Hallo,
Ist dieser "Streit" XY vs. AB nicht obsolet, wenn man bedenkt, dass es bei Stereo- oder Surroundwiedergabe nicht darum geht, eine physikalisch korrekte Messung zu machen? Entscheidend ist doch, was beim Konsument am Ohr zuhause ankommt und von diesem als angenehm, räumlich etc. empfunden wird, d.h. es geht um eine möglichst "schöne" Illusion.
OK, bei echter Wellenfeldsynthese, deren Vervollkommnung und Masseneinsatz am Enduser ich noch erleben möchte, sieht das wohl schon anders aus...
In allen drei Achsen bis in kürzeste Wellenlängen tatsächliche koinzidente Mikrofonsysteme gibt es ja eh nicht, könnte man da auch argumentieren (wobei KM-Achten noch am besten wegkommen, natürlich. Bei GM-XY mit Nieren z.B. hängt der Raum aber immer "schief").
Rein technisch betrachtet sind AB und XY ja gewissermassen "entartete" Fälle von Äquivalenzmethoden und ob ihrer Entartung vermutlich nicht das Optimum (im Sinne des besten Kompromisses).
Bei einem Hauptmikrofon von/in einem Klangkörper (zu dem man auch den Diffusschall zählen kann, bei Bedarf) scheint es doch darum zu gehen, wo die Orte gleicher Hörereignisrichtungen, resp. die Orte gleicher Empfindlichkeiten (bzgl. Leistungsumme) liegen. Die zwei Kurvenscharen gleicher Orte wiederum sind bei Blumlein (oder 8er-XY) in beiden Fällen besonders verzerrungsfrei, d.h. Geraden durch den Ursprung, resp. konzentrische Kreise, d.h. gewissermassen eine winkel- und entfernungstreue Abbildung. Das würde speziell den "natürlichen" Raumklang dieser Technik einigermassen erklären können, denke ich.
Grüsse, Klaus S (der seit Monaten die sehr wervollen umfangreichen Unterlagen von E.Sengpiel studiert, auch wenn sie etwas unübersichtlich verteilt sind, leider)
http://sengpielaudio.com