Sensation!!! Wir brauchen keine Lautsprecher mehr! ;)

Erstellt 19 Antworten20 Beiträge
Startbeitrag#1
Gerade bei gearslutz gefunden:
Ein VST-Plugin von Refined Audio Metrics, welches per Haaseffekt Lautsprecher-Verhältnisse in den Kopfhörer zu bringen behauptet.
Hat jemand das schon ausprobiert? Was haltet ihr davon?


HDPHX
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Antwort#2
Hallo,
gab es nicht so etwas mal von Studer? Virtual Control Room hiess das dachte ich... War gemeint, um z.B. Mehrkanalabhörsituationen in kleinen Räumen zu simulieren (Aufnahmewagen).
Dirk
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Antwort#3
Es gab von Studer den HeadTracker. Dieses System ermöglichte eine sehr realistische Surround-Abhörmöglichkeit mit Kopfhörern, basierend auf den minimalen Kopfbewegungen die jeder von uns andauernd macht.
Die Entwicklung wurde dann von Studer eingestellt, und auf der diesjährigen AES dann gemeinsam von EMT und dem IRT präsentiert unter dem Namen Phoenix 5.1.
DAs wichtige hinter dem System ist aber wie gesagt die dynamische Manipulation aufgrund der Kopfbewegungen; statisch funktioniert das nicht oder nur eingeschränkt; das zeigt sich auch dass das Raumhören verschwindet wenn man den Kopf einige Zeit ganz still hält.
Georg


EMT Phoenix 5.1
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Antwort#4
Bei mir bringt das Plugin den Host zum Absturz! :(
Ich würde gerne mal so etwas hören. Aber dann doch bitte gleich als Impulse Response aufgenommen mit einem Kunstkopf in einer Topregie.
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Antwort#5
Hallo Georg,
war räumliches Hören nicht sowieso abhängig von den minimalen (unbewussten) Kopfbewegungen?
Gr.
Dirk
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Antwort#6
Aus der Plug-In-Werbung von "HDPHX - Headphone Listening Enhancement for VST": We use our HDPHX plugin routinely when mixing with headphones. It takes advantage of the Haas Effect to provide a delayed and attenuated cross-channel mix in each ear to present the sound that would be heard with a stereo speaker system with speakers placed at +/-30 degrees azimuth from front-center.
Das Zitieren des Hass-Effekts, um Lautsprecher-Stereofonie in Kopfhörerstereofonie zu verwandeln zeigt, dass man hier auf dem "Holzweg" ist. Der Haas-Effekt hat hierbei absolut keine Bedeutung. Helmut Haas hat nie Kopfhörer benutzt.
Bei der PA-Lautsprecher-Beschallung hat dagegen der Haas-Effekt eine ganz wichtige Bedeutung, wenn er dabei richtig eingesetzt wird.


Der wichtige Haas-Effekt, aber ohne Kopfhörer
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Antwort#7
Ich finde es auch etwas seltsam hier vom Haas-Effekt zu reden, aber es geht wohl darum, dass über Laufzeitdifferenzen zum Ohr eine Lokalisierung stattfinden soll, wie auch beim natürlichen Hören. Natürlich kann man nicht von der Simulation einer ersten Wellenfront reden, da ja keine weiteren mehr folgen...
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Antwort#8
Funktioniert in Samplitude... simuliert nur nicht die raumakustik...;)
grüsse
leif
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Antwort#9
Hallo,
der Haas-Effekt (Präzendenzeffekt) hat mit einer Lautsprechersimulation für Kopfhörer nichts zu tun. Was dieses Programm genau macht, bleibt schleierhaft.
Grundsätzlich ist gegen die Lautsprechersimulation für Kopfhörer nichts einzuwenden, sie ist einer einfachen Diffusfeldentzerrung des Kopfhörers weit überlegen. In vielen Fällen ist eine Lautsprechersimulation sogar günstiger, als echte Lautsprecherwiedergabe, da hinreichend gute Hörbedingungen bei Lautsprecherwiedergabe nur mit sehr großem Aufwand zu erreichen sind.
Einige Anmerkungen zur Simulation:
Die Simulation simuliert die Trommelfellsignalspektren, wie sie bei Lautsprecherwiedergabe auftreten würden. Einige Simulatoren geben noch eine gewisse Raumakustik hinzu, die oft unzureichend charakterisiert ist. Eine Freifeld-Simulation sollte m.E. die Grundlage der LS-Simulation für Kopfhörer sein, Raumakustiken sollten schaltbar sein.
(1) Die HRTF ist individuell. Gute Simulatoren bieten verschiedene HRTF´s zur Auswahl, perfekt wird die Simulation aber erst durch die Verwendung der eigenen HRTF (durch Sondenmikrophone auf dem Trommelfell ermittelbar).
(2) Ältere Simulatoren berücksichtigen keine Dreh- und Nickbewegungen, daher dreht sich die Simulationsebene mit Kopfbewegungen mit. Es gibt eine Lösung von Studer, bei der die Kopfposition ermittelt und die der Position entsprechende HRTF verwendet wird, die m.W. (leider) nicht kommerziell erhältlich ist.
(3) Lautsprecher-Simulatoren benötigen freifeldentzerrte Kopfhörer. Fast alle kommerziell erhältlichen Kopfhörer sind jedoch "irgendwie diffusfeldentzerrt". Der Auswahl des Kopfhörers kommt daher bei der Verwendung von Simulations-Software oder eines Simulators große Bedeutung zu.
Prinzipiell kann man aber mit einem Equalizer aus jedem Kopfhörer einen freifeldentzerrten Kopfhörer machen, das verlangt allerdings eine spezielle Meßausrüstung.
Gruß
Andreas
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Antwort#10
Hallo Georg,
vielen Dank für die Info bezüglich des ehemaligen Studer-Systems.
Anscheinend wird die HRTF nur mit einem Kunstkopfmikrophon ermittelt, wesentlich günstiger wäre der eigene Kopf mit seiner HRTF (die subjektiven und objektiven Unterschiede zwischen den HRTF sind erheblich).
Die Verwendung eines diffusfeldentzerrten Kunstkopfmikrophons und eines diffusfeldentzerrten Kopfhörers bei der Wiedergabe ist eigentlich überflüssig. Ein normales Kunstkopfmikrophon und ein freifeldentzerrter Kopfhörer täten es genauso.
Bedauerlich scheint mir, daß das System zur Simulation real existierender Abhörbedingungen benutzt wird. Eine wesentliche Stärke der Lautsprechersimulation liegt in der Simulation *besserer* Hörbedingungen, als die real existierenden, oft nicht besonders guten Abhörräume es bieten können.
Gruß
Andreas
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Antwort#11
Die "einfache" Heimwerker-Lösung, die Kopfdrehungen außer acht läßt (man sitzt ja meist doch relativ still da...) könnte also in etwa so aussehen:
Ich nehme eine Impulsantwort meines Lieblings-Regieraumes mit Mikrofonkapseln am Ohr auf. Die aufgenommene Antwort ist dann binaural und recht nahe an meiner tatsächlichen HRTF.
Ich lade die Impulsantwort in eines der üblichen Faltungshall-Plugins, welches ich in den Master meiner DAW einschleife und auf 100% Wet / 0% Dry stelle.
Ich messe den Frequenzgang meines Kopfhörers, und schalte hinter den Faltungshall einen EQ, der mir diesen Frequenzgang geradebiegt.
Ich wage zu behaupten, daß das Ganze besser funktioniert als HDPHX, aber sicherlich nicht so gut wie die Studer/Wellenfeld/Headtracking-Lösungen. Dafür allerdings auch deutlich kostengünstiger.
Probiere ich demnächst mal, wenn ich Zeit und Lust habe.
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Antwort#12
Moin Pkautsch,
bitte nicht vergessen, das der Frequenzgang eines Kopfhörers manchmal absichtlich etwas verbogen ist, um das Hörempfinden zu verbessern.
Bitte beachten das durch die Geometrie des Ohres der Frequenzgang erheblich verfälscht wird. Wenn ich es richtig sehe, hat man diese Verfälschung bei dem geplanten Verfahren dann zweimal in der Übertragungskette!
Kopfhörer an sich sind doch auch nichts Schlechtes. Für die Kontrolle einer Liveaufnahme unter schlechten Umgebeungsbedingugen sind Kopfhörer ein MUSS. Für die alleinige Beurteilung einer audiophilen Aufnahme allerdings nicht hinreichend.
Gruß
M. Hein
P.S.: Ich mache fast nur Liveaufnahmen und habe aus diesem Grund sehr oft mit Köpfhörern zu tun.
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Antwort#13
... auch zum Schneiden nehm ich immer zuerst Kopfhörer.
Gruß
Uwe
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Antwort#14
Wenn ich es richtig sehe, hat man diese Verfälschung bei dem geplanten Verfahren dann zweimal in der Übertragungskette!>Für die Kontrolle einer Liveaufnahme unter schlechten Umgebeungsbedingugen sind Kopfhörer ein MUSS. Für die alleinige Beurteilung einer audiophilen Aufnahme allerdings nicht hinreichend.
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Antwort#15
Muss man für das Abhören einer Liveaufnahme unter schlechten Umgebungsbedingungen Kopfhörer verwenden, dann wird man dabei viel vorherige Lautsprecher-Hörerfahrung einsetzen müssen. Man muss wissen, was hierbei anders ist und man muss vorausahnend die Balanceeinstellung über Kopfhörer machen, damit es letztendlich über Stereolautsprecher abgehört, annehmbar richtig klingt. Das ist nicht einfach, aber möglich, wie M. Hein ja erklärt.
Die "Nur-Kopfhörermischer" sind immer erstaunt, dass ihre Mischung über Lautsprecher so anders und unbefriedigend klingt. Im Internet gibt es doch hilfreiche Hinweise um dieses benötigte Wissen.


Die Unterschiede zwischen Kopfhörerhören und Lautsprecherhören bei Stereo
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Antwort#16
Zum Glück gibt's Mehrspur: Bei der Aufnahme unter solchen Bedingungen bleibt halt nichts anderes. Ich habe mich darauf eingeschossen und soliere jedes Mikrofon zur Klangbeurteilung durch den KH. Die Mischung dann im Heimathafen mit Lautsprechern und bekannter Akustik.
Über Kopfhörer zu *mischen* halte ich für existenzgefährdend. Kontrollieren von Schnitten ja, Mischen nein.
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Antwort#17
Die gleiche Idee hatte ich auch schon. Jedoch besitze ich keinen Kunstkopf. Kapsel ans Ohr halten hat nicht geklappt. Ich glaube man braucht sehr gute Kopfhörer. Ich habe die Impulse mit den Lautsprechern generiert, das ist wohl auch suboptimal.
Rein theoretisch könnte man bei dieser Methode jedoch die meisten Probleme des Kopfhörermischens vergessen. Wenn du Erfolg haben solltest, dann stell die Response bitte online. Würde mich interessieren.
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Antwort#18
Naja, den Impuls mit den normalen Abhör-Lautsprechern zu generieren ist hier sicherlich nicht verkehrt, denn man will ja, daß es im Kopfhörer möglichst ähnlich klingt wie in der bekannten Regieraum-Abhörsituation. Da gehört also alles zwischen Festplatte und Ohr hinein, im Einzelnen: Wandler, Endstufe, Lautsprecher, Raumakustik.
Wenn es die "Originalkopfmikrofone" in B&K-Qualität gäbe, wäre das wohl am besten geeignet, um damit Raum plus persönliche HRTF zu kriegen. Man braucht halt perfekte Kugeln.
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Antwort#19
dann probier doch mal die DPA4060 (oder auch 4090) aus - das sind die Mikrofone mit der wohl am "kugelförmigsten" Richtcharakteristik, und vergleichsweise günstig, oder beim big T auch ausleihbar. 4060 liesse sich auch als "Kopfhörermikrofon" verwenden...
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Antwort#20
... das mit dem "relativ still sitzen" ist der Knackpunkt. Meines Erachtens (und das ist auch ein Teil der Theorie des BRS vom IRT) sind die unwillkürlichen Peilbewegungen des Kopfes die entscheidende Maßnahme um die Innenlokalisierung zu beseitigen.
Daher braucht man das dynamische Umschalten mit einer recht geringen Auflösung, gerade um 0° herum, und ein Gyroskop, dass die Bewegungen aufzeichnet und das Schalten der HRTFs steuert.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der IRT prozessor der einzige ist, der es schafft. Die anderen scheinen zu interpolieren oder an der Auflösung zu sparen, und das ist tödlich.
/Tonmaus
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