Hallo Ich würde gerne mal von den euch wissen wir Ihr das Mastern angeht? Ablauf.... Ich weis jetzt kommen sicher so Antworten wie das kann man so net sagen. Versteh ich ja auch aber zb Multiband ist doch überall im spiel! Es ist schwirig Pegel zu halten und den Sound so zu kreieren das man ihn verbiegt damit man keinen Raum und nicht die Aufnahme situation heraushört! Ich bitte das auch net Falsch zu verstehen es fällt mir nur ein wenig schwer die Worte zu finden. Klar is das auch Musikrichtungsabhängig. Nehmen wir mal den klassischen Funk her. Was sind eure erfahrungen? Ich danke vielmals für die kleine Inspirationshilfe Max
Hallo Max, was verstehst Du unter "Mastering"? Quick & Dirty Musiker-Abzüge für´s Auto oder 100er CD-R-Auflage zum Verkaufen auf Gigs oder 250.- die Stunde excl. Hausbar in High End? Man wird immer auf´s Material hören müssen, auf das "Gesamtwerk" achten müssen, und sich überlegen, welche Eingriffe nötig sind und mit welchen Tools man diese am effektivsten, elegantesten, musikalisch/künstlerisch/technisch sinnvollsten erreichen kann. Multiband-Kompression ist natürlich nicht immer und überall im Spiel (auch nicht bei Funk), auch wenn es für manche Eingriffe/Situationen sicherlich sinnvoll ist. Was bei qualitativ hochwertigem Mastering (im Sinne von musikalisch-technischer Überprüfung und ggf. Angleichung von bereits gemischtem Audiomaterial) allerdings immer im Spiel ist, ist Erfahrung, sehr gute Ohren & eine sehr gute Abhörsituation. (zzgl. entsprechendem Equipment) Manchmal braucht man eben EQs, manchmal Kompressoren, manchmal wäre es besser einen Mix nochmal von vorne zu machen ... Für die Low-Budget-Nummer könnte man sagen: EQ/Multiband Kompressor, Limiter, Analyzer. EQ und/oder MB zum Ausgleichen evtl. vorhandener Resonanzen / Frequenz-unter/über-präsenz / geschmacklichen Eingriffen oder was auch immer. Limiter zum "laut machen", Analyzer zum überprüfen, ob das was man da macht auch sinnvoll ist... ;-) Aber das ist nur ein Setup von tausenden... Also Deine Befürchtung mit "das kann man so net sagen" trifft es doch ganz gut ;-) Viele Grüße, Michael
Manchmal braucht man eben EQs, manchmal Kompressoren, manchmal wäre es besser einen Mix nochmal von vorne zu machen ...
Wieso wäre? Dank total-recall ist das mittlweile ein leichtes. Zumindest für feine Korrekturen. Der umgekehrte Weg ist auch nicht verkehrt: schon beim Mischen mal pseudo-mastern. (hauptsächlich kompression, limitieren)
"Wäre", weil das in 500km Entfernung vom Studio während einer Mastering-Session evtl. das größere Übel ist. Kommt aber wie immer drauf an ... Einen Mix in (Instrumenten-)Gruppen dabei zu haben könnte in einer solchen Situation auch helfen. Viele Grüße, Michael
Hallo Rainer, genau! Das Mastering - als klanggestalterischer Schritt einer Produktion - ist der am meisten überbewertete und unterbewertete zugleich. Meist wird einiges "gerettet" anstatt verfeinert. Gr. Dirk
Hallo Rainer, das mag, vor allem im Klassik- oder Jazz-Bereich, sehr richtig sein. Vor allem wenn man bei der Aufnahme ein fixes Setup von Musikern, Positionierung, Mikrofonierung usw. hat. Im "klassischen Funk", oder Pop/Rock-Bereich, wird man allerdings oft unterschiedliche Setups, unterschiedliche Musiker (z.T. für´s selbe Instrument), unterschiedliche Instrumentierungen pro Titel und auch unterschiedliche Klangvorstellungen von verschiedenen Songs haben. Und mögen diese noch so gut aufgenommen und gemischt sein: Alleine zum Angleichen der Titel untereinander halte ich ein Mastering für äußerst sinnvoll. Klar könnte man das auch (irgendwie) selbst machen, aber allein die letzte "unparteiische Instanz" in Person eines Mastering Engineers ist meines Erachtens sehr viel wert. Und wie ich in dem anderen Posting schon angedeutet habe: Die Abhörsituation in einem "richtigen" Mastering-Studio ist auch kaum zu erreichen/toppen/ersetzen. Ein anderes Beispiel wäre z.B. ein Release eines Labels für elektronische Musik. Dort werden dann z.B. 4 Titel abgeliefert von 4 verschiedenen Künstlern, die zusammen auf eine Veröffentlichung sollen. Diese wird dann oft in hohen Lautstärken in Clubs gespielt. Man stelle sich jetzt vor, es gäbe keinen, der wenigstens im Groben nochmal Lautstärke, Bassbereich und Goniometer überprüft. Natürlich sind alle Schritte einer Produktion wichtig und wirken sich direkt auf die Qualität des Endprodukts aus. Mastering sollte auch kein Ersatz für gute Aufnahmen oder Mischen sein ("machen wir dann beim Mastering" ist ja einer der Running Gags). Dennoch halte ich den Mastering Engineer als Endkontrolleur für eine wichtige (und leider oft unterschätzte) Instanz. Viele Grüße, Michael
Zitat: "Dennoch halte ich den Mastering Engineer als Endkontrolleur für eine wichtige (und leider oft unterschätzte) Instanz."
Oftmals ist das jedoch ein Armutszeugnis für denjenigen, der es unbedingt glaubt brauchen zu müssen. Manchmal ist es dabei nur pure Angabe und ein Zeichen für: "Ich kann es mir leisten". Rainer fasst es ideal zusammen: "Das beste Mastering ist eine gute Aufnahme!" Das sollte man langsam und laut mehrmals hintereinander suggestiv aussprechen.
Im Prinzip hast Du schon recht was den Pop-Bereich etc. betrifft. Aber die Aussage: "Klar könnte man das auch (irgendwie) selbst machen, aber allein die letzte "unparteiische Instanz" in Person eines Mastering Engineers ist meines Erachtens sehr viel wert" möchte ich nicht unterschreiben. Es gibt gewiß viele die so denken und auch handeln indem sie das Mastering einem unabhänigen Masteringingenieur überlassen. Ich halte davon nichts. Wer die Aufnahme gemacht hat, sollte auch das Mastering selbst machen, oder zumindest während es in einem anderen Masteringstudio gemacht wird, die ganze Zeit anwesend sein. Denn woher soll der Masteringingenieur die Klangvorstellungen des Tomeisters/Aufnahmeleites kennen? Wenn ich eine Aufnahme mache, dann habe ich bereits VOR der Aufnahme konkrete Klangvorstellungen und die kann nun mal ein anderer nicht wissen. Folglich kann ich die Vorstellungen die ich habe nur dann optimal realisieren, wenn ich alles weitere selbst mache. Ich hatte auch mal eine Aufnahme eines sakralen Werkes gemacht (glaube es war Brahms-Requiem) wo mir ein Chorsänger anbot die Aufnahme (bevor er sie überhaupt gehört hatte!) noch etwas durch "bißchen komprimieren" verbessern zu müssen. Sowas lehne ich strikt ab. Es gibt anscheinend Leute, deren Lieblingswerkzeug der Kompressor ist - egal bei welcher Musikrichtung.
"Das sollte man langsam und laut mehrmals hintereinander suggestiv aussprechen. " Dadurch wird es nicht wahrer. Es gibt sehr viele sinnvolle Aufgaben für einen Masteringingenieur. Wer weiß schon bei der Aufnahme, in welchem Zusammenhang das Stück später auf dem Tonträger zu finden sein wird? Wer soll perzeptiv codierte Master erstellen? Wer stellt die Schneidekennlinienentzerrung bei der Produktion ein, wenn das Ganze auf Vinyl soll? Wahr ist nur, dass gute Masteringingenieure nicht nach Kompressionsfaktor und auch nicht HE im Outboard-Rack bezahlt werden, sondern nach der Treffsicherheit ihrer beratenden und kreativen Tätigkeit, die durchaus auch mal in mimimalistischen Eingriffen bestehen kann. Wer immer nur nach Preis/Kilo fragt, bekommt das auch. Grüße, Tonmaus
Hallo, die Trennung beim Mastering zwischen Pop und Klassik i.A. finde ich absoluten Quatsch, jedenfall mit den genannten Argumenten. Bei uns werden nahezu täglich Kompilationen von akustischer, "klassischer", Musik angefertigt, und immer sind sehr eingreifende Veränderungen nötig, um das Material zusammen auf eine CD angenehm hörbar zu kriegen. Auch der Ausgangspunkt ist meiner Meinung nach derselbe. Jedoch scheint sich das Wort Mastering als ein Modeterm entwickelt zu haben, was sicherlich auch dem intensiven Marketing in dieser Richtung zuzuschreiben ist. Gr. Dirk
Ich stelle mir einen Kunstmaler vor, der sein fertiges Gemälde einem Maler-Guru gibt, damit dieser noch einmal mit seinem Pinsel da modische Farb-Punkte und "Highlights" reinmalt und aus dem Bild das letzte rausholt, damit es sich besser verkaufen lässt. Rainers Gedanken sind für mich nachvollziehbar.
Wer sich als Toningenieur oder Tomeister mit einem Kunstmaler vergleicht, den beutelt gewaltig die Hybris und er beschränkt seine Sicht auf einen Kunstbegriff den es erst sehr kurz gibt. Ein Rembrandt war nur prominentes Glied einer Werkstatt, zu deren gutem Ton die Arbeitsteiligkeit gehörte. Musik aufnehmen ist jedoch ohnehin allenfalls bestes Kunsthandwerk, insbesondere in der "Klassik". Mastering im Übrigen auch. Lasst uns mal am Boden bleiben. Grüße, Tonmaus
Wer die Aufnahme gemacht hat, sollte auch das Mastering selbst machen
Das ist auch meine Meinung. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es der andere versaut. Und die technischen Fähigkeiten eine Stereosumme so hinzubiegen wie man will, hat auch jeder der mischt. Was soll denn der Masterer noch "drüber" hören? Wozu? Er kann maximal feststellen, dass die Aufnahme und/oder der Mix hi- und da schlecht ist. Und das kann man beim Mastern oft auch nicht mehr ausgleichen.
Meiner Erfahrung nach ist es oft schon sinnvoll, gegen Ende einer Produktion (und sei es beim Mastern) unabhängige, geübte Ohren einzusetzen. Da man das Material selber oft sehr lange auf dem Tisch hatte, ist man nicht mehr neutral. Das heisst, gewisse Sachen fallen einem nicht mehr auf. Dafür hört man immer an Stelle x, bei dem einen Schnitt besonders genau hin, ob man diesen nicht hört 8automatisch, so überhört man vielleicht, dass zwar der Schnitt ok, aber 2 Sekunden vorher was anderes nicht stimmt. Auch beim EQ-ing kann man sich sehr vertun. Nobody is perfect. Im übrigen habe ich gute Erfahrungen gemacht, in einer späten Phase (auch beim Mastering) zu streiten, seine Anliegen zu verteidigen, oder sich überzeugen zu lassen. Das Material ganz aus der Hand geben würde ich nie, ebensowenig wie alleine zu produzieren. Es lebe die Auseindandersetzung!
Wir sollten hier vielleicht einen Unterschied machen zwischen "technischem" Mastering (Schneidekennlinien, PQ-Codes, ...) und "künstlerischem" Mastering (Gesamtklang-Gestaltung, Angleichen verschiedener Tracks, der böse Limiter, ...). Für technisches Mastering von Audio-CDs benötigt man heute nicht mehr zwangsläufig einen Spezialisten. Eine red-book-kompatible CD kann auch der hergelaufene Laie mit Nero brennen. Die hat dann freilich keine Spielereien wie Hidden Tracks und so, aber sie wird immerhin in jedem Player abgespielt und auch von zumindest einigen Preßwerken als Master akzeptiert. (Ob das gut oder schlecht ist, ist eine andere Diskussion, die ich hier NICHT vom Zaun brechen will!!!) Der Sinn "künstlerischen" Masterings ist wohl sehr stark von der Musik und auch den vorhergehenden Produktionsbedingungen abhängig. Eine Kellerstudio-Ein-Mann-Produktion hat Mastering sicher nötiger als ein Rundfunk-Klassik-Livemitschnitt. Und zwar sowohl was das zusätzliche Paar Ohren angeht, als auch was die Qualität der Abhöre betrifft. Eine gute Aufnahme einer unumstößlich festgelegten Musik mag das beste Mastering sein. Gerade im Rock/Pop-Bereich ist die Musik, zumindest die Instrumentation, jedoch bei weitem nicht so unumstößlich festgelegt.
Hallo Rainer, Du schreibst "oder zumindest während es in einem anderen Masteringstudio gemacht wird, die ganze Zeit anwesend sein". Da gebe ich Dir 100%ig Recht und das hätte ich auch noch erwähnen sollen. Ich würde nicht "blind" mastern lassen. Übrigens ist das doch bei fähigen Mastering Engineers nicht anders. Man sucht zuerst den Dialog, spricht über das Projekt, die Klangvorstellungen, die Aufnahme- oder Misch-Situation etc. Angemerkt sei noch zu den anderen Postings, daß ich die Angst "der Mastering Ingenieur könnte den Mix versauen" nicht ganz nachvollziehen kann. Wenn man sich an Leute wendet, bei denen diese Angst berechtigt sein könnte, würde ich auch lieber selbst mastern ... Aber normalerweise schaut und hört man sich doch mal die potenzielle Fachkraft und deren Referenzen an, oder? Das würdet Ihr doch bei jeder Putzfrau und jedem Praktikanten auch so machen. Ich habe eher den Eindruck, daß manche Leute hier denken, in Mastering-Studios würden Mischungen verfremdet, totkomprimiert und durch den Summen-Flanger gejagt... Naja, jeder wie er will. Wenn ich durch ein Mastering sicher gehen kann, daß Lautstärke-, Frequenz- und Panoramaverhältnisse zwischen verschiedenen Songs homogen sind und das Gesamtbild eines Tonträgers durch dezente "Eingriffe" noch um 10% verbessert wurde (Vertrauen und gesunde Selbstkritik sind hier nicht unbedingt von Nachteil), dann hat sich für mich ein Mastering gelohnt. Und wenn meine Kunden sicher sein können, daß beim DJ-Set die Nadel nicht aus der Rille hüpft, sind sie es auch. Viele Grüße, Michael
""Was soll denn der Masterer noch "drueber" hoeren? Wozu? Er kann maximal feststellen, dass die Aufnahme und/oder der Mix hi- und da schlecht ist. Und das kann man beim Mastern oft auch nicht mehr ausgleichen."" "Masterer" sind im besten Falle Menschen mit sehr viel Erfahrung UND Besitzer einer kompromisslosen Abhöre (z.B. Tiefbass...?). Wer das ebenfalls von sich behaupten kann wird auch alleine klarkommen, kurz: überhaupt keinen weiteren Schritt machen müssen, weil seine Mixe genau so werden wie er mag. Ist das Quellmaterial nicht von so edlem Geschlecht (und das ist es leider fast nie!) bleiben noch eine Menge Möglichkeiten zu optimieren - so sie denn vom ME genutzt werden können. Außerdem kann es auch nicht schlecht sein mal eine andere Meinung zu hören. Alleiniges Lautmachen wäre für Doofe - DAS kann wirklich jeder.
moin! ich halte die meinung von sachkundigen dritten die nichts mit der produktion zu tun haben für sehr wichtig. daher frage ich ab und an auch leute, gerne welche die ich garnicht kenne, nach ihrer meinung. sehr erhellend das. was auch gut tut ist die produktion mal 3,4 tage liegen zu lassen und mit frischen ohren reinzuhören, den luxsus kann sich sicherlich nicht jeder leisten. beim externen mastern im sinne der lautheitserhöhung und frequenzkorrecktur bezahle ich die externe dienstleisung an jemanden der geräte bedienen kann die ich nicht besitze respective mir nicht leisten kann oder will. (mal davon ausgehend das wir von musikrichtungen sprechen die dem lautheits race unterliegen) mein ego ist nicht groß genug das ich nicht glauben würde das jemand anderes das ganze noch besser machen könnte aber auch nicht klein genug um deswegen aufzuhören. teilweise ist nur leider die mähr unterwegs das man mit dem mastering eine schlechte produktion zu gold machen könnte. dann braucht man tatsächlich kein mastering und investiert das geld besser in einen anständigen raum. grüße
Im Prinzip stimmt das. Nur reden wir hier von Grö�enordnungen an Know-How und Technik die das Budget der meisten Indipendent-Produktionen übersteigen. Und in dem Bereich sehe ich keinen Grund in ein anderes - ebenbürdiges - Studio zu genen um zu mastern. Ist denn Tiefbass wirklich das Problem? Welches System gibt denn den Tiefbass wirklich wieder? Bis 40Hz höre ich auf meiner Abhöre. Darunter gibt den Analyzer und da da nichts so aufregendes passiert, was nicht auch >40Hz passiert kann man das eigentlich gut schätzen. Instrumenten-Mix quasi... P.S. Auch laut machen ist gar nicht so einfach. Laut und trotzdem nicht überkomprimiert.