Hallo Tonschaffende, beim durchblättern des Schöpskataloges bin ich auf eine "Platte für gerichtete Grenzflächentechnik (BLCg)" gestoßen. - http://www.schoeps.de/D-2004/boundary-layer-direc.html#blc Diese Technik sollte doch auch mit jedem anderen Nieren- oder Supernieren-Kleinmembraner funktionieren - nur benötigt man dazu auch so eine 61mm-Platte ??? Das Ding wird doch eh auf den Bühnenboden gelegt ? Ist es da nicht sinnvoller eine Art Trittschutzkäfig für ein einfach auf dem Boden liegendes Mikrofon zu bauen ? Hat jemand Erfahrungen mit dem Umfunktionieren durch nur auf den Boden legen ??? Fragen über Fragen ... Viele Grüße Torsten
Es geht. ich habe vor kurzem bei einer sehr platzbeengten Opernproduktion vor die Instrumentalisten (einreihiger Halbkreis) eine Art DECCA-Tree gelegt (3x Oktava MC012 Kugeln). Ich habe dazu auf einem dünnen Holzbrettchen zwei Leisten im Abstand des Mikrodurchmessers montiert und das Mikro dazwischengelegt (Schaumstoffvlies dazwischenklemmen!). Das schaut komisch aus, ist jedoch trittsicher. Man muss bei dieser Technik jedoch Höhenverluste in Kauf nehmen, da die oberen Teile der Membran den Schall mit einer längeren Laufzeit (Reflexion) abbekommen als die bodennahen Teile. Das ganze kann aber mit einem bei etwa 5kHz einsetzenden Filter ausgeglichen werden. Trittschall war bei den Kugeln kein Problem. Hermann
Richtig, diese runde Schoeps-Platte (blc) ist für das "Prinzip Grenzfläche" nicht notwendig. Es reicht direkt eine schallharte Fläche, auf der das Mikrofon liegt. Mikrofone mit Kugelcharakteristik funktionieren dabei problemlos und ergeben einen glatten Frequenzgang. Der Körperschall ist bei Druckempfängern recht gering. Darum ist eine Schaumstoffunterlage nicht so das Problem. Darum funktioniert das mit den Kugeln sehr gut, was HermannP macht. Druckempfänger gehören zum richtigen Prinzip der Grenzflächenmikrofone. Etwas anderes sind Nierenmikrofone und Supernierenmikrofone (Hypernierenmikrofone). Da gibt es Probleme mit dem auftretenden Nahbesprechungseffekt durch die Reflexionen von der nahen Bodenfläche. Der Frequenzgang bei tiefen Frequenzen ist recht wellig und angehoben. Das Brummeln hört man störend. Auch wird bei diesen Druckgradientenempfängern der Körperschall über den Boden störend weitergegeben. Vielleicht berichtet hier jemand einmal über die erlebten hörbaren Schwächen von Grenzflächenmikrofonen, die eben keine Druck-Kugeln sind. Es jubeln immer nur die zufriedenen "Druck-Anwender" und die enttäuschten "Gradienten-Anwender" schweigen üblicherweise. Warum?
Hallo zusammen, habe sehr gute Erfahrungen mit dem Crown PCC160. Dieses Mikro hat die Charakteristik einer halben Superniere und die Entwickler haben die hier genannten Nachteile weitestgehend zu vermeiden gewußt. Ich nehme es sehr gern für Beschallungsaufgaben im Flügel oder Klavier, es funktioniert auf Grund seiner Neutralität sehr gut in der Bassdrum, ich hatte es auch schon auf Rednerpulten und Konferenztischen im Einsatz (sehr unauffällig) und auch zur Aufnahme des Bühnengeschehens für Videozwecke. Man ist hierbei natürlich nicht darauf beschränkt, es auf den Boden zu legen, man kann es auch ans Portal kleben, auch da fällt es (schwarz auf schwarz) kaum auf. Gruß Jörg
Nun, den Grenzflächen-EFFEKT, also den Druckstau, kann man auch durch eine dicht vor der Grenzfläche angebrachte Kapsel nutzen. Freilich ist der Bereich des nutzbaren Druckstaus in gewisser Weise von der Wellenlänge des Schalls abhängig: bei lambda/4 ist das erste Schnellemaximum... Gerade bei Gradientenempfängern, die ja für nicht senkrecht einfallenden Schall gedacht sind, kommt natürlich das bei EBS beschriebene Phänomen der "wandernden" Welle zur Geltung. Man müßte mal ausprobieren, wie z.B. zwei Nieren, die an der Rückwand eines Raumes senkrecht nach oben zeigen, auf rechtwinklig zur Wand einfallenden Schall reagieren.