Im Zusammenhang mit der Erstellung eines nichtkommerziellen Audio-CD-Samplers: Könnt ihr Fachleute einem Laien bestätigen, dass es auf jeden Fall besser ist, das WAVE-Master des Samplers anhand der Original WAVE-Dateien der Musikstücke (z.B. in Form von CD-ROM) zu erstellen, als anhand gebrannter Audio-CDs dieser Musikstücke? Oder macht es bei guter Umwandlungssoftware keinen hörbaren Unterschied? Ich hoffe, die Frage ist ok für dieses Forum.
Falls ich dich richtig verstanden habe, würde ich sagen: besser von Daten-CD, weil Daten-CDs (mit WAV-Dateien) haben eine mehrstufige Fehlerkorrektur, d.h. die Daten sind auf jeden Fall korrekt wenn sie lesbar sind. Bei einer Audio-CD (egal ob gebrannt oder original) gibt es dagegen nur eine primitive Fehlerkorrektur, und eine weitergehende Fehlerverschleierung macht, wenn überhaupt, nur das Laufwerk intern. In dem Fall ist es dann besser, die Audio-CDs auf einem hochwertigen HiFi-Player abzuspielen und per Digital-Ausgang (S/P-DIF, optisch oder Koax) in den Rechner zu laden, d.h. aufzunehmen. Ansonsten die Audio-CDs vom PC-Laufwerk (das ein gutes sein soll, z.B. Plextor) rippen (=in WAV-Dateien umwandeln), bei langsamst möglicher Geschwindigkeit und defensivster Einstellung der Lese-Optionen. Falls es sich bei deiner Frage darum handelt, in welchem Format der Sampler dann für ein CD-Presswerk vorliegen soll... denke dass eine defensiv gebrannte Audio-CD als Vorlage üblich ist (schon wegen der ganzen nicht-Audio-Informationen wie CD-Text etc)
mehrere Fehler hierbei: Fehlerkorrektur verschleiert nix - entweder sie rekonstruiert es, oder nicht - dann setzt das Signal aus oder wird gemutet. aber Klangeigenschaften ändern sich nicht. Mit einem guten, hochwertigen Laufwerk (Plextor Premium o.ä.) ist das Auslesen von AudioCDs kein Problem, wenn das Medium in Ordnung ist. Grundregel hier: Solang nix knaxt und nix aussetzt sind alle Daten da, egal wie sie gewonnen wurden. Das ist das schöne an digital. 1=1, 0=0, schwarz/weiss ohne grautöne.
Als Master fürs Presswerk sollte eigentlich niemand mit Qualitätsanspruch CD-R Master einschicken. DDP ist eine vernünftige Lösung, sei es auf DVD oder Exabyte, oder auch gleich per FTP. Wenn es CD-R sein muss bitte nicht auf einem consumer/prosumer Heim-CD Brenner schreiben - lieber ein höherwertiges CD-R Laufwerk (z.b. o.a. Marke). Die Brenngeschwindigkeiten der Rohlinge beachten - langsamer ist nicht immer besser, und die alte Mär' dass nur 1x gebrannte CDs wirklich gut seien hält sich hartnäckig. Sowohl Brenner als auch Rohlinge sind auf Geschwindigkeit optimiert, meistens liegt die maximale Performance der LW bei einer Stufe unter der maximal angegebenen Geschwindigkeit.
Moin... "Fehlerkorrektur verschleiert nix - entweder sie rekonstruiert es, oder nicht - dann setzt das Signal aus oder wird gemutet. aber Klangeigenschaften ändern sich nicht." Das stimmt so nicht. Die Fehlerkorrektur bei CDA interpoliert einzelne fehlende Samples gerne mal. Erst, wenn ganze Blöcke fehlen, wird stummgeschaltet. Abgesehen davon ist nicht gesagt, dass man einzelne kurze Knackser wirklich bemerkt. Dazu muss man erstens alles durchhören, zweitens müssen einem die Knackser auch auffallen. Nicht immer leicht. Bei WAV-Import gibt es wenigstens _sofort_ eine Fehlermeldung wegen nicht lesbarer Daten. Das bieten bei CDA-Import leider nicht alle Tools. Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei Abgabe in WAV die Daten vor dem Absenden der CDR nochmal auf Bitebene verifizieren kann. Das geht bei CDA nicht so einfach.
"Grundregel hier: Solang nix knaxt und nix aussetzt sind alle Daten da, egal wie sie gewonnen wurden. Das ist das schöne an digital. 1=1, 0=0, schwarz/weiss ohne grautöne." Wär schön, wenn das immer so einfach wäre. "Als Master fürs Presswerk sollte eigentlich niemand mit Qualitätsanspruch CD-R Master einschicken. DDP ist eine vernünftige Lösung, sei es auf DVD oder Exabyte, oder auch gleich per FTP." Wenn man die Möglichkeit hat... ...wenn nicht (so wie ich das im vorliegenden Fall vermute), dann würde ich sagen: Soll es ein ganzes Album werden, dann eine sauber gebrannte Audio-CD inkl. zweitem Exemplar als Backup und zur Verifikation. Wenn einzelne Titel, die noch im Verlag oder Presswerk neu kompiliert werden sollen, dann als WAV. Und zwar dann auch mit mehr als 16 Bit, denn z.B. bei einem Sampler, auf dem nachher verschiedene Künstler vertreten sein sollen, gehe ich schwer davon aus, dass da nochmal ein finales Mastering folgt (und wenn nur die Titel Lautstärkemäßig angepasst werden)... Jens
In dem Zusammenhang kommt bei mir mal wieder eine Frage: Bei DATEN-CDs arbeite ich viel und gerne mit ISO-Images, wo der ganze Inhalt einer CD-R (incl. aller Subdirectories) in einem einzigen *.iso File zusammengefasst wird, von dem aus man die Original CD wieder 1:1 fehlerfrei brennen kann. Offen gesagt: ich weiss nun nicht, ob (und falls ja wie) das für Audio-CDs auch geht. Dann hätte man elegant und sicher das ganze Layout einer CD-A, ggf. mit zusätzlichem Daten-Track und/oder CD Text in einem "Image" zusammengefasst. Oft habe ich folgendes Problem: Einzelne Tracks sollen ohne Pause nahtlos mit "akustischer Atmosphäre" aufeinander folgen und so sind deren Wave-Files jeweils am Anfang und Ende hergerichtet. Etliche (freeware) Brennprogramme aber setzen stets eine Zwangspause von 2 Sekunden und bei Nero muss ich umständlich nach jedem Track die Pause explizit auf 0 setzen. Das kann dann zu Fehlern führen, wenn man später mal rasch von der *.wav Zusammenstellung eine neue CD-A brennen will. Da wäre mir eine Technik analog zum ISO-Image der CD-R sehr willkommen. Irgendwie müsste das doch gehen, denn wenn man eine CD-A mit nur EINEM Kombilaufwerk kopiert, wird ja auch beim Einlesen zunächst ein File der ganzen CD-A erzeugt und davon dann gebrannt. Hat jemand dazu Erkenntnisse und Erfahrungen? Die wären mir sehr willkommen. MfG -kln
IMHO ist ein WAV File, das den Inhalt der ganzen CD enhält, quasi so etwas wie ein Image der CD-R. ISO Images wie bei DatenCDs gibt es bei CD-Rs IMHO nicht.
@TonZauberer: Mit dem Brenner-Mär auf 1:1 gebe ich dir recht, und kaum ein Brenner kann heute langsamer als 4-fach. Im Prinzip wäre der optimale Arbeitspunkt des Lasers (leistungsmässig) und der zug. Elektronik das Kriterium für die optimale Brenngeschwindigkeit, und bei einem Laser, der soviel Power hat dass er auf 48x scharfe Pits brennt, wird dieser Punkt wohl kaum bei 1x oder 4x liegen. Dto. bei den Rohlingen. Aber es gibt noch mehr Faktoren, der wichtigste: alle möglichen Eigenresonanzen -- die dynamische Unwucht des Rohlings, Eigenresonanzen der diversen Servos, der Schublade/Aufhängung etc. Da die Energie und damit der Störeinfluss dieser Resonanzen, wenn sie denn auftreten, mit der Drehgeschwindigkeit wächst (die sich auch noch wegen bzw. bei CLV dauernd ändert), ist es von daher evtl. günstiger, so langsam wie möglich zu brennen. Bei ganz kritischen/wichtigen CDs brenne ich vorher im Simulationsmodus, um zumindest festzustellen, ob und bei welcher Geschwindigkeit es zu den Rohling-Resonanzen kommt, und oft verwende ich dann den CAV-Modus, weil ich (als Elektroniker) eher darauf vertraue, dass die Elektronik / der Laser das packt, als dass ich darauf hoffe, dass die Servos das Gerappel schon ausregeln werden. Beim Rippen von CD gilt sinngemäss das gleiche (sieht man ja im Fehlerprotokoll), beim Brennen ist jeder Störeinfluss für immer in der Datenspur verewigt. Ich denke, wer schonmal "aus Versehen" einen Live-Mitschnitt per Standalone-CD-Brenner oder Minidisk direkt im Proberaum oder von hinter der Bühne gemacht hat weiss was ich meine, die Frames mit den meisten Fehlern sind immer da, wo die Schockwelle von der Snare durchgehauen hat... Äh, ausserdem hab' gezielt zwischen Fehlerkorrektur (erste Ebene) und Verschleierung/-Rekonstruktion (zweite Ebene) unterscheiden wollen, so wie Jens das auch dargestellt hat. Je nach Intelligenz des LW gibt es IMHO bei der Rekonstruktion alles von linearer Interpolation bis zu aufwändigen fraktalen Methoden, mit eigenem DSP im Laufwerk nur allein dafür. Ob es eine Ripper-Software gibt, die so'ne aufwändige Fehlerverschleierung macht, ist mir jedoch nicht bekannt (weiss da jemand Bescheid?)
@kln: Du kannst die Audio- oder Mixed-Mode-CD durchaus in eine Image-Datei "brennen", mit allen Optionen incl. Disk-At-Once, Subchannel-Daten etc., und dann auch das Image selbst auf eine Daten-CD brennen (so archiviere ich z.B. mir wichtige CDs, eben wegen der Fehlerkorrektur, allerdings hat man dann die Abhängigkeit vom Brennprogramm, weil wohl leider kein Standard existiert). Die 2-Sekunden-Standard-Pause bei Nero nervt in der Tat... kommt wohl noch aus der Zeit, als es noch kein Disk-At-Once gab, glaube ich, bzw es ist eine sinnvolle "Dumm-User"-Option. Für auf's Sample genau nahtlose Übergänge zwischen den Tracks müssen deren WAVs aber auch ein glattes Vielfaches einer Frame-Länge sein. Nett ist es ausserdem, wenn man im Übergangsbereich eine Sequenz von einigen Nullen hat bzw. durch einen ganz kurzen Fade erzeugt, sonst knackt es evtl. beim Starten des Tracks. Weiss nicht ob das noch aktuell ist, aber früher gab es so ne (Kann-)Regel, dass gleich eine ganze Reihe (15?) von Frames am Track-Anfang Null sein soll, damit das Muting im Player oder der Broadcast-Konsole auch fertig ist mit Freischalten, wenn die Musik wirklich einsetzt? @Erdie: Was das reine Audio angeht, ja. Aber eine TOC oder Subchannel-Daten hat man dann leider nicht.
bei Nero muss ich umständlich nach jedem Track die Pause explizit auf 0 setzen.
Das nervt in der Tat - allerdings kann man zumindest einen ganzen Block von Tracks (oder ggfs. alle) markieren und unter "Eigenschaften" die Pausen auf einen Rutsch auf 0 setzen.
allerdings kann man zumindest einen ganzen Block von Tracks (oder ggfs. alle) markieren und unter "Eigenschaften" die Pausen auf einen Rutsch auf 0 setzen.
Danke für den Hinweis. Das kannte ich nicht, so hat man wenigstens eine Erleichterung. @Klaus S: Danke für die Ausführungen. Dass man beim Setzen von Track-Marken auf ganze Frames achten soll, kenne ich aus einem Tutorial, welches sich bei meinem CoolEdit befindet. Allerdings sind einige darin beschriebene Schritte bei meiner Version gar nicht durchführbar, z.B. "Time Ruler Snap to Frames". MfG -kln
Moin... "Das nervt in der Tat - allerdings kann man zumindest einen ganzen Block von Tracks (oder ggfs. alle) markieren und unter "Eigenschaften" die Pausen auf einen Rutsch auf 0 setzen. " ...alle bis auf den ersten. Eine Pause von 0 Sekunden VOR dem ersten Track ist nicht erlaubt. Jens
...und man erhält, wenn man alle Tracks markiert und auf 0 setzen will, eine wunderschöne Nero-Fehlermeldung, und es wird dann erstmal KEINE EINZIGE Pause auf 0 gesetzt. Also alle außer 01 markieren und auf 0 setzen.