Hi Chris W, du fragst: "Wozu ist eine "Spinne" gut?" Wie kommst du auf das Wort Spinne? Diese erschütterungsfreie Halterung, engl. = shock mount, sorgt für eine mechanische Entkopplung des Mikrofons (Mikrophonkörpers) vor tieffrequenzen Schwingungen, also Störungen, die über das Stativ (oder die Angel) zum Mikrofon kommen könnten, um dann über das Mikrofon selber aufgenommen und verstärkt zu werden. Gruß ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik: http://www.sengpielaudio.com
Lieber Eberhard, "du fragst: "Wozu ist eine "Spinne" gut?" Wie kommst du auf das Wort Spinne?" Es ist umgangssprachlich sehr weit verbreitet, diese elastische Aufhängung als SPinne zu titulieren, wahrscheinlich weil man den "klassischen" GM-AUfhängungen doch eine gewisse Ähnlichkeit zu so einem vielbeinigen Wesen nicht absprechen kann.(vgl. Neumann) :)) Lieben Gruß Georg
Danke für die Antwort. Ich kannte die Dinger bisher nur von Abb. und da war mir nich ersichtlich das es so ne Art Stoßdämpfer ist ;) Ich hab das Wort "Spinne" bisher in so ziemlich jedem einschlägigen Prospekt in dem Mics verkauft werden gelesen ich hab gedacht das ist die Standardbezeichnung dafür. Ist so eine "Spinne" unbedingt notwendig? Auf den 1. Blick erscheint mir das eher als ne Art Spielerei.
Lieber Georg, lieber Chris W, dieser Thread wurde eröffnet von dem sich als Neuling vorstellenden Chris W mit den Worten: "Ich fange gerade mit Homerecording an". Nur deshalb gab es meine Frage: "Wozu ist eine "Spinne" gut?" Ich habe vielleicht schon mal von so einem Tier gehört. Dass man "Spinne" in so ziemlich jedem einschlägigen Prospekt in dem Mics verkauft werden, fast als Standardbezeichnung dafür finden kann, war mir noch nicht bekannt. Eine "Spinne" kann wirklich körperschall-akustisch notwendig sein. Üblich ist es und fast gedankenlos, anstatt einer Spinne bei 140 Hz einen BassCut-(Trittschall)-Filter einzuschalten - was nicht optimal ist, weil es die Wurzel des Übels nicht packt. Ich möchte nicht verleugnen, dass ein Designer es gut finden kann, das neue "Sternchen" mit einem Mikrofon und "Spinne" zu fotografieren, weil das optisch so schick aussieht - Spinne auf zarter Haut. Das ist dann sicher Spielerei. Viele Grüße Eberhard
Hallo Chris, Ebs erwähnte den Unterschied zwischen Trittschallfilter bei 140 Hz und der Spinne. Hierzu möchte ich auf einen ca. 5 Wochen zurückliegenden Thread hinweisen, in dem ich dieses Thema angesprochen habe. Lasse Dich aber bitte nicht durch die Spam-Attacken anonymer Pöbelhannese beirren. Grundsätzlich sei zu der Trittschallproblematik gesagt: Je mehr sich ein Mikrofon vom "Druckempfänger" entfernt zum "Gradientenempfänger", desto mehr wird es körperschallempfindlich. Folglich sind diese "Spinnen" - Neumann nennt es "elastische Aufhängung" - erforderlich um Trittschall vom Mikrofon fern zu halten.
Hallo, ergänzenderweise möchte ich noch darauf hinweisen, daß die Notwendigkeit einer elastischen Aufhängung seht stark von der Beschaffenheit Deines Bodens abhängt. Ist dieser aus Holz und auch noch wärmeisoliert mit weichem Untergrund gepolstert, ist die Spinne unumgänglich, arbeitest Du mit einem nackten Beton- oder Fliesenboden (nur um mal zwei Extrembeispiele zu nennen) und stillstehenden Musikern, kannst Du das Mikro ruhig starr mit dem Stativ verbinden. Du kannst die Notwendigkeit relativ einfach ermitteln: Stelle ein Mikro auf, verbinde es mit dem Pult und drehe den Bass-EQ auf maximale Verstärkung. Dann trample in der Nähe des Stativs mehr oder weniger stark auf den Boden und beobachte den Aussteuerungsmesser dabei. Reagiert er relativ empfindlich, solltest Du Dir eine Spinne anschaffen. Es gibt übrigens von AudioTechnica eine Universalspinne mit Klammer, in die fast jedes schlanke Mikro reinpasst. Leider habe ich die Bezeichnung nicht im Kopf. Ich hoffe, daß ich Dir helfen konnte Martin