Hallo auch, ich hätte mal eine Frage an die Übertrager-Experten, besonders an Rainer. Ich verfüge über eine größere Anzahl an V624 von Telefunken. Als Vorverstärker sind sie nicht wirklich ernstzunehmen, sie beinhalten aber zwei Übertrager, von denen ich denke, daß sie in einer besseren Schaltungsumgebung noch gut einsetzbar sind. Es handelt sich um einen 1:5 und um einen im seltsamen Verhältnis 10:1. Die genauere Bezeichnung des 1:5-Übertragers lautet: 42.5061 / 8.647.306 / Ke-Mo Wer kann etwas genaueres sagen über diese Type, die Typenbezeichnung an sich und evtl. über den möglichen Hersteller? Ich kann leider mit dem kryptischen Zahlencode nichts anfangen. Die Bezeichnung "Ke-Mo" ist mir schon häufiger mal untergekommen, sagt mir aber auch nichts. Ich habe sicherheitshalber mal einen Ausschnitt aus dem Schaltbild eingescannt. Ihr findet es unter: http://www.licht-und-schall.de/Pictures/v624.jpg Wäre sehr dankbar, wenn mir jemand da weiterhelfen könnte. Herzlichen Gruß Markus P.
die Übertragertypen kenne ich auch nicht. Oftmals haben die Firmen die Übertrager noch mit einer hausinternen Nummer kodiert, damit der tatsächliche Hersteller verschleiert wird um den Nachbau ihrer Geräte zu verhindern. Mit Sicherheit handelt es sich bei dem 1:5 um einen Eingangs- und bei dem 10:1 um einen Ausgangsübertrager. Man könnte mal Messungen anstellen, bis zu welchem Pegel die Übertrager noch sauber arbeiten, ohne daß der Klirrfaktor unzulässig hoch ansteigt, vor allem bei tiefen Frequenzen. Weiterhin kann man den optimalen Lastwiderstand - und auch den optimalen Quellwiderstand - ermitteln indem man mit Rechteckspannungen prüft wo das optimale Rechteckübertragungsverhalten vorhanden ist. So habe ich das mal bei Übertragern von Sennheiser ermittelt. Das Betriebs-Übersetzungsverhältnis wird sich dann allerdings etwas vermindern. Leider kann ich aus der Schaltung so gut wie nichts erkennen, weil die Zeichnung kaum lesbar ist. Der 10:1 scheint mir eher ein Übertrager aus der Röhrentechnik zu sein. Mehr kann ich momentan auch nicht dazu sagen. Grüße Rainer
Hallo Rainer, danke erst mal für die Antwort. Mich wunderts, daß die Zeichnung schlecht zu sehen sein soll, bei mir gehts. Vielleicht habe ich da irgendeinen "Mist" gebaut. Kurz zur Erläuterung des V624. Der Stammt aus der ELA-Reihe von Telefunken, so aus den 70-ern. Der 1:5-Übertrager dient als Eingangsübertrager für Mikrophon-Pegel. Der 10:1 Übertrager als Eingangsübertrager für Line-Pegel. Der 1:5 Übertrager landet auf einer einfachen Transistorstufe (BC109), deren Verstärkung schaltbar ist. Der 10:1 landet auf einer weiteren schaltbaren Teilerkette, mit der sich der Line-Pegel stellen läßt, bzw. der Ausgang der Mikrophon-Vorverstärkerstufe aufgeschaltet wird. Hat jemand vielleicht einen Verdacht, woher AEG-Telefunken damals seine Übertrager bezogen hat, oder haben die selber welche hegestellt? Habe ja auch schon Übertrager mit anderen Zahlencodes gesehen, die dann mit Bv anfangen. Ansonsten werde ich sie halt in Ruhe mal durchmessen müssen. Herzlichen Gruß Markus P:
soweit ich weiß, bezog Telefunken seine Übertrager auch von der Firma Haufe in Usingen. Mit "Bv" fangen viele Trafobezeichungen an. Das Kürzel "BV" ist jedem Trafohersteller bekannt und heißt ganz einfach "Bauvorschrift". Die Lösung den Line-Pegel mit 10:1 runter zu transformieren und dann auf dem Mikrofoneingang zu gehen ist in der Tat keine gute Lösung. Jede Pegelabschwächung und anschließende Verstärkung verschlechtert die Rauschzahl. Besser ist es, die Verstärkung nur so hoch einzustellen (z.B. durch Gegenkoppelung) wie man sie braucht.
Hallo Rainer, herzlichen Dank für die Tips. Ich werde mich mal bei Haufe erkundigen, ob sie seinerzeit die Übertrager dafür produziert haben. Mich wundert halt die Bezeichnung KeMo. Meine Frage ist, ob dies mal ein Hersteller oder eine Bezeichnung für eine Übertragerlinie war. Via Google bekommt man da ja leider nichts raus, bzw man landet bei dem Hersteller dieser Billig-Bausätze, der garantiert keine hochwertigen Übertrager hergestellt hat. Die ELA-Serie beinhaltete auch einen Sammelschienverstärker (V621), der auch "unter aller Kanone" war, maximaler Ausgangspegel 2,2V. Die Ausgangsübertrager, die darin verbaut waren (auch KeMo) vertragen deutlich mehr. Das ganze Zeugs ist ja auch für Telefunken-Verhältnisse weit unter Studio-Niveau geblieben, an einen Vergleich mit Neumann oder Lawo gar nicht zu denken. Vielleicht kennt ja jemand hier im Forum diese alte ELA-Serie von Telefunken. Ich habe diese Geräte vor langer Zeit aus dem ICC-Berlin abstauben können. Die gesamte ELA-Technik war damit ausgestattet. Es ist ein Wunder, wie die es damals geschafft haben, ernsthafte Beschallungen nur mit einem Kuhschwanzfilter (mehr hatten die Kassetten nicht) zu realisieren. Herzlichen Gruß Markus Przybilla