Hallo, wir haben ein Shure SM58 und ein Beta 58. Ein Soundcraft Mischpult und RCF 312A Lautsprecher. Beim Spielen nehmen die Mikros die Gitarren immer sehr stark mit auf. Was kann man dagegen machen ? Gibt es Tricks oder müssen wir uns damit abfinden ? Gruß, Thomas
Also die "beste" Methode ist bestimmt: Gitarrenamps leiser drehen. Manchmal will man das aber nicht - dann würde ich zu einem Audix OM-5 raten. Habt Ihr eine/n "leise" Sänger/in? Wenn ja, dann wird es wohl ein Mikrofonwechsel werden müssen. Grüße, Hermann
Hallo, Das SM 58 hat Nierencharakteristik, das Beta ist ein Supernierenmikro. Es empfiehlt sich möglicherweise letzteres für den Gesang zu nehmen und das Mikrofon möglichst so zu positionieren, dass die Gitarren schräg von hinten ins Mikro kommen, da es dort (bei ca. 140°) die größte Abschattung bewirkt. Dieser Effekt ist natürlich auch bei der Positionierung der Monitore (sofern vorhanden, bzw. der PA-Boxen) zu berücksichtigen, um Rückkopplung weitestgehend zu vermeiden. Sollte es dennoch nicht klappen, sind entweder die Gitarren zu laut eingestellt (soll ja mal vorkommen) oder die Sängerin für diesen Style zu wenig durchsetzungskräftig. Grüße, Vasco
Ein Mikrofonwechsel bringt hier so gut wie gar nichts! Wenn etwas zu laut ist macht man es einfach leiser... Ggf. kann man noch versuchen, die Amps anders aufzustellen.
Die Angabe: "Abschattung bei ca. 140°" bei dem Shure Mikrofon Model Beta SM58A ist etwas ungenau hingeschaut. Die sogenannte Hyperniere ist praktisch immer eine Richtcharakteristik Superniere. Ein markanter Winkel bei 140° ist bei keinem Mikrofon zu finden. http://www.shure.com/stellent/groups/public/@gms_gmi_web_ug/documents/web_resource/us_pro_beta58a_specsheet.pdf Siehe die Superniere: http://www.sengpielaudio.com/UnterschiedHyperniereSuperniere.pdf Bei einer 12-dB-Rückwärtsdämpfung liegt der Auslöschungswinkel einer Superniere eher bei ±125°. Die Schätzungen von Tontechnikern, wo dieser 125°-Winkel denn zu finden sei, gehen ziemlich auseinander. 90° und 180° kennt jeder, aber 125°? Uff! Der Winkel sollte schon um 10° kleiner gewählt werden, als die Mitte zwischen 90° und 180°.
Wie geschrieben - das Audix OM-5 hilft oftmals in solchen Situationen - zumindest der FoH-Mensch wird sich wegen des geringen Übersprechens freuen. Es gibt genug "leise" SängerInnen, die es aus dem Grund verwenden. Auch das neue Shure KSM9 sollte darin ganz gut sein - es sind beide Doppelmembranmikrofone. Das Shure habe ich selber jedoch noch nicht in Verwendung gehabt. Grüße, Hermann
Das war nur mal auf die schnelle ungefähr geschätzt, ich hab nicht extra nachgeschaut, habe aber das Abschattungsmaximum etwas mehr "off axis" als bei der Hyperniere eingeschätzt. Ich glaube nicht, das dieser Unterschied in diesem Anwendungsfalle von großem Belang ist.
Im Hauptbereich zwischen 500 Hz und 4000 Hz. Das Problem mit dem Winkel ist eher der fehlende Winkelmesser. Wer hat denn als Tontechniker schon einen dabei? Lass' dir mal von Jemanden den Winkel von z.B. 125° aufzeichnen. Da gibt es wundersame Ergebnisse.
"Das Problem mit dem Winkel ist eher der fehlende Winkelmesser. Wer hat denn als Tontechniker schon einen dabei?" ... ich. Und hoffentlich jeder andere Tonverantwortliche, der mit Hauptmikrofonsystemen arbeitet. Genauso ein 30 m Massband und ein Holz-Metermaß (früher sagte man Zollstock dazu). Zur eigentlichen Fragestellung: Ich würde so wie Christopher eher mit der Aufstellung von Mikrofonen und Amps experimentieren, das Problem ist m. E. mit (anderen) technischen Geräten nicht zufriedenstellend zu lösen.