Zur Abwechslung ein Mikrofonierungsthread - wie stützt ihr Hörner?

Erstellt 22 Antworten23 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi,
ich habe verschiedenste Ansätze gesehen (von Niere vor der Gruppe über Acht oder Kugel in der Gruppe bis zu Niere hinter der Gruppe) und ich würde gerne erfahren, mit welcher Aufstellung ihr die welche Erfahrung gemacht habt.
Meine Logik würde mich ja ganz konventionell (solange es nicht zu hallig ist) zu Niere vor der Gruppe bringen... aber z.B. beim BR habe ich das häufiger genau andersherum gesehen...
Vielen Dank
Grüsse
Leif
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Antwort#2
in 90% der Fälle ist ein Stützen der Blechsektion nicht notwendig. In den restlichen 10% kommt es darauf an - wieso muss ich stützten...
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Antwort#3
Deine Logik ist auch meine Logik. Logik ist für alle da ;)
Wobei ich mir eine Acht auch sehr gut vorstellen kann, je nach umgebender *batteria* u.ä.
Hornstützen von hinten gehören für mich in einen Pult- oder Einzelmikrofonierungs-Kontext wie beim BR (der Mikrofon-Reflex ;) mit den reflexfrei-grauen Colettes) und bei Filmorchestern in typischen Hallen-Studios, wo man den Raum erstmal ausblendet und dann per Raumpaar oder Hallgerät dazufährt.
Möglichst-Wenig-Mikrofonierungen, die die Musik weniger vergewaltigen (oder: weniger Kontrolle erlauben), brauchen nicht unbedingt Hornstützen. Ich persönlich lege mich gerne frühzeitig fest und nehme eine wohlplacierte MK21 oder MK4 über den Bratschen, die dann nebenher noch ein bißchen Horn mitnimmt. Du wirst ja demnächst die Aufnahme vom 15.7. hören. Direkter brauche ich das nicht. Geschmackssache.
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Antwort#4
"Meine Logik würde mich ja ganz konventionell (solange es nicht zu hallig ist) zu Niere vor der Gruppe bringen... aber z.B. beim BR habe ich das häufiger genau andersherum gesehen..."
Genau andersrum ist dann Kugel hinter der Gruppe, oder wie meinst du das?
Also wie man Hornstützen positioniert hängt wohl auch von der Raumakustik ab (z.B. wie weit hinter den Hörnern eine Wand ist und was die reflektiert) und davon, wie direkt man den Klang aufnehmen will. Ich habs mal in einem Konzertsaal mit einer Niere einige Meter hinter und über der Horngruppe versucht, aber das war mir trotzdem noch zu direkt und ich hab dann die Stütze knapp vor die Hörner gestellt.
Grüße
Andi
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Antwort#5
Hörner stützen?
Bei 2 Mozart-Hörnern geht's noch.
An welcher Stelle bei 4 bis 6 Hörnern gibt es einen ausgeglichenen Klang des Hornsatzes?
Da würde ich die Hörner-Stütze hinstellen wollen.
Grenzflächenmikrofon?
Aber wo hin?
Wer kann helfen?
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Antwort#6
Hörner Stützen? Schöne Frage.
Bei zwei Hörnern (Mozert) geht das irgendwie.
Aber bei 4 Hörnern oder 6 Hörnern kommt doch die Frage:
An welchem Punkt hört ein Mikrofon einen ausgeglichenen (!) Hornsatz?
Grenzflächenmikrofon?
Wer kann helfen?
Hier habe ich etwas gesucht und gefunden:
"How to mike up a horn best - Wie man *ein* Horn richtig einfängt"
http://www.hornplayer.net/archive/a87.html
Die wichtigste Aussage ist hier: "When micing a horn, the mics should ALWAYS be in front of the horn, never behind."
Dieses Dogma hat auch Jörg Jecklin stets ausgegeben. Ein Horn von hinten klingt wie eine Bassposaune.
Ich sehe das nicht ganz so ernst, denn es ist ja eine Stütze. Aber an welchem Punkt ist ein ausgeglichener Hornsatz zu finden?




How to mike up a horn best - Wie man *ein* Horn richtig einfängt
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Antwort#7
Hallo Leif,
im Regelfall (normal besetztes Orchester) dürften/sollten Hornstützen eigentlich nicht notwendig sein.
Es gibt aber durchaus Besetzungen, wo dies zweckmäßig sein kann. Ich habe früher selbst u.a. sinfonische Blasmusik gemacht und bei derart großen Blasorchestern können die Hörner erfahrungsgemäß schonmal untergehen.
Wenn man hinter dem Horn stützt, wird man das Signal vermutlich filtern müssen, denn der Hornklang ist ja vom Diffusfeld geprägt und nicht vom Direktschall.
Ich habe damals empirisch gelernt, daß man die Hörner mit einer Wand hinter dem Horn deutlicher herausbringen kann. Statt Stütze also ruhig eine gewöhnliche Stellwand (für große Poster) hinter die Hörner, man kann ja was draufheften, z.B. "Tröt-Orchester e.V.", dann fällt der eigentliche Sinn nicht so auf.
Gruß
Andreas
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Antwort#8
Hallo,
ich habe eigentlich immer nur Kollegen eine Hornstütze HINTER die Hörner stellen sehen. Das klingt auch nicht wie eine Bassposaune wenn man nicht direkt in der Nähe des Bechers ist. Schräg von oben auf die Kante des Bechers und/oder etwas Abstand ist dann schon viel besser.
Die Idee, dass wir gewohnt sind Hörner nie von hinten zu hören lässt sich meiner Meinung nach nicht mit der elektroakustischen Übetragung der Musik nach Stereo vereinbaren. Meist klingt das auch sehr dumpf und uninteressant auf Aufnahmen, wie auch immer wird es immer ein Problem erzeugen der Maskierung anderer Gruppen, qua Register befindet man sich nämlich ziemlich im Weg mit anderen Gruppen z.B. eines Symphonieorchesters.
Die Frage nach dem Sinn des Stützen der Hörner ist abhängig u.a. von der jeweiligen Arbeitsweise - wird viel gestützt ist es eher nötig, als wenn man sich nur auf ein Hauptmikro verlässt. Daneben strahlen die andere Blechbläser sehr gerichtet und meist günstig auf das Hauptmikr., die Hörner hingegen nicht. Eine Relektionswand hinter den Hörnern kann helfen, aber selbst dann ist es möglich, dass eine Stütze noch nötig ist.
Das "Mitnehmen" einer anderen Gruppe auf eine Stütze begreife ich nicht. Jede hörbare Stütze wird die Abbildung und Balance ändern, also wäre es nur nachteilhaft mit einer Stütze mehr als nur die jeweilige Gruppe zu kontrollieren. Effektiv kann so etwas aber schon bei Stereopaaren funktionieren , z.B. über den Holzbläsern, wo dann Pauken / Schlagzeug mitgenommen wird.
Gr.
Dirk
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Antwort#9
Hi,
warum ich darauf gekommen bin ist das Resultat einer "Bruckner 8 in großer Kirche ohne nahe Rückwand für die Horngruppe" Aufführung die ich mal mitgemacht habe und von einer Aufführung von Schostakwitsch 5 mit Hörnern, dei direkt vor einem großen Vorhang sitzen durften.
Da demnächst Brucker 3 in Kirch kommt, dachte ich -um den Matsch zu entschärfen - etwas Stütze könnte nicht schaden...
Aber macht es nun wirklich Sinn die Stütze hinter den Hörnern zu haben? ich weiss nicht... Bekommt man das erste Horn etwas undiffuser, so sind zumindest die Soli sauber zu hören. Somit wäre Niere vor der Gruppe vielleicht der beste Kompromiss, denke ich...
Grüsse
Leif
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Antwort#10
wenn hinten, dann eher nah und hoch, richtig verstanden? würde auch sinn machen bei dem bruckner kirchen szenario ohne refelxionswand (ich habe die andere antwort geschrieben gehabt bevor ich deine gelesen habe)
grüsse
leif
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Antwort#11
Probier's mal mit einer Reflektionswand hinter den Hörnern (z.B. Plexiglasplatte - fällt nicht so auf) und ohne Stützen. Hat mir mal eine Aufnahme gerettet.
Gruss
Gerhard
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Antwort#12
guter Tipp! Oft reichen auch schon Holzsessel hinter den Hörnern, deren Rückenlehne dann den Schall etwas nach vor reflektiert. Oder auch ein gekippter Tisch hat mir schon einmal in einer Kirche den Tag gerettet.


Tonzauber Super Summer Sale
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Antwort#13
Hallo Leif,
wenn man hinter den Hörnern stützt, kommt man u.U. mit einem geringeren Zumischpegel aus, was wieder gut für den Hornklang wäre.
Die Frage bleibt, ob trotz des hohen Anteils an Diffusivität in der Kirche durch die Stützen ein homogener Gruppenklang gewonnen werden kann. Ein deutlich hörbares "Mono"horn wäre gewiß unvorteilhaft, insbesondere bei Werken von Bruckner, der eine größere Anzahl von Hörnern verwendet, die m.E. auch so (nämlich nach größerer Anzahl) klingen sollten.
Gruß
Andreas
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Antwort#14
Homogener Gruppenklang der Hörner ist bestimmt am Stützmikrofon wichtig.
Üblicherweise sitzen 1. und 3. Horn nebeneinander und oft dahinter dann 2. und 4. Horn nebeneinander.
Da ist eine interne Akkord-Klangbalance an keinem Ort möglich.
Nur aus einiger Entfernung wäre da ein wenig zu machen.
Hörener dürfen ja auch nicht vereinzelt klingen, man will eben einen ausgeglichenen Hornsatz.
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Antwort#15
Sitzordnung von 4 Waldhörnern.
Vorne Horn 1 und 3, dahinter 2 und 4.
Die natürlichen Reflexionen lassen hier sicher zu wünschen übrig.
Wo kommt nun die Stütze hin?
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Antwort#16
Kauft euch Notenständer wie Big-Bands sie haben. Jeder Notenständer hat vorne eine schöne Reflektionsfläche !
Gruss
Gerhard
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Antwort#17
Hm, und wie stellst du diese großen Flächen-Notenständer jetza hinter die Waldhörner?
Da blicke ich noch nicht durch.
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Antwort#18
Das mit den Stühlen ist ein guter Tip, kann man mal häufiger Anwenden. Ich kenne die Kirche noch nicht, daher weiss ich noch nicht wie weit die Wand weg ist. Aber wenn so ein paar Stühle hinter den Hörnenr reichen wird sich bestimmt auch der Dirigent freuen. Man wirds sehen, hat noch bis Oktober Zeit...
Vielen Dank
Grüsse
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Antwort#19
Ein paar Stühle hinter den Hörnern reichen sicher nicht als "Reflexionswand" hinter den Hörnern.
Die Idee von Georg mit einigen hochkant-gestellten Tischen (ohne Tischdecke :-) hinter den Hörnern ist schon weit wirksamer.
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Antwort#20
Hallo Leif,
Hörner habe ich bisher immer nur von hinten mikrofoniert (Vorteile: Mikro kaum sichtbar, etwas brillianterer Klang, (Ventilgeräusche sind leiser)). Standardmikrofon hierbei war eine Neumann Kleinkapel mit Nierencharakterisik. Wenn du das Gefühl hast, daß eine Stütze nötig ist, baue sie auf. DU mußt dich gut fühlen, sonst wird keine gute Aufnahme herauskommen können......
Im Normalfall hast du 3 Hörner, die lassen sich gerade noch mit einer Stütze einfangen. Wenn Möglich die Hornisten etwas instruieren, das sie sich möglichst etwas posiitonieren, damit alle einigermaßen drauf sind. Achte daruaf das die Abstände aller Musiker zum Mikrofon in etwa gleich sind, wenn das nicht geht, 1. & 2. Horn etwas bevorzugen, weil hier die Solostimmen spielen.
Die mehrfach erwähnten Plexiwände sind auch gut, hier läßt sich eine Grenzfläche einsetzen. Die Stuhllehnen etc. halte ich ich eher für gewagt & glaube nicht das ein Orchesterleiter "deplatzierte" Stühle durchgehen läßt. Ich bin auch der Meinung das diese Flächen zu klein sind, um eine vernünftige Wirkung zu erzielen.
Ansonsten viel Spaß bei der Aufnahme.
Gruß
M. Hein
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