Interview eines Masterers

Erstellt 58 Antworten59 Beiträge
Antwort#21
Sollten wir deshalb uns diesem Stil anpassen? Oder nicht vielmehr die fragwürdigen Punkte sachlich diskutieren?
;-)
/TM
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Antwort#22
Kommt drauf an. Ob du Erfolg haben willst oder nicht.
Seine Masche scheint zu funktionieren.
Und wie viele haben gestaunt, dass er einen 24Ghz Rechner besitzt.
Und jedes Plugin 7000 Dollar gekostet hat...
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Antwort#23
Übrigens steht auf seiner Homepage auch ein "24Ghz"-Rechner.
Also kein Schreibfehler, sondern pure Kundenverarsche.
Abgesehen davon wäre zum Mastern auch ein normaler Single-Prozessor mit 2-3 Ghz vollkommen ausreichend...
Der Fall "Eroc" macht die dramatischen Ursachen der "Mastering"-Unkultur vollkommen klar: Den Auftraggebern (meist Labels oder Musiker) kann man ALLES verkaufen, solange man sich selbst gut verkauft.
Der Wissensstand oder das eigentliche Ergebnis dieser "Tonmeister" spielen keine ernst zunehmende Rolle.
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Antwort#24
""Den Auftraggebern (meist Labels oder Musiker) kann man ALLES verkaufen, solange man sich selbst gut verkauft. ""

Erinnert mich an einen alten Spruch der Römer: "Das Volk glaubt jedes Lüge, sie muß nur raffiniert genug sein".

MfG
Rainer
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Antwort#25
"Abgesehen davon wäre zum Mastern auch ein normaler Single-Prozessor mit 2-3 Ghz vollkommen ausreichend..."
Zustimmung zu single core. Keine der mir bekannten Plattformen könnte die PlugIns die im Master oder in einer Spur eingeschleift sind, threaden. WaveLab (der Standard-Editor im AudioCube) ist bezüglich Multiprozessor sogar besonders rudimentär. Somit wäre selbst ein 8-Core Rechner à 3GHz und eine folgliche "quantispeed" Hochrechnung auf 24GHz sehr fragwürdig.
/TM
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Antwort#26
...da fehlte ein Komma: 2.4 GHz sollte das wohl heissen. Oder er hat eine sehr kostspielige Heizung für seine kleine Dachkammer.
:p
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Antwort#27
"Das Volk glaubt jedes Lüge, sie muß nur raffiniert genug sein".
Das ist heute leider leicht anders:
"Das Volk glaubt jede Lüge, sie muß nur von den Massenmedien verbreitet werden".
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Antwort#28
Man stelle sich vor: Die alten Römer hätten die heutigen Massenmedien besessen...
Die Folgen wären nicht auszudenken gewesen.

MfG
Rainer
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Antwort#29
Ich meine auch nicht eine sture one-point-Variante, sondern nur die Intention, bei allen Schritten speziell bei der Nachbearbeitung, das Konzert-ERLEBNIS wiederherzustellen.
Das war speziell für Live-Mitschnitte gemeint (in denen sich das Stützen eines kompletten Orchesters meistenfalls eh' nicht realisieren ließe, das machen die lieben musici gerne mal mit wenns heißt "Rundfunk" oder "Fernsehen", ansonsten wird man da schnell zur lästigen Schmeissfliege mit seltsamem Hobby).
Bei meinen Kammermusikaufnahmen genehmige ich mir selbstverständlich Stützen und auch Raum-Mikrofonierung.
Meine Klage galt hier mehr der groben dynamischen Nacharbeit (Kompression, hörbare Fader-Automation, Multiband etc.). Ich finde es bei den Radio-Pop-Mixes grauselig, daß z.B. ein Sologesang o. Begl. zu Anfang so hochgepegelt wird, das du jedes Zähneknirschen, Atmen und leiseste Stimmkratzen hörst, dann kommt mit einem Schlag die Band dazu und genau diesen Schlag gibt's nicht, weil der Pegel von 7 Musikern der gleiche ist wie der zuvor von einer Sängerin alleine! Und die Sängerin klingt plötzlich wie nach einer Slimfast-Kur, obwohl sie hörbar lauter singt. Das ist eben in meinen Ohren sehr unnatürlich und entspricht nicht einem dynamischen Live-Erlebnis. Klar, das verstehe ich auch: Im Auto passt das recht gut (falls man keinen Bentley pilotiert :-).
Bei einem Live-Mitschnitt ist mein Ansatz: Was mich live umgehauen oder gerührt hat, sollte auch in einer Aufnahme so wirken, allerdings möglichst ohne hörbare Schönereien; wenn man mit mit kleinem Eingriff etwas verbessern kann sag ich auch nicht nein. Ich hatte z.B. mal (live, prof. Posaunenquartett) einen Posaunenton, der unbeabsichtigt zu heftig gestoßen und zu laut war, hörte mit eingeschaltetem Multiband Dyn. ab (es klang ihnen nicht "frisch" genug) und bemerkte, der MBDyn. bügelt mir doch glatt elegant diese Spitze raus! Ruck zuck das Ding genauer gestimmt, nur auf diese halbe Sekunde angewendet, das Ergebnis war ein wesentlicher Gewinn. Das mag vielleicht ein laienhafter Eingriff gewesen sein, für Tips, wie sich das besser machen hätte lassen bin ich immer dankbar!
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Antwort#30
Der Junge will Brötchen verdienen. Er hat ja mit dem Lautheitswahn recht. Aber alles andere ist nichts als Werbung für Musiker. Musiker die nicht wissen, dass der Typ ganz offensichtlich keine Ahnung von Digitaltechnik hat, oder ganz bewusst lügt, um die Konkurrenz schlecht zu machen. Und 24 GHz muß ja mindestens 12 mal so geil klingen wie 2GHz. Aber wen interessiert schon der Abhörraum, solange ich analog mische ist ja alles schön warm (zumindest das Studio). Selten so einen Quark gelesen.
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Antwort#31
Nü, der "große Adolf" hatte die Massenmedien zur Verfügung und erfolgreich "gleichgeschaltet".
Mit dem Ergebnis, daß ein Teil deutscher Kultur bzw. deutschen Kulturerbes erfolgreich ausgelöscht wurde.
Aber ob die heutige sinnfreie Informations- und Unterhaltungskultur mancher Medien in jeder Hinsicht besser ist, sollten die Philosophen entscheiden.
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Antwort#32
Die an sich gute Idee, dem allgemeinen Hörer-Volk die Problematik des "Loudness-War"
verständlich zu machen verschwendet "Eroc" mit unsäglichem Geschwafel gemixt mit Halbwissen und Selbstbeweihräucherung:
Laßt ihn doch - auch Eroc kämpft darum, seine Miete und Leasingraten zu zahlen. Seine Werbung läuft nach dem Motto "Klotzen, nicht kleckern" ab und richtet sich wohl weniger an Kollegen denn an die große Schar der Gläubigen ...
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Antwort#33
Seien wir doch mal ganz objektiv: So unrecht hat er doch gar nicht. Gewiß- auf rein technischem Gebiet schreibt er viel hanebüchenen Unfug, der auf Halbwissen zurück zu führen ist. Aber was er schreibt über den Qualitätsverfall - da hat er durchaus recht. Wir beobachten es doch alle selbst, wie das Qualitätsdenken vieler Musikkonsumenten (und leider auch das mancher professioneller Musiker) immer mehr an Niveau verliert.
Bald in jedem Konzert - ob klassisch, modern, ob weltlich oder sakral - steht irgendwo so ein "Hobbytonmeister" (früher sagte man dazu "Tonbandamateur") einer mit seinem Laptop und zwei Mikrofone die auf einem hohen Ständer montiert sind, und macht dort Aufnahmen. Vor einiger Zeit soll einer das Brahms-Requiem mit "nur" 2 Mikrofonen aufgenommen haben. Das kann doch nur nach Matsch klingen.
Es ist einfach unverständlich was in unserem Land abgeht: Jeder der sich selbständig machen will, braucht einen Wust von Nachweisen und einen Rattenschwanz von Bürokratie zieht das nach sich, aber im Tonbereich glaubt jeder der einen Laptop mit Soundkarte besitzt und noch 2 billige China-Mikrofone, er sei Studiobesitzer und Musikproduzent und hat freie Fahrt - ohne jeglichen behördlichen Papierkrieg.

In der Photobranche sehe ich mit diesen ganzen Digitalkameras eine ähnliche Entwicklung: War früher noch künstlerisches Fotografieren den ausgebildeten Fotografen vorbehalten, läuft heute jeder Hanswurst mit seiner Digitalkamera in der Gegend herum und knipst das Blaue vom Himmel herunter. Und dank "Photoshop" und billigen Videoschnittprogrammen kann man heute alles machen.... Knipser und Amateure treiben ihr Unwesen und meinen "Künstler" zu sein. Nicht einmal mehr auf Beerdigungen und an Friedhöfen macht man von der Knipserei halt.

Grüße
Rainer
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Antwort#34
Hallo Rainer,
bitte versteh meinen Einwurf nicht falsch, aber schieß doch nicht so scharf auf die "Amateure". Es gibt viele Bereiche, in denen die "Amateure" wichtiges für ihren Bereich geleistet haben. Ich komme Hauptberuflich aus dem Funk- und Fernmeldewesen (T-Mobile), würde jedoch die "Funkamateure" niemals so geringschätzen wie Du die "Tonbandamateure", auch wenn es im Funkbereich z.B. den CB-Funk als eine Art untere Grenze gibt.
Auch Video- oder Fotoamateure leisten zum Teil erstaunliches. Beim Thema Video denke ich da an den BDFA (Bund deutscher Film- und Video Amateure), dessen Filme und Wettbewerbe jederzeit sehenswert sind.
Bitte stelle den Amateur nicht auf eine Stufe mit dem Dilettant.
Der Dilettant macht etwas nicht "fachgerecht" der Amateur macht etwas fachgerechtes ohne Bezahlung.
Da ich Amateur in vielen Bereichen bin, aber auch Profi in einem, mußte ich das mal loswerden.
Viele Grüße
Torsten


conanima
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Antwort#35
Hi chaosstudio.
Guter Vergleich. :-)
Ich glaube aber nicht, das Rainer es so "böse" bezüglich Amateuren wie z.B. Erdie meinte.
Ich glaube diesbezüglich herrscht unter den Profis Einigkeit.

Liebe Grüße,
Machiko
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Antwort#36
Es gibt viele Bereiche, in denen die "Amateure" wichtiges für ihren Bereich geleistet haben.
Das gilt jedoch nicht für die neuere also derzeitige Tonaufnahmetechnik. Was man sich dort leistet ist schon ätzend.
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Antwort#37
Das Amateure heute manchmal Marktchancen haben steht doch mit dem Loudness-War nicht in ursächlichem Zusammenhang. Dieser unnütze Wettbewerb kommt, so weit ich es wahrnehme, vielleicht gerade etwas aus der Mode. Herr "Eroc" hat sicher recht, den Loudness-War zu kritisieren. Nur ist es nach wie vor etwas merkwürdig, dass er gleichzeitig auf seiner Internetseite damit wirbt einen Lautheits-Vorsprung gewährleisten zu können. Insgesamt ist der ganze Beitrag dieses Kollegen wirklich unerheblich und ohne die durch das Rolling Stone-Interview generierte Aufmerksamkeit, hätte es darum auch keine Diskussion gegeben.
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Antwort#38
Hallo Torsten,

ich habe schon befürchtet, daß der Terminus "Tonbandamateure" falsch verstanden wird. Ich meine damit nicht die jenigen, die sich in "Tonbandclubs" zusammenfinden und dort Produktionen machen die sie dann auf Wettbewerben vorführen, denn dazu gehört auch wirklich kreatives Arbeiten und auch eine Portion Ideen die nicht zu verachten sind.
Vielmehr meine ich jene Leute, die sich regelrecht dilettantisch betätigen und alles "mitschneiden" was ihnen "vor die Flinte" kommt bzw. solche deren größtes Vergnügen ist, Schallplatten bei 4,75 cm/s Bandgeschwindigkeit und automatischer Aussteuerung umspielen und eben solche die sich mit 2 Mikrofonen und Aufnahmegerät (früher Tonbandgerät á la Grundig TK 248 - heute Laptop mit Sharware für Soundaufnahme) bewaffnen und dann sowas wie "Brahms-Requiem" aufnehmen - mehr schlecht als recht. Diese Leute machen dann auch den Markt kaputt mit ihren lächerlichen Aufnahmen.

Grüße
Rainer
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Antwort#39
Bitte stelle den Amateur nicht auf eine Stufe mit dem Dilettant.
Vor etwa 100 Jahren wurden beide Begriffe als Synonym gebraucht ...
Den negativen Beigeschmack hat der Dilettant erst im Laufe der Zeit erhalten.
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Antwort#40
Seien wir doch mal ganz objektiv: So unrecht hat er doch gar nicht.
Gewiß- auf rein technischem Gebiet schreibt er viel hanebüchenen Unfug,
der auf Halbwissen zurück zu führen ist.
Aber was er schreibt über den Qualitätsverfall - da hat er durchaus recht.
Seine Kritik habe ich nirgendwo in Frage gestellt; ich klage - wie viele andere Kollegen auch - über dieselben Zeiterscheinungen.
Wer sich seine Internetseite anschaut, wird unweigerlich zu dem Schluß kommen: Der Mann kämpft ebenso wie jeder andere Freiberufler oder jedes beliebige Studio um seine Auftraggeber und versucht, sich mit seinen Statements von den Mitbewerbern abzusetzen ...
Dabei erscheint (uns) manches als Koketterie, Prahlerei oder Angabe mit Halbwissen. Seiner Klientel hingegen wird's genügen und seine Grundaussage wird sicherlich manchen Kunden überzeugen können.
So wie ich derzeit den "Studiomarkt" beurteile, gibt es zwei Richtungen, um profitabel arbeiten zu können:
Entweder muß ein Studio groß genug sein, um auch Orchesterproduktionen fahren zu können, damit Einnahmen und Bereitstellung von Räumlichkeiten und Equipment bei genügender Auslastung (!?!) in Relation zueinander stehen können (wobei die bestehenden Großstudios den nationalen Markt ausreichend bedienen können und dabei noch auf internationale Aufträge angewiesen sind) - oder man beschränkt sich auf die Größe eines "Projektstudios" im "Ein Mann-Betrieb", um trotz preiswerterer Angebote die Kosten erwirtschaften zu können.
Vor wenigen Jahren noch haben sich Künstler und Label zu einer Zusammenarbeit entschlossen, das Label hat ohne große Diskussionen die Produktion und die Kosten übernommen. Heute produzieren selbst renomierte Künstler ihre Aufnahmen auf eigene Kappe und versuchen, einen "Bandübernahmevertrag" zu bekommen, bei dem sie noch einen bedeutenden Teil der Auflage zum Händlerabgabepreis übernehmen müssen. Wen wundert's, daß nun von allen Seiten an den Studiokosten gespart wird? Schwer dürfte es da für die "mittelgroßen" Betriebe werden.
Ich habe auch keine Lust mehr, den Spagat zwischen Kostendruck und dem Aufwand zur Bereitstellung der nötigen Technik zu machen: Einerseits wird hochwertiges Zeug erwartet, andererseits mit dem Angebot eines Amateurs herumgewedelt, der vielleicht genügend Kochbücher gelesen hat, aber beim Schnitt gnadenlos baden gehen wird. Daß man nicht selber umsteigt auf billiges Fernostzeug hat nur damit zu tun, daß man sich selber das Leben nicht noch schwerer macht mit Geräten, die ungenügend funktionieren, immer wieder Probleme bereiten oder wo die Hersteller nur ungenügenden Service bieten (können).
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