gehört. Allerdings höre ICH überhaupt keine Kabelunterschieden. Und auch messtechnisch sind in dem Frequenzbereich, indem sich analoges Audio bewegt, bei 10 oder 20m Signalweg keine Unterschiede zwischen einem hochwertigen Mikrofonkabel und einer einfachen Kupfer Vollitze wie sie für Stromkabel verwendet wird, feststellbar (die Schirmung und deren Effekte einmal aussen vor gelassen). Auch wenn Dirk Brauner, der nicht zu den wirklichen Esoterikern gezählt wird sondern als sehr guter Schaltungsentwickler gilt, diese Kabel propagiert, ich habe keinen Unterschied gehört. Zu Berichten in Fachmagazinen sei gesagt: Geschrieben wird was der Kunde bestellt. Selbst wenn ein Mikrofonvorverstärker einen deutlich messbaren u hörbaren Brumm hat, schreibt man dann "Der leichte Brumm auf den Ausgangskanälen dieses hervorragenden Gerätes, der wohl bei vielen amerikanischen Geräten zu finden ist die für einen Betrieb in Europa adaptiert worden sind, stört dieser nicht da bei den üblichen eingesetzten Kondensatormikrofonen weder die Verstärkung so weit erhöht werdne muss noch das Eigenrauschen des Mikrofons so gering ist, als dass er stark in Erscheinung treten würde".
"Auch wenn Dirk Brauner, der nicht zu den wirklichen Esoterikern gezählt wird sondern als sehr guter Schaltungsentwickler gilt, diese Kabel propagiert, ich habe keinen Unterschied gehört." Das Netzteil für seine Röhrenmikrofone ist doch beinahe schon primitiv. Wo ist da "gute Schaltungsentwicklung"? Brauner mag sich in seiner Anfangszeit einen Namen gemacht zu haben, heute verkauft er nur noch Illusionen mit bunten Image-Prospekten. Warum soll er dann nicht auch ein Kabel für Wichser hochpreisen?
ich habe den Artikel zwar nicht gelesen, aber wenn ich "Studio-Magazin" höre, dann assoziiere ich damit kein guten Erfahrungen. M.W. ist das die Zeitschrift die früher mal nur "Studio" hieß. Diese hatte ich mal abonniert und habe dann irgendwann das Abo fristlos gekündigt, weil sie derart mit der Lieferung der aktuellen Hefte in Verzug waren, daß es kaum noch akzeptabel war. Ich stehe auch solchen Artikeln kritisch gegenüber, denn die Erfahrung zeigt, daß selbst unter gestandenen Profis die Erwartungshaltung oftmals Entscheidungen bestimmt. Ich selbst glaube auch längst nicht mehr was ich mit eigenen Ohren höre, WEIL man sehr schnell Opfer seiner Erwartungshaltung wird. Ohne Doppelblindtest und ohne Messungen kann mich keiner heute von irgendwelchen seltsamen Thesen überzeugen, seien es "Klangtheorien" über Kabel, über Kondensatoren, über verschiedene OP-Verstärker, über verschiedene Schaltungen oder sonst was. Es ist in den letzten 20 Jahren genügend technischer Unfug geschrieben worden, sodaß ich dafür ein sehr kritisches Verhalten entwickelt habe. Gäbe es keine Erwartungshaltung, sähe es in der Audiobrache sehr sehr viel nüchterner aus - auch im Profibereich. Es kann durchaus sein, daß bei Vergleichsmessungen bestimmte Kabeltypen besser abschneiden als andere (z.B. was die HF-Dichtigkeit betrifft) aber das sagt bei weitem noch nicht, daß man das dann auch hört.