Stereopanorama Flügel

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Zusammen!
Ich habe eine Frage bezüglich Soloklavier(Flügel)aufnahmen:
Ich habe mir jetzt einmal verschiedene Aufnahmen angehört und festgestellt, dass es anscheinend zwei verschiedene Ansätze gibt, Diskant und Bass im Stereopanorama zu verteilen. Während bei einigen Aufnahmen der Diskant eindeutig rechts und der Bass links, also in Spielerposition zu hören ist, wurden andere Aufnahmen genau umgekehrt angefertigt. Beides klingt in meinen Ohren nicht falsch (vielleicht aber auch nur, weil ich selber Klavier spiele, als auch gerne Klavierkonzerte besuche? ;-)
Wie geht Ihr denn bei euren Aufnahmen da vor und gibt es Pros und Kontras zu den verschiedenen Herangehensweisen? (Dass es DIE Art das Klavier aufzunehmen nicht gibt ist mir schon bewusst :-)
Ich stell es mir bei der erstgenannten Version (Spielerposition) etwas problematisch vor, da das Hauptmikrofon wohl meist Publikumsseitig zu stehen hat und die Verteilung hier ja wesentlich mehr zu links Diskant und rechts Bass (also genau umgekehrt) hin tendiert. Oder mache ich einen Denkfehler?
Würde mich freuen, wenn dazu einige Meinungen gepostet werden würden!
Gruß!
Philipp
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Antwort#2
Ich finde beide Varianten nicht so ganz ideal meistens. Man hat beim Hören zwar eine breite Auflösung, aber das Ding klingt doch sehr viel größer als man es in einer Live-Situation normalerweise erlebt (wenn man nicht gerade der Pianist oder Dirigent oder Konzertmeister ist). Bei solchen Aufnahmen habe ich oft das Gefühl, sehr nah am Flügel zu sitzen was die Breite angeht, was den Klang an sich angeht (Präsenz, Durchsichtigkeit, Raum) jedoch weiter weg. Das wirkt auf mich sehr "künstlich" und "designed", aber erzeugt keine Illusion von Natürlichkeit.
Wenn ich selbst Flügel aufnehme, dann tendiere ich eher zu einer Perspektive, die dem Konzertbesucher nahekommt. Entweder Äquivalenz oder AB, und meist etwas weiter weg, so daß das Instrument als eine geschlossene Schallquelle in der Mitte erscheint (und die volle Stereobasis dann nur Raum abkriegt). Evtl. noch ein (!) oder zwei Druckempfänger am Tail-End, und dann je nach Stück mehr oder weniger stark dazu, ebenso eventuelle Raummikros.
Gerade bei Klavierkonzerten mit kleinerem Orchester scheint es mir durchaus fraglich, ob man eine eigene Flügelstütze überhaupt braucht, oder ob man mit einer Äquivalenzanordnung und einem guten Dirigenten nicht schon eine gute Balance Streicher/Flügel erreicht. Der Flügel muß da jedenfalls nicht genauso breit sein wie das Orchester.
Finde ich.
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Antwort#3
Bei dieser preisgekrönten Tonaufnahme mit dem AB-Haupmikrofonsystem aus zwei parallel ausgerichteten Kugeln mit 30 cm Mikrofonbasis am Tail-End des Flügels positioniert, wird man nicht heraushören können, wo denn die Höhen und wo die Bässe herkommen. Ein Vertauschen von L und R ergibt hier keinen bewegend anderen Klang.
Dieses Auseianderreißen des Klangs in zwei Gebiete ist sicher Geschmacksache. Es kommt immer von den zwei fetten Stützmikrofonen - eines weit unten an den Bass-Saiten und eins oben am Diskant. Nur dabei hat man dann die Effektklang-Auswahl: Bass links und Höhen rechts, wie der Pianist es hört oder Bass rechts und Höhen links, wie es wirklich niemand "in der Natur" im Publikum hört. Nur ein "Sänger", der nah in der Beuge des Klaviers stehen würde und der sich zu den Saiten hin ausrichtet, könnte vielleicht so ähnlich hören.
http://www.sengpielaudio.com/Klavier1.pdf
http://www.sengpielaudio.com/Klavier2.pdf
http://www.sengpielaudio.com/Klavier3.pdf
Auch die anderen Klavierbeispiele bevorzugen nie eine bestimmte "Ausrichtung". Das sollte zumindest zu denken geben. Trotzdem kann man ungestraft machen, was einem gefällt.
In der Unterhaltungsmusik würde ich bei einer Nahaufnahme ein Klavier immer effektvoll in zwei Stereo-Teile reißen und je nach Bedarf mal so rum oder besser noch so herum pannen.


Preisgekrönte Klavieraufnahme als Hörbeispiel
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Antwort#4
Muss denn eine Stereo Stütze den Klang unbedingt in die Breite ziehen? Man kann doch die Mikrofonbasis entsprechend klein wählen, so daß das Instrument zwar immer noch flächig, aber eben nicht in der vollen Breite auf der Lautsprecherbasis erscheint.
Erdie
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Antwort#5
Zwei Nieren (Stützen oder Haupt) am Klavier.
Eine oben und eine unten. 2,50 m auseinander.
Auf halblinks und halbrechts gepannt.
Das klingt nicht und die Abbildung zwischen den Lautsprechern ist komisch.
Besser klingt AB 30 bis 40 cm, dann aber immer voll Anschlag L und R.
Und Mikrofone nie im Klavier drin. Der Klang wäre voll daneben.
Immer vom klassischen Musikstück ausgehend. Nicht von Piazolla.
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Antwort#6
Wenn es möglich ist, würde ich Kugeln vorziehen.
Erdie
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Antwort#7
Dann höre dir mal im Vergleich an:
1.) 2 m Basis AB-Kugeln vor dem Flügel im Panorama auf halblinks und halbrechts gepannt und
2.) 30 cm Basis AB-Kugeln vor dem Flügel im Panorama voll auf L und R gepannt.
Das wird dir die Ohren öffnen. Das hört man "blind".
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Antwort#8
Wie kommst Du eigentlich auf 2 Basis und AB gepannt? Ich würde NIEMALS eine AB System mit den Panpots verengen, die stehen IMMER auf voll Rechts/Links - ansonsten gäbe es massive Kammfilter. Ich habe doch gar ncihts davon bzw. von einer 2m Mikrofonbasis gesagt. Im Falle des Klavierstützmikrofons rate ich nur dazu die Mikrofonbasis relativ klein zu halten um das Klavier nicht auf die volle Stereobreite erscheinen zu lassen. So 30 cm, wie Du gesagt hast, kommt schon ungefähr hin. Ich glaube, wie habe hier ein Mißverständnis wenn Du meinst, ich rate dazu ein AB System mit Panpots zu verengen. IMHO würde ich nur Kugeln wegen der Übertragungseigenschaften bevorzugen wenn es der Raum zuläßt.
Erdie
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Antwort#9
"Muss denn eine Stereo Stütze den Klang unbedingt in die Breite ziehen?"
Diesen Satz habe ich verstanden, als ob das hieße: mach doch einfach die beiden auseinanderstehenden Stützen mit dem Panpot enger.

So hast du es nicht gemeint, denn du mailst: "Wie kommst Du eigentlich auf 2 Meter Basis und AB eng gepannt?
Ich würde NIEMALS eine AB System mit den Panpots verengen."
Alles klar. Das war ein Missverständnis.
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Antwort#10
Alles klar, macht nix. Wenn ich das so verstanden hätte, hätte ich an Deiner Stelle auch gemeckert ;-)
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