Dynamik-Verlust bei Radio-Musik (Klassik) ?

Erstellt 33 Antworten34 Beiträge
Antwort#21
Wahrscheinlich ist die Forderung, entsprechende Dynamikbearbeitung im Abhörgerät zu implementieren nicht realistisch machbar. Aber, wie an anderer Stelle schon geschrieben, es bleibt ja noch die CD für un- oder wenig komprimierte Dynamik.
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Antwort#22
:-)
Wieso, findest du die beiden künstlerisch nicht wertvoll? Beide Namen zeigen einmal mehr, was eine größere Masse unter dem Begriff Klassik versteht. Wolf, Webern und Schönberg z.B. sind allgemein betrachtet heute Randerscheinungen, die, trotz des hohen künstlerischen Schaffenswerts, nur bei wenigen Menschen Interesse, ganz zu schweigen Bewunderung, hervorrufen.
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Antwort#23
moin!
"Die physikalische Reichweite eines UKW-Senders ist nur durch die Sendeleistung bestimmt und durch das Eingangsrauschen des Empfängers, nicht aber durch die Bandbreite des Sendesignals."
hatte da nicht auch das wetter einen einfluss, oder erinnere ich mich da falsch?
grüße
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Antwort#24
Hatte da nicht auch das Wetter einen Einfluss, oder erinnere ich mich da falsch?
Richtig, besonders die Ausbreitung der hohen Frequenzen (UKW, VHF3 Kanal 5-12 und UHF Kanal 21-69) wird durch eine Inversions-Wetterlage beeinflußt.




Erklärung zu Überreichweiten von UKW (FM)
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Antwort#25
1.
Ich achte sehr wohl die Leistung solcher Leute (Rieu, Claydermann, ...)
2.
Ich gehe davon aus, daß derartige Leute weit aus mehr drauf haben als sie in ihren Veranstaltungen zeigen.
3.
Wenn Sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen, dann sollen sie's.
(Anm.:)
Die Grenze, wo die Hure aufhört und die Nutte anfängt, ist fließend ...
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Antwort#27
Hallo Jens,
das Programm vieler Radio-Stationen ist inzwischen sicher in Richtung eines "hauptsache-stört-nicht" Stils abgerutscht, Dudelbarock vermischt mit Jazz und "Weltmusik". Nicht einmal Streichquartette von Beethoven schaffen es ins Programm, oder eine seiner Klaviersonaten.
Die öffentlich-rechtlichen haben sehr gutes Material in den Archiven, auch viel zeitgenössische Kunstmusik, davon wird aber immer weniger gesendet und wenn, dann zu unpopulären Sendezeiten. Das ARD-Nachtkonzert kann man noch hören, der Rest - naja.
Früher gab es sogar seriöse Werk-Analysen und Vergleiche verschiedener Tonaufnahmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Heute Dudelmusik und dazwischen dumme Sprüche.
Das Radio ist ein wesentliches Medium, um an Kunstmusik Interesse zu wecken. Man hat i.d.R. nicht von Kind an eine große Sammlung an Tonträgern. Dieser wichtigen Funktion wird der Rundfunk immer weniger gerecht.
Hier stellt sich für mich schon die Frage, warum man das überhaupt braucht und wozu Rundfunkgebühren bezahlt werden. Entweder, man schaut erst gar nicht auf die Quote und macht ein gebührenfinanziertes Programm hoher Qualität, oder man macht ein kommerzielles Dudelprogramm, dann aber privat mit Werbung finanziert. Ein kommerzielles Programm auf Basis von Gebühren braucht man m.E. nicht.
Gruß
Andreas
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Antwort#28
Besser läßt sich das nicht ausdrücken. Perfekt auf den Punkt gebracht, AH.
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Antwort#29
Moin...
"Das Radio ist ein wesentliches Medium, um an Kunstmusik Interesse zu wecken. Man hat i.d.R. nicht von Kind an eine große Sammlung an Tonträgern. Dieser wichtigen Funktion wird der Rundfunk immer weniger gerecht. "
Da gebe ich dir in allen Punkten recht. Nur stellt sich die Frage, ob eine Dynamikkompression dem "Interesse wecken" eher zu- oder abträglich ist.
In einem Kunstkatalog oder einem Bildband über einen Künstler (den man sich zum Interesse wecken eher mal besorgt als man "mal eben" in den Louvre geht) sind die Gemälde auch nicht vollformatig und detailauflösend abgebildet. Wenn man diese Kunst in Vollendung genießen will, muss man auch ins Museum gehen oder sich großformatige Replika ansehen (alias Konzertbesuch oder CD bei der Musik).
Auch wenn ich die Entwicklung bezüglich des "Loudness Race" nicht gutheiße: Um mit einem Klassikprogramm überhaupt noch die Chance zu haben, vom Hörer wahrgenommen zu werden, muss man anscheinend - so traurig das ist - mit der Loudness nach oben.
wenn aber doch nun der Auftrag des Radios nicht eine Flächendeckende Vollkunstversorgung, sondern eher der eines Aperitifs ist, dann sehe ich in einer Dynamikkompression nichts schlechtes.
Zumal diejenigen, die erst noch an die Klassik herangeführt werden sollen und NICHT schon hundert CDs im Schrank haben, auch kaum dieselbe Erwartungshaltung z.B. bezüglich des "werktreuen" Dynamikumfangs haben dürften.
Und mal ehrlich: Ich habe noch nie eine Klassiksendung im Radio gehört, die wirklich "kastriert" gewesen wäre. Das Erlebnis "ach, so etwas wie Dynamik gibt's ja auch noch" stellt sich jedenfalls auch bei einer von 60 auf 40dB komprimierten Dynamik (im Vergleich zu den vielleicht 10dB bei Popmusik) noch ein.
Jens
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Antwort#30
Ich finde, dass deine Einschätzung nicht korrekt ist, zumindest was z.B. WDR3 betrifft.
Hier ein kleiner Tagesausschnitt aus dem Programm
09:05 Klassik Forum

03.05.2006
Klassik Forum
Richard Rodgers
Oklahoma!, Ouvertüre
Hollywood Bowl Orchestra,
Leitung: John Mauceri
(5' 29'')
Georg Philipp Telemann
Gulliver-Suite
aus "Der getreue Music-Meister"
Berliner Barock-Compagney
(10' 13'')
Charles Ives
Minnelied
Du bist wie eine Blume
Ich grolle nicht
3 Lieder auf deutsche Texte
Thomas Hampson, Bariton
Armen Guzelimian, Klavier
(6' 11'')
Robert Schumann
Ich grolle nicht
aus dem Liedzyklus "Dichterliebe", op. 48
Bo Skovhus, Bariton
Helmut Deutsch, Klavier
(1' 40'')
Robert Schumann
Du bist wie eine Blume
aus dem Liedzyklus "Myrten", op. 25
Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton
Christoph Eschenbach, Klavier
(1' 48'')
Charles Ives
The Unanswered Question
San Francisco Symphony,
Leitung: Michael Tilson Thomas
(6' 19'')
Antonín Dvorák
Streichquintett Es-dur, op. 97
Hartmut Rohde, Viola
Leipziger Streichquartett
(32' 46'')
Aaron Copland
Three Piano Blues
Mark Anderson, Klavier
(6' 39'')
Alan Hovhaness
Mysterious Mountain, op. 132
Chicago Symphony Orchestra,
Leitung: Fritz Reiner
(19' 08'')
Aaron Copland
Le chat et la souris
Scherzo humoristique
Mark Anderson, Klavier
(4' 46'')
Die großen Werk-Zyklen im Klassik Forum
Ferruccio Busoni
Violinkonzert D-dur, op. 35a
Ingolf Turban
Bamberger Symphoniker,
Leitung: Lior Shambadal
(23' 21'')
Leonard Bernstein
Sinfonische Tänze
aus dem Musical "West Side Story"
New York Philharmonic,
Leitung: Leonard Bernstein
(20' 58'')
15:05 Musikpassagen
Ferruccio Busoni
Hexenlied
Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton)
Karl Engel (Klavier)
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Kommt mit Zacken und mit Gabeln, aus: Die erste Walpurgisnacht
René Pape (Bass)
Arnold Schönberg Chor
Chamber Orchestra of Europe
Nikolaus Harnoncourt (Ltg.)
Charles Gounod
"Dans les bruyères", aus: Faust
Richard Leech (Tenor)
José van Dam (Bass)
Orchestre et Ch?ur du Capitole de Toulouse
Michel Plasson (Ltg.)
Petr Eben
Walpurgisnacht, aus: Faust
Halgeir Schiager (Orgel)
Joachim Raff
In der Walpurgisnacht, aus: Sinfonie Nr. 8 op. 205 (Frühlingsklänge)
Bamberger Symphoniker
Hans Stadlmair (Ltg.)
Frank Bridge
The Hag
Roderick Williams (Bariton)
BBC National Orchestra of Wales
Richard Hickox (Ltg.)
Carl Loewe
Die Elfenkönigin
Gertrude Pitzinger (Alt)
Michael Raucheisen (Klavier)
Franz Berwald
Elfenspiel
Gävle Symphony Orchestra
Petri Sakari (Ltg.)
Johann Kaspar Mertz
Elfenklänge, aus: Bardenklänge op. 13
Adam Holzmann (Gitarre)
Jacques Offenbach
Scène et Chant des Elfes, aus: Die Rheinnixen
Nora Gubisch (Mezzosopran)
Ch?ur de la Radio lettone
Orchestre National de Montpellier
Friedemann Layer (Ltg.)
Henry Purcell
Sing while the trip is, aus: The Fairy Queen
Barbara Bonney (Sopran)
Arnold Schönberg Chor
Concentus musicus Wien
Nikolaus Harnoncourt (Ltg.)
Carl Nielsen
Elfentanz, aus: Klavierstücke op. 3
Leif Ove Andsnes (Klavier)
Maurice Ravel
Elfes légers, aus: Alyssa
Véronique Gens (Sopran)
Yann Beuron (Tenor)
Orchestre du Capitole de Toulouse
Michel Plasson (Ltg.)
außerdem : schwedische Elfenklänge mit Lena Willemark aus Älvdalen) und Erika & Cecilia sowie russische Hexenmusik mit Baba Yaga
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Antwort#31
"mit Baba Yaga"? Haben die das echt so gesagt?
Baba Yaga = russische Waldhexe
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Antwort#33
Wenn ich diese Programmzusammenstellung lese, muß ich unweigerlich an "Salat Capricciosa" denken: bunte Blattsalate mit Gurken, Mais, Thunfisch, Schinken, Käse und Ei - manchmal noch mit Zwiebeln und Paprika.
Zugegeben, besser als nichts und hungrig ...
Aber:
Wer die Bücher und vielleicht sogar die Fernsehsendungen eines Leonard Bernsteins kennt, weiß, was Klassik in Funk & Fernsehen auch sein kann:
Nämlich ein wirklich engagierter Beitrag (durchaus mit Augenzwinkern), um auch einem Nachwuchs "ernste Musik" zu erläutern und nahe zu bringen.
Davon ist der am "Bildungsbürgertum" ausgerichteter Kulturbetrieb - und ausdrücklich nicht nur die ARD-Sendeanstalten mit ihren Kultursendern (z.B. WDR3) - weit entfernt.
Einziger wirklicher Lichtblick - und hier bedauere ich, keinen Fernseher zu haben - ist ARTE.
Trotzdem sollte man nicht übersehen, daß die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten immer noch einen großen Beitrag zur Kulturlandschaft beitragen, sei es durch eigene Festivals (oder zumindest als Kooperationspartner), Kompositionsaufräge oder "nur" die Beteiligung in Form von Aufzeichnung und Sendung von Veranstaltungen.
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Antwort#34
Du bist im Recht, was WDR 3 angeht, den ich aber terrestrisch nicht empfangen kann. Wenn ich in einem Haushalt mit Kabelanschluß bin, freue ich mich auch immer auf etwas WDR 3. Terrestrisch gibt es hier NDR Kultur, dessen Qualität nach meiner Auffassung sehr nachgelassen hat.
Gruß
Andreas
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