Mikrofonkabel-Qual der Wahl

Erstellt 42 Antworten43 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo.
Mikrofonkabel waren hier schon oft Thema, aber auch im Archiv finde ich nicht so recht die Antwort auf die Frage "Was macht nun eigentlich ein gutes Mikrofonkabel aus?".
Es heißt doch immer "möglichst niedrige Kapazität" wäre das wichtigste Qualitätsmerkmal. Ein Mikrokabel, dass hier im Forum oft empfohlen wurde, ist das "GAC-3" von Gotham. Aber das hat doch im Vergleich zu anderen Kabeln eine recht hohe Kapazität.
Und welche Auswirkungen hat eigentlich der Leiterquerschnitt. Ist der nur bei sehr langen Kabellängen entscheidend (wegen geringerem Widerstand)?
Wie dem auch sei, gibt es noch weitere Kabel die man empfehlen kann für Studioanwendungen? Wie wäre z.B. das günstige Kabel von Cordial "CMK 222" einzustufen? Hat ja laut Datenblatt ganz gute Werte (siehe link)
Vielen Dank schonmal.
Gruß,
Lars



CMK 222
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Antwort#3
Das Gotham-Kabel hat ein Feature, das gerne übersehen wird: Es hat drei Adern, dadurch ist das Kabel wirklich rund, anders als bei zwei immer nebeneinander liegenden Adern plus Schirmung. Das trägt zur mechanischen Stabilität bei.
Ich benutze dieses Kabel und ich hatte bislang keine Ausfälle. Ich rolle die Kabel auf eine Trommel.


Studio 12
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Antwort#4
@UweL.
"Das Gotham-Kabel hat ein Feature, das gerne übersehen wird: Es hat drei Adern, dadurch ist das Kabel wirklich rund, anders als bei zwei immer nebeneinander liegenden Adern plus Schirmung. Das trägt zur mechanischen Stabilität bei."
Beim Cordial CMTOP 222 besteht die "Seele", die um die beiden Adern gelegt ist aus einem massiven Kunststoffkern. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet müssen es keine 3 Adern sein. Je mehr Adern um den Kern gelegt werden, desto unflexibler wird das Kabel. Ein runder Querschnitt läßt sich schlechter biegen als ein eliptischer, da der eliptische Querschnitt zumindest über eine elastischere Biegeachse (die mit dem geringeren Flächenträgheitsmoment) verfügt.
Das Cordial CMTOP 222 macht einen recht ordentlichen Eindruck, zumindest was die zu erwartende Trittfestigkeit angeht.
Wobei Lars ja von einem Cordial CMK 222 sprach.


Wikipedia Flächenträgheitsmoment
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Antwort#5
... das mag ja sein, aber das Gotham Kabel IST flexibel, lässt sich prima handhaben und macht das, was es soll: Problemlos funktionieren.
;-)
Neumann verwendet dieses Kabel auch. Ich glaube, das schlechteste Kabel ist es nicht.
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Antwort#6
Es gibt noch ein anders Kriterium für gute Mikrofonkabel: Das sog. "Kabelrauschen". Darunter versteht man folgendes:
Schließe ein Kabel - ohne Mikrofon !! - an einen Mikrofoneingang an und drehe die Verstärkung voll auf. Dann knäuele mal das Kabel in der Hand herum. Wenn Du kein Rascheln im Lautsprecher hörst, ist das Kabel gut, wenn es stark raschelt, sollte man es nicht verwenden.
Ganz frei von solchen Geräuschen ist kein Mikrofonkabel. Aber gute Mikrofonkabel rascheln nur ganz gering wenn man sie mechanisch bewegt.
Die Kapazität beim GAC 3 ist noch lange nicht schädlich, da die heutigen Mikrofon alle Quellwiderstände haben mit maximal 200 Ohm. Erst bei sehr großen Kabellängen (größer 200 Meter) treten bei Quellwiderständen von 200 Ohm Höhenverluste auf.
Auch die Multikabel die der Rundfunk auf den Ü-Wagenkabeltrommeln verwendet liegen in der selben Kapazitätsgrößenordnung. Und da sind Kabellängen von 150 Meter durchaus üblich.
Daß das GAC3 dreiadrig ist, ist von Vorteil. Man kann dann den Schirm getrennt vom Phatomspeisekreis führen. Neumann macht das so, die verwenden auch das GAC3.
Was mir noch aufgefallen ist: Das GAC3 hat eine gegenläufige Reußenabschirmung (also 2 übereinanderliegende Schirme mit gegenläufigem Drall) was den Schirmfaktor erhöht. Die "Sommercable" haben nur eine Abschirmung mit dem üblichen Drall nur in einer Richtung.
Außerdem habe ich immer wieder festgestellt, daß bei vielen Kabeln - sowohl bei Sommercable als auch bei Klotz-Kabeln - der Weichmacher des Außenmantels mit der Zeit ausgast. Das hat zur Folge, daß das Kabel im Laufe der Zeit immer steifer wird und teilweise sogar brüchig.
Beim GAC3 was von Neumann verwendet wird, ist dies nicht der Fall. Meine ältesten Neumann-Kabel sind mittlerweile über 20 Jahre alt und noch genauso flexibel wie am Anfang.

Grüße
Rainer
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Antwort#7
"Man kann dann den Schirm getrennt vom Phatomspeisekreis führen."
Dieses Thema wurde öfters schon diskutiert. Ich hatte deshalb mal vor etwa einem Jahr ein Telefonat mit dem Geschäftsführer von Gotham.
Gotham empfiehlt: Eine Ader zusammen mit dem Schirm auflegen.
Gotham schreibt auf seiner Website:
Warum ein Kabel mit drei Adern für ein Audiosignal?Hier sind einige Antworten:
Besserer Störeinstrahlschutz: Wenn die dritte Ader korrekt mit den beiden Schirmen verbunden ist, erhöht sich die Einstreudämpfung auf ca 115 dB (20 dB über Standard). Diese Tatsache wurde auch in einem "AES-Paper" von Neil A. Muncy bestätigt, wo das GAC-3 als das beste zur Zeit erhältliche Mikrofonkabel genannt wird.
Eine runde Sache: Drei Adern ergeben einen symmetrischen Kreis. Also machen die drei Adern immer den gleichen Weg bei Bewegungen in alle Richtungen, was eine längere Lebensdauer des Kabels und eine hohe Flexibilität in allen Richtungen ergibt.
Phantomspeisung: Wenn man die dritte Ader an den Schirm anschliesst, bietet diese zusätzliche Sicherheit ohne den Schirm zu beeinflussen.

Diese Aussagen stehen aber scheinbar im Widerspruch zu der Neumann-Praxis.

Wie kann man hier Licht ins Dunkel bringen?
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Antwort#8
Soweit ich es auswendig weiß, verdrahtet die Firma Neumann ihre Kabel so, daß an der Kupplungsseite der Schirm und der 3. Leiter verbunden sind und auch mit dem Metallgehäuse der Kupplung. Auf der Steckerseite wird der Schirm nur auf das Gehäuse gelegt, nicht aber mit dem 3. Leiter verbunden. Der 3. Leiter liegt beidseitig auf dem Pin 1 der XLR-Armatur.

Grüße
Rainer
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Antwort#9
Gotham sagt: Auf beiden Seiten Schirm und eine Ader auf 1, Gehäuse NICHT verbinden. Das hat der GF beim Telefonat mehr als einmal betont.
Ich bin nicht in der Lage, das Ganze zu beurteilen - vielleicht jemand aus dem Forum?
Vielleicht wäre es zielführend, nochmal GENAU bei Neumann und dann GENAU bei Gotham nachzufragen, denn nach wie vor wird hier geschrieben, dass der Kabelhersteller eine andere Vorgehensweise zur Erreichung der gewünschten Spezifikation vorschlägt, als sie offenbar von Neumann umgesetzt wird.
... wie sieht's aus, Rainer? ;-) (Die Adressen hast Du sicher selbst)
Factory direct
Gotham AG exklusive distributor
Heimstrasse 25
8953 Dietikon
Tel: 0041 (0)44 840 01 44
Fax: 0041 (0)44 744 25 22
Web: http://www.gotham.ch
Email: [E-Mail-Adresse entfernt]

Georg Neumann GmbH
Ollenhauerstr. 98
13403 Berlin
Germany
Tel.: +49 (30) 41 77 24-0
Fax.: +49 (30) 41 77 24-50
E-mail: [E-Mail-Adresse entfernt]
www.neumann.com
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Antwort#10
Die "Sommercable" haben nur eine Abschirmung mit dem üblichen Drall nur in einer Richtung.
Das gilt nicht für alle (Mikrofon-)Kabel von Sommer. Siehe z.B. Produktbeschreibung "Galileo":
  Abschirmung: doppelter Cu-Wendel, gegenläufig
  Bedeckung, opt.: 100 %
Aber andere Frage:
Welche Hersteller bieten - außer MOGAMI und SOMMER CABLE mit OKTAVE TUBE - Kabel für Röhrenmikrofone an?
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Antwort#11
Hallo Uwe,
ich habe eben mal zwei Neumann-Kabel aufgemacht.
An beiden war der Schirm nur am XLR3-m auf Stift 1 aufgelegt, der mitlaufende dritte Leiter hingegen auf beiden.
Interessanterweise war der Schirm beim XLR3-f auch auf das Gehaeuse aufgelegt, beim XLR3-m hingegen nicht.
Ob die Teile im Original so waren, wage ich nicht zu beurteilen. Sie stammen aus Bestaenden einer deutschen Rundfunkanstalt...
Gruss
Micha
===
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Antwort#12
Rainer, woher kommt denn dieses Rascheln? Ich habe das gerade mal ausprobiert und es hat mal einmal kurz geknistert, dannach kam nix mehr trotz Kneten. Und das obwohl ich den Octamic auf High Gain bis zum Anschlag aufgedreht habe. Mir ist nur nicht klar, wie das physikalisch zu erklären ist.
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Antwort#13
Die einzelnen Adern werden gegeneinander bewegt - und damit ändern sich die Kapazitäten zwischen den Adern und dem Schirm.
Wer das Prinzip des Kondensatormikrofons verstanden hat, ...
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Antwort#14
... wenn ich meine CDs in einem Ogg-Vorbis Format ohne Qualitätsverlust speichere, könnte ich damit die Audioqualität steigern?
Dies ist eine Frage, die ich diesem Forum schon lange stellen wollte.
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Antwort#15
.. willst Du damit sagen, ich hätte das Prinzip eines Kondensatormikrofons nicht verstanden? ..
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Antwort#16
"Wenn ich meine CDs in einem Ogg-Vorbis Format ohne Qualitätsverlust speichere, könnte ich damit die Audioqualität steigern?"
Die Qualität der Ausgangs-CD kann allerhöchstens erhalten bleiben, aber niemals gesteigert werden.
Mehr kann man auch nicht erwarten.
Wenn du mit einem Fotokopierer das Original-Foto deiner Freundin kopierst, wird diese Kopie des Fotos dir höchstens identisch erscheinen, aber niemals besser sein, egal mit welcher Auflösung und welchem Verfahren du arbeitest. Da helfen auch keine digitalen Nachbearbeitungstricks.
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Antwort#17
... ich wollte die Aufnahmen von 16 Bit, 44,1 kHz auf 24 Bit, 96 kHz hochsamplen, wie würde ich da am fiffigsten vorgehen?
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Antwort#18
Nee .... ;-)
Ich hatte mal einen STAX Kopfhörer, bei dem man schon Krisselsgeräusche hatte, wenn dessen Kabel nur schief angeguckt wurde.
Auf die gleiche Problematik stößt man bei Kabeln für Röhrenmikrofone, wo bei Bewegung des Kabels durch die Anodenspannung ähnliche Artefakte erzeugt werden. Deshalb verstehe ich nicht, daß man hier die Modulationsleitungen nicht mit einer Abschirmung versieht - auch auf die Gefahr hin, daß das Kabel dicker wird.
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Antwort#19
Wozu? Um zusätzlichen Datenmüll zu erzeugen?
Ein Grafiker kommt auch nicht auf die Idee, um der "besseren Bildqualität" willen eine höhere Bildauflösung zu wählen als der Druck hergibt ...
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Antwort#20
@Juppy.
"Wozu? Um zusätzlichen Datenmüll zu erzeugen?"
Nein, nicht um Datenmüll zu erzeugen, sondern um Datenmüll zu vermeiden.
"Ein Grafiker kommt auch nicht auf die Idee, um der "besseren Bildqualität" willen eine höhere Bildauflösung zu wählen als der Druck hergibt ..."
Ein Grafiker sicherlich nicht, ein Mathematiker hingegen schon ...
... ein Bild entsteht aus Fraktalen.
Warum treppchensteigen in der Tontechnik, wenn wir doch Fourierreihen nutzen könnten?
Ob Gibbs in der Akustik wirklich ein Spielverderber wäre?

Liebe Grüße,
Machiko
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