Einsprechrichtung von Neumann und Tontechnikerkompetenz

Erstellt 14 Antworten15 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich bin Hobbytontechniker und benutze Neumannmikrofone. Soweit ich weis, entspricht die Einsprechrichtung in das Mikro herein immer der Stelle, wo das Logo ist. Kann, es sein, daß dies bei einigen neueren Neumannmikrofonen anders ist?
Ich habe nämlich eben eine TV-Sendung gesehen, in der das anders schien: Bei "Frank, der Weddingplanner" hat die Braut in einem professionellen Tonstudio einen Song für ihren Liebsten eingesungen. Dabei ist mir aufgefallen, daß das Mikro falsch herum zu stecken schien. An der Tatsache, daß es um Präsentation des Mikros ging, kann es nicht gelegen haben, da das Logo hinter dem Rand der Spinne kaum zu sehen - bestenfalls zu erahnen war. Die Anordnung wurde auch aktiv besungen und schien nicht mal eben so hingestellt zu sein. Das Mirko war aber mehrfach am Rande der Szenen zu sehen. Obwohl es niemals voll im Kareafokus war, konnte man immer sehen, daß das Logo auf der anderen Seite als der Popschutz und die Sängerin war. Ich bin eigentlich sicher, dass es ein TLM 103 war.
Der Tontechniker wurde auch interviewed und zu den Gesangsfähigkeiten der Braut befragt. Wie sieht es aber mit seiner Tontechnikerkompetenz aus? Hat der das nicht gemerkt?
Im Untertitel hiess es dann "Tonmeister Ulli Gladisch". Kennt den jemand ?
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Antwort#2
@Oliver Laurent.
Oliver Laurent schrieb:
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Ich bin Hobbytontechniker und benutze Neumannmikrofone. Soweit ich weis, entspricht die Einsprechrichtung in das Mikro herein immer der Stelle, wo das Logo ist. Kann, es sein, daß dies bei einigen neueren Neumannmikrofonen anders ist?
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Kleinmembranmikrofone wie das Neumann KM 184 sollten nicht von der Logoseite besprochen werden, sondern in Stabrichtung auf das entgegengesetzte Ende vom XLR- Stecker.
(Soviel zu Machikos funny five minutes.)
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Antwort#3
Vielen Dank für diese logische Antwort. Ich bezog mich ausdrücklich auf das 103. Jemand hier mit sinnvollen Kommentaren?
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Antwort#4
Das Neumann Großmembranmikrofon TLM 103 Niere wird immer so gebaut, dass die Haupteinsprechrichtung 0° nur die Richtung des Neumann-Logos ist.
Da das Mikrofon äußerlich rotationsymmetrisch ist, kommt es schon vor, dass nicht nur Anfänger das Mikrofon um 180° gedreht in die Mikrofonhalterung (Spinne) einbauen.
Wenn dann von hinten angeblasen etwa 20 dB weniger Pegel aus dem Mikrofon rauskommt, dann muss die Trompete eben lauter tuten oder man muss dichter ans Mikrofon rangehen und man wird kräftig am EQ kurbeln müssen und man muss die Vorverstärkung mehr anheben.
All solch ein Unsinn wird wirklich täglich verzapft.
Das kann ja mal passieren, dann wird es bemerkt und korrigiert.
Fast unvorstellbar aber trotzdem wahr ist, dass mit dieser verdrehten Mikrofonaufstellung manchmal sehr lange so aufgenommen wird.


Das Neumann Großmembranmikrofon TLM 103 Niere
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Antwort#5
Für eine Foto-Session der Tagespresse in unserem Studio habe ich auch mal stolz das Neumann-Zeichen so gedreht, dass es schön aufs Foto kam. Und prompt habe ich vergessen es danach wieder richtig zu stellen.
Nur als dann wieder aufgenommen wurde, wurde gleich hörbar, dass etwas nicht stimmt. So konnte ich den dicken Fehler schnell wieder beheben.
Leuenberg
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Antwort#6
Man sieht das sehr sehr oft, daß das Neumann-Logo schön in die Kamera schaut und dadurch der Sänger von der falschen Seite ins Mikrofon zu singen scheint.
Daß da dann meist noch ein anderes Mikrofon, nämlich das an der Angel oder an der Kamera, aufnimmt, vergißt man leicht: es ist ja nicht im Bild.
Ich habe mal eine Digibeta mit einem Lüfter in der Lautstärke eines durchschnittlichen Heim-PC (!) erlebt. Wenn so ein Ding im Aufnahmeraum ist, ist schon mit einem "richtig" besungenen Mikrofon keine saubere Aufnahme zu machen. Man kann davon ausgehen, daß sie da extra für die Kamera gesungen hat, und die "richtige" Aufnahme vorher schon längst im Kasten war. Evtl. sogar diese vorherige Aufnahme auf Kamera und den Kopfhörer der Sängerin gegeben und sie mimt zu diesem Playback. Wie Milli Vanilli.
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Antwort#7
Also in erster Linie kannst du mal davon ausgehen, das sowas aus reinen Imagegründen gemacht wird...Neumann Logo sieht immer irgendwie schick aus...
Aber aus technischer Sicht ist das totaler Blödsinn...TLM 103 ist ein Nieren Mikro...die Einsprechrichtung natürlich von der Logoseite aus...alles andere verursacht nur Probleme...Pegelverlust, Verhältniss von Nutzsignal und indirektem Schall usw...vom Frequenzgang wollen wir garnicht erst anfangen...
Wenn überhaupt hätte nur Sinn bei einem Mic mit Kugel Pattern...(TLM 170 o.ä.)
In übrigen finde ich vom Look ein Brauner viel schicker...


studio emotion
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Antwort#8
Das ist es ja: das Logo war kaum zu sehen und das Mikro selber nie im Mittelpunkt des Fokus. das Mikro haben wohl nur die gesehen, welche wirklich darauf achten. Ich möchte wetten, daß er es unachtsamerweise falsch reingesteckt hat und da muss man sich fragen warum, denn wenn er es aufgebaut hat, gibt es keinen Grund es zu aendern, ausserdem steckt man sowas intuitiv immer korrekt rein - wenn man es regelmäßig benutzt.
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Antwort#9
Fast unvorstellbar aber trotzdem wahr ist, dass mit dieser verdrehten Mikrofonaufstellung manchmal sehr lange so aufgenommen wird.
Es soll ja Tontechniker geben, die nicht ganz so gut hören können und die darum immer nach einer "Automatik" fragen. Nur könnte diese bei verdrehtem Mikro auch nicht helfen. :-)
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Antwort#10
""Wenn überhaupt hätte nur Sinn bei einem Mic mit Kugel Pattern...(TLM 170 o.ä.)""
Nicht ganz richtig: Noch mehr "Sinn" hätte das bei einem TLM170 in Stellung "8" gemacht. Dann würde ich dem Techniker sogar eine gewisse Bauernschläue unterstellen - speziell falls er KEINEN "Out of Phase"-Schalter am Preamp hat...
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Antwort#11
Das war garantiert ein Beautyshot. Die Aufnahme war wahrscheinlich schon längst im Kasten.
Vielleicht wollte der Techniker das Mikro fürs Bild noch richtig hinstellen, damit Eingeweihte wie wir den Fehler nicht bemerken, aber der Kameramann hatte was dagegen, weil es sonst Schatten wirft und der Redakteur sagte: "Merkt doch eh keiner, außerdem haben wir doch keine Zeit". So wird es garantiert gewesen sein.
Schau dir mal mit einem studierten Mediziner eine Arztserie an - was meint ihr, was da erstmal alles falsch und unmöglich ist ;-)
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Antwort#12
"Im Untertitel hiess es dann "Tonmeister Ulli Gladisch". Kennt den jemand ?"
Davon abgesehen, dass niemals Aufnahmen gemacht werden, wenn eine Kamera dabei ist, sondern immer beauty shots, finde ich es sagenhaft anmaßend einem Kollegen so in den Rücken zu fallen, ihn öffentlich anzuprangern (Warscheinlich stand im Abspann der Settonmeister, der mit dem Studio überhaupt nichts zu tun hat, aber selbst wenn...) und zu meinen, man könne ihn anhand eines Fernsehberichtes eines Irrtums überführen.
...xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx...

Letzter Satz zensiert, da Beleidigung!
(Rainer, Co-Forenmaster)
Chris. Erbost.
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Antwort#13
Google findet:
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Man darf schon über Fehler von Kollegen berichten und ist doch nicht gleich ein...
Rest des Satzes vom Co-Forenmaster gelöscht. Grund: Siehe voriges Posting!

Werbeseite über Ulli Gladisch - Du wirst vollgemüllt
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Antwort#15
Bei dem großen Max Rabe Bild kann man sehen, dass der Richtcharakteristikschalter des Neumann M149 Mikrofons wirklich auf "hart links" steht, also in Stellung: Kugel - und nicht wie üblich hier in der Mitte in Stellung: Niere.
Somit kann MAx auch ohne Qualitätsverlust unbesorgt auch von hinten rein singen.
Hurra! Alles ist in Ordnung. Wer hätte das gedacht :-)
Siehe M149 Kugel: http://www.salzburger-fenster.at/dbgfx/artikel/1625_1_m-03-01.jpg


Das große Bild von Max Rabe - Mikrofon richtig!
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