Seile zum Abhängen vom Mikrofonen

Erstellt 28 Antworten29 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Einige von Euch haben bestimmt Stahlseile zum Abhängen von Mikrofonen.
Wird das Seil per Hand gespannt und dann über eine Gewindeverschraubung nachgedreht, zur besseren Spannung (vergleichbar mit Oberleitungen von öffentlichen Verkehrsmitteln)?
Wie werden Abgangspunkte der Mikrofone an den Seilen montiert? Gibt es dafür "Kreuzungselemente"?
Ist es besser, im Metallfachhandel danach zu fragen, oder gibt es spezialisierte Systeme für den Tonbereich?
Wieviel sollte man für so ein System ungefähr einkalkulieren?
Fragen über Fragen...
Grüße,
Hermann
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Antwort#2
Üblicherweise werden Kleinmikrofone am eigenen Kabel von der Decke abgehängt. Am Mikrofon sollte eine Neigvorrichtung sein.
Sie seltenen von links nach rechts vor der Bühne horizontal abgespannten Stahlseile sind in den Sälen so gut wie immer fest eingebaut. Da gibt es unterschiedliche Systeme, wie die Kablel an dem Seil geführt werden. Der Gardinenhandel ist mit unterschiedlichen Vorrichtungen bestückt. Als Vorbild kann man sich auch die Wäscheleinen nehmen, wie sie in Neapel über die die Straße gespannt sind und wie man die Wäsche dort am Faden ziehend verteilt.
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Antwort#3
Hallo Klaro, danke für die erste Info.
Ich habe mich umgesehen - Stahlseil mit Spannschlössern, sowie Bügelseilklemmen und Kauschen lassen mich immer die richtige Länger selber machen - ohne das Seil trennen zu müssen.
Ich kenne die Kabelführungssysteme nicht - und leider auch nicht die neapoletanischen Wäscheleinensysteme (habe durch Google nix diesbezüglich gefunden). Könnte mir diesbezüglich jemand Informationen geben? Vor allem, wie werden 2-4 Mikrofonkabel "auf" dem Seil geführt? Wie werden Querstreben gesetzt, damit das Mikrofon an der richtigen Position ins Lot fällt?
Die Hängevorrichtung für die Mikrofone am Kabel kenne ich... - aber eben nicht mehr.
Ich möchte das System mobil nutzen können, wenn es einfach schön aussehen sollte.
Grüße,
Hermann
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Antwort#4
Die Antwort - wie auf die meisten Tontechnik-Fragen - ist auch hier: Gaffa!
Mit dem lassen sich die Mikrofonkabel problemlos aufs Seil kleben.
Für den mobilen Einsatz würde ich keine Stahlseile empfehlen, sondern entweder stabile Angelschnüre oder auch Bauschnüre aus dem Baumarkt. Wenn sei bis 60 oder 70kg belastbar sind sollte das für 3 bis 4 Mics ausreichen. Da tuts dann nicht weh wenn ich ein Stück abschneide und es nachher entsorge. Bei Stahlseilen habe ich immer das Problem, wohin mit dem Überhang - und aufgerollt irgendwo hinhengen schaut ja dann erst wieder nicht hübsch aus.
Ich selber habe mir für die beiden Enden eine je ca 1m lange Kette mit Karabinern zum Nachspannen zugelegt. Für Locations, wo es keine Leitern gibt die hoch genug sind habe ich noch eine zusätzliche Umlenkrolle dabei, da kann ich dann die Mikros gemütlich von der Balustrade aus aufhängen und in die Mitte ziehen.


Tonzauber - einfach klassisch
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Antwort#5
Danke, Georg für die Infos.
Sobald ich die Kabel jedoch auf das Seil geklebt habe, passen Seil+Kabel doch nicht mehr durch die Umlenkrolle, oder?
Du musst, wenn Du mit Umlenkrolle arbeitest, auf beiden Seiten eine Umlenkrolle und eine Schlaufe mit dem Seil bilden, richtig?
Grüße,
hermann
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Antwort#6
Ich habe da meine eigenen Konstruktionen.
Dennoch ein paar Worte.
1., Man kann statt Stahlseilen auch schwarze Segelseile verwenden, die man in entsprechenden Sportgeschaeften erhaelt. Vorteil: Weniger Gewicht. Ausserdem kann man jederzeit einen Knoten hineinmachen. Nachteil: Etwas elastischer, haengen also mehr durch. Ich verwende beides.
2., Ich persoenlich haenge die Mics ungern an ihrem Kabel ab. Stattdessen benuetze ich schwarz isolierten
Kupfer-Stromdraht, der steif genug ist, und bastle damit Abhaengevorrichtungen. Einziges Problem dabei ist, Schwerpunkt und Momente gut hinzubekommen.
3., Die Mic-Kabel haenge ich mittels simpler S-Haken aus dem Baumarkt auf die Seile. Fixiert habe ich bisher nicht mit Gaffa (diese Idee hatte ich noch nicht...) sondern mit Seilklemmen verschiedener Groesse.
Das sind U-Haken aus dem Baumarkt, auf die ein gerades Teil mit zwei Loechern mittels Muttern draufgeschraubt wird. Die Muttern lassen sich nach Wunsch anziehen und loesen. Ich verwende dafuer einen kleinen Schraubschluessel.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#7
Ich habe so ein Stahlseil auf eine unbenutzte 1/4"-Spule gewickelt, das ist handlich und sieht optisch brauchbar aus, wenns denn mal offen und nicht hinter einer Balustrade verborgen hängt.
Zum Fixieren benutze ich auch Seilklemmen. Ebenso auch (zwar etwas unhandlich, aber bisher die beste Lösung, die mir eingefallen ist, denn man hat nie eine Zugkraft zwischen Mikrofon-Fixierungsklemme und Wand) fürs Kabel am Seil. Im Gegensatz zu Gaffa hinterläßt das keine Spuren. Der große Nachteil bei den Dingern: Man muß die Muttern komplett abnehmen, um das ja schon gehängte Seil in die Klemme zu kriegen. Da fallen sie leicht mal runter. Macht Spaß, in einer Kirche mit Sparbeleuchtung Mutternsuchen zu gehen. Daher zählen Seilklemmen bei mir zum Verbrauchsmaterial. An eine Art "Mikrofon-Seilbahn" hatte ich auch schon gedacht, aber bisher nicht dazu gekommen, das funktionstüchtig zu bauen. Auch da ist die größte Schwierigkeit das Gewicht des Kabels.
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Antwort#8
Fuer das Publikum sehen meine Konstruktionen etwa so aus. Tragseile sind Stahlseile. Leider habe ich kein besseres Bild.
Die "Kabelgirlanden" haben sich optisch bewaehrt. Ankleben der Kabel habe ich bisher nicht gemacht, vielleicht ist das auch zu unflexibel. Bei der Aufnahme im Bild bin ich mit einer leichten Alu-Leiter durch den Saal, um von unten aus zu justieren. Wenn das nicht geht, ist es hilfreich, die genannten Seilklemmen in Kombination mit S-Haken zu verwenden. Man klemmt einerseits alle 70 cm (zB.) einen Haken fest an das Seil und faedelt dann andererseit diese Haken mittels Seilklemmen locker auf das Tragseil. Sollen nicht hinunterfallen. Haben ein bisschen Gewicht. Danach kann man zB. mittels Nylon-Schnur die Mics samt Kabel "aufziehen".
Achtung:
Moeglicherweise gelten in Deutschland bei abgehaengten Teilen und Seilkonstruktionen bestimmte Sicherheitsvorschriften, die sich von den oesterr. unterscheiden.
Gruss,
Mathematiker
PS: Wie man erkennt, verwendete ich hier als (nicht abgehaengtes sondern gestelltes) ORTF-Hauptsystem zwei Grossmembranen - entgegen vieler "Lehrbuchmeinungen", was sich bei dieser speziellen Aufnahme hinterher klanglich als aeusserst guter Griff herausstellte...
Da der Raum einen extrem kleinen Hallradius hatte, war eine "natuerliche" Reproduktion kaum moeglich; mein Konzept war daher von Anfang an "bewusste kuenstliche klangliche Gestaltung" der Ereignisse.
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Antwort#9
Hallo Mathematiker,
interessant finde ich, dass dies - bis jetzt - eine ausschließliche Österreich-Diskussion ist :-). Würde mich auch freuen, aus Deutschland Erfahrungsberichte zu lesen...
Die S-Haken sind eine interessante Art! Ich werde mir vorläufig auch aus schwarzem isoliertem -Kupferdraht (1,5mm^2) Abhängevorrichtungen selbst formen.
Interessant finde ich die Audio-Technica Abhängungen, sie sind offenbar selbstrückformend (siehe Link). Leider ist der Durchmesser für Standard-Kleinmembraner nicht ausreichend.
Der Isolierdraht ist zwar biegsam, jedoch nicht "rückstellend".
D.h. Du lässt das Mikrofon vom Seil lotrecht nicht am Kabel hängen, sondern bastelst mit dem Mikrofonisolierkabel gleich auch eine Fixierung zum Seil?
Die Art, wie es Audio-Technica macht, bedeutet, dass die Abhängevorrichtung ja ausschließlich zur Ausrichtung des Mikrofons dient. Um das Mikro am Kabel lotrecht fallen zu lassen, müsste man am Seil ja eine Fixierung vornehmen, z.B. mit Gaffa, oder mit Drahtseilklemmen ( http://i6.ebayimg.com/04/i/07/56/cf/89_2.JPG ), die den Durchmesser des Seils und des Kabels umfassen können und damit dann sanft den Kabelmantel ans Seil quetschen...
Was haltest Du von dieser Idee?
(oder hast Du es ohnehin so gemeint?)
Grüße,
Hermann


http://www.audio-technica.com/cms/resource_library/product_images/b2dfae1d1a225f
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Antwort#10
Ich nehme Muttern einzeln in den Mund zwischen die Lippen, und schliesse dahinter die Zaehne, um keine zu verschlucken. Beim Arbeiten mit Muttern halte ich immer eine Hand drumrum.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#11
1.5 mm^2 waere mir zu duenn, das formt sich zu schnell wieder zurueck, wenn Du es physikalisch ungeschickt machst. Ich verwende mindestens 2.5 mm^2, das hat dann allerdigns auch etwas mehr Gewicht...:-(
Zu Deiner anderen Frage etwas spaeter.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#12
Kleine Schraubkarabiner aus dem Baumarkt gehoeren auch noch zur Ausstattung. Hatte ich vergessen.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#13
Hallo Mathematiker,
danke für die genaue Beschreibung deines Systems!
Eigentlich ist es nicht besonders schön, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man andere Mikrofone als die meisten nutzt - vielleicht sollte das hier in Zukunft wieder etwas lockerer gehandhabt werden...
Etwas verstehe ich noch nicht:
"Danach kann man zB. mittels Nylon-Schnur die Mics samt Kabel "aufziehen"."
Wie?
Die Kabel hängen in den S-Haken, die wiederum mittels Seilklemmen am Trägerseil befestigt sind.
An dem Kreuzungspunkt, bei dem das Mikrofon fallen sollte, ebenfalls eine Seilklemme mit Kabel durchgeführt.
Wie kann ich da dann das Mikrofon "aufziehen"? (Ich stelle mir das jetzt wie eine Kabeleinzugsfeder vor, bei der das gesamte Kabel inkl. Mikrofon durch die Haken geführt wird?! So ist es bestimmt nicht...)
Gruß,
Hermann
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Antwort#14
Hallo pkautzsch!
Welchen Seildurchmesser benutzt Du? Das mit den Seilklemmen als Verbrauchsartikel ist ein guter Tipp...
Grüße,
Hermann
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Antwort#15
Abgesehen von der tatsaechlichen Abhaengestelle des Mic soll ja auch dazwischen, also von Abhaengestelle bis Buehnenrand, das Kabel nicht herunterhaengen. Dafuer kann man wie geschildert alle 70 cm.
1., Das Kabel mit einer kleinen Seilklemme an einem S-Haken (oder einem Karabiner) festmachen - wirklich fest. Der S-Haken (bzw. Karabiner) soll mit dem Kabel "mitwandern".
2., Den S-Haken mit einer zweiten Seilklemme _leicht_ am Tragseil fuehren. (Das hat leider etwas Reibung, was Besseres habe ich noch nicht...)
3., Durch die Seilklemme an der Abhaengestelle und zusaetzlich durch die weiteren Seilklemmen einen Nylonfaden mit ausreichender Zugfestigkeit mitdurchklemmen, diesen Faden bis an das Ende des Seiles fuehren, dort zB. um ein Raedchen herum und anschliessend wieder zurueckfuehren (_lose_ durch die S-Haken durch, damit er nicht runterhaengt) bis an den Seilanfang. Mit Hilfe dieses Nylonfadens zieht man dann das Mikrofon samt Kabel am Tragseil entlang. Es ist wie bei einer Umlauf-Seilbahn. Der Stahldrat ist das Tragseil, der Nylonfaden ist das Zugseil und das abgehaengte Mic ist die Gondel.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#16
Geschätzt 2,5mm. vielleicht auch 3,5.
Das, was 30 Kilo aushält, aber noch erträglich dünn ist optisch. Das Schwerste, was ich dranhänge, sind zwei CMC54.
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Antwort#17
Ah, ich glaube das ist missverstaendlich formuliert, weil fehlerhaft:
Man klemmt einerseits alle 70 cm (zB.) einen Haken fest an das Seil und faedelt dann andererseit diese
Haken mittels Seilklemmen locker auf das Tragseil.
Es sollte heissen:
Man klemmt einerseits alle 70 cm (zB.) einen Haken fest an das KABEL und faedelt dann andererseits diese Haken mittels Seilklemmen locker auf das Tragseil.
Die Haken laufen mit dem Kabel mit!
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#18
Statt S-Haken sollten doch auch kleine Karabiner gehen. Die können dann nicht runterfallen. Man müßte nur mal probieren, ob die untere (runde) Öffnung zufällig gerade den Kabeldurchmesser hat und damit die Seilklemme am Kabel spart.
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Antwort#19
Du musst bedenken, dass jede Verbindung einen gewissen Winkel verursacht. Bei einer Seilklemme plus einem Karabiner laeuft das Kabel nicht parallel zum Seil.
Man koennte allerdings einen Karabiner nehmen, durch ihn das Kabel und das Seil durchfuehren, und das Kabel beiderseits des Karabiners mit Hilfe einer Seilklemme am Karabiner fixieren (oder kleben? haette weniger Gewicht). Dann laeuft auch der Karabiner schoen mit dem Kabel mit.
Wenn man das Mitlaufen des Karabiners nicht auf diese oder aehnliche Art steuert, haengt das Kabel mitunter unschoen vom Seil herab.
Ich probiere das "Nur-Karabiner-System" mal aus...
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#20
Hallo Georg,
eigentlich gefällt mir ja diese Aussage sehr:
"Die Antwort - wie auf die meisten Tontechnik-Fragen - ist auch hier: Gaffa!"
;-)
...aber für all diejenigen, die nicht so sehr auf Klebstoffreste an den Kabeln stehen würden sich vielleicht auch die wieder lösbaren (und wiederverwendbaren) Kabelstrapse empfehlen...
Lieben Gruss
Thomas
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