Summierung

Erstellt 14 Antworten15 Beiträge
Startbeitrag#1
Es wird immer wieder gesagt, dass analoge Summierung "besser klingt" als digitale. Was haltet ihr davon. Und: Gibt es vielleicht eine Software, die die analoge Summierung irgendwie digital reproduzieren kann?
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Antwort#2
Es wird immer wieder gesagt, dass analoge Summierung "besser klingt" als digitale.
So generell stimmt das nicht. Es gibt Probleme bei hohen digitalen Pegeln, wenn es am Knotenpunkt zu hörbaren Übersteuerungen (Clipping) kommt und wenn man leise digitale Pegel mischt und das Summensignal anhebt; dann kommt das Granularrauschen hoch, besonders wenn man mit 16 bit arbeitet und man "vergisst" zu "dithern".
Hinterher hilft kein "Bügeleisen", um noch etwas zu retten.
Trotzdem sind Retter als Scharlatane unterwegs, die nutzlose "Enhancer" verkaufen.
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Antwort#3
Hi allerseits
Ich würd sagen, die Frage könnte auch so lauten:
"was klingt besser 24bit oder 32 float" zumindest haben beide Fragestellungen klare Paralellen
Prinzipbedingt klingt analoge Summierung besser. Perfekte Hin- und Rückleitung zum Summierer und auch seine technische Perfektion vorrausgesetzt.
Es gab auch mal (hab ich mal gehört) Versuche Rechenstufen in speziellen Computern "analog" durch das Messen einer analog summierten Spannung zu realisieren. Das sei einfacher und genauer...
Ich selber hab mal diesen Neve 16 in 2 summierer gehört. Nun tja.
Man hört halt einen Unterschied, als sei der Mix eben durch "outboard" gegangen.
Es war jetzt nicht so, dass alles plötzlich gaanz suuper klang, so auf Knopfdruck.
Und ich möchte auch noch in den Raumstellen, dass längst nicht alle Programmen vintagesound verlangen. Es gibt ganze genres, die von der Plastik-Ästhetik von "16bit signalen im Ableton Live" leben.
Und letzte Zeit kommt es mir vor als ob komplette Studios ohne es recht zu wissen auf "Retro"-Rock-"Rhören"-Sound umgemodelt werden. Auch wenn sie nur Sprecher aufnehmen ;)
Ansich kann man, denk ich, vor allem von einem betreibswirtschaftlich genialen Schritt seitens der Hersteller ausgehen. Das ganze Läuft ja wie bei der SMS:
Für etwas was kein Mensch braucht und woran kein Mensch denkt wird mit geschickter Vermarktung und Plazierung ein Bedarf aus dem Nichts geschaffen worauf hin die Applikation mit beachtlichen Margen verkauft wird, obwohl sie technologisch trivial ist. Diesen letzten Punkt haben SMS und analoge Summierer zumindest gemeinsam.
Ihre stärken werden analoge Summierer warscheinlich aber gerade bei 16bit Signalen ausspielen. Eine Analoge Summierung wirkt bereits als "dither", nur das sie abtastpunkte nicht entropisch streut sondern exakt mit unendlich vielen Nachkommastellen ausgibt. Das allerdings nur im summieren. Das Rauschen der einzelnen Signale bleibt natürlich.
Einen Nachteil seh ich ferner darin, dass die Dinger einfach so wenig Eingänge haben. Man bräuchte ganz schön viele, oder man muss seinen Mix auf 8 stems zusammenbouncen. Das hat etwas unangenehm determiniertes. Man ist festgelegt und wird eher an Stereogruppen herumdoktern anstatt die ursprünglichen Automationen anzufassen. Damit geht ein wichtiger Vorteil einer digitalen Arbeitsweise irgendwie flöten.
Naja also mein Fazit ist.. Analoge summierung ist für mich nicht soo interessant.
Vielleicht tu ich mir mal einen her wenn ich zuviel Geld hab und mir meine SSL (die ich bis dahin gekauft hab weil ich reich mit vintage vollröhren Klospülungen geworden bin ;) langweilig ist.
A bientot
Nikita
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Antwort#4
Irgendwas muss jedenfalls bei der Summierung der Einzelkanäle in einer DAW hin zu einem 2-Track anders laufen als beim Ausspielen über jeweils einen Wandler pro Track und Summieren in der Box.
So, wie ich das verstanden habe, scheint es ein Genauigkeitsproblem zu sein. Um ähnliche Leistungen zu erzielen, müsste man auf digitaler Ebene mit mind. 192 Khz (besser um die 500 Khz) arbeiten bzw. Exportieren.
Siehe auch die Kurzdarstellung vom Entwickler des "Mirror" über das Wesen und den Vorteil analogen Summierens:
http://shop.digitalaudioservice.de/pub/1832/Infoblatt_Mirror.pdf
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Antwort#5
""Um ähnliche Leistungen zu erzielen, müsste man auf digitaler Ebene mit mind. 192 Khz (besser um die 500 Khz) arbeiten bzw. Exportieren.""
Das ist ganz bestimmt nicht der Fall. Mit Erhöhung der SF wird auschließlich die obere Grenzfrequenz erhöht und sonst NICHTS. Die dynamischen Parameter, die bei der Summierung generell eine Rolle spielen spiegeln sich nur in der Bittiefe wider.
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Antwort#6
Digital:
Quantisierung --> Rundung --> Rundungsfehler --> Addition mehrerer Signale mit Rundungsfehlern --> Quantisierung der Additionsergebnisse --> Rundung --> mehr Rundungsfehler.
Digital mit analoger Summierung:
Quantisierung --> Rundung --> Rundungsfehler --> DA-Wandlung, die aus Einzelwerten ein kontinuierliches Signal macht --> Summierung eines kontinuierlichen Signals durch Summenverstärker --> keine Quantisierung --> weniger rundungsfehler-bedingtes Rauschen (aber mehr verstärkerbedingtes Rauschen!).
Vereinfacht ausgedrückt.
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Antwort#8
Leider nicht ganz...
Du hast bei der analogen Summierungsvariante das Hinzufügen von Quantisierungsfehlern und Verstäkerrauschen bei der DA-Wandlung und dessen Aufsummierung im analogen Summierer vergessen....
LG,
Tonmaus
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Antwort#9
Naja, die Peripherie sollte schon hochwertig sein, durch die das Signal aus der DAW läuft und wieder dorthin zurück kommt. Nichts sollte verloren gehen und nichts Unerwünschtes hinzukommen. Das wird meist teuer. Muss aber nicht.
Samplerate:
Nette Erklärung von Herrn Preissig aus der KEYS: Jedes Stereosignal enthält bei einer bestimmten Samplefrequenz (die Meisten arbeiten ja mit 44,1 Khz) exakt 88200 Informationswerte/Klangereignisse pro Sekunde.
Wenn ich jetzt einen Digital-Mixdown von meinetwegen 16 Stereospuren mache, dann landen genau wieder 88200 Samples pro Sekunde im 2-Track-File.
Beim Analog-Summing landen PRO SPUR jeweils 88200 im Summierer und werden dort ohne Interplolieren oder Quantisieren oder Rundungsfehler zu einem 16*88200ter File.
Das heißt, das so aufgenommene Signal enthält weit mehr als 1.400.000 Samples/Klangereignisse/Informationswerte pro Sekunde!! (Statt derer 88.200 bei einem digital-Mixdown)
Wer es noch mal nachlesen will: Aktuelle KEYS kaufen .. ;-)
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Antwort#10
Jonny mit verlaub
Die "KEYs" mag zwar redaktionell geführt sein, aber sie ist einfach mehr ein Werbeblatt, richtetet sich fast zur gänze an Hobbyisten und bietet auch nur dürftige Infos zu nicht soo gewichtigen Themen.
Ebenso die WERBUNG von digital audio service:
"Das Signal wird deutlicher abgebildet, der Mix erhält wesentlich mehr räumliche Tiefe und gleichzeitig mehr Raum für das einzelne Signal. Was wiederum auf den gesamten Mix zurückwirkt, und dazu veranlasst, dem einzelnen Signal mehr "Energie" zu geben.
Der Gesang steht auf einmal wirklich vorne, die Bassdrum kann wesentlich mehr Pfund vertragen ohne zu matschen, und die Charakteristik der Instrumente lässt sich besser betonen."
Aha, dass also kann man analogen Summierern für den Preis eines kleinen aber netten Gebrauchtwagens machen können. Na wenn digital audio service das sagt.
Ich würds mal so deuten: Eine DAW ist zum echten übersteuern (32bit float) kaum in der Lage und wenn, dann ist das bekanntlich unschön.
Outboard hingegen (und vor allem so vintage gedöns) will einen gerade dazu verleiten fast schon nervenden Klirr zu akzeptieren, ja anzustreben. Es klingt ja "warm". (Es ist allerdings dennoch legitim so zu arbeiten, wenn man es wünscht)
Dass sich das Verstärkerrauschen aufsummiert und ebenso das Rauschen der DAs hatte ich vorher ja auch nicht bedacht. Noch ein Malus für den analog Summierer.
Auch bei einer kurzen Recherche konnte ich ehrlich gesagt keine vernünftige Literatur zum Thema "Analogsummierung" vs. "Digitalsummierung" auffinden.
Ich glaub die Fragestellung ist auch Fachlich nicht so spannend.
Allerdings möchte ich auch die "Analogsummierung" nicht verteufeln und lass mich gerne vom Gegenteil, durch Gehör und Fakten, überzeugen. Aber nicht durch die "KEYs".
Ich gebe auch wie immer zu bedenken, dass deine Mixe auch objektiv besser werden können, wenn du ein neues Gerät subjektiv als grosse Verbesserung empfindest.
Liebe Grüsse und Nichts für Ungut
Nikita
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Antwort#11
"Nichts sollte verloren gehen und nichts Unerwünschtes hinzukommen. Das wird meist teuer. Muss aber nicht."
Ist Dir bekannt dass typische AD-DA Wandler auf der DA Seite um ca. 7-10dB schlechter sind als auf der AD-Seite?
Wir sind uns sicher auch einig, dass sich pro Kanalverdoppelung weitere zusätzliche 3dB dieser wunderschönen Störkomponenten im Signalweg befinden.
Damit man überhaupt eine vernünftige DA- Strecke für die Auspielwege zum Summierer bekommt kann man schon ordentlich 4stelllig pro 8er Block auf den Ladentisch legen. Eine Systemdynamik von knapp 120dB bekommt man mit den besten erhältlichen DA Wandlern selbst bei idealer Pegelstruktur (Wandler kann Summierer voll aussteuern) bei mehr als 16 Spuren nicht mehr hin. Wenn man bei der Anpassung zum Summierer schlampt (z.B. zu wenig Pegel einfach gestrickter Ausgangsstufen à la Marian ADCON) kommt man schnell auf Systemdynamiken unter 90dB.
Messtechnisch ist daher analog Summieren immer die schlechtere Lösung. Ob man es subjektiv mag ist eine andere Frage.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#12
Also, es lohnt sich, mit dem Thema zu beschäftigen. Auf der KEYS-CD gibt`s einen im deutschsprachigen Raum wohl einzigartigen Vergleich. Ganze 11 Audiofiles wollen miteinander verglichen werden.
Zieht`s Euch einfach mal rein.
Ich persönlich habe leider auch noch keinen Vergleich (einschließlich derer auf der neuen KEYS-CD) gehört, wo ich nach Abzug typischer Fehlerquellen wie fehlende RMS-Anpassung, Stereobasis etc. gesagt hätte, "wow, das bläst mich um, ich MUSS DAS HABEN, UNBEDINGT!!!"
Und noch etwas zur Aussage von Herrn Preissig, dass ein 44, 1 Stereo-File nur maximal 88200 Informationswerte pro Sekunde enthalten kann, ein analog summiertes aber 88200 mal die Anzahl der Spuren, einzeln rausgeführt werden.
Das Signal mag bei einer 16 Spur-Mischung vielleicht mit über 1 Mio. Informationswerten zur DAW zurückkommen. Aber spätestens, wenn die Aufnahme im Kasten ist und es ans Dithern und Runterbrechen auf 16 Bit und 44,1 Khz für die CD geht, habe ich doch praktisch wieder diese unsäglichen 88200 Klangereignisse pro Sekunde?
Also alles nur "wie gewonnen, so zerronnen?"
Habe ihm eine Mail mit Bitte um Klärung geschickt.
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Antwort#13
danke für Deine Zuschrift - und Du hast natürlich Recht,
denn 44,1 kHz und 16 Bit haben nun mal nicht mehr "Daten" zur
Verfügung, um das Sigal abzubilden, da ändert auch das Summieren nix
dran. Der Unterschied liegt auch eigentlich nicht im resultierenden
Format, denn das ist bei einer rein digitalen und einer analogen
Produktion letztlich identisch, wenn das Material schließlich auf CD
landet. Der Unterschied liegt darin, wie diese rund 1 Mio.
Informationseinheiten in das resultierende CD-Format gebracht werden.
Bei einer digitalen Produktion geschieht das, vereinfacht gesagt,
durch Datenreduktion: Im digitalen Mix-Buss werden die Einzelsignale
ja nicht "neu gesampelt", sondern miteinander verrechnet: Es werden
Quersummen gebildet, in der Regel abgerundet, interpoliert etc.. Bei
der analogen Summierung werden die Einzelsignale ja wieder in
Spannungen zurückgewandelt, und die lassen sich ganz regulär
addieren, ohne dass dabei "Informationen" verloren gehen. Wenn dieses
Signal nun abgesampelt wird, sind zwar auch nicht mehr Daten
vorhanden, um das Signalabzubilden - die dynamische Struktur des
Signals ist aber eine völlig andere als bei dem interpolierten
Digitalsignal.
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Antwort#14
Wenn es Dir gelänge "wow, das bläst mich um" von einer technischen Diskussion zu trennen wäre es hilfreicher.
Du kannst Dich gerne umblasen lassen.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#15
Sorry,
Das ist gequirlte Grütze.
Die Informationstheorie ist in der Lage die mögliche Bandbreite eines digitalen Systems genauso zu beschreiben, wie die eines analogen. Wer theoretisch besser ist kommt auf den Einzelfall an. Eine Summierstufe in 32bit Float oder besser (64bit Float gibt es auch schon) ist schon verdammt gut. Die Auflösung im Zeitbereich hängt an der Samplingrate. (Wobei der Fehler hier schon bei der Aufzeichnung passiert, und vom Workflow abhängig ist, was den Interchannel-Bezug betrifft. Bei der Summierung ändert sich der Zeitbezug ja nicht mehr.)
Beim Zeitbezug ist analog ansonsten überlegen. Richtig zieht das aber nur bei einem rein analogen Workflow.
Trotzdem ist auch bei einem analogen System die Informationsbandbreite limitiert. Was nicht da ist kann man nicht summieren.
Also:
Bitte, bitte, trennt Euch endlich von den halbgaren technischen Diskussionen und trefft meinetwegen gerne eine Entscheidung aufgrund Eurer geschmacklichen Vorlieben. Das ist doch das Argument das letztlich zählt.
Dies als Vorschlag zur Güte.
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