Hallo Liebe Auskenner! Spielen in der Besetzung Konzertgitarre, Cello + Elektronik. 1. Gitarre Nach diversen Experimenten und den altbekannten Problemen wird die Gitarre derzeit mit Piezo-Pickup abgenommen. Würde gerne für das nächste Konzert nicht direkt in die PA, sondern meinen alten, billigen E-Gitarrenverstärker dazwischenschalten: klingt schön trashig (den Originalsound bekomme ich sowieso nicht hin, also mache ich aus der Not eine Tugend). Muss ich jetzt noch eine DI-Box dazwischenhängen? 2. Das Cello wird mit einem AKG-Kontaktmikro zum Aufkleben abgenommen und geht direkt in die PA. Leider gibt es immer Probleme mit Rückkopplungen. Was könnte helfen? (Akustikverstärker?, Piezo-Pickup?,...?) Im vorraus Vielen Dank, Michael
Keine Lösung aber gleiche Erfahrung, ich spiele selber Cello und kenne das Rückkoppelungproblem. Deswegen habe ich mir dann einfach für diese Fälle ein E-Cello gekauft. Ich dachte mir damals, das das Problem ja ist, das Streichinstrumente geradezu zum Resonieren gebaut werden, weshalb ich mir dachte, dass alle Kontaktdinge äußerst schlecht sind. Aber ich habe auch nie ausprobiert, ob man mit einer sehr nahen Mikrofonierung besser läuft (z.b. Clip Mikro von DPA). Die Meinung eines Experten würde mich auch sehr brennend interessieren. Grüsse
Zum Naturklang des Violoncellos im Konzertsaal würde ich die Gitarre auch gesellen. Wenn diese natürlich nicht klingt, muss ein Verstärker her, der im Raum einen Klang herstellt, den man wünscht. Dann würde ich unbedingt auf den nicht in diese Philosophie passende DI-Box verzichten.
Die DI-Box macht aus dem unsymmetrischen Tonabnehmersignal ein mischpulttaugliches symmetrisches. Ein Gitarrenverstärker ist normalerweise unsymmetrisch, also brauchst du *keine* DI-Box. Klinkenkabel mit dem einen Ende an die Piezo-Gitarre, mit dem anderen Ende in den Amp, fertig. Bei (Semi-)Akustikgitarren, die verstärkt werden, stopft man gerne mal das Schalloch bzw. die F-Löcher zu. Das hilft angeblich mehr als man denkt. Sollte mit einem Cello-F-Loch auch gehen, es gibt zumindest für Gitarren fertige Gummistöpsel. Zum Abnehmen: eine Möglichkeit wäre auch, ein Nieren-Kleinmikrofon (vielleicht das kleine DPA, oder das Rode mit der getrennten Kapsel...oder halt die sehr sauberen Schoeps-CCM4) mittels Haargummi in den Steg zu hängen. Wird öfter bei Jazz-Kontrabaß gemacht, durchaus auch zum Live-Aufnehmen im Studiokontext. Da bei dieser Anordnung anscheinend die Ausblendung selbst des direkt danebenstehenden Schlagzeugs sehr gut ist, sollte es auch rückkopplungsmäßig gehen. Freilich wird das das Resonanzverhalten stärker verändern als ein kleines Aufklebemic. Aber ein bißchen weniger Resonanz ist ja in diesem Kontext auch nicht verkehrt.
vielen Dank für die Tipps. Habe trotzdem noch ein paar Fragen zur DI Box: 1. Macht eine DI Box Sinn zwischen Gitarrenverstärker und Mischpult? 2. Macht eine DI Box Sinn zwischen Cello-Mikro und Mischpult? 3. Wenn ja, was für eine nochmal Danke. Michael
Kontaktmikros älterer Bauart sind oft sehr schlecht. Hier würde ich auch mit klassischer Mikrofonierung experimentieren. Beim Cello habe ich auch bei relativer naher Mikrofonierung gute Erfahrungen mit Großmembranern gemacht - schnitten besser ab als Beispielsweise ein Mke2 im F-Loch oder am Steg. DiBox am Mikro kann sinnvoll sein, wenn es nur über einen Asymmetrischen Anschluss (Klinke) verfügt. Für bestimmte Piezo-Abnemer kann eine aktive DI-Pflicht sein, wenn es nicht sowieso ein zum Mikro gehörendes Vorschalt-Kästchen gibt. Grüße Opi
kleinst-Clip Mikrofone werden mit Erfolg an Streichern eingesetzt, wenn es wirklich auch laut gehen soll. Die ganzen Pop-Klassiker, die auch ein R´n´R - Schlagzeug auf der Bühne haben, arbeiten so. Das funktioniert oft besser als gleichteure Kontaktmikros und Stegabnehmer. Richtig gute Stegabnehmer sind noch einmal deutlich teurer als die Kleinstmikros von DPA oder Sennheiser - die sich meiner Meinung nach nur geringfügig voneinander unterscheiden. Für ein Duo mit Gitarre würde ich auf klassische Mikrofonierung zurückgreifen, da man keine Konkurrenz mit sonstigem Bühnenlärm fürchten muss. Ein natürlicher Klangeindruck lässt sich so sehr viel einfacher erreichen. Der Abstand macht die Musik. Niemand hängt mit seinem Ohr am Steg. Selbst der Musiker hat sein Ohr mindestens 1 Meter vom Korpus entfernt und der Zuhörer sowieso. Ein Mikro gehört gern auch weiter weg. Gerade bei tiefern Instrumenten.
Die Frage versteh ich nicht ganz... Rückkopplungen gibts bei uns bei der Gitarre eher bei den tiefen Frequenzen und beim Cello eher bei den hohen (z.B. bei hohen Flageolett-Tönen...niemals konstantes Brummen sondern immer lauter werdend. Michael
Stellt ihr Monitore oder Sidefills auf, oder kommt das Rueckkoppeln von der Front? Vielleicht hilft: Aufstellung aendern und beim Einpfeifen beim Cello nicht auf die hohen Flageoletts vergessen. JustMy2Cent Mathematiker
Danke für den Tipp!!! Wir werden mit der Aufstellung experimentieren, und uns für den Soundcheck das nächste Mal mehr Zeit lassen. Die Rückkopplungen kamen auf jeden Fall auch von der Front. Die Monitore waren je nach Spielort und Anlage unterschiedlich aufgestellt. War in dieser Hinsicht bisher zu wenig aufmerksam... Gibt es grundsätzliche Do´s und Dont´s zur Monitoraufstellung?