Polaritäts-Unterschiede bei Audio-CDs?

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen!
Auch auf die Gefahr hin, dass das Thema hier schon diskutiert worden ist (habe mittels Suche nix finden können):
Bei meinem (neuen) CD-Player kann ich die Phasenlage invertieren. Wenn ich das richtig verstehe, bezieht sich das auf die Polarität der jeweiligen CD.
Gibt es noch Polaritäts-Unterschiede bei Audio-CDs?
(Wie) wirken die sich akustisch aus?
Wenn ja, sollte die Polarität nicht irgendwo am Datenträger vermerkt sein (im Audio-CD-Format ist diese Information vermutlich nicht vorgesehen, oder?), z.B. auf dem Cover ?
Was ist von dieser Label-bezogenen Liste zu halten: http://www.theaudioanalyst.com/Absolute_Polarity.htm
Fragen über Fragen.
Bitte um Erleuchtung.
Happy trails,
D.



HiFi-Forum
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Antwort#2
Gibt es noch Polaritäts-Unterschiede bei Audio-CDs?
Wie wirken die sich akustisch aus?

Da hilft nur selber hören. Nicht andere fragen.
Hörst du was, dann ist es für dich wichtig.
Hörst du nichts, dann ist das unwichtig.
Ich höre oft beim Schalten einen kleinen Unterschied.
Bei der dazu sehr wichtigen Frage aber: Welche "absolute Polarität" ist denn jetzt die Richtige, wirst du keine zu begründende Antwort geben können. Es gibt nämlich keine Antwort darauf. Es gibt auch kein Anzeigegerät, was "absolute Polarität" anzeigt.
Also ist die "absolute Polarität", noch schlimmer die "absolute Phase" ein Schmarrn.
http://de.wikipedia.org/wiki/Polarität_(Physik)
http://de.wikipedia.org/wiki/Phase_(Schwingung)
Wenn es Unterschiede bei CDs geben sollte, dann sind die nicht von Firma zu Firma verschieden, sondern von Aufnahme zu Aufnahme, selbst auf einer Platte. Jedes Aufnahmeteam hat seine eigene Aufnahmekette, mit beliebiger "absoluter Polarität".
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Antwort#3
Mir scheint, daß dieser Schalter an deinem (vermutlich eher teuren?) CD-Player nur aus Marketinggründen existiert. Das menschliche Gehör ist für die absolute Phasenlage eines Signals völlig unempfindlich, und kann nur durch Phasenunterschiede zweier ansonsten ähnlicher Signale hervorgerufene Auslöschungen wahrnehmen.
Eine CD hat immer die richtige Phase, nämlich die vom verantwortlichen Tonmeister gewollte. Wenn das aus dem Lautsprecher verkehrt herum rauskommt, dann immer und unabhängig davon, welche CD im Player liegt - und Abhilfe schafft hier besser der nicht-verpolte Anschluß der Lautsprecher.
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Antwort#4
Man kann die absolute Polung prüfen:
http://www.partsexpress.com/pe/showdetl.cfm?DID=7&Product_ID=15221
Aber nur bei der Aufnahme über Alles. Also vor dem Mikrofon ein +Peak muss auch beim Abhör-Lautsprecher auch ein +Peak geben. Das kann gemessen werden. Ob dein Lautsprecherverstärker aber verpolt und dein Mischpult verpolt oder ein Kabel verpolt ist, kann damit nicht festgestellt werden.
Bei einer fertigen CD - wie plautzsch richtig feststellte - ist die vorhandene Polarität immer die gewollte. Da ist hinterher nichts mehr absolut feststellbar.
Wenn jemand mit seinem "digitalen" Polaritäts-Umschalter einen großen Unterschied im Musikklang feststellt, dann hat er damit seine Lautsprecher geprüft, die schlecht sind; denn das zeigt, dass die Lautsprecher in der einen Richtung nach vorne nicht wie in der anderen Richtung nach hinten schwingen, also unsymmetrisch sind. ;-(
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Antwort#5
Es gibt keine absolute Phasenlage, da die sich ja schon mit dem Abstand zum Lautsprecher ändert. Was willst du dann als Referenz nehmen? Wie sollte das Ohr denn auch ohne Bezugspunkt für die absolute Lage einer periodischen Änderung empfindlich sein? Die Frage ist ja schon in sich unlogisch.
-Erdie
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Antwort#6
Erdie: Es gibt keine absolute Phasenlage, da die sich ja schon mit dem Abstand zum Lautsprecher ändert. Was willst du dann als Referenz nehmen? Wie sollte das Ohr denn auch ohne Bezugspunkt für die absolute Lage einer periodischen Änderung empfindlich sein? Die Frage ist ja schon in sich unlogisch.
Sehr richtig!
http://www.hifi-forum.de/viewthread-43-162.html
Hier ist ein sehr ordendlicher Thread, der am Ende auch darauf hinweist, dass beim deutlichen Hören von absoluten Polaritätsunterschieden eben der Lautsprecher sich offenbart, als nicht symmetrisch hin und herschwingend. Er mag das Schwingen zu einer Seite lieber als zur anderen. Das hat aber nichts mit der Tonaufnahme zu tun.
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Antwort#7
Moin...
"Es gibt keine absolute Phasenlage, da die sich ja schon mit dem Abstand zum Lautsprecher ändert. Was willst du dann als Referenz nehmen? Wie sollte das Ohr denn auch ohne Bezugspunkt für die absolute Lage einer periodischen Änderung empfindlich sein?"
Vorab, um Missverständnissen vorzubeugen: Ich glaube auch nicht, dass eine Umkehr der Polarität einen hörbaren Effekt erzeugt.
Aber: Deine Begründung ist "unphysikalisch", denn wir reden ja hier nicht über die PHASE, sondern über die POLARITÄT. Und gerade Transienten haben, wenn man sich das mal im Wave-Editor ansieht, durchaus sehr asymmatrische Wellenformen (man schaue sich z.B. mal ein typisches E-Bass- oder Bassdrumsignal an). An dieser Asymmetrie ändert sich durch die Propagation bzw. den Abstand zum LS nichts. so kommt also bis mindestens zum Trommelfell die absolute Polarität noch durch: drückt der erste Impuls einer BD z.B. das Trommelfell hinein oder "zieht" er es hinaus?
Dass dann die Rezeptoren im Innenohr diesen Unterschied AFAIK nicht mehr auflösen, steht auf einem anderen Blatt.
Jens
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Antwort#8
Hallo,

""dass beim deutlichen Hören von absoluten Polaritätsunterschieden eben der Lautsprecher sich offenbart, als nicht symmetrisch hin und herschwingend. Er mag das Schwingen zu einer Seite lieber als zur anderen. ""
Diese Begründung ist plausibel.

Ein in einschlägigen Hifi-Foren bekannter Freak hat seine selbstgebauten Lautsprecher immer so gepolt, daß der Klirrfaktor minimal ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Transferkennlinien von Endstufe und Lautsprecher gegenläufig sind. Er betrieb diese an ebenfalls selbstgebauten EINTAKT-Röhrenendstufen.
Im Grunde genommen zeigt er damit nur, daß sowohl seine Endstufen als auch seine Lautsprecher erhebliche Mängel haben.
Eine Endstufe die eine sauber lineare Transferkennlinie hat und ein ebenfall sauber linear arbeitender Lautsprecher dürfen diese Phänomene nicht aufweisen.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Manchmal ist es verständlicher, wenn man weniger physikalisch argumentiert ;)
Der Abstand vom Lautsprecher beeinflusst genaugenommen nicht die Phase, sondern fügt einen Timeshift hinzu, der bei gegebener Frequenz eine bestimmte Phasenverschiebung hervorruft. Das mit den asymmetrischen Impulsen stimmt natürlich auch.
-Erdie
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