Großmembranmikrofon auf Stellung Achter

Erstellt 21 Antworten22 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Leute,
Ich test gerade mein über ebay gekauftes Neumann Mikrofon U 87i.
Wenn ich da reinspreche bemerke ich, dass in Stellung Achter die Frontseiten-Einsprache und die Rückseiten-Einsprache verschieden klingen.
Von hinten kommt der Bass viel weniger.
Etwas weniger höre ich den gleichen Effekt auch bei meinen AKG-Mikrofon C 414 B-ULS.
Ich möchte wissen, ob das normal ist.
Wenn das so sein sollte, dann kann man so ein Mikrofon sicher nicht als S-Mikrofon bei einer MS-Anordnung nehmen.
In Stellung Kugel merke ich die Tiefen-Unterschiede vorne zu hinten aber nicht.
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Antwort#2
Ich test gerade mein über ebay gekauftes Neumann Mikrofon U 87i.
Wenn ich da reinspreche bemerke ich, dass in Stellung Achter die Frontseiten-Einsprache
und die Rückseiten-Einsprache verschieden klingen.
Von hinten kommt der Bass viel weniger.
Ich wette, dass du diesen Test selber mit Kopfhörern gemacht hast.
Da wird die Bass-Schwäche bei der Rückseiten-Einsprache vom Achtermikrofon (Dipol) immer so sein.
Das hängt mit der akustischen "Verpolung" zusammen, die bei tiefen Frequenzen voll wirksam wird. Deine Einsprache von hinten wird verpolt vom Mikrofon wiedergegeben. (Vermeide die falsche Aussage: 180° phasenverschoben).
Dieser Effekt zeigt eben nicht dass dein Mikrofon defekt ist, denn bei Schaltung Kugel ist alles OK.
Viel Spaß mit dem schönen U 87.
Gruß M.
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Antwort#3
moin!
invertiere mal die phase des von hinten besprochenen signals.
damit kannst du immerhin feststellen ob dir deine LS keinen streich spielen.

grüße
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Antwort#4
Das ist definitiv nicht der Fall, daß der Baß bei rückseitiger Einsprache in Stellung "Acht" schwächer kommt. Ich habe es bei meinen U87 und SM 69 noch nicht gehabt. Gib mal das Signal auf einen einzige Mischpultkanal und stelle das Panpot in die Mitte und dann versuche das selbe nochmals. Sowohl bei LS als auch bei KH-Wiedergabe muß von beiden Seiten her der Klang gleich sein. Gerade die Achtcharakteristik ist bei allen Mikrofonen von der Frequenzabhängigkeit am wenigsten betroffen, im Gegensatz zur Nieren- und Kugeleinstellung.
Als S-Kanal für MS-Aufnahmen würde ich das U87 auf keinen Fall einsetzen, dazu ist es von der Baugröße her zu groß und zu unhandlich. Die Folge ist nämlich, daß der mechanische Abstand zum M-System zu groß wird. Dieser aber sollte bei M/S möglichst klein sein, wegen der sonst zu sehr störenden Laufzeit- und Phasenunterschiede zwischen M und S.
MfG
Rainer
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Antwort#5
Die Bassschwäche beim direkten Kopfhörermonitoring der eigenen Stimme bei einem Achtermikro hängt zusammen mit der unterschiedlichen Phasenlage des Klangs der Sprechstimme über Mikrofon und der Knochenleitung (Schädelknochen) in das Ohr. Die Knochenleitung hat immer die gleiche Phasenlage (sagen wir +), das Mikrofon entweder + oder -. Deshalb ergibt sich insgesamt ein unterschiedlicher Frequenzgang bei der Vorder- und Rückseite der Kapsel. Wenn du das Signal aufnimmst und dann abhörst, sollte der Klang von vorne und hinten gleich sein. Ist mir bei meinem ersten Achtermikrofon auch so gegangen:-)
Gruß
Hermann
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Antwort#6
Das ist definitiv nicht der Fall, daß der Baß bei rückseitiger Einsprache in Stellung "Acht" schwächer kommt.
Dann hast du noch nie mit aufgesetztem Kopfhörer dein Achtermikrofon von vorne und hinten vergleichsweise besprochen und angehört.
Das wird aber der Poster bei seinem Test gemacht haben. Es war dabei kein Lautsprecher im Betrieb.
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Antwort#7
Die Musik kommt von hinten "Verpolt" auf das Achter-Mikrofon. Wie ist das mit der Phasenlage bei Musik? Wir haben keine Sinuskurve!
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Antwort#8
Das Problem tritt ja auch nur auf, wenn du selbst ins Mikrofon hineinsprichst und gleichzeitig über Kopfhörer abhörst, also einmal Mikro+ und Knochenleitung+ hörst, das andere Mal Mikro- und Knochenleitung+. Ich kann mir keine Situation vorstellen, wo du Musik so laut über die Schädelknochen hörst, dass Sie mit dem Sound aus dem Kopfhörer interferiert :-)
Hermann
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Antwort#9
Und ob ich das schon gemacht habe! Ich habe keinen Unterschied festgestellt. Sieh Dir doch mal die Polardiagramme an und deren Frequenzabhängigkeit, dann wirst Du feststellen, daß sie beidseitig symmetrisch zueinander verlaufen. Die Kapsel ist symmetrisch aufgebaut, also gibt es keinen Grund, weshalb von der Rückseite her besprochen die Bässe schwächer erscheinen sollen. Es wäre ja auch nicht im Sinne des Entwicklers.
Wenn das wirklich so ist, dann ist das Mikrofon defekt.

MfG
Rainer
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Antwort#10
Der Poster muss das Achter-Mikrofon selbst besprochen und über Kopfhörer abgehört haben.
Von vorne klang's gut und von hinten mit deutlich weniger Tiefen.
Ihm war nicht klar, wie unklug dieser Test war.
Da war keine Musik und kein Lautsprecher dabei.
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Antwort#11
Wenn das mit der Knochenleitungstheorie zutriftt wie es von den anderen Kollegen hier beschrieben wird, wieso ist das denn dann beim AKG geringer als beim U87?
Ich schließe daraus, daß das U87 einen Defekt hat.
MfG
Rainer
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Antwort#12
Bespreche das Mikro von vorne und verändere die Polung am Preamp einmal ja, einmal nein. Wenn Du jetzt bei Verpolung die gleiche Basschwäche hörst, hängt es mit der Interferenz Deiner Knochenleitung/Realschalls zusammen und das Mikrofon ist in Ordnung
Erdie
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Antwort#13
"Wenn das mit der Knochenleitungstheorie zutriftt wie es von den anderen Kollegen hier beschrieben wird, wieso ist das denn dann beim AKG geringer als beim U87?"
Anderer (Phasen- und Amplituden)Frequenzgang, unterschiedlicher Output etc... Der Möglichkeiten gibt's da viele...
Jens
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Antwort#14
Ein solcher Test gibt nur dann einigermaßen Aufschluß, wenn man das Mikrofon mit einem Rauschen anregt und dabei dreht. Notfalls kann man dann auch noch auf einem Spektrumanalysator vergleichen. Alle anderen Tests mit Besprechen bringen kein objektives Ergebnis.

Grüße
Rainer
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Antwort#15
Hallo Rainer,
dem kann ich nur zustimmen. Die Toleranzen beim Besprechen, gerade bei einem so geringen Abstand, sind viel zu hoch, um einen objektiven Vergleich zu machen. Es ist ja oft schon schwierig, bei einem wiederholten Einsprechen mit festgehaltenem Mikrofon gleiche Ergebnisse zu erzielen.
Dirk
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Antwort#16
Noch besser: Schick das Mikro zur Durchsicht zu Neumann. Weise auf das Dir aufgefallene Phänomen hin. Man wird sich sicherlich seriös damit befasse, und Du wirst an den Kosten nicht sterben.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#17
Ich halte bei den beschriebenen Symtomen einen Defekt am Mikro für sehr unwahrscheinlich.
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Antwort#18
Wenn der Kollege das Mikro auf einem Stativ stehen hatte und einmal um das Mikrofon rumläuft um es von hinten zu besprechen, kann es durchaus sein dass Raumanteile quasi anders 'abgeschirmt' werden und alleine dadurch einen Klangänderung zu bemerken ist.
Ist ja eigentlich genau das was jetzt zur Messe Studio Projects mit diesem Abschirmteil erreichen will.
Gruss
Gerhard
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Antwort#19
Hallo Leute,
ich traue mich als Verursacher dieses Postings kaum zu antworten.
Schon die erste Antwort von Monnerjahn traf den Nagel auf den Kopf: "Ich wette, dass du diesen Test selber mit Kopfhörern gemacht hast. Da wird die Bass-Schwäche bei der Rückseiten-Einsprache vom Achtermikrofon (Dipol) immer so sein."
Er hat die Wette gewonnen.
Ich habe den Test wirklich mit Kopfhörerrn und Selbtsansprache in das Achter-Mikrofon gemacht. Asche auf mein Haupt!
Eine richtige ordentliche Antwort bekam ich von Erdie: "Bespreche das Mikro von vorne und verändere die Polung am Preamp einmal ja, einmal nein. Wenn Du jetzt bei Verpolung die gleiche Basschwäche hörst, hängt es mit der Interferenz Deiner Knochenleitung/Realschalls zusammen und das Mikrofon ist in Ordnung."
Vielen Dank dafür, Erdie. Genau so ist es. Damit höre ich beim Verpolen des Mikrofonvorverstärkers von der Mikrofonrückseite her vollen Bass und nach dem Umschalten höre ich das gleiche dann von der Mikrofonvorderseite. Alles ist jetzt beim Neumann U 87i in Ordnung. Warum ich den Eindruck hatte, dass das AKG-Mikrofon C 414 B-ULS weniger diesen Effekt zeigte, kann ich nicht mehr sagen, vielleicht war es Einbildung. Auch das klingt jetzt OK.
Außerdem habe ich gelernt, dass die Verpolung nichts mit 180° Phasenverschiebung auf der Zeitachse zu tun hat, wie hier oft genannt wird. Dazu habe ich bei Ebs die beiden letzten interessanten Themen auf dieser Seite gefunden:
http://www.sengpielaudio.com/Hilfen08.htm
Danke
TorfRock



Verpolung und Phasenversiebung
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Antwort#20
Ach je. So was kann man aus der Ferne schwer beurteilen. Ich persönlich würde dem "Herrn Neumann" einfach am Telefon dieselbe Frage stellen, wie hier, und nach der Antwort entscheiden, ob ich das Mikro zum Service gebe oder nicht.
Grüße,
Tonmaus
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