Ich habe neulich ein Konzert gesungen, das aufgezeichnet wurde. Da ich ja selber nur bedingt eine Ahnung von Konzertaufnahmen habe, folgende Frage. Es war ein grosses Konzert mit Chor, Knabenchor und Solisten. Der Tonmann, hat im Raum zwei Kleinmembranen (ich glaube Klm184) weit hinten in der Kirche und etwas weiter vorne, aber sehr weit oben nochmals 2 (ca.4-5 Meter) platziert. Dazu für die Solisten (für uns), insgesamt zwei TLM170, für die Bassgruppe eines und für die Harfe eines und möglicherweise noch mehr. Gut. Jetzt habe ich folgendes beobachtet. Beim vorderen Raumpärchen ist jedes Mik doppelt, also je zwei KLM direkt übereinander, gleiche Richtung etc. Was macht das für einen Sinn. oder wollte er einfach noch einen einfachen Stereomittschnitt auf einem DAT oder so zusätzlich. Wahrscheinlich gähnt ihr alle jetzt, weil das für euch eh klar ist. Wer mag es mir erklären?
Hast du im Chor oder als Solist gesungen. Warst du mit der Wortverständlichkeit zufrieden? Wenn beim vorderen Raumpärchen jedes Mikrofon doppelt war, dann sieht das nach "Paket-Dienst" aus. So etwas macht ein Techniker, wenn er genügend Mikrofone hat und man interessant erscheinen will oder weil man unsicher ist, oder man sich durch eine spätere Mischung der beiden Mikrofone vielleicht einen besseren Raumklang erhofft.
Bei der Aufnahme von Raumsignalen kann ich mir eher MS nicht vorstellen, vor allem, weil es hier heißt, "bei den vorderen Raumpärchen ist jedes Mikrofon doppelt". Es gibt also nicht in der Mitte ein MS-System, sondern eher in Groß-AB-Aufstellung je ein Straus-Paket. Aus welchen Gründen auch immer. Straus hat seine Pakete als Stützmikrofone verwendet; niemals als Raummikrofone und schon gar nicht als Hauptmikrofon. Bei Raummikrofonen denke ich nie an koinzidente Signale. Raumsignale haben schön "dekorreliert" zu sein, besonders bei tiefen Frequenzen.
Also: Ich habe wie beschrieben ja als Solist gesungen, was aber unwichtig ist für die Frage. Ich hatte heute nochmals das gleiche Konzert (Liverpool Oratorio von Paul McCartney) und es wurde nochmals aufgezeichnet. Ich habe den Techniker gefragt und es ist tatsächlich ein Nieren- und ein Kugelsystem. Heute waren es nur Kugeln, weil es im soundmässig nicht gepasst hat gestern. Er sagt, dass es für flächigen Sound von Vorteil sein kann oder so. Er ist eigentlich nicht ein Typ, der es nötig hat zu protzen. Also danke trotzdem für die Antworten. Wie die Aufnahme wurde werde ich ja sehen. Das Konzert war ja rein akustisch.
"Er ist eigentlich nicht ein Typ, der es nötig hat zu protzen." Das geht in Ordnung. Wenn du einfach Mikrofone aufbaust, kümmert sich niemand drum. Hast du ein KFM-Mikrofon, dann wirst du mal angesprochen. Packst du 2 Mics als Paket zusammen, dann herrscht großes Intresse und du kannst dich kaum vor Erklärungen retten. Man braucht eben manchmal auch "Gimmicks" (Mätzchen).
...ergänzend: man wird öfter mal von jungen 2. Geigerinnen angesprochen, ob denn das Mikrofon genau über ihrem Pult sein müsse. Sie können ja nicht wissen, daß es eine Acht ist, die genau NICHT auf ihr Pult zeigt, sondern auf die Solo-Oboe dahinter. Ein bißchen gemein muß man manchmal einfach sein *fg*