Watermarking bei Audio ist schon lange Realität. Der Witz dabei ist, dass viel "Watermarking" unabsichtlich passiert, nämlich durch Dreckeffekte der Hardware oder Software. Einfaches Beispiel: der spektrale Rauschteppich eines bestimmten AD-Wandlersystems bleibt in der Aufnahme normalerweise komplett erhalten (wenn man sich nicht ganz speziell darum kümmert). Das ist wie das Linienspektrum eines chemischen Elements, ein charakteristisches Merkmal, das brennt sich ein, zumal wenn da alle Signale durch liefen. Klassiker ist das HF-Pfeifen (9kHz) der ersten Digidesign-AD-Wandler, das man auch auf etlichen alten CDs hören kann.
Es gibt eine ganze Fülle von Methoden, die, wenn man sie kombiniert verwendet, absolut jede Manipulation überstehen -- d.h. das Wasserzeichen wird noch erkannt, wenn das Signal schon bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Selbst ein kompletter Scamble-Algorithmus wird "überlebt" (so wie auch normaler gescrambleter Text trotzdem entschlüsselbar bleibt). Voraussetzung ist, dass das Signal selber soviel "Rauschen" enthält, dass das Wasserzeichen verdeckt, d.h. unhörbar bleiben kann.
Einen reinen, ungeditherten Sinus kann man zwar vielleicht schlecht watermarken, aber man kann immer noch den erzeugenden Code erkennen, von dem er kommt... wenn der Sinus in hoher Auflösung vorliegt und ausserdem eine hohe Zykluslänge hat (praktisch also immer, weil das kgV von Signal- und Samplingfrequenz bis auf Sonderfälle immer sehr hoch wird). Minimalste Unterschiede im Algorithmus oder Rundungsfehler erzeugen dann irgendwann einen Samplewert, der mit einer anderen Erzeugermethode auch einen anderen Wert hat. Das alles nur nebenbei, aber es zeigt dass sogar "sichere Signale" wie reine Sinustone noch einen Subtext haben können, der die Quelle verrät.
Das ganze Musikgenres eigentlich in dem Sinne illegal wären (weil fast alles von irgendwo gesamplet wurde), steht auf einem anderen Blatt. Ausserdem muss man, wenn ich mich irre, die Quelle nur angeben etc, wenn das Sample eine bestimmte Mindestlänge hat (bei Filmzitaten, glaube ich 3 Sekunden?).
Grüsse, Klaus S
hier ein BBC-Papier zur Sache:
http://www.bbc.co.uk/rd/pubs/whp/whp057.shtmlBBC R&D White Paper WHP057 Audio watermarking