Gestern hatte ich die Gelegenheit, Schoeps CMC53 und Neumann KM83 (beides diffusfeldentzerrte Kugelmikrofone) miteinander zu vergleichen. Ich konnte keine ohrenfälligen Unterschiede erkennen, die beiden Mikrofone wären bis auf ca. 3dB Pegelunterschied sogar als Stereopaar verwendbar gewesen. Auch der Unterschied im Rauschen (Datenblatt Neumann 20dBA, Schoeps 14dBA) war bei einer so leisen Quelle wie Renaissancelaute noch nicht hörbar (Vorverstärker Lake People F35MkII). Da zwischen den Nierenkapseln Schoeps MK4 und Neumann KK84 aber wesentliche Klangunterschiede hörbar sind, stellt sich mir die Frage: Sind die Klangunterschiede bei Druckempfängern aufgrund des einfacheren Konstruktionsprinzipes (gegenüber Druckgradientenempfängern) generell geringer als bei Nieren etc. oder kann man das so nicht sagen? Bste Grüße Hermann
Ich habe mir gerade mal die Frequenzgänge und die Polardiagramme der beiden Mikrofontypen angesehen. Man sieht ganz deutlich, daß vor allem die Polardiagramme in den hohen Frequenzen stark voneinander abweichen. Auch bei den Druckempfängern weichen Polar- und Frequenzgangdiagramm voneinader ab, sodaß es mich etwas verwundert, daß Du bei dem KM 83 und MK 3 keinen Unterschied gehört hast. Ich habe beide Mikrofontypen, KM83 und MK3, ich höre den Unterschied schon heraus, kann ihn allerdings verbal nur sehr schwer beschreiben.
Gut, ich muss dazusagen, der Vergleich war nicht sehr ausgiebig, es war vor allem der vordergründige erste Eindruck, der mich etwas erstaunt hat, eigentlich hätte ich mit einem deutlichen Unterschied gerechnet (wie bei MK4 / KK84). Ich werde mir die Audiofiles wohl noch ein paarmal anhören müssen. Grüße Hermann