Liebe Leute, ich habe ein Problem: Mache für einen Podcast wöchentlich mithilfe des wave-Recorders Edirol R-09 von Roland und des Bayerdynamic MCE 72 Aufnahmen von Ansprachen unseres Sheikhs im Kreise eines Auditoriums von etwa 60 Leuten. Neuerdings liegen auf dem Tischchen vor dem Sprecher ein knappes Dutzend verschiedener Aufnahmegeräte, darunter auch einige Mobiltelefone mit Aufnahmefunktion. Eines davon hat die letzte Aufnahme elektronisch immer wieder zerhackt. Das ist eine bestimmtes rhythmisches Knacken immer gleicher Art, das bald jede halbe Minute auftritt. Die Frage lautet: Wie krieg ich das weg? Eine Verfärbung des Klangs der Sprache wäre hinnehmbar. Es gibt dieses Knacken fürch sich alleine und aber eben auch so, daß es die Sprache des Sprechenden überlagert: Habe ich irgendeine Chance, dieses Knacken wegzufiltern? - Ich arbeite auf einem Apple-Rechner mit OS X Betirebssystem, bis jetzt mit GarageBand 3.0.2 und Sound Studio 3. Gruß, Salim
Das ist ein EMV-Problem. Handys sind Sender, die jeweils für einige ms sehr starke HF-Impulse aussenden. Die HF wird an den Transistoren der Eingangsstufe (z.B. an der BE-Strecke der Eingangstransistoren) gleichgerichtet und führt zu diesen unschönen Geräuschen. Dagegen hilft u. U. das verdrosseln der Eingänge mit Klappferriten auf dem Kabel direkt hintern den Steckern am Gerät und am Mikrofon. Wenn die Störungen durch direkte Einstrahlung in den Rekorder oder die Mikrofone enstehen, ist das Problem nur durch aufwendige Abschirmung lösbar. Oder durch die Verwendung eines guten Mikrofons, Klappferriten und eines langen Kabels, mit dem der Rekorder weit von den Handys entfernt aufgestellt wird. Versuche doch, die Handy-User davon zu überzeugen, auf eine eigene Aufnahme zu verzichten. Biete ihnen an, Deine hochwertige Aufnahme direkt nach dem Vortrag auf CD oder USB-Stick zu kopieren. Fast jedes moderne Handy kann in einen Modus geschaltet werden (heißt bei vielen Geräten Flugzeugmodus), in dem alle Sender abgeschaltet sind, alle anderen Funktionen aber verfügbar sind. Damit bleibt die Dikiergerätefunktion erhalten, es erzeugt aber keine Störungen.
Probiere auch mal ein dynamisches Mikrofon. Da ist keine Elektronik drin, die durch Hochfrequenz gestört werden kann. Wenn es dann immernochnicht geht: pack den Rekorder in Alufolie. Sieht blöd aus, hilft aber oft. Selbst schon erlebt: Videoaufnahmen in einer Rundfunksendestelle. Sendeleistung dort über 1 MW. Das ist selbst für eine Profikamera zu viel. Kein Ton und extrem gestörtes Bild. Kamera in Alufolie gepackt, Kondensatormikrofon durch ein dynamisches ersetzt, kabel verdrosselt und schon gab es keine Probleme mehr.
Vielen Dank, Tobias, für die guten Ratschläge. Die Handybesitzer davon zu überzeugen, auf ihre eigene Aufnahme zu verzichten, wird nur schwer möglich sein, da es in jeder Woche neue Leute sind, die aus aller Welt anreisen, um eine Ansprache zu hören, und die Aufnehmegeräte zudem oft erst bei schon begonnenem Vortrag platziert werden. Da kann ich dann nicht eingreifen ohne diese ohnehin sehr sensible Art von Vortrag ("sohbet") sehr zu stören. Ich erwarte jeden Tag eine Kabelverlängerung (zur Zeit nur 2 m) um 6 m. Ferner könnte ich mein Mikrophon, das einen eigenen Ständer hat, vielleicht auf die andere Seite des Sitzes stellen. Zusätzlich sollte ich aber noch die von dir erwähnten Klappferriten nutzen. Meine Frage: Was sind Klappferrieten - vielleicht Magnete? - und wo erhalte ich die? Was mich auch sehr interessiert, ist, wie ich die Störung jetzt im Nachhinein durch digitale Bearbeitung vielleich wegbekommen oder dämpfen kann. Gruß, Salim
Klappferrite: http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7675 Das sind aufgeschnittene Ringkerne, die auf das Kabel gesteckt und durch eine Snap-In-Mechanik dort befestigt werden. Sowas findest Du an fast jedem Computerkabel, dort aber oft ohne den Klappmechanismus dauerhaft befestigt. Ich weiß nicht, womit Du die Störungen automatisch entfernen kannst. Evtl. hilft manuelles herausschneiden, aber ganz weg wirst Du das kaum bekommen. Hänge doch einen Zettel an die Tür: Tonaufnahmen mit Handys klingen nicht gut und stören andere Aufnahmegeräte. Bitte Handy ausschalten. Die Aufnahme kann direkt nach dem Vortrag im Internet heruntergeladen werden.
Ein Mikrofon, bei dem die Membran mit einer kleinen Spule verbunden ist die sich im Magnetfeld bewegt. Die dabei induzierte ("erzeugte") Spannung kann direkt dem Rekorder zugeführt werden. Im Mikrofon ist keine Elektronik erforderlich, die gestört werden kann. Am besten prüfst Du mit einem einfachen Test, wo die Störungen auftreten: Mikrofon und Rekorder verbinden, weit auseinanderstellen und Aufnahme starten. Mit dem eigenen Handy jemanden anrufen und das Handy in die Nähe der einzelnen Geräte halten. Dann weißt Du, welches der Geräte empfindlich auf die Störungen reagiert.