Suche Firma, die Überlängen-CDs vervielfältigt (Kleinauflage)

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe einen Konzertmitschnitt, der 84min einnimmt, Applaus und Pausen schon alle so kurz es geht, soll auch gerne auf eine und nicht 2 CDs. Resampling ist mir zuviel (fast ein Halbton). Wenn ich das selbst mache, kann ich ja auf 90min Rohlinge brennen. Ich möchte aber lieber die Arbeit abgeben, Auflage 50 Stück. Kennt jemand zufällig eine Firma, die sowas macht, oder machen generell alle Firmen nur strenges Redbook (was ja bei über 80min nicht mehr erfüllt ist, oder?)?
Danke für einen Hinweis
Tomte
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Antwort#2
Hallo,
die Grenze liegt bei 74 Minuten.
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Antwort#3
Hab ich mir mal von irgendwoher abgespeichert:

-----------

Information from ODME, ( Optical Disc Manufacuring Equipment ). :
" MAXIMUM PLAYING TIME OF CD DISCS.
At this moment the software industries are regularly asking disk
manufacturers to produce disks with a long playing time ( up to and over
80 minutes ). Some people are confused about the maximum playing time,
by which disks appear in the market that do not fulfill the requirements
laid down in the Red Book ( or IEC 908 document ).
Although the Red Book does not specify a maximum playing time, this time
can be easily derived from the limits of the parameters in the Red Book.
The following formula can be used to calculate the maximum playing time:
t = pi x ( Rmax x Rmax - Rmin x Rmin ) / q / v
in which:
t = playing time
pi = 3,141596
Rmax = end radius ( = 1,53 µm
v >= 1,22 m/s
Rmin = 24,9 mm
With these values we find a maximum playing time of 4618 seconds = 77
minutes.
With these values the final disk can always be guaranteed to be within
the specification of the Red Book.
Kind regards, Jaap Nijboer. "
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Antwort#4
Der Red-Book Standard enthält in der Spezifikation eine maximale Toleranz bis zu 79:59 Minuten. Außerhalb dieses Bereichs ist die Red-Book Spez. nicht mehr erfüllt.
Grüße,
Hermann
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Antwort#5
Mache nicht mehr als 77 Minuten auf eine CD. Die enger geschnittenen geben am Ende der Spielzeit Hüpfprobleme, weil am Rand jede Scheibe wie eine Hutkrempe welliger ist. Das ist übliche Physik. Wenn du so etwas machst, dann kommen Käufer und möchten diese Scheibe in nicht springende umtauschen. Das wird teuer, wenn man den Kunden sagen muss es geht nicht besser.
Auch die Plattenfabriken wollen nicht in Regress genommen werden.
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Antwort#7
Wir müssen die "Red Book standards" nicht auf englisch lesen. Hier steht es doch ganz sauber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Audio-CD
Überlange CDs: Da die Spezifikation gewisse Toleranzen des physischen Formates (etwa des Spurabstands) enthält, ist es möglich, durch Ausreizen dieser Toleranzen (engeres Schreiben der Spuren) mehr Daten auf einer CD unterzubringen, als ursprünglich vorgesehen war. Dies wird von gepressten Audio-CDs aber nur selten genutzt. CD-Rohlinge zum Selberbeschreiben, die den gleichen grundlegenden Aufbau wie eine Audio-CD haben, werden jedoch oftmals so gefertigt, dass sie 80 Minuten Spielzeit aufweisen (bis Sektor 79:59.74). Von nahezu allen CD-Spielern werden solche CDs problemlos abgespielt.
Eine weitere Erhöhung der Spurdichte erlaubt eine noch längere Spielzeit (90 bzw. 99 Minuten). Dabei kommt es jedoch zu Problemen (!), da dafür Sektoradressen benutzt werden müssen, die vom Red-Book-Standard für negative Sektoradressen reserviert worden sind. Da viele CD-Laufwerke nur die Sektoren über 90:00.00 als negative Sektoradressen auffassen, sind so genannte 90-Minuten-Rohlinge (die also Sektoren bis 89:59.74 enthalten) auf diesen Laufwerken noch abspielbar. Die so genannten 99-Minuten-Rohlinge erfordern hingegen eine gewisse ?Intelligenz? von der Laufwerkselektronik, um zu erkennen, ob eine negative Sektoradresse oder eine am Ende der CD gemeint ist. In der Praxis wird meist eine Heuristik eingesetzt, die wie folgt funktioniert: Ein gezieltes Auslesen von Adressen zw. 90 und 99 liefert die Daten am CD-Anfang (negative Adressen), ein kontinuierliches Auslesen der CD mit steigenden Adressen wird dagegen erkannt, und es werden beim Übergang von Minute 89 zu 90 die Sektoren am Ende der CD ausgelesen.
Aufgrund der Probleme, die 90- und 99-Minuten-Rohlinge verursachen, ist von diesen eher abzuraten, da man sich nicht sicher sein kann, ob sie später auf einem anderen Laufwerk wieder gelesen werden können.

Und was selten erwähnt wird. Der unruhige Lauf an der äußeren wellingen Platten-Krempe, der zu häufigen Lesefehlern führt. Darum haben die Presswerke der fertigen CDs höheren Ausfall, den sie sich bezahlen lassen.
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Antwort#8
Das mit den Überlängen ist so eine Sache. Die Preßwerke übernehmen keine Garantie oder sie lehnen es strikt ab, über 80 Minuten zu pressen.
Wenn ich einen Konzertmitschnitt mache der nach der Bearbeitung länger ist als 74 Minuten mache ich eine Doppel-CD - ohne Wenn und Aber! Und ich lasse mir das dann auch als Doppel-CD bezahlen. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, daß die CD dann auf dem einen oder anderen Player nicht einwandfrei läuft. Manche Kunden haben mitunter noch CD-Player die sich mit Längen von mehr als 74 Minuten schwer tun.
Ich würde da an Deiner Stelle kein großes Federlesen machen und auf 2 CD's gehen.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Danke für die Antworten. Über die Problematik war ich mir nicht so ganz bewusst. Ich dachte, dass wäre inzwischen kein Problem. Mein von mir gebrannter 90min. Rohling mit 84min. läuft auch in allen meinen Playern und Laufwerken, aber das ist natürlich keine Garantie, dass es problemlos auch überall woanders funktioniert.
Also wäre es wohl doch vernünftig, auf 2 CDs zu gehen.
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Antwort#10
83 Minuten funktionieren fast immer problemlos mit "Überbrennen" (d.h. Verkürzung des eh viel zu langen Lead-Outs unn Ausreizung der Reserven).
Mit http://feurio.de kannst Du jede Rohlingssorte einzeln simulieren und bekommst die max. Spielzeit, die mit Überbrennen erreicht werden kann.
Im Gegensatz zu den engspurigen 90 und 99er-Rohlingen laufen die 80er überall problemlos, auch überbrannt.
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Antwort#11
83 Minuten funktionieren fast immer problemlos mit "Überbrennen" (d.h. Verkürzung des eh viel zu langen Lead-Outs unn Ausreizung der Reserven).
Mit http://feurio.de kannst Du jede Rohlingssorte einzeln simulieren und bekommst die max. Spielzeit, die mit Überbrennen erreicht werden kann.
Das ist ja eine interessante Information. Allerdings komme ich bei dieser Aufnahme nicht unter 84min.20sek. Mache ich die Pausen noch kürzer, wird es nicht mehr so schön und ich könnte auch allerhöchstens noch 20s rausholen.
Ist denn bei 83min. eine Grenze für die 80er Rohlinge, oder hat das Sinn, wirklich viele auszuprobieren, um auf diese Länge zu hoffen?
In der Liste auf
http://www.feurio.net/Rohling.php3
ist ja fast nichts eingetragen.
Wenn ich was für 83:30 finden würde, könnte ich mir das mit dem Resampling auch noch einmal überlegen. Vielleicht haben die Firmen, die CDs vervielfältigen (Brennen für meine kleine Auflage) ja auch selbst Erfahrung mit deren Rohlingen. Werde dort auch mal nachfragen.
Viele Grüße,
Tomte
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Antwort#12
von feurio gibts noch eine (allerdings alte und nicht besonders ausführliche) "rohling.dat": http://www.feurio.com/Rohling.dat
Da siehst Du aber schon: mehr als 83 gibt's kaum mit 80ern. "Firmen" können da auch nicht mehr machen. Man braucht halt einen überbrennfähigen Brenner (können fast alle heute) und feurio zum vorherigen testen (sonst wird's teuer) - und brennen (oder eine andere SW, die das kann).
Falls Du nicht noch was bis 83:30 findest bleiben wohl nur 90er (keine Erfahrung damit...)
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