Hallo, meine MBHO MBC603 Mikrofonpreamps sind ja schon ab 16V einsatzfähig. Theoritisch könnten ich doch jetzt 2 9V Blockbatterien nehmen und daraus eine Phantomspeisung basteln. Nur, wie macht man das? Gibt es dazu irgendwelche Unterlagen oder kann man das hier in wenigen Worten beschreiben z. B. an welchen Pins muß die Spannung anliegen etc. Grüße Erdie
Moin, mit 2x9 Volt bist du schon an der untersten Grenze. Nimm lieber 4 Batterien. Aber: Rechne mal aus was 4 Batterien kosten (Markenware). Ausserdem brauchst du auch immer noch eine Satz Reservebatterien, falls währen einer Aufnahme gerade der Saft alle wird (Murphy lässt grüssen) . Deine Batterien musst du dann noch in ein Gehäuse verpacken, einen Ein/Aus Schalter einbauen, LED zur Kontrolle, Neutrik XLR Stecker/Buchse..... Ausserdem kannst du in der Zeit, die du brauchst das Ganze zusammenzunageln, produktiv arbeiten und Geld in die Kasse spülen. :-) Ein 2-fach Phantomspeisegerät kostet bei Thomann 35?. Da muss man sich wirklich den Eigenbau überlegen. Gruss Gerhard
Ergänzung zu dieser Phantomspeisungs-Schaltung: Bitte unbedingt den Vorwiderstand R1 = 100 Ohm und den Kondensator C3 22 µF weglassen! Lesenswert sind diese Texte von Jörg Wuttke (Schoeps): http://www.schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_Kap6.pdf http://www.schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_Kap12.pdf http://www.schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_Kap13.pdf Folgendes sei für die Anwender zu lesen, die noch immer ahnungslos von einem eingebauten "Mikrofon-Verstärker" gleich hinter der Kapsel reden. http://www.schoeps.de/D-2004/cmc.html Die Mikrofonverstärker sind keine (!) Verstärker im üblichen Sinne. Ihre Aufgabe besteht allein darin, die Signale der hochohmigen Kondensatorkapsel für die sehr niederohmige, symmetrische Übertragung durch das Mikrofonkabel anzupassen. Das ist Impedanzwandlung von sehr hochohmig größer 1 Giga-Ohm auf niederohmig kleiner 50 Ohm.
Nichts, aber auch wirklich gar nichts spricht in den von Dir angeführten Texten gegen die Bauteile, die Du lieber weglassen möchtest. Sie entkoppeln mehrere Kanäle voneinander und glätten die Speisung noch einmal. Außerdem wird der Einschaltknack verkleinert. Man kann das gerne so machen - und die meisten Hersteller machen das auch so. Grüße Opi
... wenn, dann schon in die Vollen gehen und 5 9V-Blöcke einsetzen. Damit bliebe man innerhalb des Toleranzfeldes (48 V +/- 4 V). Damit der Aufwand auch Sinn macht, sollte man für die 6k8-Widerstände Exemplare mit 0,1 % Toleranz nehmen. (Der Mehrpreis ist nicht der Rede wert!) S. auch Wuttkes "Mikrofonaufsätze" - dort findet sich auch ein Hinweis auf die Dimensionierung der Vorwiderstände bei anderen Spesiespannungen als 48 V. Zu beachten bei verringerter Phantomspannung: Die maximale Aussteuerbarkeit des Impendanzwandlers nimmt ab! Wenn Du unbedingt basteln möchtest, nimm eine preiswerte Phantomspeisung (andere verweisen auf Th____) und überprüfe die darin eingesetzten 6k8-Widerstände auf gleichen Wert. PS: Batterien rauschen! Deshalb ist der Vorschlag, R1 und C3 wegzulassen, sogar falsch.
"Folgendes sei für die Anwender zu lesen, die noch immer ahnungslos von einem eingebauten "Mikrofon-Verstärker" gleich hinter der Kapsel reden. http://www.schoeps.de/D-2004/cmc.html
Nettes Eigentor, denn dort liest man auch: "Die verschiedenen Ausführungen unterscheiden sich durch ihre Stromversorgungsart, Verstärkung und Oberfläche, jedoch ..." Also doch "Verstärker" ? ;-))
Moin... "Also doch "Verstärker" ? ;-)) " Das würde ich doch auch mal unterschreiben. Auch Verstärker mit eine Verstärkungsfaktor von genau 1 oder auch kleiner als 1 lassen sich ohne Probleme als Verstärker bezeichnen. Und jede Impedanzwandlung, bei der Energie zugeführt werden muss, ist physikalisch gesehen erst recht eine Verstärkung. Bei einer passiven DI-Box (Übertrager), bei der Spannung herauf- oder heruntertransformiert wird, die Energie aber (bis auf ohmsche Verluste) gleich bleibt, ist eben "nur" ein Impedanzwandler. Oder ein Impedanzwandler mit eingebautem Dämpfungsglied. Bei einer Impedanzwandlung mit einem Spannungsverhältnis von genau 1 zwischen Ein- und Ausgang, bei der aber der Ausgang niederohmige(re) Lasten treibt als der Eingang, muss aber Energie zugeführt werden. M.a.W. es ist "passiv" nicht machbar. Also sehr wohl ein Verstärker. Abgesehen davon, dass ich diese Begrifflichkeits-Korinthenk***erei nicht besonders mag: Wenn schon klugsch***en, dann richtig. ;) Jens
"Auch Verstärker mit einem Verstärkungsfaktor von genau 1 oder auch kleiner als 1 lassen sich ohne Probleme als Verstärker bezeichnen." Ach? Ein Gerät, das ein Signal 1:1 verarbeitet oder 1: kleiner 1 verarbeitet, ist kein " anständiger" Verstärker. Das ist höchstens philosophisch zu betrachten, denn das ist so seltsam, wie das Null-Wachstum. Da sollte man mal in Ruhe darüber nachdenken; auch über den Sinn von: "negativer" Verstärkung. Es gibt doch das klare Wort "Dämpfung" dafür.
Moin... "Ach? Ein Gerät, das ein Signal 1:1 verarbeitet oder 1: kleiner 1 verarbeitet, ist kein " anständiger" Verstärker." Nein? Was ist dann mit Regel-, Anpass-, Summier-, Mess-Verstärkern? Klar, alle von Idioten gebaut. Was ist mit dem Kanalfader eines Mischpultes, der von -unendlich bis +irgendwas dB geht? Ein Dämpfungsglied ja nun nicht gerade. Oder wird eine Schaltung vom Dämpfungsglied zum Verstärker, je nach dem wie das Poti steht? Vor allem bist jetzt erstmal du am Zuge: Definiere "1:1"? Was soll da jetzt 1:1 übertragen werden? Strom? Spannung? Leistung? Da muss man sich schon entscheiden. Und HIER ist es doch wohl so, dass die Spannung gleichbleibt, aber der Strom verstärkt wird. Es wird nirgendwo etwas weggenommen, es bleibt eine Größe gleich (Spannung) und in der anderen (Strom) kommt was dazu. Immer noch kein Verstärker? Und in der Leistungsbilanz steckt auch eine Menge "Verstärkung". "Das ist höchstens philosophisch zu betrachten, denn das ist so seltsam, wie das Null-Wachstum." Was ist daran so schwer? Null Wachstum heißt "kein Wachstum" - Stagnation. Und ob du die Änderung einer Geschwindigkeit jetzt "(negative) Beschleunigung" oder "Verzögerung" nennst, ist allein eine Frage des Bezugssystems - kann man sinngemäß bei Einstein nachlesen. "Da sollte man mal in Ruhe darüber nachdenken; auch über den Sinn von: "negativer" Verstärkung. Es gibt doch das klare Wort "Dämpfung" dafür." Wenn der Rand des Nachtischtellers schon den Horizont darstellt, dann ist negative verstärkung schon schwierig... Unter Dämpfung verstehe ich die Dissipation von Energie. Reibung, ohmscher Widerstand etc. Bei einer "Dämpfung" stecke ich mehr Energie vorne rein als hinten rauskommt. Hier musst du aber Energie zuführen. Wenn du also deinen Impedanzwandler als "Dämpfungsglied" bezeichnen möchtest, dann sind wir bei "negativer Dämpfung". Das wird dann philosophisch erst recht lustig... Du kannst ja mal versuchen, einen Impedanzwandler mit Spannungsverhältnis 1:1, der von hochohmigem Eingang auf niederohmig belastbaren Ausgang transformiert, rein passiv aufzubauen. Wenn du DAS geschafft hast, dann können wir weiterreden... Jens
... wenn, dann schon in die Vollen gehen und 5 9V-Blöcke einsetzen. Damit bliebe man innerhalb des Toleranzfeldes (48 V +/- 4 V). Joo, schon richtig, war aber zu faul jetzt noch die 5. dazuzuzeichnen. Mit den 4 Batterien hatte ich damals die +/- 18Volt für den nachfolgenden Verstärker (oder ist das jetzt ein negatives Dämpfungsglied :-) gemacht. Gruss Gerhard
Hallo Gerhard, nur mal ne Gegenrechnung: angenommen, ich hole mir ein Speiseteil bei Th....., was kostet die 50m-Stromkabeltrommel, um das Netzteil dieses Speiseadapters anzuschließen, und welche Zeit verbringe damit, das Stromkabel abzurollen und nachher wieder aufzuwickeln? So gesehen lohnt sich ein eine Batteriespeisung doch wieder ;-) Zu deiner Schaltung hätte ich noch ne Frage: kannst du mir bitte die "Ferrite"-bemaßung nennen? Ich habe meine Bastelkiste leider schon länger nicht mehr gesehen, deshalb muß ich wohl was neues kaufen. Besten Dank, Jens
Moin, kann ich jetzt so einfach nicht beantworten. Die Schaltungsunterlagen/Stücklisten von damals sind alle 'ausgelagert' auf DVD. Muss ich mir mal bei Gelegenheit wieder reinladen. Gruss Gerhard