Neumann V475-2C sowie Elko Fragen

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe ein paar Fragen. Vielleicht kann mir ja einer von euch weiterhelfen.
1. Wenn ich mehrere unsymmetrische Signale mit einem Neumann V475-2C summieren möchte wie hoch wähle ich dann den Kopplungswiderstand? Lege ich dann das Signal "+" mit dem doppelten Wert (10,22 kOhm anstatt 2x 5,11 kOhm) an den "+" Eingang des V475 an und verbinde die Signal Masse mit "-" und Masse des V475?
2. Wie lang darf der Kabelweg sein zwischen dem Knotenpunkt aller 5,11 kOhm Summierwiderstände und dem V475. Sprich könnte man die Summierung im Mischpult vornehmen und dann ein z.B. 3 Meter langes Kabel zum V475 führen, oder gäbe es da aufgrund der dann doch recht hohen Impedanz klangliche Einbußen. (bin mir nicht sicher, da es sich ja um einen 0 Ohm Knotenpunkt Verstärker handelt)
3. Kann mir mal jemand erklären, wie das Prinzip des Koppel Elkos funktioniert? Ich sehe in vielen Schaltungen gerade an der Eingangsstufe gepolte Koppelkondensatoren, welche direkt im Signalweg liegen (also nicht gegen Masse). Ich vermute, dass diese einen Hochpass darstellen sollen um Gleichspannung von den OP ferzuhalten. Ich vermute auch, dass diese Elkos zusammen mit dem Eingangswiderstand des OP als RC Glied arbeiten, aber ich weiß es eben nicht. Außerdem verwirrt mich die Tatsache, dass ein Elko gepolt, eine Audiospannung aber eine Wechselspannung ist. Ein ungepolter Kondesator wäre bei diesen Kapzitäten wohl einfach von der Bauteilgröße zu mächtig, als dass man ihn näme, oder?
Also viele Fragen eines Unwissenden. Vielleicht hat ja jemand Lust mir dies einfach zu erklären.
Vielen Dank im Voraus
Frank
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Antwort#2
Oh, eine Frage zum V475 hatte ich noch vergessen.
Was hat es mit den Kondesatoren am Eingang vor dem Übertrager auf sich? Es liegt jeweils ein Kondesator von + zur Masse und einer von - zur Masse. Einer ist variabel und soll abgeglichen werden (laut schaltplan). Was gleiche ich dort ab? Hat dies womöglich mit der Kapazität des Kabels vom Knotenpunkt zum V475 zu tun?
Viele Grüße
Frank
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Antwort#3
Die kleinen Kondensatoren am Eingang gegen Masse C2 = 27 pF und C1 = 40 pF mit ausgesuchtem Parallelkondensator sollen HF abblocken (Tiefpass) und haben mit den Audiofrequenzen nichts zu tun. Die sind "Feinschliff" für Frequenzen über 20 kHz. Es passiert klanglich nichts, wenn du sie weglässt.
Die hochohmigen Widerstände RE vor dem Verstärker sind die Knotenpunktwiderstände des "Null-Ohm-Knotens und bestimmen die Verstärkung, wobei meistens v = 0 genommen wird.
Bei Knotenpunktverstärkern wird unbedingt die symmetrische Ankopplung an den empfindlichen Eingang empfohlen (Brummprobleme). Also benutze Eingangsübertrager und halte die symmetrischen Leitungen zum Knotenpunktverstärker kurz, wenn du "Studioqualität" haben willst.
Koppel-Elektrolytkondensatoren sollen Gleichspannung aus dem Modulationsweg wegschalten. Du vermutest richtig, dass diese einen Hochpass darstellen, um Gleichspannung vom OP fernzuhalten. Die Größe der Längs-Kapazität bestimmt also die tiefste Grenzfrequenz. Wenn du preisgünstige kleinere Werte nimmst, bekommst du tiefenlose Ghettoblaster.
Richtig, ein ungepolter Kondesator wäre bei diesen Kapzitäten von der Bauteilgröße zu groß. Der gepolte Elko soll der Modulationsspannung also der Audiowechselspannung nichts anhaben. Austrocknende Elkos machen oft hörbare Probleme.


Neumann V475-2C Knotenpunktverstärker
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Antwort#4
Danke für deine Antworten. Du hast mir sehr geholfen. 2 Fragen habe ich dennoch:
1. Ich möchte vor dem V475 einen Panpot schalten und mir die anschließende Symmetrierung gerne sparen. Kann man bei kurzen Kabellängen den 475 nicht unsymmetrisch beschalten? Und wenn doch, wie?
2. Wieso tangiert die Polung eines elkos nicht die Wechselspannung des Audiosignals?
Viele Grüße
Frank
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Antwort#5
Sicher kannst du an den Eingang des Ü1-Eingangsübertragers des Knotenpunktverstärkers auch mit dem Ausgang eines unsymmetrischen Panpots rangehen. (Kurze Leitung). Nur wie ist die Panpotschaltung? Ist die Schaltung nicht mit einer Grunddämpfung versehen? Brauchst du nicht dahinter wieder Verstärkung?
Auch wenn RE die Verstärkung mitbestimmt, so ist hier der Widerstand RG (Gegenkopplungswiderstand) für die Verstärkungseinstellung des Knotenpunktverstärkers gedacht.
Ein Kondensator lässt keine Gleichspannung durch (f = 0 Hz), aber sehr gut Wechselspannung. Ein Elektrolytkondensator mag keine falsche Polung. Zur Masse hin (auch zur virtuellen Masse hin) muss immer der Minuspol zeigen. Das heißt am Eingang schaut dich immer ein Plus des Elektrolytkondensators an. Am Ausgang wird dich immer der Minuspol anschauen. Der weiße Balken ist Minus und das steht auch drauf und das lange Beinchen ist immer Plus.
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Antwort#6
Hallo,
zu 1: Der Panpot würde von einem OP "gebuffert" werden. Der würde auch die Einschaltdämpfung ausgleichen. Nur wie schließe ich den Ausgang dieses OPs denn nun an? Mit einem 10,22 kOhm an den + Eingang des V475 und Masse mit - verbinden, oder anders?
Zu 2: Warum sieht man dann öfter 2 Elkos in Gegenreihe?
Viele Grüße
Frank
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Antwort#7
Den heißen Ausgang des OpAmps legst du an den Eingang des V475-2C mit der Bezeichnung 8a. Davor kommt der 5,11 kOhm Widerstand.
Den Masse-Ausgang des OpAmps gibts du direkt auf den Eingang 8c. Dabei lässt du 6a frei.
Mit 2 Elkos in Gegenschaltung kann einen unpolarisierten herstellen. Nur denke beim Kapazitätswert dran, dass das eine Reihenschaltung ist und keine Parallelschaltung.
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Antwort#8
Mensch Klasse!
Herzlichen Dank
Viele Grüße
Frank
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Antwort#9
Frank, stell dir vor, du brauchst einen ungepolten Elko von 10 µF.
Du hast aber nur normale und die sind üblicherweise gepolt.
Wie groß müssen beide gleichgroßen Elko-Werte sein, damit sich in Reihenschaltung 10 µF ergibt?
Na?
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Antwort#10
2x 20....:-)
Soviel weß ich noch...:-)
Viele Grüße
Frank
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