Neue AKG Mikros's - Taugen die was?

Erstellt 43 Antworten44 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
hat jemand schon mal die neuen AKG's (Perception100/200) ausprobiert ?
Mit diesen Preisen (149/179?) macht AKG ja den Chinesen Konkurrenz.
Aber wie steht es mit der Qualität ?
mfg
Gerhard
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Antwort#2
schaut aus wie ein Chinamic, fühlt sich an wie ein Chinamic, klingt wie ein Chinamic, ist.....
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Antwort#3
Ich zitiere die Webseite von AKG:
"Dieses universell einsetzbare Großmembranmikrofon bringt AKG Studio Qualität in alle Bereiche des Recording, ganz besonders für Project Studios und Live Applikationen."
Momentmal, das kommt mir doch sehr bekannt vor. Sinngemäß schrieben die das vor ein paar Jahren schon über C1000B, C2000B und C3000B. Nichts gegen das C3000, habe schon hervorragende Choraufnahmen gehört, die mit dem Ding gemacht wurden...
aber "universell einsetzbar" und Großmembran schließt sich doch irgendwo aus, oder?? Meine drei "Budget"-Großmembranen verwende ich zumindest nicht universell. Audiotechnica 3035, Oktava 219, Oktava 2500. Man nimmt doch ein Großmembranmic sowieso nur dann, wenn man den Eigenklang genau dieses Mics haben will.
Dachte ich zumindest, bis ich den Werbetext las ;)
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Antwort#4
Moin Georg,
kannst du aber nicht behaupten:-) . Wo jetzt doch die Chinesen (SE Electronics mit dem Bändchen und dem Titan) in die Premium Klasse vorstossen.
Aber Spass beiseite, wenn das wirklich Chinesen sind, hat sich AKG keinen Gefallen getan. Die Marke wird dadurch kaputtgemacht und muss sich bei den Billiganbietern einreihen. Es wäre vielleicht besser gewesen, ein neue Marke zu kreieren und mit dem Zusatz 'an AKG company' in das low-end Segment zu gehen.
Gruss
Gerhard
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Antwort#5
Ja es klingt wie aus dem (besonders in Amerika) allseits beliebten Manager-Handbuch "How To Destroy a Brand" (zu Deutsch: Wie mache ich eine Marke kaputt).
Aber soweit ich gehört habe, scheint das eine Vorgabe aus den USA zu sein... AKG gehört ja schon seit längerem zur Harman-Gruppe, und die letzten Entscheidungen sind eindeutig amerikanischer Natur; dass man mit amerikanischer Taktik in der europäischen Wirtschaft aber nicht unbedingt ans Ziel kommt, das wurde anscheinend noch nicht bemerkt.


http://www.harmanpro.com
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Antwort#6
Das AT 3035 ist kein "wirkliches" Großmembranmikro, es misst nur 3/4 Zoll und verhält sich verblüffend neutral.
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Antwort#7
Hallo Leute,
die Mikros liegen zur Zeit je paarweise bei mir für einen tools-Test. Leider habe ich noch keine aussagekräftigen Ergebnisse vorliegen, was sich in nächster Zeit jedoch ändern wird.
Die Mikros kommen aus China, das steht drauf, warum AKG Chinaware anbietet, habe ich noch nicht in Erfahrung gebracht, acuh hier werde ich in Bälde mehr berichten können.
Grundsätzlich Chinesenmikrofonen einen sch... Klang anzulasten halte ich jedoch für wenig sinnvoll, man sollte sie schon vorher probiert haben, am besten in einem Blindvergleich.
Gruß
Martin
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Antwort#8
Also ich denke auch dass man die Chinesen keinesfalls belächlen sollte, denn sie sind nicht dumm und ausserdem viele, und vor allem, sie haben als eines der wenigen Länder noch richtig Geld für Entwicklung und Tooling übrig. Es wird nicht mehr lang dauern bis in jeder Hinsicht 100%ge Qualität von dort kommt -- bei bestimmten Dingen ist das bereits der Fall. Also auch irgendwann 1a Mikrofone, die Japaner bauen ja auch schon lange erstklassige Autos und Kameras z.B., obwohl sie anfangs dafür belächelt wurden. Bei den Chinesen wird das jetzt alles wesentlich schneller gehen als damals in Japan oder Korea, denke ich...
Grüsse, Klaus S
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Antwort#9
In der Tat ist es relativ neutral, zumal bei dem Preis. Leider aber für eine Niere doch sehr ungerichtet schon bei 500 Hz. Man hat da deutlich mehr Raum drauf als von einer Niere erwartet. Deswegen setze ich das Ding nicht so universell ein, wie es im Werbetext steht...
Wenns universell und Niere sein soll, dann zuerst die Schoeps MK4, dann Neumann AK40. Außer für "U-Musik" (jeder weiß was mit diesem Unwort gemeint ist), wo Linearität ja nicht gerade das Wichtigste ist :).
Mir ist gerade die für einen deutschsprachigen Text unmögliche Recht- und Getrenntschreibung aufgefallen. "AKG Studio Qualität" statt AKG-Studioqualität, "Project Studios" statt Projektstudios, "Live Applikationen" statt "Beschallungsanwendungen" (ok, das war gemein - aber sind Applikationen nicht die Spitzen an Tischdeckchen und Unterhöschen? *fg*) wenigstens mit Bindestrich Live-Applikationen hätten sie es schreiben können.
Bin ich etwa zu pedantisch? ;)
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Antwort#10
Belächeln sollte man sie sicher nicht. Zur Zeit ist das meiste Chinazeug aber noch nicht mit den üblichen Herstellern zu vergleichen. Zumindest für feine Ohren. Wenn Thomann mit Schwerpunkt Live-Beschallung preisgünstige Chinamics anbietet, dann ist das völlig ok. Im Publikum hört den Unterschied eh keiner. Nur: für Klassik, an die doch etwas andere Klangerwartungen gestellt werden, möchte ich noch keine Chinasachen einsetzen und bin selbst gegenüber dem alteingesessenen russischen Monopolisten Oktava skeptisch (zumal es ja auch China-Kopien von Oktava gibt). Bauteiltoleranzen? "Durchmessen" = Anschließen, draufklopfen, Signal da --> OK?? Kleinmembran ist eben Neumann und Schoeps, das sind wir gewohnt, und daß "guter Klang" in erster Linie "gewohnter Klang" ist, ist ja bekannt.
Für Jazz-Solisten oder auch mal zum Entschärfen mancher klassischer Sänger ist die Oktava-Röhre 2500 für knapp 400 Euros allerdings mein Lieblingsmikro...
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Antwort#11
Moin Peter,
...Zur Zeit ist das meiste Chinazeug aber noch nicht mit den üblichen Herstellern zu vergleichen...
Ich befürchte nur (aus der Sicht der Top Mikrohersteller) dass die Neumänner und Schoepse nicht mehr viel Zeit haben. Die Lernkurve der Chinesen ist enorm kurz. Vor 5 Jahren hat da noch kein Mensch dran gedacht und heute ? Die haben richtig was gelernt.
Insbesondere in Sachen Qualität. Schau dir mal die SE Electronics Produkte an (z.B. SE2A) und höre sie mal gegen die Schoepse. Der Unterschied ist gar nicht mehr so gross (ausser dem Preisunterschied).
In einer Zeit der knappen Produktionsbudgets muss man sich allerdings fragen, ob man für drittklassige Margen noch erstklassiges Equipment einsetzen kann. Ich glaube nicht, dass man nur einen einzigen Kunden mehr gewinnt wenn man nur Schoepse einsetzt. (Ich selbst habe allerdings Schoepse und MBHO's und Neumänner... Aber ich denke schon mal über Alternativen nach)
Andererseits kann diese Entwicklung für uns als Kunden eigentlich nur gut sein - wenn Schoeps und Neumann hier die Herausforderung annehmen und sich deutlich am Preis was tut. Aber ich denke, dass die Reaktion eine 'Übliche' sein wird und man auch in Deutschland die Produktion dichtmacht und irgendwo im billigen Ausland produziert und damit wieder Arbeitplätze vernichtet. Oder aber man reagiert wie AKG ..
Honni soit qui mal y pense
Gerhard
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Antwort#12
Auch ich denke nicht, daß man mittels Schoepsen neue Kunden gewinnt. Ein bißchen habe ich jedoch die Befürchtung, daß sich diejenigen Kunden, die das Zeug gewöhnt sind und auch ein bißchen Ahnung von der Materie entwickelt haben, dann keinen Unterschied mehr zu Eigenaufnahmen sehen (ich kenne einige Musiker, die auch mal schnell ihre Konzerte mit einem Pärchen C3000 oder auch TLM103 und nem DA-P1 mitschneiden, wozu es ja nun wirklich keinen Tonmeister braucht! ORTF hinstellen und fertig, zum nochmal anhören langts ja). Und also keinen Tonmeister mehr beauftragen. Ob man sich einen guten Ruf erhalten kann, wenn man die gleichen Mikros einsetzt, die die Hälfte des Orchesters auch daheim hat, um mal eben das Klavierspiel des Filius aufzunehmen?
Aber zurück zum Thema: Das, was wir Tonmenschen als schlecht einstufen an den Chinamics (nicht unbedingt der durchsichtigste Klang etc...), das freut doch den Heimanwender umso mehr. Wenn es nicht so ehrlich ist, hört man weniger Fehler (vom Musiker wie vom Aufnehmenden). Da kommt es dann gar nicht sooo genau auf die Position an, eben ORTF hinstellen und fertig. Klingt immer brauchbar, aber nie wirklich richtig gut. Wenns mal ganz schnell gehen muß, mache ich das auch nicht viel anders. Ich höre halt vorher hin, und höre erstmal rein und ändere dann vielleicht nochmal was. Und ich nehme Neumänner statt t-bones, und bilde mir sogar ein, einen Unterschied zu hören ;)
Aber: wie gesagt, ich habe auch Oktava-Großmembranen. Und keine Neumann-Großmembranen. Den schon etwas ausgereifteren russischen Oktavas (=gekonnte Neumann-Kopien?) traue ich allerdings auch etwas mehr zu als den meisten Chinesen.
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Antwort#13
Hallo,
zu SE kann ich nur sagen, dass ich bei einem Tools - Vergleichstest das SE 2200A unterdurchschnittlich abgeschnitten hat, acuh was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. Es konnte in keiner Kategorie wirklich überzeugen und landete auf den Plätzen 8 und 9 von 16 Teilnehmern.
Gruß
Martin
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Antwort#14
C 3000 und TLM 103 im selben Atemzug - das ist gewagt. Zwischen diesen beiden Mikros liegen - nicht nur klanglich - Welten.
Zur Aussage: "ORTF hinstellen- fertig"
Die Kunst ist den richtigen Aufstellungsort für die ORTF zu ermitteln, ist i.d.R. entscheidender als die Mikrofonwahl. Und ORTF mit Großmembranen? Ich weiß nicht.

Gruß
Martin
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Antwort#15
"Leider aber für eine Niere doch sehr ungerichtet schon bei 500 Hz. Man hat da deutlich mehr Raum drauf als von einer Niere erwartet."
Kann ich leider nicht bestätigen, die Messungen ziegen was anderes.
Wenn Du mir Deine email-Adresse schickst, kann ich Dir amtliche Messprotokolle vom 3035 und z.B. dem TLAM 103 schicken. Dort ist deutlich zu sehen, dass die Richtcharakteristik des 3035 schon passt.
Gruß
Martin
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Antwort#16
Die Marketingabteilungen für Homercording haben wirklich ganze Arbeit geleistet:
Färbende Großmembranmikrofone mit warmer Röhre sind das Größte.
Darum auch die Logik: Wenn ein Großmikrofon das Beste ist, dann sind doch
zwei dieser Mikrofone für ein ORTF als Mikrofonsystem nicht mehr zu toppen.
Aua, aua.
Den Spruch: Warum nehmen eure Studiomikrofone nur so erbarmungslos deutlich
auf, habe ich mit Seufzer auch schon von gestandenen Musikern gehört.
Sollte die Lösung jetzt verschleiernde China-Mikrofone sein?
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Antwort#17
wann war dieser Test?
Se hat sich in den letzten 1,2 Jahre sehr stark zum positiven Weiterentwickelt.
Ich persönlich habe nichts gegen Chinaware, China bedeutet nicht immer gleich schlecht, sonst würde wohl kaum eine deutsche Lufthansa ihre Langstreckenflotte bei AMECO (eine Joint Venture aus LH-Tech und Air China) in Peking überholen lassen.
Nicht zu vergessen ist auch das riesige Potential an höchstqualifizierten Fachkräften, das derzeit auf den Markt strömt und noch weiter "herangezüchtet" werden.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich ein Markenhersteller, der ja immer auch eine gewisse Philosophie vertritt (oder in diesem Fall: vertreten sollte), sich nichts gutes tut, wenn er ein absolut eindeutig zu erkennendes OEM Produkt in sein normales Angebot aufnimmt.
Es spricht doch nichts dagegen, die günstige Schiene bei entsprechender QC in China produzieren zu lassen, aber einfach ein "Fremdmodell" einzukaufen und den treuen Kunden als "Original" vorzusetzen?
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Antwort#18
Wer oder was ist denn Tools ?
Irgendjemand den man kennen sollte?
mfg
Gerhard
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Antwort#19
hallo,
das die se mics gut sind, kann ich bestätigen, habe das h 3500 und das klingt bei vielen anwendungen wie gesang oder auch git-amp-abnahme sehr schön.
auch billige mics wie das sm pro audio mc01 (australische firma, in china hergestellt) konnten mich in einigen situationen, zb als snare mic (verträgt hohen challdruck) überzeugen.
grüsse
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Antwort#20
... schadet nicht, wenn man's kennt.
Schwesterzeitschrift von SONIC (www.sonic.de). Beide Magazine erscheinen 2-monatlich im PnP-Verlag und haben ehrliche Testberichte sowie Interviews etc. zum Inhalt.
Tools (www.tools4music.de) ist allerdings kein "Studio"-Blatt, obwohl neben Instrumenten und Amps auch Mikrofone, Aufnahmemaschinen etc. getestet werden.
Sonic ist ein Fachblatt für Blasinstrumente.
Martin Kennerknecht schreibt u. a. regelmäßig für Tools (und manchmal für Sonic), ich schreibe regelmäßig für Sonic (und manchmal für Tools)
Unsere ungeschönten Testberichte, erscheinen genau so und unzensiert in den Magazinen. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied zu allen anderen mir bekannten Fachzeitschriften.
In der aktuellen Ausgabe von Sonic ist u. a. der Test des DPA Mini-Mikrofons von mir abgedruckt. Beim Test ist beispielsweise die Halteklammer (ohne Gewalteinwirkung) gebrochen - das schreib ich auch. Das kann meinetwegen bei einem Low Budget-Produkt geschehen - aber bei DPA?
Gruß
Uwe Ladwig


Jazz Recording
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