Alte Musik und die GEMA

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Wenn ich eine CD mit alter Musik produziere (in diesem Fall Johannes Passion von Heinrich Schütz) und diese auch zum Verkauf angeboten wird, sind wir dann auf jeden Fall gezwungen diese bei der GEMA anzumelden?
Falls ja, gilt das auch wenn es den beteiligten Personen egal ist ob die Musik verfielfältigt wird o. ä.
Danke
- Erdie
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Antwort#2
Ja, zumindest sieht die GEMA das so. Kosten werden aber wohl nicht anfallen - außer einigem bürokratischen Hin- und Her.
Und die Leistungsschutzrechte der beteiligten Musiker sind ja nicht Sache der GEMA, sondern der GVL.
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Antwort#3
Hallo Jörg,
aber es gibt doch auch CDs, die unter der "Creative Commons" Linzenz stehen, kann ich das nicht auch bei klassischer Musik machen?
Ob die GEMA das so sieht, ist mir egal. Wichtig ist, wie das die verantwortlichen Anwälte im Zweifelsfalls sehen würden. Ich möchte die Musik nicht bei der GEMA anmelden wenn es sich vermeiden läßt.
Gruß
Erdie
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Antwort#4
hallo erdie. die gema wird pruefen ob die werke die du auf deiner cd verwenden willst bereits bei der gema gemeldet sind.
du musst bei der gema jeden titel und komponisten angeben. die gema wird das ueberpruefen ob der komponist mitglied bei der gema ist und wenn die cd eh in ein presswerk zum kopieren geht benoetigt das presswerk von der gema entweder ne freistellung oder sonst ne genehmigung. vorher pressen die keine cds. das war bei meiner cd auch so.
und die urheberrechte eines komponisten gelten so weit ich weiss bis 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten.
wenn du also stuecke nimmst die bei der gema gemeldet sind und nicht aelter als 70 jahre nach dem tod des komponisten verwenden willst sind sie gema pflichtig.
gruss
alex



http://www.alexander-ness.de
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Antwort#5
Unterscheide: GEMA ist für Urheberrechte (des Komponisten/Textdichters/...) zuständig. Schütz kostet da nichts. Daß kein kostenpflichtiges Material auf einer CD ist, muß man der GEMA jedoch nachweisen, dazu gibt es diesen schönen Meldebogen, auf dem man die Titel einträgt.
Jedes Preßwerk wird nur mit GEMA-Freistellung kopieren, und seien es auch nur 30 Stück für den chorinternen Gebrauch. Denn das Preßwerk kann haftbar gemacht werden, wenn es "Raubkopien" vervielfältigt.
Mit den Ausführenden (Musikern, Sängern, Dirigenten, ...) hat die GEMA überhaupt nichts zu tun. Da ist die GVL zuständig, und die vermutet im Gegensatz zur GEMA nicht, daß man zahlen muß. Sie ist lediglich dafür verantwortlich, daß die Musiker, die dabei waren, bei jeder Aufführung/Sendung/... einen gewissen Betrag erhalten. Wenn man da nichts anmeldet, ist das also aus GVL-Sicht gut, denn dann muß die GVL nichts zahlen/verwalten. Aus Musiker-Sicht ist es natürlich nicht so gut, denn sie kriegen dann nichts, wenn die CD im Radio läuft. (wobei ich bezweifle, daß eine Schütz-Jopa im Radio läuft - leider!!)
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Antwort#6
Trete ich bei der GEMA Anmeldung nicht auch irgendwelche Recht ab? Oder ergeben sich daraus keine Nachteile? Dann könnte ich es ja auch einfach machen.
BTW: Der Chor besteht nur aus 8 Personen, 30 Kopien sind da nicht nötig - kleiner Scherz am Rande .. ;)
Probenmitschnitt:
http://www.erdie.de/probe.mp3
Gruß
Erdie
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Antwort#7
Vorsicht ist bei Bearbeitungen geboten:
Diese können durchaus GEMA-pflichtig sein ...
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Antwort#8
Moin!
Mit der GEMA-Meldung trittst du keine Rechte ab. Die GEMA bestätigt dir lediglich, dass du keine Rechte anderer verletzt. In deinem Fall ist das kostenlos. Bei Komponisten, die noch nicht mindestens 70 Jahre tot sind, würdest du die entsprechenden Rechte erwerben, zahlst die üblichen Gebühren und bist urheberrechtlich auch aus dem Schneider. So gesehen ist die GEMA eine praktische Einrichtung. :-)
Schöne Grüße
Jörg
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Antwort#9
Bitte vergessen wir die "Bearbeiter" nicht, die Gemaschutz genießen. Mir ist es temporibus illis selbst -noch dazu als in einer Wohltätigkeitsveranstaltung 'pro bono' musizierendem Musiker- mit diversen "Leçons ténèbres" des gewiss unverdächtigen François Couperin passiert, dass die Gema nach dem Konzert die Hände weit aufhielt. Wir spielten nämlich unseligerweise aus einer Ausgabe eines Kölner Verlages, für die Rudolf Ewerhart eine (von mir im Übrigen nicht gespielte) Aussetzung des Basso continuo geliefert hatte. Aha. Hätte ich dies vorausgesehen, wäre mir allein die Rückvergrößerung des bei dieser Gelegenheit weiland beschafften Mikrofilms ab Original aufs Clavecin gekommen.
Unter der Steinschen Gesamtausgabe der Kantaten des nicht minder unverdächtigen Nikolaus Bruhns durfte ich den gerahmten (!) Hinweis lesen, dass bei Nutzung dieser Ausgabe die ebendort notierte Generalbassaussetzung zu spielen sei. Ein Hundsfott, wer Böses dabei denkt.
Es gibt also auch bei alter Musik durchaus Untiefen, die gerade bei Schütz durchaus drohen können, da ja nicht jeder Musiker heutzutage leidenschaftlich und taktstrichfrei mit longae, breves, minimae, semiminimae, fusae etc. den color deutend umgehen möchte, also eine Revision durch einen Bearbeiter voraussetzt. Das könnte dann schon gemae-ßige Folgen haben.
Ach ja: Gesamtausgaben sind nach meinem Wissen gemafrei. Und bei Schütz gibt es da ja etwas, was allemal praktikabler und der Musik dienlicher ist als das, was zumindest Ehmann hinterließ, Musikwissenschaft in Innsbruck vor der HF-Zeit hin oder her.
Hans-Joachim
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Antwort#10
zu beachten ist auch dass stets der jeweilige Verlag in dem das Notenmaterial erschienen ist angegeben werden muß. Und je nach Vertrag kann der Notenverlag sehr wohl kommen und die Hand aufhalten und um eine garnicht so milde Gabe bitten. Das Böse daran ist, dass dies erst einige Zeit nach der Vervielfältigung passiert und man somit einen weiteren unerwarteten Kostenposten hat.
Also unbedingt vorher mit dem Notenverlag Rücksprache halten!


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Antwort#11
Hallo Erdie,
ist das eine ORTF Anordnung?
Wenn nicht, dann trotzdem meine Kritik:
Kaum "Mitten"-Positionen im Stereobild, sondern sehr extreme Links/Rechts-Hörpositionen.
Das stört(e) mich immer schon an ORTF.
Mit EBS-Stereo empfinde ich die Lokalisation der mittleren Positionen viel natürlicher ... - aber vielleicht ist die extreme Aufteilung ja gewollt.
Grüße,
Hermann
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Antwort#12
Hallo Hermann,
es ist eine quasi EBS Anordnung: Abstand 28cm, Winkel 90°/Niere. Vielleicht ist für eine gute Mittenortung zuviel Laufzeit drin.
Vorher hatte ich mit AB mit Kugeln experimentiert, das hat überakustisch geklungen und ich habe mich deshalb für Äquivalenz entschlossen. AB mit Nieren wäre auch eine Option gewesen.
Wir haben ziemlich durcheinander gestanden. Der Alt ist etwas schwach und mußte einen Schritt nach vorne gehen um besser durchzukommen. Inzwischen habe ich festgestellt, daß das Ganze akustisch bedingt sehr mittenlastig klingt, ich habe das inzwischen mit dem EQ leicht korregiert. Am liebsten würde ich die Aufstellung nochmal ändern. Aber wenn ich damit jetzt wieder ankomme, werde ich evtl vom Rest der Truppe selbst gekreuzigt. Ich habe deshalb gedacht, das jetzt so durchzuziehen und beim nächsten Mal meine Aufnahmefehler zu verbessern.
-Erdie
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Antwort#13
Hallo Erdie!
Ob die GEMA das so sieht, ist mir egal.
Eine Äußerung, die mir - ehrlich gesagt - Bauchschmerzen bereitet.
Man kann nicht für sich Rechte einfordern, wenn man die Rechte anderer auch nicht akzeptiert.
Banal ausgedrückt:
Es gibt einige Aufnahmen von mir, die zweckbestimmt zu Sonderpreisen gemacht wurden (Bewerbungsmaterial für Musiker, Kirchenaufnahmen, deren Erlös der Restaurierung der Orgel oder dem Kinderchor zugute kommen sollte, etc.).
Ich wäre stinkig, wenn ich solches Material plötzlich "groß herausgebracht" im Plattenhandel wiederfände ...
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Antwort#15
Kennst Du die Aufnahme von Kreuzchor / Schreier unter Flämig? Ich finde, dass das DIE Referenzaufnahme schlechthin ist. Musikalisch, nicht technisch.
Frank
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Antwort#18
Bei mir übersteuert nichts.
Ist Deine digitale Gainstruktur ok? Ich vermute, du verstärkst irgendwo...
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Antwort#19
man
das ist mir jetzt echt peinlich, du hast recht hermann.
da muss ich mich wohl entschuldigen. entschuldigung .
irgendwas scheint bei mir defekt zu sein. wenn ich ueber meine sony kopfhoerer hoere ist es einwandfrei.

finde die aufnahme also schon okay @erdie;-))). ohne deine hoerprobe waer mir das jetzt nicht aufgefallen dass bei mir was defekt oder falsch eingestellt ist.


http://www.alexander-ness.de
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Antwort#20
koennten das die hochtoener sein?
nur in bestimmten frequenzbereichen tritt das problem bei mir auf?
bei 0:48 sek z.b. in der hoerprobe. was koennte das sein?
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