Da wird noch richtig Geld verdient: Handel !

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
wir sollten alle unter die Händler gehen.
Es ist schon interessant, mal ab und zu einen Geschäftsbericht zu lesen. Ich habe mir mal den von Guitar Center 2004 (So eine Art USA Thomann/Aldi) ein wenig näher angeschaut: Umsatz 1,5 Mrd.$ EBITDA 129 Mio$ und ein Net Profit von 4,2%.

Net sales $ 1,513,172 - Cost of goods sold 1,087,899 = Gross profit 425,273 bedeutet auch eine Spanne von fast 30% !!!
Und für 2005 berichtet Guitar Center nochmals eine Steigerung von > 17%.
Da können andere Branchen nur von träumen.
Gruss
Gerhard
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hi.Das ist eine idee aber das muss man auch koennen es ist schwer sachen zu verkaufen besonderes in unsere branche.
ZitierenPost melden
Antwort#3
Hallo,
Ist die Nettorendite nicht Peanuts im Vergleich zu der zweistelligen die die Deutsche Bank macht? Ist nicht auch bemerkenswert, dass bei einer Spanne von 30% (das ist im MI Handel weltweit üblich) nur 4,2% Nettorendite übrig bleiben?
Guitar Centre ist übrigens mit Thomann nur begrenzt vergleichbar. Eher mit Aldi. GC hat nämlich an fast jeder Ecke in den USA eine Filiale. Und das verursacht auch die hohen Kosten, die die zwar ordentliche aber nicht gerade berauschende Nettorendite maßgeblich prägen.
Aldi dürfte übrigens eine wesentlich höhere Nettorendite mit kleinerer Spanne erwirtschaften. Nur sind das ja Familienunternehmen, die ihre Zahlen nicht veröffentlichen müssen, was natürlich vor allem der veröffentlichten Meinung in Deutschland nicht gefällt und deshalb immer wieder gerne Verschwörungstheorien gepaart mit dem typisch deutschen Neidsyndrom herumgeblasen werden. Nicht dass mir die Herren Aldi sympathisch wären, aber eine gewisse Achtung steht ihnen, wie jedem anderen auch durchaus zu. Wenn die Menschenwürde eines Mörders unantastbar ist, wie es unsere Verfassung und die UNO Charta nun mal festlegt, dann ist es die eines Aldi allemal.
Das im reinen Tonbereich wenig Geld verdient wird liegt sicher mit an der schlechten Unternehmerkultur in den Tonstudios. Wer sandern mit Unterbieten eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Unterbieten darf man nur, wenn man den Markt maßgeblich bestimmt. Wo wir wieder bei Aldi wären... ;-)
In der Filmindustrie sieht es übrigens (noch) besser aus.
Grüße,
Tonmaus
ZitierenPost melden
Antwort#4
Moin,
....Guitar Centre ist übrigens mit Thomann nur begrenzt vergleichbar. Eher mit Aldi. GC hat nämlich an fast jeder Ecke in den USA eine Filiale....

Korrekt, nämlich 136 Stück. Interessant ist hier, dass der Anteil des Internethandels am Gesamtumsatz mit 172 Mio relativ gering ist.
Interessant sind die jährlichen Steigerungsraten beim Umsatz, die in den letzten 5 Jahren 16%-27% pro Jahr waren.
Und ein ehrliches Handelsunternehmen mit Peanutsverkäufern zu vergleichen ist nicht ok ;-)
Es geht übrigens seit einiger Zeit das Gerücht, dass diese Firma nach Europa expandieren will.
Schönen Tag noch
Gerhard
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hi Tonmaus,
das mit der schlechten Unternehmenskultur des kopflosen Dumpings kann ich leider nur bestätigen. Eine gewisse kaufmännische Grundausbildung findet leider !!! nur in wenigen Berufssparten in der "normalen" Berufsausbildung statt.
Weder der Facharbeiter, noch der Ingenieur wird auf eine mögliche Selbständigkeit in der Ausbildung vorbereitet. Ziel ist da nach wie vor der Angestellte. Im meinen Ing. Studium habe ich nur was über industrieelle Bertiebslehre gehört, Größenordnung Volkswagen oder Glühlampenhersteller.
Was aber meiner Meinung wichtig ist, dass jeder mal ein Gefühl für die Kosten bekommt, und wie sich die Kosten auch zusammensetzen. Da meine ich auch die ganzen "versteckten" Kosten, die der Selbständige hat. Stichwort: Warum ist die Handwerksstunde so hoch?
Man muss ja an alle Sozial- und Betriebsversicherungen denken.
Hier sind meiner Meinung nach die Meisterschulen des Handwerks vorbildlich. Daher wird da auch in aller Regel nicht gedumpt.
Die Folgedes dumpens ist in aller Regel eine Zerstörung des Marktes, es ist ja nicht gesagt, das mann trotz eines billigen Prteises im Rennen bleibt. Wie soll man bei diesen Billigtarifen Rücklagen bilden, umz. B. mal sein Equipment zu erneuern etc.?
Daher ist meine Meinung: Eine kaufmännische Grundausbildung, die auch die Selbständigkeit gründlich behandelt, tut bitter Not, gerade in den heutigen Zeiten, wo aufgrund des Stellenabbaus immer mehr Menschen in die Freiberuflichkeit als einzigste Alternative gedrängt werden, wolle sie in irgend einer Art in ihrem angestammten Beruf bleiben. Ich würde sagen, das gehört auch in die "normale " Lehre und erst recht ins Studium!
Nicht über den Preis, sondern über die Persönlichkeit, Stichwort: kann ich gut mit diesem Toning, den persönlichen Stil und der Qualität sollte meiner Meinung nach der Wettbewerb stattfinden.
Viele Grüße
Holger


mobile Tonaufnahmen
ZitierenPost melden
Antwort#7
Den Begriff Peanuts im Zusammenhang mit der Deutschen Bank zu verwenden ist aber sehr wohl eindeutig in Ordnung. Das ist von Herrn Breuer, dem Aufsichtsratsvorsitzenden und zum Zeitpunkt (1993/1994) Vostandsspecher dieses Unternehmens, im Zusammenhang mit der Schneider-Pleite geprägten, ehenmaligen Unwort des Jahres, implizit persönlich abgesegnet.
Schade, dass ich solchen Wortwitz erklären muss. ;-) Unabhängig davon, ob Du ihn lustig findest.
Steigerungsraten um ein Viertel jährlich: da kenne ich andere Unternehmen, die das schaffen. Interessant ist hier, dass das Wachstum erheblich über dem Gesamtmarktes liegen dürfte. Das heißt so viel, wie dass für einen neuen GC ein anderer, evtl kleinerer Händler aufgibt, gekauft wird oder sonst wie verschwindet. ("Sizilianische Schuhe" wird nicht grade die Methode sein, aber es ist ein Verdrängungwettbewerb)
Grüße,
Tonmaus
ZitierenPost melden
Antwort#8
... Ich frage mich allerdings schon seit längerem, warum offensichtlich gerade in dieser Branche der gesunde Hausverstand so weitgehend fehlt, denn bei dem Wahnsinn der zum Teil passiert sind wir von den Grundsätzen der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung noch weit, weit entfernt. Es sind die einfachsten Dinge, die angesichts der Möglichkeit mit Künstler xy zu arbeiten offenbar bereitwilligst über Bord geworfen werden.
Und das von ansonsten meist vernünftigen Menschen.
Das geht leider bis in die Institutionen. Eitelkeit geht vor. Leider.
Grüße,
Tonmaus
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.