Wir müssen die "Red Book standards" nicht auf englisch lesen. Hier steht es doch ganz sauber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Audio-CDÜberlange CDs: Da die Spezifikation gewisse Toleranzen des physischen Formates (etwa des Spurabstands) enthält, ist es möglich, durch Ausreizen dieser Toleranzen (engeres Schreiben der Spuren) mehr Daten auf einer CD unterzubringen, als ursprünglich vorgesehen war. Dies wird von gepressten Audio-CDs aber nur selten genutzt. CD-Rohlinge zum Selberbeschreiben, die den gleichen grundlegenden Aufbau wie eine Audio-CD haben, werden jedoch oftmals so gefertigt, dass sie 80 Minuten Spielzeit aufweisen (bis Sektor 79:59.74). Von nahezu allen CD-Spielern werden solche CDs problemlos abgespielt.
Eine weitere Erhöhung der Spurdichte erlaubt eine noch längere Spielzeit (90 bzw. 99 Minuten). Dabei kommt es jedoch zu Problemen (!), da dafür Sektoradressen benutzt werden müssen, die vom Red-Book-Standard für negative Sektoradressen reserviert worden sind. Da viele CD-Laufwerke nur die Sektoren über 90:00.00 als negative Sektoradressen auffassen, sind so genannte 90-Minuten-Rohlinge (die also Sektoren bis 89:59.74 enthalten) auf diesen Laufwerken noch abspielbar. Die so genannten 99-Minuten-Rohlinge erfordern hingegen eine gewisse ?Intelligenz? von der Laufwerkselektronik, um zu erkennen, ob eine negative Sektoradresse oder eine am Ende der CD gemeint ist. In der Praxis wird meist eine Heuristik eingesetzt, die wie folgt funktioniert: Ein gezieltes Auslesen von Adressen zw. 90 und 99 liefert die Daten am CD-Anfang (negative Adressen), ein kontinuierliches Auslesen der CD mit steigenden Adressen wird dagegen erkannt, und es werden beim Übergang von Minute 89 zu 90 die Sektoren am Ende der CD ausgelesen.
Aufgrund der Probleme, die 90- und 99-Minuten-Rohlinge verursachen, ist von diesen eher abzuraten, da man sich nicht sicher sein kann, ob sie später auf einem anderen Laufwerk wieder gelesen werden können.
Und was selten erwähnt wird. Der unruhige Lauf an der äußeren wellingen Platten-Krempe, der zu häufigen Lesefehlern führt. Darum haben die Presswerke der fertigen CDs höheren Ausfall, den sie sich bezahlen lassen.