Wie wärs mit einem russischen Mikro?

Erstellt 27 Antworten28 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo allerseits.
Ich bräuchte euren Rat: Ich möchte mir gerne im Rahmen einer anstehenden Produktion ein relativ billiges Mikro zulegen. Es soll für Nahbesprechung mit Sologesang verwendet werden. Die Musikrichtung ist im weitesten Sinne elektropop, dennoch sollte das Mikrofon so universell wie (für den Preis) möglich sein.
Das Preislimit liegt bei 800? und es sollte kein Röhrenmikro sein.
Eventuell soll das Mikrofon auch dann und wann Einsatz an einer Westerngittarre in mäßigem Abstand finden. Auch in dem Fall wären Klangfärbungen durch das Mirkofon
nicht unerwünscht...
Nun hab ich mal zwei Kandidaten ins Auge gefasst. Das erstere ist ein russisches Modell, dass in Petersburg gebaut wird. Ich habe einige gute Kritiken gelesen, aber die geringe elektrische Empfindlichkeit macht mir ein wenig sorgen. Und die "vergoldeten Kontakte".. Kennt jemand diese Mikrofon? Oder kann jemand überhaupt etwas zu Mikros russischer Fabrikation sagen?
Nevaton MK51
http://shop.digitalaudioservice.de/product_info.php/manufacturers_id/13/products_id/368
Und wie seht ihr das?
Der Gegenkandidat wäre das grösste Audiotechnica. Wie steht es mit Meinungen dazu?
Audiotechnica AT4050
http://www.audio-technica.com/cms/wired_mics/3c87f62a2bc522f1/index.html
BEim Audiotechnica wird die Empfindlichkeit am "offenen Schaltkreis" angegeben, was sagt mir das?
Eine komplett andere Herangehensweise wäre natürlich ein Kleinmembraner, was an einer Gittarre wirklich mehr Sinn macht. Es muss sich aber eben auch für Gesang eignen und diesen auch entsprechend "prägen". Es soll sozusagen einen Kompromiss zwischen einem "guten" und einem "schönen" Mikro darstellen. gibt es da für 800? Vertreter??
Vielen Dank an alle fürs "sich Gedanken" machen und viele sonnige Spätsommergrüße
Nikita
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Antwort#2
Hallo,
wie wäere es mit ein Mikrofon von CAD.
Google doch mal nach ´CAD microphones´
z.B. Das e300. Habe die Specs nicht so im Kopf, sieht aber sehr gut aus.
Inzwisschen habe ich auch gute Erfahrungen mit dem GXL1200.
Schaumal auf deren Website, da stehn sie alle.
MfG,
Evert
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Antwort#3
Hallo Nikita,
du solltest dir erst einmal grundsätzlich darüber klar werden, wie dein Anforderungsprofil aussihet und dann danach entscheiden:
1. Du möchtest Färbung, dann kauf' eine Großmembran ohne noch nach einer Kleinkapsel zu suchen.
2. Du benötigst Nahbesprechung, dann ist eine Niere wohl richtig.
3. Vergeß' bitte nicht, dir einen vernünftigen Plopschutz im Budget zu verankern.
4. Wenn du Nahbesprechung nutzt, sollte dein Mikrofon einen Pegelabschwächer (Attenuator) & möglichst einen (mehrstufigen?) Hochpaßfilter aufweisen, um eine gute Anpassung an verschieden Aufnahmesituationen zu ermöglichen.
Mach' dir eine Auswahltabelle in der du erst einmal alle Fakten als Zahl gewichtet oder ungewichtet einträgst. Die "besten" drei Mikrofone hörst du Probe, am besten im direkten A/B Vergleich und behälst das beste für deine Aufnahmen. manchmal macht es auch Sinn einen "schlechten" Kandidaten als Quervergleich heranzuziehen, damit du deine Höreindrücke besser beurteilen kannst.
Gruß
M. Hein
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Antwort#4
""Es soll sozusagen einen Kompromiss zwischen einem "guten" und einem "schönen" Mikro darstellen. gibt es da für 800? Vertreter??""
C414
MG 930
Den geringen Aufpreis mehr als wert...
Gebraucht gibt es ein C414 für weit unter 600.-
Das 4050 ist OK, ein brauchbarer U87-Klone. Nicht besonders neutral also und somit wenig universell einsetzbar. Dann eher ein 4047. Anhören.
Ein neues ""Exotenmikro" lässt sich nur mit eheblichem Wertverlust wieder verkaufen.
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Antwort#5
Das Nevaton ist fürs Geld erstaunlich gut. Würde ich dem C414 vorziehen.
Es färbt ganz angenehm im oberen Mittenbereich.
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Antwort#6
Hallo nochmal Danke an alle Antowrten und vor allem an die erste die mich aufhorchen lässt...
Hasst du erfahrung mit dem Nevaton? Erzähl mal ein bisschen was aus dem Mikrokästchen ;)
Meine grösste Sorge ist, dass das Mikro elektrisch zu unempfindlich ist und man also sehr stark verstärken muss, was natürlich meinen Preamp ins Kreuzver"hör" nimmt.
Wie sieht es da aus?
Liebe Grüsse und vielen Dank nochmals
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Antwort#7
Mikrofon Nevaton MC 49, Empfindlichkeit 20 mV/Pa
Ob aus einem Mikrofon hoher Pegel rauskommt, kannst du doch an der Sensitivity im Datenblatt erkennen.
Weil die Membran recht groß ist, kommt auch gut was raus.
Da muss der Vorverstärker nicht so hoch ran.
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Antwort#8
Hi Joy und vielen Dank.
Ich interessiere mich für das MC 51 (MK 51 auf Russisch) und da ist die "Empfindlichkeit" mit 10 mV/pa angegeben, das schien wenig. (oder?)
Der A - bewertete Rauschpegel von 17db ist dagegen ok.
3 Charackteristika, standart Doppelmembraner, groß
Der Hersteller will eine load impedance > 1000 Ohm, das sagt ja nicht viel.
Soweit die Daten.
Und jetzt such ich eben Leute, die das Mikro selber kennen und schon mal in der Hand hatten. Ist da jemand?
Mark? kann jemand etwas zu seinen Erfahrungen mit dem Mikro sagen?
Ich müsste es sowieso blind bestellen, wo soll ich mir das denn vorher anhören?? Bibbernd in Petersburg und mit dem dortigen Händler auf alte Zeiten trinken ;) Das fällt leider flach.
Ebenso scheidet das C414 aus. Das Mikro kenne ich und brauch ich nunmal nicht, obwohls mit Sicherheit gut ist. Das budget ist nachwievor 800? max. Ich hatte schon den Vorschlag CAD zu nehmen. Ich kenne da nur das e300, aber das wär nicht meine Richtung, es ist ja eher bedeckt...
Also wie schauts? Noch mehr tips?
Merci bien
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Antwort#9
Hallo Nikita,
das CAD Mikrofon GXL-1200 kostet etwa 60 euronen.
Die Daten:
Richtcharakteristik: Niere
Frequenzbereich: 30 Hz ... 20 kHz
Empfindlichkeit: 1,6 mV/uBar
Impedanz: < 200 Ohm
Rauschpegel: 14 dB(A)
Spannungsversorgung: Phantom
Gewicht: 126 Gramm
Abmessungen: 23 mm Durchmesser x 136 mm Länge
Ich vermute dass die Empfindlichkeit höher liegt als diese Angaben, den ich
dem Beipackzettel entnommen habe.
Anhören kannst eventuell bei mir in Groningen, wenn es nicht zu weit weg ist.
Auch bin ich regelmässig in Leer, (Ostfrl) wo es auch möglich wäre.
LG,
Evert
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Antwort#10
Empfindlichkeit: 1,6 mV/µBar
Wenn man die Umrechnung von MikroBar in Pascal kennt, dann findet man auch die uns bekannte Empfindlichkeit mit den Werten in mV/Pa.
Die sieht aber für dieses Mikrofon recht schlapp aus.
Das Mikrofon hat eine Empfindlichkeit von 1,6 µbar/mV und das sind uns bekannte 0,16 Pascal/mV, was nur ein schwaches dynamisches Mikofon für den Pop-Bereich sein kann. Kondensatormikrofone geben etwa 20 dB oder 10 mal mehr ab.
Ich vermute dass die Empfindlichkeit höher liegt als diese Angaben,
den ich dem Beipackzettel entnommen habe.
Deine Vermutung liegt daneben. Anders herum, die Empfindlichkeit ist noch viel geringer, als es die "Zahl" 0,16 es auf dem Beipackzettel vermuten lässt.




Umrechnung 1.6 µbar in Pascal
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Antwort#11
Was ich meinte war, dass die Zahl ¨1,6 mV/uBar¨ falsch sein könnte.
(Vielleich ist es 16 mV/uBar?)
Weil das Mikrofon in wirklichkeit viel mehr Spannung erzeugt als ein
dynamisches Mikrofon, welche normal bei etwa 0,2 mV/uBar liegt.
Diese 1,6 mV ist auch schon 8x soviel.
(MD421: 0,17 mV/uBar)
Ja, es gibt auch Mikrofone die noch (viel) mehr Signal geben.
Bei grössere Schalldrucke muss man dann aber auch aufpassen, dass
der Eingang woran das Mikrofon angeschlossen wird, nicht übersteuert
wird.
MfG,
Evert
PS: Ich kenne die Umrechnung von uBar / Pascal schon 30 Jahren :-)
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Antwort#12
Vergesse ich es noch zu korrigieren: 1,6 mV/uBar = 16 mV / Pascal ....
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Antwort#13
Vergesse ich es noch zu korrigieren: 1,6 mV/µBar = 16 mV / Pascal
Na, bitte. Dann sind ja die Welt und das Mikrofon in Ordnung.
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Antwort#14
Moin...
"Wenn man die Umrechnung von MikroBar in Pascal kennt, dann findet man auch die uns bekannte Empfindlichkeit mit den Werten in mV/Pa."
Ja, man muss es dann nur noch richtig herum rechnen. 1 µbar = 0.1Pa, deswegen aber (Druck im Nenner!) 1mV/µbar = 10 mV/Pa, wie Cutter schon richtig bemerkte.
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Antwort#16
Hallo Mister cutter
Vielen Dank für das liebe Angebot, aber für mich wäre die Zugfahrt weit teurer als das Mirko selbst..Ich wohne im Raum Stuttgart.
Tja und an den Rest: Also 10mV/Pa sind sehr wenig für ein Grossmembraner, richtig?
Also leise Quellen oder grosse Entfernung quasi ausgeschlossen?
Wie kommt diese Empfindlichkeitsangabe denn genau zustande?
Zum einen wird das von dem Kondensator selber, seinem Durchmesser, dem Abstand der beiden Flächen und der Konstante bestimmt. Dann ist noch die Schaltung dahinter, wie ist das da, was spielt da eine Rolle und wie sind da die NF-Schaltungen in der Realität charackteristisch aufgebaut?
Also liebe Grüsse allerseits
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Antwort#17
Das Nevaton MC51 mit 10 mV/Pa Empfindlichkeit zeigt hier einen typischen Pegel eines Kleinmembranmikrofons. In der Elektronik hinter der Membran wird - wie fast immer - keine (!) Spannung verstärkt. Das ist so üblich. Auch wenn viele diesen reinen Impedanzwandler (v=0) für einen Spannungs-"Verstärker" halten.
Das Mikrofon wird mit einem 1 kHz Messton aus einem Lautsprecher (theoretisch mit 1 Pa Schalldruck) beschallt und die dabei erzeugte Spannung wird gemessen; theoretisch im reflexionsarmen Raum.
Also leise Quellen oder grosse Entfernung quasi ausgeschlossen?
Wenn man keine Heimtechnikvorverstärker hat, geht das schon zu machen.
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Antwort#18
Hallo Nikita,
auch leise Quellen, und grössere Entfernungen sind natürlich gut auf zu nehmen.
Das hängt davon ab, wieviel eigenrauschen das Mikrofon produziert, und das
rauschen des ersten Verstärkers. (Finde das Wort VORverstärker immer so blöd)
Bei grössere Entfernungen spielt auch die Akustik eine grosse Rolle.
Übrigens: Das GXL-1200 ist ein Kleinmembran Mikrofon.
LG,
Evert
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Antwort#19
Zitat: "Finde das Wort VORverstärker immer so blöd".
Das kann ich verstehen.
Die dicht hinter der Membran befindliche Elektronik wird zwar immer "Verstärker" genannt, auch wenn dort im "herkömmlichen Sinne" nicht die geringste Verstärkung stattfindet und die "im Mischpult" befindliche Elektronik wird geschichtlich schon immer Vorverstärkung (pre-amplification) genannt. Da passiert es, da wird erst der "Dampf" gemacht.
Sicher hoffen Amateure, die etwas "schwächere" Heim-Vorverstärker haben, auf mehr Spannung aus den Mikrofonen. Darum gibt es wohl auch den Glauben an das Märchen von den Mikrofonverstärkern im Mikrofongehäuse, was aber nur eine Hoffnung ist - von ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen.
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Antwort#20
Danke für die Zügigen antworten.
Nochmal konkret. Ist 10mV/pa für ein Grossmembraner wenig??
Sowie ich das verstehe hängt also die Empfindlichkeit nur vom Kondensator selbst ab?
Die nachgeschaltete Elektronik des Mikrofons selbst ist nur ein Impedanzwandler, entweder per Trafo, oder per Wiederstandsnetzwerk... Soweit korrekt?
Hängt, bei einer Kapsel mit Membrandurchmesser 24mm (gross!) und einer geringen elektrischen Empfindlichkeit der Hund vielleicht in der Abstimmung der Membrane und damit in ihrer möglichen Elongation begraben? Oder ist es nun eine Frage des Impedanzwandlers warum sowenig Strom da rauskommt? Und wenn ja, welchen Sinn hat eine auf einen solchen (niedrigen) Wert ausgelegte Impedanzwandlung?
Mir ist klar, dass man auch leise und entfernte Quellen qualitativ vertretbar aufholen kann, aber ist es dann noch optimal ist die Frage? Ist es da nicht besser ein vergleichbares Mikrofon zu besorgen, dass mehr Pegel liefert?
Wenn das Mikro zum Beispiel auch mit einer Mbox mobil funktionieren soll?
Guten Abend Nikita
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