Hi an alle Tontechniker, ich habe ein Problem mit einem von mir am Computer erstellten Song. Wenn ich den Song im Arrangement abspiele klingt er richtig gut, ohne weitere Probleme. Nach dem Downmix jedoch hat er angeblich zuviel Bass. Spiele ich in den Song mit dem Windows Media Player ab, dann ist er unglaublich basshaltig und klingt absolut nicht mehr so, wie vorher im Arrangement. Benutze ich WinAmp als Player, habe ich das Problem nicht, der Song klingt wie im Arrangement, aber der Spectral Analyzer von WinAmp zeigt nur in den Bassbereichen Ausschläge, wohingegen die anderen Bereiche fast leise sind. Spiele ich professionell erstellte Songs ab, bestehen beide Probleme nicht. Der Song selbst hat eigentlich ein ausgewogenes Verhältnis von Bässen, Mitten und Höhen, auch habe ich bereits einige Instrumente mit dem Equalizer bearbeitet und ihnen mehr Höhen bzw. weniger Bass gegeben. Dies veränderte das Problem jedoch nur unwesentlich. Um im Spectral Analyzer ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bässen, Mitten und Höhen zu haben, müsste ich den Bass soweit runter, bzw. Mitten und Höhen soweit hochschrauben, dass es extrem schlecht klingen würde. Wenn ich den Song auf CD brenne und auf einer 5.1 Dolby Digital Anlage anhöre, klingt er auch normal. Da stellt sich mir nun die Frage wie es sein kann, dass ein und dieselbe WAVE Datei einmal angeblich viel zu viel Bass hat und andererseits aber trotzdem ganz normal klingt und abgespielt werden kann. Vielen Dank für eure Hilfe im vorraus. MfG Marcus
Genau dein Problem hat mich mal ein Jahr lang beschäftigt. Mein momentaner Erkenntnisstand ist der, dass man mit dem eigenen Song wesentlich kritischer umgeht als mit fremden Material. Natürlich klingt jeder Player anders (eingebauter eq, codec, systemauslastung etc.), aber je besser die eigenen Aufnahmen werden, desto weniger stört es einen dann, wo er abgespielt wird. Lass mich mal ein wenig ausholen. Als Amateur ist man auf wesentlich bessere "Abspiel-Qualität" angewiesen, als ein Profi. Gute Produktionen kommen auch in der Preview bei Amazon noch gut weg, während eigene Aufnahmen schon bei 192 khz mp3 "zusammenbrechen". Man kennt das ja nach dem Mixdown: "Alles ist weg, wo ist mein Mix..." Genauso geht es den Hobbyfilmern. Nur zögerlich geben die ihre Kopie auf DVD raus, weil ja die Original-DV viel bessere Qualität ist. Die sind halt auf jedes Quäntchen Farbe und jeden Pixel angewiesen. Auf der anderen Seite sehen Kinofilme selbst auf Video-CD noch gut aus. Und auch die Bilder meiner Digitalkamera mit 5 Megapixeln stinken gegen jedes Profifoto mit 200x200 Pixeln ab. Denk mal an die knackigen 300dpi Offset-Drucke der professionellen CD-Cover. Mein 2400 dpi Tintenpisser ist da wesentlich schlechter. Genauso klingt meine Bandmaschine mit 50 dB Rauschabstand besser als mein 120dB Fireface.
Ich würde trotzdem mal checken ob in einem der Player nicht irgendwo ein EQ oder Bassbooster mitläuft. So ein gravierender Unterschied ist mir da jedenfalls noch nicht aufgefallen. Das Spektum kannst du getrost vergessen, vor allem das in Winamp, das wird glaube ich nichtmal logarithmisch im Frequenzbereich dargestellt. Abgesehen davon, geht es ja um den Klang.
Mein erster Gedanke war auch der in den Media Player integrierte EQ. Bist du sicher, dass dieser ausgeschaltet ist? Spektrumanalyse sollte man sowieso den Profitools überlassen finde ich. Vor allem dem Winamp traue ich keinen objektive Bewertung zu. Grüsse mit normalem Bassanteil, boddo
Danke erstmal für eure Antworten. Es stimmt, dass man mit eigenen Aufnahmen strenger ist und das sie natürlich an professionelle nicht rankommen, aber es müsste doch eine technische Erklärung dafür geben. Gut, die Profis haben bessere Programme und mehr Erfahrung, trotzdem müsste es doch möglich ein Arrangement so downzumixen wie man es hört, bzw. eine Erklärung dafür geben, warum gerade das nicht geschieht. Habe bereits bei mir im WMPlayer geschaut, da ich auch schon versteckte EQ Einstellungen vermutete, aber es waren keine zu finden, zudem tritt das Problem bei professionell erstellten Songs ja auch nicht auf. Es muss doch was geben, was man tun kann, um das Problem einzugrenzen. Danke nochmal für eure bisherigen und weiteren Antworten. MfG Marcus
moin! einer der gründe warum den frequenz analysern im bassbereich nicht immer zu trauen ist findest du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Residualklang die werden nicht angezeigt. vieleicht ist das auch eine erklärung für dein problem.
hallo, viel eher ist gerade das auf fft zurückzuführen... hatte ma l n gespräch mit dem herrn kessler darüber... und fft iss aussagegemäss total ungenau im bassbereich....
Ungenau ist die Darstellung auf jeden Fall d.h. dass je nach Aufteilung/Windowing entweder die zeitliche Reaktion oder die Auflösung im Frequenzbereich unscharf werden. Aber hinzugedichtet wird da meines Wissens nach nix. Es handelt sich hier ja offensichtlich um ein Problem einer der Player. Wenn auf CD alles normal klingt, wie in dem anderen auch... Wie gesagt habe ich auch schon länger den Verdacht, dass Winamp die Frequenzen linear darstellt, also die zweite Hälfte des Spektrums von 10-20kHz geht. Da sieht sowieso fast alles nach Bass aus.
Moin... "hallo, viel eher ist gerade das auf fft zurückzuführen... hatte ma l n gespräch mit dem herrn kessler darüber... und fft iss aussagegemäss total ungenau im bassbereich...." Das kann man so nicht stehen lassen. Ein Schuh wird draus, wenn man sich vor Augen führt, das alles, was im weiteren Sinne ein "RTA" ist oder vorgibt zu sein, natürlich immer nur kurze Sampleblöcke analysiert, um die Anzeige alle paar Zehntelsekunden zu aktualisieren. Man kann sich leicht überlegen, dass bei z.B. 1024 Samples je Anzeige Frequenzen unterhalb 44,1kHz/1024, also rund 43 Hz ganz unter den Tisch fallen und auch die Auflösung bis 80Hz nicht der Hit ist. Profigeräte schieben da einfach ein längeres Fenster quasi durch, analysieren also z.B. je die letzten 4096 Samples oder mehr, allerdings wird der Beginn dieses Fensters jeweils nur um 1024 Samples weitergerückt. Wenn man aber mal eine FFT über eine ganze Sekunde Audiomaterial oder gar einen ganzen Song macht (Zeit mitbringen, das dauert!), dann kriegt man auch bis in den Subbass-Bereich hinein vernünftige Ergebnisse. Merke: nicht die FFT ist schlecht, sondern eine FFT über zuwenig Werte... Jens
Da bin ich jetzt nicht mehr wirklich so der Experte, aber hat der Klang überhaupt so viel mit Winamp zu tun? Ist das nicht eher der Codec (bei mp3)? Und bei Wavefiles kann doch eigentlich nicht so wirklich viel falsch machen. Ich bin jedenfalls nicht in der Lage den "Klang" von Winamp zu hören...
Hallo, nun, die 5er- Versionen sind ganz OK, ältere rechneten schon mal ziemliches Gerausche aus (klang wie 8bit). Das könnte allerdings auch auf Probleme beim Zusammenspiel mit dem Treiber hindeuten. Wie dem auch sei, Wave- Dateien sollte man zur Beurteilung mit was ordentlichem hören, ich nehme dazu Wavelab. Gruß Jörg