Hallo, ich habe eine Frage zur Aufnahme der Mozart-Sonaten durch Maria Joao Pires, aufgenommen Anfang 1974 in Tokyo und heute vertrieben von Brilliant Classics. Auf der CD steht "DDD" und auf deren Homepage ebenfalls "DDD". Einzig jpc war sich wohl unsicher und schreibt "ADD". Ist es wahrscheinlich, daß die Sonaten schon 1974 in digitaler Form aufgenommen worden sind, oder handelt es sich offensichtlich um einen "Druckfehler"? Hat zufällig jemand aus diesem Forum diese Aufnahme auf die Aufnahmetechnik hin analysiert? Mir fehlen da leider die technischen Möglichkeiten. Wenn die Aufnahme in der Tat in digitaler Form erfolgt ist, dürfte sie eine der ersten sein. Vielleicht wäre das von historischem Interesse. Gruß Michael PS.: Ich hatte die Frage vor ein paar Tagen im Forum der Röhrenbude gestellt. Dort fanden wir heraus, daß es zu der Zeit allererste Anfänge der digitalen Aufnahmetechnik in Japan gab. Immerhin stammt die Aufnahme aus Japan.
Ist es wahrscheinlich, daß die Sonaten schon 1974 in digitaler Form aufgenommen worden sind, oder handelt es sich offensichtlich um einen "Druckfehler"?
Möglich ist es schon, aber die garantiert 14 bit Aufnahmetechnik hat sicher ihre hörbaren Artefakte und nicht nur Granularrauschen um 80 dB unter 0 dBFS. Da war Analogband 38 cm/s und Dolby A Noisereduction hörbar überlegen.
Hallo Lama, danke für die Antwort! 14 bit habe ich schon befürchtet: Die (Klavier)aufnahme hört sich auch "metallisch hart" an (ich kann es nicht anders beschreiben). Besonders im Vergleich zu neueren Aufnahmen der selben Interpretin. Das kann nicht nur an der Spielweise und am Flügel liegen. Vielleicht hat ja noch jemand etwas beizutragen. Gruß Michael
Hallo, habe jetzt folgendes gefunden im Klassik-Akzente-Forum! Ich zitiere aus dem Forums-Beitrag: "Hierbei handelt es sich um die erste kommerzielle Produktion, die auf ein digitales Master aufbaute. Das war 1974!!!!!! Auflösung 14bit logarithmisch." Gruß Michael
Wenn es stimmt, was da behauptet wird (das kann ja durchaus sein), dann frage ich mich: Warum macht man sowas? Was war der technische und künstlerische Vorteil einer solchen Produktion, die einer analogen Aufnahme zu dieser Zeit deutlich unterlegen war? Der einzige Grund, der mir da einfällt, wäre das Experimentierfeld für Tonmeister, die sich mit neuen Aufnahmetechniken beschäftigen. Doch wer kommerziell produziert, fährt in so einem Fall in der Regel wenigstens zweigleisig, oder nicht? Also damals parallel zum Experiment zusätzlich mit bekannter und bewährter analoger Technik. (z.B. heute macht man ja auch nicht selten Surround- mit davon unabhängiger Stereoproduktion). Wurde dann die 14Bit Aufnahme nur deswegen zur Veröffentlichung genommen, um dieses unsägliche "DDD" Phantom-Qualitätssiegel aufs Cover zu drucken? Vermutlich denken CD-Käufer (die gibts noch) auch im jahr 2006: "DDD? Aha, 100% digital, das ist doch heutzutage das beste!" :)
Künstlerisch hat eine Digitalaufnahme heute wie damals keinen Vorteil. Der technische Vorteil war 1974 noch nicht vorhanden bei 14 bits und schlechten schrillklingenden Wandlern. Dass die Tontechniker sich gern mit neuen Aufzeichnungsverfahren beschäftigen geht in Ordnung. Aber hier ist es immer die marketing-geile Firma, die uns einen Fortschritt verkaufen will. Das Marketing-Symbol DDD war damals noch nicht erfunden und kam erst später. Sicher besteht heute die Meinung 100% digital ist das beste. Nur gibt es keine Verpflichtung das DDD-Zeichen zu verwenden. Auch wenn es noch einige Firmen benutzen. Das letzte D muss immer sein, ist also lächerlich, weil es eine silberne Digitalscheibe ist. Das mittlere D kann man ohne rot zu werden immer mit D bezeichnen und das erste D sollte die Originalaufnahme bezeichnen. Auch dieses ist ein Witz, weil die ersten Digitalproduktionen noch nicht digital editiert werden konnten. Man überspielte sie auf Analogband z. B. mit Telkom-Noisereduction, schnitt das Band mit der Schere und klebte es zusammen und überspielte das wieder zurück auf digitales Medium, z. B. F1 und Betamax. Dann schrieb man das erste D auf die Scheibe, auch wenn die Produktion zum Schneiden mal "kurz" analog war. Die Aufnahme war eben "Digital".
Deswegen versteh ich nicht wieso es nie ein "DAD" - Siegel gab - digitale aufnahme, analoges mischen/postpro, digitaler datenträger....das ist m.E. bis heute die häufigste Produktionsform....
Es war unter anderem der "harsche" PCM 1600 Converter (nicht der 1610 und der 1630) der mit einem U-matic (Schwarz-weiß) Video-Recorder lief. Aber auch die ersten Aufnahmen (mit dem Converter F1) die mit BetaMax liefen, wurden nur mit 14 bits gemacht, weil bei 16 bits die Redundanz der Signale zu klein war und es schnell "Aussetzter" gab. Dann gab es noch die Mitsubishi MX80 als dünne Open-Reel-Bandmaschine. Da wurde mit Handschuhen und Rasierklinge geschnitten, bei geradem senkrechten Schnitt mit kleinem Spalt. Bis dann "Dash" kam.
Wer DAD wirklich hatte, also digitale Aufnahme, analoges Mischen und digitale CD-Scheibe, der hat gern den dunklen Fleck in der Mitte mit dem A verschwiegen und auch "versehentlich" ein D hingeschrieben. Wer kann's denn beweisen?