Hallo, Ich habe folgende Frage: Ich besitze eine Revox B77 und würde sie auch gerne, eingeschliffen im System, für recording-Zwecke nutzen. Wie ich allerdings festgestellt habe, ist die Maschine mit einem LIne-Pegel von +4dBu nicht ansteuerbar, ich muss auf "HiFi-Pegel" runterreglen. Beim Nachherigen Einspielen in Cubase muss ich wiederum die Gain-Regelung meines Mixers bemühen, um den Verlust "aufzuholen". Es liegt auf der Hand, dass das Signal hier einigermaßen vergeudet wird: Ich muss insgesamt zweimal ein "Gain-Makeup" vornehmen, zuerst an den Eingangsverstärkern der Bandmaschine, dann noch mal an den Mischpult-Preamps. Hiezu meine Frage: Ist es prinzipiell möglich, den Eingangsbereich so einer Maschine auf +4dBu-Pegel umzurüsten? Da ich die Preamps der Maschine für eine von mir gewünschte Bandsättigung doch ordentlich aufdrehen muss, kann ein höherer interner Pegel doch kein Problem sein, oder? Bin für Antworten sehr dankbar, Grüße Bernhard
Deine Aussagen über das Revox B77 kann ich nicht bestätigen. Ich habe einige Jahre mit dieser Maschine gearbeitet und sie in den Hochpegeleingängen prinzipiell mit +6 dBu angesteuert, ohne daß es dabei zu Verzerrungen kam. Die Revox-Geräte sind prinzipiell für Hochpegelansteuerung geeignet. Du mußt dabei nur den Cinch-Eingang benutzen, nicht die DIN-Buchse!
Liber Rainer, Ist mir schleierhaft, ich habe immer nur die Cinch-Eingänge benutzt, da ich gar keine DIN-Übersetzung habe. Momentan steuere ich die Maschine über passive DI-Boxen an (für Ein-bzw. Ausgang), wobei ich für das Eingangssignal den Pegel per Schalter um 30 dB absenke. Ansonsten habe ich mir bis jetzt extremste Verzerrungen eingehandelt. Gruß, Bernhard
Hallo Bernhard, sowohl meine B77MkII als auch meine A77s vertragen problemlos + 6dBu an den RCA-Eingaengen. Die DIN-Eingaenge werden spezifikationsgemaess damit ueberfahren. Gruss Micha ---
Hallo Bernhard, Habe mal ins Service-Manual zur B77 MKII geschaut (das ist hoffentlich die Version deiner Machine). Aus der Beschreibung der Messungen am Input-Amp und dem Schaltplan ergibt sich folgendes: Für einen nominalen Ausgangs Pegel von +6dBu (1.55V) (über Band oder Input-Monitor) liegen am AUX-Eingang gerade mal 36mV an (-26.7dBu), wenn der Gainregler voll offen ist. Die Spannung *vor* dem Gain-Poti ist dann 53mV. Es soll eine Übersteuerungsreserve von 100:1 (40dB) bestehen, d.h. enspr. 5.3V (ist realistisch bei 20V Versorgung) und damit 3.6V am AUX-Eingang ==>> ist also weit über +4dBu, nämlich +13.3dBu. Auch nach dem Gain-Poti hat man -- grob überschlagen -- elektrisch noch etwa 4:1 (12dB) Headroom, um dem Schreibkopf einzuheizen. Von daher darf es überhaupt keine Probleme geben, wenn der Gainregler nicht zu weit aufgedreht ist... so wie Rainer und mb das auch schreiben. Und zwar weder eingangs- noch ausgangsseitig, denn auch der Ausgangsverstärker hat genug Headroom und bläst bei Bandsättigung bestimmt um die 3V raus (+12dBu) oder mehr, das sollte für den Pult-Return doch reichen... Also entweder ist deine Maschine keine "normale" B77 MKII (hä?) oder das ist was in deiner *ganzen* Signalkette nicht in Ordnung. Wenn beide Kanäle das exakt gleiche "Fehlverhalten" aufweisen, schätze ich dass es *nicht* an der BaMa liegt (obwohl die als Steckkartengrab schon mal rummuckt, kontakt-mässig). Eher kommen aus deinem +4Bu-Pultausgang halt wohl doch Peaks weit über jenen +13dBu! Hast du das mal kontroll-gemessen/gepegelt, was da wirklich rauskommt? Grüsse, Klaus S
Frage: wofür brauchst Du bitte die DI-Boxen?? Schon mal überlegt das es vieleicht an denen liegen könnte das es zu den Verzerrungen kommt? Erkläre doch bitte mal Deine gesamte Signalkette, und mit welchen Geräten du arbeitest. Möglicherweise kann man Dir dann genau helfen.
Ich nehme auf Cubase SX2 auf, und zwar über ein Alice Soundtech Series A Pult (ist ein Englisches Rundfunk-Pult). Signal für Revox: Stereo Master Out vom Pult; Im "Mastering-Fall" kommt das Signal vom Rechner, hat also schon nach digitaler Überwachung keine +4dBu. Dann: Symm. Leitung (XLR) in passive DI-Box (Palmer), -30dB-Knopf ist gedrückt; von dort: Klinke raus, per Übersetzung Klinke-RCA in die Revox; Im Falle, dass der -30 dB Knopf nicht gedrückt ist übersteuert das Signal fürchterlich, zumindest im Kopfhörer direkt an der Bandmaschine. Wenn -30 dB aktiviert sind, ist alles OK, für einen adaequaten "Bandpegel" müssen die Revox-Preamps allerdings ziemlich raufgeregelt werden (ca. 2h). Viele Grüße, Bernhard
Danke erstmal für die angeregte Auseinandersetzung! Ich werde nochmal alles prüfen und gegebenenfalls in einem neuen Thread nochmal berichten. Ich glaube, meine Maschine ist keine Mark II (das würde glaub ich an der Kopf-abdeckung stehen). Grüße, Bernhard
Hallo Bernhard, Aha, zwei potentielle Schwachstellen: 1) *Welche* Palmer-Box hast Du denn genau? Mir ist keine bekannt (und finde keine auf der Webseite), die als "Direkt-Out" betrieben werden kann und -30dB Pad hat. Hast Du also eine "rückwärts" betriebene DI-Box, mit XLR-Genderchanger-Adapter oder mit tatsächlichem XLR-Input (Female), evtl. umgebaut? Ich tippe wie Frank auf eine übersteuerte DO-Box (und Palmer ist eh nicht so der Hit, d.h. äusserstenfalls semiprofessionell). Es gibt eine stereo Isolation-Box (1:1) von Palmer, die PLI-02, kann angeblich max. +20dBu, mit XLR/Klinke-In und XLR-Out (brauchst Du also ein XLR-Female auf RCA Kabel, mit Pin1 und Pin3 auf Masse). 2) Zerrt es denn auch IN ECHT am Line-Out, also nicht im Monitor-Ausgang der Revox? Zerrt es bei stark zurückgeregeltem Monitor-Poti? Wenn dein Pultausgang trafo- oder servo-symmetriert ist, kannst Du mit obigem Kabel auch *direkt* in die Revox, ansonsten Pin3 freilassen (und dann folglich mit 6dB weniger Pegel) -- es sei denn, es brummt... Zurück genauso, wenn das Pult unsymm. Lineeingänge hat, bei XLR und mit Phantomspeisung ist aber eine Trafo-Isolations-Box angeraten. Die Lineouts der Revox sind mit ca. 400Ohm recht hochohmig und sollten eh NICHT an ein Mikrofoneingang mit 1kOhm oder gar weniger gelegt werden, sondern eben an einen hochohmigen (10k) und pegelfesten Line-Eingang. Grüsse, Klaus S
Hallo Klaus, Es ist in der Tat eine "Rückwärtsbetriebene" DI-Box. Habe mal gehört, dass eine passive DI-Box auch umgekehrt betrieben werden kann, daher hab ich mir darüber keine Gedanken mehr gemacht. Der Grund, warum ich überhaupt eine DI-Box betreibe ist schlicht und ergreifend, dass die Bandmaschine nicht direkt beim Pult steht, das ließe sich aber prinzipiell ändern. Zum Übersteuern im Monitorkanal: ja, es übersteuert auch im ganz leisen Bereich extrem, hat nichts mit dem Monitor-Poti zu tun. Grüße, Bernhard
Genau da liegt das Problem. DI-Boxen sind nicht für den umgekehrten Betrieb geeignet. Du hast ein Anpassungsproblem. Der Ausgang deines Pultes ist zu hochohmig für den eigentlichen niederohmigen Ausgang der Di-Box und wird dadurch überlastet. Daraus resultieren auch die Verzerrungen ohne 30 dB Absenkung. Also raus mit den Dingern aus der Signalkette, die haben da nichts verloren.
wie es schon die anderen Kollegen beschrieben, hast Du ein Anpaßproblem: Die DI-Box wird bei inversem Betrieb übersteuert - der Trafo (und das ist ja das Kernstück der DIB) wird in die Sättigung gefahren. Nimm Dir also einen 1:1-Übertrager für Hochpegelanwendung (z.B. der Pikatron-Typ "RÜL 197 M". Der verträgt Pegel bis +22 dBu. Und eine Übertragertrennung sollte aufgrund der unsymmetrischen Eingänge der B77 schon erfolgen, um Brummschleifen vorzubeugen. Vor allem dann, wenn die Maschine weit vom Pult steht und womöglich nochauf einem anderen Netzstromkreis hängt.
Hhm, die Pikatron Webseite ist ja nicht gerade informativ... Also ich könnte Bernhard den Lundahl LL1544A empfehlen, zu etwa ?53 bei z.B. JacMusic (http://www.elektronenroehren.de/jacmusic/), dazu ein Stahlgehäuse, XLR-Male+Stereoklinke (OUT), XLR-Female-Klinken-Kombi (IN) (alles isolierte Neutriks), Groundlift & Shield-Schalter ==> unter 100? für eine amtliche Isolation-Box (und der Lundahl hat 5 verscheidene Anschlussoptionen, die man sogar schaltbar machen könnte, z.B. eine für den hochohmigen Revox-Lineout, und eine für den wohl deutlich niederohmigeren Pult-Ausgang) Ansonsten halt die schon erwähnte Palmer PLI-02, keine Ahnung was die kostet und ob die ihr Geld wert ist... Grüsse, EL Buitre
Danke für die Anregungen! Da ich bezgl. elektrotechnischem Basteln nicht viel Erfahrung habe, werde ich mich vermutlich für die Palmer-Variante entscheiden (kostet 169 ?) - mal sehen.... Jedenfalls trotzdem beruhigend, dass es nichts mit dem Pegel zu tun hat, das wäre allemal problematischer! Viele Grüße, Bernhard