Hallo, wer kann mir einen Tip geben? Möchte gern eine Bodhran (irische Handtrommel) verstärken: Mit Tonabnehmer? Mit Mikro, welches eignet sich hier besonders? Würde wohl gern ein kleines Mikro direkt in die Bodhran mit kleinem Gelenkarm o.ä. einbauen. Ist das o.k. ? smyrgol
kann man versuchen. Ich habe immer gute Ergebnisse mit einem einfachen SM57 erzielt. Für die klickedieklackedies verbietet sich eigntlich ein Kondenator. Mikro- und Trommelmembran sollten parallel sein, dann erhält man auch einen satten Tieftonanteil. Grüße Opi
"Mikro- und Trommelmembran sollten parallel sein, dann erhält man auch einen satten Tieftonanteil." Eine interessante Aussage. Gibt es eine erleuchtende Erklärung zur Tiefton-Klangqualität, wenn Mikrofonmembran und Trommelmembran parallel gestellt sind? Ich denke da ja eher in der Nähe an eine gekrümmte Kugelwelle, als an eine ebene Welle in der Entfernung.
Moin... (hier als Gruß zu verstehen, nicht als namentliche Ansprache ;) ) "Ich denke da ja eher in der Nähe an eine gekrümmte Kugelwelle, als an eine ebene Welle in der Entfernung. " Andersrum wird ein Schuh draus. Die Näherung "Kugelwelle" bekommt man in der Entfernung, die Näherung "ebene Welle" nah dran. Bei einem Abstand Mikro-Schlagfell in der Größenordnung (oder kleiner als) Durchmesser des Schlagfells wird man i.A. im sog. "Nahfeld" sein, also von einer Kugelwelle noch nicht merken können. Da macht die Überlegung schon Sinn, dass die Membranen parallel sein sollen, WENN man einen hohen Tieftonanteil haben will. Dazu kommt bei einer Niere (wie vorgeschlagen) noch der NBE, der - wenn mich nicht alles täuscht - doch am stärksten unter 0° "zuschlägt"... Jens
""Für die klickedieklackedies verbietet sich eigntlich ein Kondenator."" Falls Du "Kondensator" meinst: Das hätte ich dann gerne mal erläutert, Opi ;-)
Ja , sorry für das fehlende "s" .. da war Opi wieder etwas eilig und demzufolge sehr zahnlos in der Aussprache. Ich meine, dass die hohen und extrem kurzen Transienten, die harte Klappergeräusche mit sich bringen (Triangeln, harte Perkussionsinstrumente usw), von einem Kondensator zwar vielleicht aufgenommen werden, aber wegen ihres hohen Pegels gerne zu extremen Verzerrungen führen, weil die Fetvorstufe im Mik oder im Pult total überteuert wird. Und dann macht die Triangel nicht klinnnng sondern knackniiiing und der Stepper macht nicht klockklack sondern krkok... usw. selbst wenn solche extremen Schallereignisse perfekt in elektr.Signale gewandelt werden...: Wir brauchen sie nicht, weil wir sie nicht hören. Wir müssten angestrengt diese extremen Transienten wieder klein-limitieren um das in der Beschallung oder Aufnahme zu represäntieren, was uns an dem Geräusch wirklich interessiert: Und das ist eher die tonale Ausklinkphase, als der extreme Attack-Peak, der einfach nur unsere Elektronik überfordert und den kein Mensch braucht. Deswegen nehme ich für solche Schallereignisse lieber dynamische Mikrofone, die einfach mechanisch schon solche Transienten bedämpfen.
In der Tat: Große Membran der Quelle bewirkt erstaunliches Nahfeld. Einfach mal ausprobieren. (zugegeben: ich habs auch nicht geglaubt, es ist aber so.) Der interessierte Mensch kann solche Effekte sehr schön schon mit bloßem Ohr an der Großen Trommel eines Spielmannszuges wahrnehmen - und das auch noch in ganz erheblicher Entfernung - obwohl diese Membran im Verhältnis zur Wellenlänge immer noch sehr klein ist, hat diese Trommel eine enorme Richtwirkung. Die Physik bezeichnet eine Distanz von 5 bis 10 Wellenlängen noch als Nahfeld. Für 50 Herz also mehr als 30 Meter! Das kann man hören. Hinzu kommt die Empfindlichkeit eines Mikros im Schallfeld. Ich konnte das einmal sehr schön ausprobieren: (und jetzt frag mich nicht, was das für ein Job war): Aufgabe: Das Zertrümmern eines Autodaches möglichst bombastisch beschallungstechnisch zu unterstützen. Abnahme: Bassdrummikrofon in der geschlossenen Fahrgastzelle. Scheiben noch intakt. Im Auto gilt das Druckkammermodell für Bässe. Eigentlich muss die Orientierung des Miks ganz egal sein. Zaghafte Versuche mit der flachen Hand ergeben aber: Extreme Unterschiede in der Tiefbasswiedegabe in Abhängigkeit von der Orientierung des Miks. Die Position schien dagegen relativ unwesentlich. Vielleicht hätte eine Kugel ein unabhängigeres Erfgebniss geliefert. Zum Einsatz kam ein D119 (als typischer Beschaller hatte ich keine Kugel zur Hand), bei diesem Mik war die Orientierung extrem wichtig. Grüße Opi
Hallo, ich habe vor ein paar Wochen im Rahmen eines CD Projektes eine Bodhran aufgenommen und mit folgenden Mikros gute Erfahrungen gemacht: 1.Electro Voice - ND468 2.Sennheiser MD421 Wenn der Bodhran-Spieler etwas Bewegungsfreiheit braucht für seine Spielweise, dann kannst Du das Electro-Voice Mic mittels dessen Halter innenseitig an den Rim schrauben. Das Mic läßt sich auch wegen seiner kardanischen Halterung sehr gut auf den "sweet" Spot des Bodhran Fells einstellen. Rim-shots mit dem Stick werden auch ganz prima abgenommen. Um "rumble-frequencies" zu vermeiden solltest Du aber unbedingt am Vorverstärker den High-Pass Filter aktivieren, ebenso nicht vergessen die Phase zu invertieren, da das Mic ja innenseitig das Fell abnimmt. Wenn du nur wenige einzelne Rhythm Beats oder einige Wirbel brauchst, dann ist das Sennheiser 421 eine sehr gute Wahl. 30-50cm hinter das Bodhran Fell plaziert. Der Spieler muss allerdings hier statisch bleiben und auf seinen Abstand zum Mic achten. Auch hier die Phase drehen nicht vergessen. Zum Schluss noch ein kleiner Tip: Vor der Aufnahmen unbedingt die Bodhran auf ihre korrekte Fellspannung (Tonhöhe-Tuning) und eventuelle Klappergeräusche!!! checken. Viel Spass und Gruß, Herby