Schoeps MK4 vs. MBHO KA200N vs. KM 184

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Startbeitrag#1
Wie "rechtfertigen" sich eigentlich die Preise für diese drei Mikrofone gegeneinander?
Sind überhaupt große Unterschiede zwischen den Aufnahmeergebnissen zu erwarten?
Ich kann keinen Unterschied bei Sprachaufnahmen zwischen einem Schoeps MK4 und einem MBHO MBP 603 KA200N feststellen.
Wie kommen da die Preisunterschiede zustande, und rechnet es sich dann (außer als musste unbedingt haben ...) die Anschaffung eines Schoeps Mikrofones?

Wie beurteilt Ihr diese drei Mikrofone nach den oben genannten Kriterien?

Eine nachdenkliche Machiko ...
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Antwort#2
Werbetextsprechen ist ja nicht gerade das Kriterum, um herauszufinden, welches Mikrofon das beste Hörergebnis bringt. Ein Streichquartett oder Klavier und Gesang sind da schon weit anspruchsvoller. Da kann es sein, dass das Mikrofon, das für das Streichquartett ideal erscheint eben bei Klavier und Gesang leicht abfällt. Bei Markenmikrofonen sind das eh nur kleinste Unterschiede, aber die machens eben.
Besonders die Tontechniker bei Hörbüchern haben bestimmte Mikrofone als ihre Lieblinge.
Die Preise der Mikrofone sind das Kalkül jeder Firma. Sind sie billiger, so könnten sicher mehr Mikrofone verkauft werden. Inwieweit das aber dann mehr einbringt, ist wieder eine andere Frage.
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Antwort#3
Hallo Machiko,
meine Meinung zu dem Thema ist, dass man die Unterschiede nicht überbewerten, aber auf keinen Fall unterbewerten sollte... also man kann schon ziemlich deutlich z.B. den Unterschied zwischen einem KM184 und einem MK4 hören. Gerade das Schoeps hat schon einen sehr typischen Klang. Wie man dies dann beschreibt oder auf welche geschickte Art und Weise man das einsetzt überlass ich jedem selber.
Ich denk, es kommt trotz allem auf den Einsatzbereich an, aber gerade im Stützmikrofonbereich würde ich ein KM184 i.A. dem MK4 bevorzugen, da es doch etwas flexibler ist - auch wenn das KM184 nicht immer die beste Wahl wäre. Die Preise rechtfertigen sich denke ich schon, bloss ist es natürlich ärgerlich, das bei heutiger Auftragslage sich eine grosse Investition in Mikrofone meist nicht lohnt.
Gr.
Dirk
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Antwort#4
Hi Machiko,
damit erzähle ich Dir ja nichts Neues: die Unterschiede machen in erster Linie -technisch gesagt- die winkelabhängigen Frequenzgänge (und auch andere Mikrofonparameter) aus, die jeweils die aufzunehmende Schallquelle in ihrem räumlichen Kontext unterschiedlich abbilden. Bei einem Vergleich ist hierbei natürlich die eigene Klangvorstellung und der persönliche Geschmack sehr massgeblich.
Vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt bestimmt der Herstellungsprozess, die produzierten Stückzahlen, Lohnkosten, Qualitätssicherung und der Kundenservice den Preiss des Mikrofons. Aber das kennen wir ja auch alle.
Der Grund warum ich bei den Nieren-KM-Mics die MK4 bevorzuge: Sämtliches Zubehör ist auf Schoeps Mikrofone ausgerichtet, mit dem Neumann Service hatte ich mal unbefriedigende Erfahrungen gemacht, die MBHO habe ich nie kennengelernt und um mir Mikrofone sämtlicher Hersteller in den Koffer zu legen reicht das Budget nicht. So einfach ist das.
Gruss
Stefan
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Antwort#5
Die Preise rechtfertigen sich denke ich schon, bloss ist es natürlich ärgerlich, das bei heutiger Auftragslage sich eine grosse Investition in Mikrofone meist nicht lohnt.
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Antwort#6
@stefan.
stefan schrieb:
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... damit erzähle ich Dir ja nichts Neues: die Unterschiede machen in erster Linie -technisch gesagt- die winkelabhängigen Frequenzgänge (und auch andere Mikrofonparameter) aus, die jeweils die aufzunehmende Schallquelle in ihrem räumlichen Kontext unterschiedlich abbilden. Bei einem Vergleich ist hierbei natürlich die eigene Klangvorstellung und der persönliche Geschmack sehr massgeblich.
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Ich hatte gestern ein Forumsmitglied zu Gast bei mir, und wir haben einen Mikrofonvergleich durchgeführt, MBHO gegen Schoeps.
Es ist uns beim besten Willen nicht gelungen (mit Homemitteln) einen Unterschied festzustellen (Genelec 8020a; Multiface usw.).
Selbst die Frequenzanalyse mit Audacity sahen sich derma�en ähnlich das es erschreckend war ...
... diesbezüglich gilt daher meine "Verwunderung" Schopes bei diesen Preisen MBHO gegenüber vorzuziehen.
Natürlich sollte man als Gewerblicher Toni einige Sahnestückchen im Schrank haben um auf die Kundenwünsche reagieren zu können, aber für die Butter und Brot aufnahmen dürfte MBHO die gleichen guten Ergebnisse liefern wie die Mikrofone von Schoeps.
Ich mu� aber gestehen das wir uns nur die Nieren angeschaut haben, die Kugeln und die Hyperniere ging aus Zeitgründen nicht.
stefan schrieb:
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Vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt bestimmt der Herstellungsprozess, die produzierten Stückzahlen, Lohnkosten, Qualitätssicherung und der Kundenservice den Preiss des Mikrofons. Aber das kennen wir ja auch alle.
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Zustimmung!
stefan schrieb:
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Der Grund warum ich bei den Nieren-KM-Mics die MK4 bevorzuge: Sämtliches Zubehör ist auf Schoeps Mikrofone ausgerichtet, mit dem Neumann Service hatte ich mal unbefriedigende Erfahrungen gemacht, die MBHO habe ich nie kennengelernt und um mir Mikrofone sämtlicher Hersteller in den Koffer zu legen reicht das Budget nicht. So einfach ist das.
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Auch hier stimme ich Dir zu ...
... allerdings würde ich mir aufgrund dieser Randbedingungen (rein von der subjektiven Aufnahmequalität ausgehend) überlegen ob ich mir noch einmal Schoeps gönnen würde.
(Keine Frage, ich bin mit den Aufnahmeergebnissen meiner Schoeps zufrieden, allerdings wundere ich mich (jetzt nach dem Vergleich) über die Preispolitk, die Schoeps durchhalten kann.
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Antwort#7
@stefan.
Ich stimme Dir für Jemanden, der wenige Aufnahmen macht zu ...
... andererseits sind die Mietpreise für Schoeps und Co. dermaßen hoch, das es sich lohnen kann die Dinger zu kaufen und dann wieder nach Gebrauch zu verkaufen (der Wiederverkaufswert ist ja auch nicht ohne).
Von der Verfügbarkeit her betrachtet brauchen wir sicherlich auch nicht reden.

Liebe Grüße,
Machiko
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Antwort#8
Guck Dir mal die Rauschabstände bei den Mikrofonen dieser beiden Hersteller an. Da dürfte Schoeps besser abschneiden.
Mach doch mal folgenden Test:
Montiere beide Mikrofontypen direkt nebeneinander, so dicht, daß sie sich berühren.
Dann nimm als Schallquelle ein Rauschen und beschalle sie damit. Hier dürften sich auch gehörmäßig feinste Unterschiede schon bemerkbar machen, die auf einem Spektrumanalysator so ohne weiteres nicht auffallen - zumindest nicht bei den in den Programmen implementierten.

MfG
Rainer
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Antwort#9
@Rainer.
... sollte es noch mal zu einem entsprechenden Besuch kommen, dann werden wir sicherlich diesen Versuch mit allen Kapseltypen durchführen.
Wir hatten als Vergleichsgeräusch durch zerreißen eines 80g Din A4 Papiers gemacht (wegen der Reproduktionsfähigkeit für andere Hörer). Der Unterschied war nicht hörbar. Selbst in der Waveform war kein signifikanter Unterschied sichtbar.
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Antwort#10
Bist Du sicher, dass das Papier in beiden Fällen wirklich kaputt war? :-)
(Ich frage mich ein bischen warum Du nicht einfach das nimmst, was Du meinst. Es scheint mir, dass Du eh schon weißt was Du willst. Schoeps hat wirklich keine Probleme die Mikrofone die sie herstellen können und wollen zu dem Preis zu verkaufen, den sie aufrufen, und sie werden auch durch eine solche Diskussion nicht billiger.)
LG,
Tonmaus
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Antwort#11
Wuttke schrieb in seinen Aufsätzen selber, daß zwischen ähnlich konstruierten Mikrofonen keine (großen) Klangunterschiede zu erwarten sind. Und ein Entwickler von MBHO war früher bei SCHOEPS tätig ...
Ohne Details der Mitanbeider zu kennen: Die CMCs sind zwar vom Aufbau der Schaltung her "einfach", aber erfordern einen hohen Aufwand bei der Auswahl und Abstimmung der einzelnen Bauteile - von daher alles andere als eine "nachbausichere Schaltung". Time is money ...
Unabhängig davon rechtfertigt sich der "hohe" Preis auch mit dem umfangreichen Angebot an Zubehör sowie meinen überaus positiven Erfahrungen mit dem Service und der Zuverlässigkeit im alltäglichen Gebrauch.
Apropos: Vergleiche mal den Preis einer elastischen Aufhängung A20(S) mit dem des Adäquates von MBHO - danach diskutiere ich gerne noch einmal über "Preisunterschiede" ...
... andererseits sind die Mietpreise für Schoeps und Co. dermaßen hoch,
Was nehmen andere Verleiher für ein CMCxx?
Ich hatte bei SCHOEPS ein Pärchen MK2H hinzugeliehen. Die Leihgebühr von 8 ? pro Tag und Kapsel fand ich keinesfalls überzogen ...
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Antwort#12
Habt ihr einen Tip wo man die MBHO am günstigsten kaufen sollte?
lg
kreisel
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Antwort#13
Bei Tagesmietpreisen ist für sämtliches Equipment so ungefähr 3% des Neukaufpreises ein üblicher Satz, bei längeren Mieten staffelt sich das dann nach unten. Es stehen schliesslich nicht jede Woche grössere Projekte an und sich nur was für eventuelle Fälle anzuschaffen, rechnet sich wirklich nicht.
Übrigens hat man bei jedem aufwändigeren Projekt, welches sorgfältigst geplant und vorbereitet ist, bereits die halbe Produktion so gut wie im Kasten. Dann ist auch der nötige zeitliche Vorlauf, Mikrofone oder spezielles Equipment zu reservieren nicht unbedingt ein grosses Problem.
Sämtliche Connections zu den Firmen und Leuten, von denen man was leiht, müssen natürlich immer gut gepflegt sein ;)
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Antwort#14
Ein Kriterium kam bisher noch nicht zur Sprache: Der Werterhalt bzw. Wertsteigerung. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, daß gute und teuere Mikrofone -wie z.B. Schoeps- auch eine stabile Wertanlage sind. Nicht nur daß du gute Ergebnisse bei Aufnahmen erzielen kannst - du kannst diese auch nach Jahren zum selben Preis oder teuerer verkaufen, als du sie gekauft hast. Inwieweit dieser Trend in Zukunft noch anhält bleibt natürlich abzuwarten......


PowerStation Studio
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Antwort#15
Übrigens, das Forumsmitglied war ich ;) Ich bin mir sicher, daß Schoeps das Nonplusultra ist aber ich würde jedem, der mit den Gedanken spielt sich welche zu kaufen, ans Herz legen sich auch mal die MB´s anzuhören. Man spart dann 50%.
-Erdie
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Antwort#16
BTW: Den Herstellerangaben zur Folgen sind die Rauschabstände der MBHO MBC603 und den Schoeps annähernd gleich. Die Abschlußimpedanz übrigens auch ~ 35 Ohm.
-Erdie
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Antwort#17
Zitat von Erdie: "Die Abschlussimpedanz ist übrigens auch ~ 35 Ohm."
Hier liegt ein kleiner Denkfehler vor, denn das stimmt nicht. Die Abschlussimpedanz ist nämlich die Eingangsimpedanz, was aber hier nicht gemeint sein kann. Siehe bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eingangsimpedanz
Gemeint ist die Ausgangsimpedanz, also die Quellimpedanz des Mikrofons von 35 Ohm.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ausgangsimpedanz
Das ist nicht zu verwechseln mit der Abschlussimpedanz.
Es empfiehlt sich mal mit den verschiedenen Impedanz-Begriffen zu befassen.
Im Techniker-Jagon wird anstatt von Impedanz eher von Widerstand gesprochen.
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Antwort#18
Entschuldigung, ich meine die Ausgangsimpedanz. Da ein Mikrofon ja nur einen elektrischen Ausgang hat, könnte sich das eine schlauer Leser vermutlich denken ;) Vielen Dank für die Begriffskorrektur.
-Erdie
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Antwort#19
Hallo Rainer,
Guck Dir mal die Rauschabstände bei den Mikrofonen dieser beiden Hersteller an. Da dürfte Schoeps besser abschneiden.
Auch wenn das so sei, bei Neumann und Schoeps sind die Rauschabstände wirklich vernachlässigbar und kein Grund, sich für einen bestimmten Typen zu entscheiden. Die klanglichen Unterschiede durch Kapselkonstruktion und der nachfolgenden Schaltung sind da viel gravierender und interessanter.
Gr.
Dirk
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Antwort#20
Naja, den Unterschied zwischen (höhenangehobenem) KM184, (weniger höhenangehobenem) KA200 und (so gut wie linearer) MK4 kann man eigentlich ziemlich leicht hören - zugegeben, den charakteristischsten Klang hat das KM184, während Schoeps und MBHO etwas genaueres Hinhören brauchen. Das KM184 klingt in manchen Anwendungen etwas "eng" oder "nasal" - für Gesangssolisten vor einem Orchester nehme ich viel lieber die MK4. Die MBHOs haben für meine Empfindung irgend eine kleine Schärfe bei grob geschätzt 6 kHz - die sich manchmal sehr gut machen kann (heute abend nehmen sie Flöten im Bigband-Kontext auf), bei Klassik aber auch mal nervt. Extremer finde ich den Unterschied bei den KA100-Druckempfängern. Und zumindest unsere MBP604 mit KA100 geben ein phaseninvertiertes Signal aus, wie leifislive und ich kürzlich festgestellt haben.
MK4 ist durch den sehr linearen Frequenzgang eigentlich DAS Arbeitspferd überall da, wo ich nicht schon bei der Mikrofonwahl den Klang gestalten möchte.
Typisches Oratorien-Setup wenn wegen Livemitschnitt und so nicht viel Zeit zum Probieren ist: KM183 als Hauptsystem, KM184 oder MK4 für Geigen, MK4 für Celli, Holzbläser, Solisten, MK21 für Chor und Blech. Kann auch mal ein bißchen MBHO dabei sein - meist aber etwas EQ und weniger stark zugemischt.
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