Grenzfläche als Hauptmikrofon?

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich möchte Klavier mit Gesang in einem Musiksaal einer Schule aufnehmen, wobei die Deckenhöhe leider etwas gering ist (ca. 2,5 - 3 m). Der Raum ist ungefähr 8 x 10 m groß, was IMHO auch grenzwertig klein ist. Nun gilt es das Beste daraus zu machen. Die Decke ist mit einem Lattenähnlichen Material abgesengt, welches längliche Schlitze hat, zwischen denen gerade ein Mikrofon passen würde. Ich habe ich mir deshalb überlegt, aus eine Platte ein Grenzfläche zu bauen und die Mikrofonkörper in die Schlitze der Decke einzulassen um damit ein Grenzflächen AB als Hauptmikrofon zu bauen. Zusätzlich möchte ich Flügel und Sänger mit Stereo AB Sytemen stützen. Was ist davon zu halten, könnte man damit Erfolg haben?
Danke und Gruß
Erdie
ZitierenPost melden
Antwort#2
Würde ich von abraten. Wenn schon, dann mal auf den Boden legen versuchen, weil auch Grenzflächen wollen ja positioniert sein. Würde aber auch unter solch "grenzwertigen" Bedingungen immer eher die gute alte AB oder ORTF empfehlen. (Wichtig: was ist es denn für Musikmaterial? Kommt ja auch immer darauf an...)
Schöne Grüße Rolf
ZitierenPost melden
Antwort#3
Es wird sich um Lieder handeln, hauptsächliche Schubert. Das Problem ist, daß ich ja schlecht Löcher in den Boden bohren kann um die Mikrofone einzulassen, in der Decke sind die passenden Schlitze vorhanden. Und so einfach auf den Boden legen, da habe ich meine Zweifel weil die Kapsel ja nicht bündig mit der Fläche abschließt. Da gibt es wiederum Probleme bei höheren Frequenzen. Das war meine Motivation.
Grüße
Erdie
ZitierenPost melden
Antwort#4
Lieder...da könnte man musikhistorisch einen kleineren niedrigeren Raum durchaus begründen. Ich hatte mal so eine Aufnahme, und bin mit ORTF-Hauptsystem in nur etwa 2,5 m Abstand und ca 2 m Höhe (in ca 260 hohem Raum) gut gefahren. Den Rest mit Positionierung des Sängers gemacht, und eine seitliche Sängerstütze, in die er sich "hineindrehte", wenn er zum Klavier schaute und aus dem Hauptsystem rausdrehte.
ZitierenPost melden
Antwort#5
Ich werde das einfach mal ausprobieren .. was anderes geht wohl nicht ..
Gruß
Erdie
ZitierenPost melden
Antwort#6
Na, die Diskussion hier hat Dir ja toll weitergeholfen, oder?
ZitierenPost melden
Antwort#7
Naja, manches muß man eben selber ausprobieren, da führt kein Weg vorbei. Es hätte ja sein können, daß schon jemand etwas ähnliches gemacht hat.
ZitierenPost melden
Antwort#8
Wo ich in einer bequemen Hose und einem gemütlichen Pullover / Hemd auftauche, um in Ruhe die Geräte aufzubauen und mein Tonregieplätzchen einzurichten, käme Erdie erst mal in 'nem Blaumann und 'nem Werkzeugkoffer unterm Arm, um die Bühne / den Saal umzubauen.
:->
1.)
Mit Material, das ich nicht habe, wollte ich nicht arbeiten - auch nicht um einer Bastelstunde willen.
Wie die Decke als Fläche wirkt, läßt sich aus Deiner Beschreibung nur befürchten - also müßte die zu installiernde Platte als Grenzfläche für Deine Mikrofone schon recht groß sein. Und vergiß dabei nicht die Auflage: Die Grenzfläche darf keinem auf den Kopf fallen.
Und nicht vergessen: Kabel unter einer Decke verlegen ist auch Basteln. ;-)
Apropos: Hast Du schon mal den Hausmeister jener Örtlichkeit befragt?
2.)
Ich glaube nicht wirklich, daß die Lösung "Grenzfläche unter die Decke schrauben" bessere Ergebnisse bringt als zwei Mikrofone, die "grenzflächig" auf den Boden gelegt werden.
Immerhin läßt die "grenzflächige Bodenlösung" zum Experimentieren weit mehr Freiraum: Nierenkapsel gegen Kugelkapsel, Veränderung der Abstände zwischen Klangkörper sowie Mikrofonen.
ZitierenPost melden
Antwort#9
Man könnte auch probieren, Druckempfänger auf Notenpulte zu legen. Das gibt für höhere Frequenzen auch eine Grenzfläche - ich habe es mal *beinahe* ausprobiert, weil weniger Stative da waren als vorgesehen, aber dann hat doch noch jemand eins aufgetrieben.
Wenn ich mal Gelegenheit habe, werde ich das wirklich mal ausprobieren.
Evtl. läßt sich ja mittels Stellwänden noch ein bißchen was an der Raumakustik machen? Einen kleinen "Stellwand-Verhau" hinten rein...
ZitierenPost melden
Antwort#10
Unterschätze niemals die Bastelleidenschaft von Physikern und Maschinenbauern.
Das Mc Gyver als Physiker dargestellt wurde war kein Zufall.
Was die wenigsten wissen ist:
Maschinenbauingenieure sind noch schlimmer!
Wenn ein Prinzip verstanden wurde, dann ist man stets verleitet die Möglichkeiten und Grenzen zu erweitern. Hier am do it yourself Grenzflächenmikrofonen hervorragend zu beobachten.
Liebe Grüße,
Machiko
ZitierenPost melden
Antwort#11
Hi Juppy,
die Bastelstunde mache ich zuhause und es wird kein Publikum dort sein. Es kann also nur mir oder dem Pianisten etwas auf den Kopf fallen D:)
Gruß
Erdie
ZitierenPost melden
Antwort#12
Du bist ja ein ganz ausgefuchster!
Hoffentlich klappts!
ZitierenPost melden
Antwort#13
Alter, ist das hier wieder eine Diskussion... ich hatte Erdie empfohlen, ohne die hier übliche Hochnäsigkeit, wie ich hoffe, von Grenzflächen unter solchen Umständen abzusehen, weil man die Signale der Stützen nach meiner Erfahrung eh vorziehen wird. Wenn doch Grenzflächen, dann die fertigen, und die kann man durchaus auf den Boden legen. Insofern hat ihm die Diskussion, sollte man meinen, schön genützt, oder?
Schöne Grüße Rolf
PS: Grenzflächen aus Notenständern?!? Weil zuwenig Stative da sind?!? Also auf DEN Erfahrungsbericht wäre ich aber wirklich mal gespannt...
ZitierenPost melden
Antwort#14
Das mit den Notenpult-Pseudogrenzflächen wäre natürlich eine Notlösung gewesen. Ich muß das aber wirklich mal ausprobieren. Ich meine, man sieht doch manchmal die Schoeps-Mini-BLMs (die mit der aufgesetzten Kapsel) auf Plexiglasplatten, die auch nur ungefähr die Größenordnung eines Orchesterpultes haben. Warum dann nicht ein Orchesterpult nehmen und eine Schoeps-Kapsel drauf?
Klar: der Grenzflächeneffekt tritt nur für Wellenlängen bis zu einem bestimmten Ausmaß auf. Das ist bei Notenpulten genauso wie bei Plexiglasplatten. Höchstens unterschiedliche Resonanzen der Platte könnten eine Auswirkung haben. Oder irre ich da?
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.